Biotechnologie - Molecular Partners weitet Verlust aus

Beim Biotechnologie-Unternehmen Molecular Partners stehen die Geschäftszahlen 2016 ganz im Zeichen der vorangetriebenen Forschungsprojekte.
09.02.2017 09:17
Biotech-Unternehmen müssen viel Geld investieren, bevor Gewinne anfallen.
Biotech-Unternehmen müssen viel Geld investieren, bevor Gewinne anfallen.
Bild: ZVG

Diese sind mit erhöhten Kosten einhergegangen, was sich auf Gewinnseite und beim Cash-Burn bemerkbar macht. Der Blick nach vorne ist ebenfalls stark auf die Fortschritte der Pipeline-Projekte zugeschnitten.

Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt, liegt der Gesamtertrag für 2016 nach vorläufigen Zahlen bei 23,0 Mio CHF, was einem Rückgang von ca. 21% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auf Kostenseite meldet Molecular Partners für das vergangene Jahr einen Anstieg um etwa ein Drittel auf insgesamt 42,5 Mio. Dabei stiegen insbesondere die Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich an auf 35,2 Mio CHF nach 25,0 Mio im Geschäftsjahr 2015.

Verlust deutlich ausgeweitet

Damit ergibt sich unter dem Strich ein Verlust von 18,6 Mio CHF nach -0,1 Mio im Jahr 2015. Erzielte Molecular Partners 2015 noch einen positiven betrieblichen Cash Flow, meldet es für das abgelaufene Jahr einen Abfluss von 35,4 Mio CHF. Die liquiden Mittel werden per Stichtag mit 180,2 Mio CHF ausgewiesen, verglichen mit 196,3 Mio per Juni 2016 und 215,4 Mio Ende 2015.

Er sei sehr zufrieden mit den Fortschritten, die Molecular Partners im vergangenen Jahr mit seiner DARPin-Technologie gemacht habe, wird der acting CEO Patrick Amstutz in der Mitteilung zitiert. Die liquiden Mittel seien ausreichend, um die Geschäftstätigkeit für die kommenden drei Jahre abzusichern.

Forschung treibt Kosten

Die gestiegenen Kosten begründet Molecular Partners damit, dass die Produkt-Pipeline im vergangenen Jahr klar vorangebracht wurde. Zu den besonderen Höhepunkten zählt das Unternehm etwa seinen Produktkandidaten MP0250, für den im vergangenen Jahr Vorbereitungen für Phase-II-Studien getroffen wurden, was sich auf Kostenseite niedergeschlagen hat.

Während der Antrag für die Phase-II-Studie von den deutschen Gesundheitsbehörden bereits zugelassen wurde, warte man noch auf grünes Licht in Polen und Italien, wie der Mitteilung zu entnehmen ist. Je nachdem wann dies geschieht, könnten ersten Sicherheitsdaten im laufenden Jahr erstellt werden, während Angaben zur Wirksamkeit dann im kommenden Jahr möglich seien. Getestet werden soll der Kandidat in Kombination mit dem gängigen Behandlungsstandard zur Behandlung des Multiplen Myeloms.

Eine zweite Phase-II-Studie mit dem Produktkandidaten ist geplant für die erste Hälfte 2017. Die genaue Indikation werde noch mitgeteilt, heisst es in der Mitteilung.

Neuigkeiten zu den Medikamenten

Zum Produktkandidaten Abicipar, an dem Molecular Partners zusammen mit dem US-Konzern Allergan arbeitet, teilt das Biotech-Unternehmen mit, die Patientenrekrutierung für die Phase-III-Studie gegen feuchte AMD (Makuladegeneration) laufe wie geplant. Zudem habe Allergan mitgeteilt, im Laufe des zweiten Halbjahres 2017 eine Phase-III-Studie in der Indikation des Diabetes-bedingten Macularen Ödems zu starten.

Beim Ausblick heisst es, Molecular Partners rechne mit Kosten in Höhe von insgesamt 50 bis 60 Mio CHF. Allerdings hinge diese Vorhersage stark von den Fortschritten ab, die das Unternehmen in seinen Forschungsprojekten mache.

Darüber hinaus meldet das Unternehmen noch eine Personalie. Demnach hat der Verwaltungsrat beschlossen, der Generalversammlung am 11. Mai die Wahl von Gwen Fyfe in das Gremium vorzuschlagen.

(AWP)