Börse Schweiz - SMI schwächer – Geberit unter Druck

Der SMI ist zum Ende des ersten Quartals 2017 mit Abgaben in den Handelstag gestartet. Nach dem starken Lauf der Vortage belasten schwache Vorgaben aus den USA und Asien die Märkte europaweit.
31.03.2017 10:25
Blick in die Produktion von Geberit. Die Aktien sind am Freitag unter Druck.
Blick in die Produktion von Geberit. Die Aktien sind am Freitag unter Druck.
Bild: zvg/Geberit

Die weltweiten Aktienmärkte hatten in den vergangenen Monaten gemessen am MSCI Weltindex den besten Jahresstart seit dem Jahr 2013 erlebt. Der Schweizer Leitindex SMI hatte am Donnerstag noch ein neues Jahreshoch erreicht und weist im bisherigen Jahresverlauf ein Plus von knapp 6% aus.

Der solide Jahresstart der Aktienmärkte sei "umso beeindruckender", wenn man bedenke, dass es in den USA innerhalb von drei Monaten zwei Zinserhöhungen gab, betonte ein Marktanalyst. Zudem seien auch die ersten Monate der Präsidentschaft von Donald Trump nicht gerade problemlos verlaufen. Im weiteren Tagesverlauf könnten noch eine Reihe von Konjunkturdaten für Bewegung sorgen, darunter Inflationsdaten aus der EU und sowie Daten zur Stimmung der Einkaufsmanager und der Konsumenten in den USA.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr 0,50% im Minus auf 8'660,86 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,36% auf 1'374,95 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,36% auf 9'632,33 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 17 im Minus, zwölf im Plus und einer unverändert.

Geberit verliert stark

Klare Abschläge erleiden Geberit (-1,9%), nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs ihre Handelsempfehlung bei tieferem Kursziel auf "Neutral" von bisher "Buy" zurückgenommen hat. Zudem werden die Titel von der "Pan-European Buy List" der US-Investmentbank gestrichen. Seit der Aufnahme auf die Liste hätten die Titel des Sanitärtechnikkonzerns um über 40% zugelegt, heisst es. Allerdings habe das vierte Quartal enttäuscht, zudem dürfte Gegenwind durch höhere Rohstoffkosten kommen.

Die stärksten Kurseinbussen entfallen auf Zurich (-4,4% respektive 12,40 CHF), allerdings werden die Titel erstmals ohne die Dividende von 17 CHF gehandelt. Bei den weiteren Versicherungswerten geben Bâloise (-0,6%) und Swiss Life (-0,1%) nach, während Swiss Re (+0,1%) etwas zulegen.

Belastet werden die Indizes von Abgaben der Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche (je -0,5%), die beide am Vortag nach positiven Nachrichten aus den USA noch zugelegt hatten. Für die Nestlé-Titel (-0,5%) senkt Barclays das Rating auf "Equal Weight" von "Overweight". Derzeit können die Analysten der britischen Bank keine Kurstreiber für die Titel des weltgrössten Nahrungsmittelkonzerns erkennen.

Zu den Gewinnern zählen Actelion (+0,8%), die mit 281,70 CHF über dem von Johnson&Johnson gebotenen Übernahmepreis von 280 USD notieren, allerdings erhalten die Aktionäre auch noch Anteile am Forschungs- und Entwicklungsteil, der unter dem Namen "Idorsia" abgespalten wird. Mit Ende der offiziellen Angebotsfrist hält J&J 77,2% an Actelion, Bedingung für das Zustandekommen der Übernahme ist die Andienung von mindestens 67% aller Aktien.

Grossbanken im Plus

Zulegen können auch die Grossbankenwerte CS (+0,1%) und UBS (+0,6%). Die Titel des Duty Free-Anbieters Dufry (+2,0%) setzen den Anstieg der vergangenen Tage fort. Gemäss Medienberichten vom Wochenanfang soll sich die chinesische HNA Gruppe, die in der Schweiz bereits Gategroup, SR Technics und Swissport aufgekauft hatte, für eine Beteiligung an Dufry interessieren.

Am breiten Markt haben am Vormittag einige kleine Unternehmen ihre Jahreszahlen vorgelegt, darunter der Vakuumventil-Spezialist VAT (+1,4%). Die Titel des Pharmaunternehmens Cosmo (-8,5%) geben stark nach, nachdem eine Reihe von Aktionären rund 9,3% des Aktienkapital zu einem Abschlag von 8,3% gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag platziert haben.

Die Titel der unter Druck des Hedgefonds RBR stehenden Vermögensverwalterin GAM (+0,4%) legen leicht zu. Die am Vortag den Investoren präsentierten RBR-Vorschläge zur Steigerung der Profitabilität von GAM werden von Analysten zurückhaltend kommentiert - die Vorgaben erschienen "recht sportlich", meint etwa die ZKB.

(AWP)