BlackRock-Studie - Wie sind Versicherer für eine Krise gerüstet? Schlecht

Die Versicherer sind in der Finanzkrise von 2008 stark gebeutelt worden. Fast ein Jahrzehnt später hat BlackRock die 5 Billionen Dollar an US-Investments der Branche unter die Lupe genommen um herauszufinden, wie es ihnen ergehen würde, wenn es nochmals einen so starken Markteinbruch gäbe.
30.08.2017 20:05
BlackRock ist der weltgrösste Vermögensverwalter.
BlackRock ist der weltgrösste Vermögensverwalter.
Bild: cash

Die Antwort: Schlechter.

BlackRock, der weltgrösste Vermögensverwalter, hat die Pflichtmeldungen von mehr als 500 Versicherungsunternehmen durchforstet und die Entwicklung ihrer Portfolios in einem vergleichbaren Abschwung simuliert. Ihre Vermögensanlagen, mit denen sie ihre Verpflichtungen gegenüber den Versicherungskunden unterlegen, würden den Berechnungen zufolge im Durchschnitt um elf Prozent sinken. Das ist deutlich mehr, schätzt BlackRock, als die zu Marktpreisen bewerteten Verluste der Branche auf dem Höhepunkt der Krise.

Der Grund ist ziemlich einfach. Die Versicherer waren nach der Krise bestrebt die Verluste wettzumachen. Aber in einem Jahrzehnt der niedrigen Zinsen mussten sie über ihre traditionellen Bestände an klassischen Anleihen hinausgehen. Sie verfügen nun über grosse Mengen an Aktien, Hochzinsanleihen und eine Vielzahl an alternativen Vermögenswerten - darunter schwer zu liquidierende Anteile an Private Equity-Investments, Hedgefonds und Immobilien.

Immer mehr Risiko in den Portfolios

"In diese Portfolios kommt jedes Jahr mehr Risiko", sagt Zach Buchwald, Leiter von BlackRocks Finanzinstitutionen-Gruppe für Nordamerika, in einem Interview mit Bloomberg. Und solche Umschichtungen können dauerhaft werden, vor allem, weil viele der Allokationen schwer umzukehren seien.

Die neue Vielfalt sollte Buchwald zufolge einen grossen Vorteil bieten. Schliesslich waren es Konzentrationen von Investments in hypothekenbesicherte Wertpapiere und bestimmte Aktien, die während der Krise die grössten Fallstricke waren, wie eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD zeigte.

Aber auch Anhäufungen diversifizierter Investments können grosse Verluste erleiden, wenn nicht darauf geachtet wird, dass die Vermögenswerte nicht gleichzeitig fallen.

BlackRock untersuchte die Anlagen der Versicherer, weil es einen Dienst namens Aladdin aufstellt. BlackRock versucht, Unternehmen Analytik und Beratung zu verkaufen, die ihnen dabei zu helfen soll herauszufinden, wie sich komplexe Portfolios unter verschiedenen Bedingungen entwickeln würden, so dass diese so aufgestellt werden können, dass sie Katastrophen widerstehen.

(Bloomberg)