Börse Schweiz - Der SMI startet mit Schwung in die neue Woche

Die Schweizer Börse startet nach verhaltenem Quartalsausklang mit festeren Notierungen in den April. Vor allem die beiden Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche hieven den Markt am Montag nach oben.
03.04.2017 11:15
Keiner guter Tag an der Börse vom Montag für die Aktien der unter Beschuss geratenen Credit Suisse.
Keiner guter Tag an der Börse vom Montag für die Aktien der unter Beschuss geratenen Credit Suisse.
Bild: cash

Dagegen trennten sich die Anleger von Bank- und Versicherungstiteln. Der SMI steigt bis 11.05 Uhr um 0,2 Prozent auf 8676 Punkte. Am Freitag hatte der Leitindex ein halbes Prozent nachgegeben.

Im Blick haben die Investoren vor allem die zahlreichen Konjunkturdaten. In Europa stehen unter anderem die europäischen Arbeitsmarktdaten auf dem Programm, in den USA der Autoabsatz und der Einkaufsmanagerindex. Von den Aussagen führender US-Notenbanker erhoffen sich Börsianer zudem Hinweise auf Zeitpunkt und Tempo der geplanten Zinserhöhungen.

Die Anteile von Novartis und Roche ziehen 0,9 und 0,7 Prozent an. Beide Arzneimittelhersteller warteten mit positiven Nachrichten auf. Das Roche-Medikament Alecensa hat nach Angaben des Konzerns aus Basel in einer spätklinischen Phase-III-Studie seine Wirksamkeit zur Behandlung von Lungenkrebs unter Beweis gestellt. Novartis meldete, dass eine Kombination der beiden Medikamente Tafinlar und Mekinist in der EU zur Behandlung von nicht-kleinzelligem (NSCLC) Lungenkrebs zugelassen wurde.

Mit Nestlé notiert auch das dritte Index-Schwergewicht 0,3 Prozent fester.

Grossbankaktien im Verkauf

An die Spitze der SMI-Verlierer setzen sich die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS mit Kurseinbussen von 1,6 und 1,7 Prozent. Die CS bemüht sich mit einer breit angelegten Anzeigenkampagne nach den Razzien in drei ihrer Büros um Schadensbegrenzung. "Credit Suisse verfolgt gegenüber Steuerhinterziehung eine Nulltoleranzpolitik", heisst es in einer doppelseitigen Anzeige der zweitgrössten Schweizer Bank in der "Financial Times". Die Bank hat im Zusammenhang mit einem Verfahren mehrerer europäischer Länder gegen mögliche Steuersünder zudem eine interne Untersuchung eingeleitet, wie Iqbal Khan, Leiter des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts der Bank, der Nachrichtenagentur Reuters sagte.

Auch die Versicherer Swiss Re und Zurich verlieren an Wert. Die Aktien des Lebensversicherers Swiss Life ziehen leicht an.

Am breiten Markt stechen die Aktien von Evolva mit einem Kurssprung von 7,7 Prozent heraus. Der Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen hat mit seinem US-Partner Cargill eine neue Vereinbarung zur Produktion und Vermarktung des Süssstoffs Ever-Sweet ausgehandelt. Das Produkt wird zunächst in der Fermentationsanlage von Cargill in Nebraska hergestellt und Evolva wird mit bis zu 30 Prozent am Ever-Sweet-Geschäft beteiligt. Allerdings erhält die Firma keine weiteren Meilensteinzahlungen. Evolva will zudem rund 60 Millionen Dollar in eigene Produktionsanlagen investieren.

Galenica im Vorfeld des Tochter-IPO gesucht

Die Galenica-Aktien ziehen 1,0 Prozent an. Beim Börsengang der Konzerntochter Galenica Santé zeichnet sich ein Erfolg ab. Angesichts der grossen Nachfrage nach den Aktien des Apothekenbetreibers und -zulieferers erhöht Galenica das Angebot, engt die Kaufpreisspanne ein und verkürzt die Platzierungsperiode. Die Titel sollen 37 bis 39 Franken kosten, nachdem ursprünglich 31 bis 39 Franken angepeilt wurden. Galenica will inklusive Mehrzuteilungsoption nun bis zu 97,5 Prozent der Anteile veräussern. An der Börse wird Galenica Santé bis zu 1,95 Milliarden Franken wert sein.

Die Titel von Schmolz+Bickenbach rücken nach optimistischen Äusserungen zum Geschäftsverlauf 6,5 Prozent vor. Das Umfeld hat sich nach Angaben des Stahlproduzenten in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Der Umsatz stieg in den ersten beiden Monaten um 12,3 Prozent auf 446,4 Millionen Euro und der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) vervierfachte sich beinahe auf 40,9 Millionen Euro.

(Reuters)