Biotech - Molecular Partners macht weniger Umsatz, mehr Verlust

Das Biotechnologie-Unternehmen Molecular Partners ist mit seinen Projekten im ersten Quartal in etwa wie angekündigt vorwärts gekommen.
04.05.2017 09:44
Patrick Amstutz, CEO von Molecular Partners.
Patrick Amstutz, CEO von Molecular Partners.
Bild: ZVG

Die Zahlenvorlage tritt bei Unternehmen wie Molecular, die stark auf Forschung & Entwicklung fokussiert sind, zunächst etwas in den Hintergrund. Insgesamt hat das Unternehmen in etwa wie angekündigt abgeschnitten. So erzielte Molecular in den ersten drei Monaten 2017 einen Umsatz in Höhe von 3,1 Mio CHF nach 6,8 Mio CHF im Vorjahreszeitraum. Die liquiden Mittel per Ende März beziffert Molecular Partners auf 169,2 Mio CHF. Vor einem Jahr standen hier 205,9 Mio CHF zu Buche. Den Ausblick bestätigt das Unternehmen.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen leicht auf 8,0 Mio CHF von 7,5 Mio im Vorjahr, wie Molecular Partners Donnerstag mitteilt. Auf administrativer Seite fielen Ausgaben in Höhe von 1,8 Mio nach 1,5 Mio CHF an. Unter dem Strich bleibt ein Verlust von 7,6 Mio CHF. Vor einem Jahr lag dieser bei 4,2 Mio.

Ausblick bestätigt

Der bisherige Jahresausblick wird bestätigt. Demnach rechnet das Management für 2017 mit Kosten in Höhe von insgesamt 50 bis 60 Mio CHF. Allerdings hebt Molecular auch jetzt hervor, dass diese Vorhersage stark von den Fortschritten abhänge, die mit den Forschungsprojekten gemacht werden.

Mit Blick auf die Pipeline hebt das Unternehmen hervor, dass in den kommenden Wochen mit Zulassungen für eine Phase-II-Studie mit dem Produktkandidaten MP0250 in Polen und Italien gerechnet werde. In der Studie soll der Kandidat in Kombination mit dem gängigen Behandlungsstandard zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt werden. Der Antrag für die Phase-II-Studie wurde von den deutschen Gesundheitsbehörden bereits zugelassen. Erste Patienten seien in den nächsten Monaten erwartet, kündigt das Biotechunternehmen in der aktuellen Mitteilung an.

Auch bei der zweiten geplanten Phase-II-Studie bleibt Molecular bei früheren Aussagen, wonach ein Antrag hierfür ebenfalls im laufenden Jahr eingereicht werden soll. Die genaue Indikation werde noch im zweiten Quartal mitgeteilt.

Patientenrekrutierung

Mit der Entwicklung für den Produktkandidaten MP0274 zeigt sich das Unterhemen ebenfalls zufrieden. Wie der acting CEO Patrick Amstutz in der Mitteilung zitiert wird, sei man hier sehr zufrieden etwa mit der Präsentation weiterer Daten an dem Fachkongress AACR (American Association for Cancer Research) in den USA.

Die Zulassungsanträge für die Phase-I-Studie mit dem Kandidaten seien bei den Behörden bereits eingereicht. MP0274 ist gezielt auf die Behandlung von HER2-positiven Brustkrebs ausgerichtet. Er rechne damit, die Patientenrekrutierung hierfür in der zweiten Jahreshälfte 2017 starten zu können, ergänzt Amstutz in der Mitteilung.

Zum Thema Zusammenarbeit mit dem Partner Allergan an dem Produktkandidaten Abicipar heisst es in der Mitteilung, die Patientenrekrutierung für die Phase-III-Studie gegen feuchte AMD (Makuladegeneration) laufe wie geplant. Darüber hinaus habe Allergan mittlerweile bestätigt, im Laufe des zweiten Halbjahres 2017 eine Phase-III-Studie in der Indikation des Diabetes-bedingten Macularen Ödems zu starten.

2017 als wichtiges Jahr gesehen

"2017 wird ein wichtiges Jahr für Molecular Partners", so Amstutz. Zu den wichtigen Punkten im laufenden Jahr gehören demnach etwa die ersten Sicherheitsdaten aus der Phase-II-Studie mit MP0250 in der Indikation multiples Myelom. Aber auch zu anderen Krebsindikationen seien Daten erwartet, heisst es weiter. Während 2017 zu zunächst Sicherheitsdaten erhältlich sein dürften, rechnet Molecular ab 2018 dann mit Ergebnissen zur Wirksamkeit.

Auf dem Gebiet der Immun-Onkologie werde Molecular seine Forschung ebenfalls weiter vorantreiben. Es sei ein spannendes Feld und Molecular habe gezeigt, dass es durchaus in der Lage sei, verschiedene Immun-Checkpoint Modulatoren (ICMs) durch Kombinationstherapien anzugehen.

(AWP)