Börse - Ausblick «nur» bestätigt? Die Gründe für den Roche-Kursrückgang

Nach seinen Halbjahreszahlen wird der Pharmakonzern an der Börse talwärts geschickt. Das zwar solide Resultat ist den Börsianern zu wenig überzeugend. Doch noch ein weiterer Grund spielt eine Rolle beim Kursrückgang.
22.07.2021 10:12
Ein Cobas-6800-Laborsystem von Roche Diagnostics im North Lantau Hospital in Hongkong.
Ein Cobas-6800-Laborsystem von Roche Diagnostics im North Lantau Hospital in Hongkong.
Bild: Bloomberg

Die Roche-Titel können am Donnerstag im frühen Börsenhandel nicht vom soliden Semesterabschluss profitieren. Wohl kamen die Umsätze beider Division über den Erwartungen zu liegen, grosse positive Überraschungen blieben jedoch aus und auch der Ausblick wurde "nur" bestätigt. Nach den starken Kursavancen seit Anfangs Juni dürften einige Anleger Gewinne mitnehmen.

Um 9.30 Uhr notieren die Roche-Genussscheine Prozent 1,6 tiefer auf 350,35 Franken. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI steht zur gleichen Zeit mit 0,1 Prozent im Minus.

Für die meisten Experten hat der Basler Pharmakonzern ein solides bis gutes erstes Semester hingelegt. "Wir mögen es", fasst Bernstein kurz und bündig zusammen. Beide Divisionen übertrafen mit ihren Umsätzen die Konsenserwartungen. Und auch auf Ebene Core-EPS schnitt Roche deutlich besser ab als im Durchschnitt erwartet.

Operative Marge ein Problem

Etwas anders sieht es bezüglich der operativen Margen aus. Hier blieb die grössere Pharmadivision leicht hinter dem Konsens zurück, während Diagnostics die Erwartungen übertroffen hat. Vontobel verweist bei der Profitabilität auf den starken Einfluss der Wechselkurse.

Unter den Medikamenten loben die Experten insbesondere Evrysdi, Hemlibra oder Ocrevus. Mit Blick nach vorne seien die besser als erwartetet ausgefallenen Umsätze der Wachstumstreiber deutlich positiv zu werten, schreibt die ZKB.

 

 

Eher enttäuscht hat nach Ansicht von Jeffries dagegen das Brustkrebsmittel Perjeta. Keine Überraschung stellt am Markt der starke Einfluss der Biosimilars auf die Umsätze der alten Blockbuster dar. Dieser wird von Roche für das Halbjahr auf 2,8 Milliarden Franken beziffert.

Die UBS-Analysten gehen davon aus, dass der Kurs der Roche-Titel vom Halbjahresergebnis kaum signifikant beeinflusst werden dürfte. Der Fokus der Investoren liege vielmehr auf Neuigkeiten zum Alzheimer-Kandidaten Gantenerumab. Schwung dürfte dabei vor allem eine Beschleunigung des Zulassungsprozederes in den USA geben, wobei sich das Management in seinem Kommentaren diesbezüglich eher zurückhaltend gab.

(AWP)