Börse - Zwölf «niedergeprügelte» US-Aktien, die bis zu 70 Prozent steigen könnten

Das Näherrücken des Zinsanstiegs, steigende Renditen und die hohe Inflation beförderten 85 Aktien des US-Börsenindexes S&P 500 in einen Bärenmarkt. Doch nicht bei allen Aktien ist Hopfen und Malz verloren.
14.01.2022 14:09
Von Manuel Boeck
Hauptzentrale des Zahlungsdienstleisters PayPal im kalifornischen San Jose.
Hauptzentrale des Zahlungsdienstleisters PayPal im kalifornischen San Jose.
Bild: ZVG

Die hohe Inflation, steigende Renditen und die Aussicht auf höhere Zinssätze haben auch in den USA Aktien von Unternehmen mit hohen Bewertungen deutlich belastet. Denn eine längere Phase steigender Zinsen wird den Bondmarkt für Anleger attraktiver machen, die während der Pandemie auf der Suche nach Rendite, in Aktien geflohen waren. Zudem verlieren die erwarteten Gewinne von Morgen, die im Aktienkurs eingepreist sind, automatisch an Wert.

Wie das Finanzportal marketwatch.com berichtet, befinden sich 85 der im S&P 500 geführten Aktien in einem Bärenmarkt. Dies kommt einem Rückgang von mehr als 20 Prozent gleich. Unter den 85 Aktien befinden sich 25 Titel - darunter bekannte Namen wie Twitter, Moderna oder Biogen -, die sogar mindestens 30 Prozent von ihren 52-Wochen-Intraday-Hochs gefallen sind.

Hier gibt es Chancen. Denn bei zwölf Titeln haben Analysten in der Mehrheit ein "Buy"-Rating stehen und die durchschnittlichen Aufwärtspotenziale bewegen sich zwischen 24 und 70 Prozent. Eine Aktie, die die Analysten mehrheitlich mit einem "Buy"-Rating versehen, zeigt oftmals auch eine entsprechende Performance auf einen längeren Zeithorizont.

Enphase Energy und Penn National Gaming mit dem grössten Potenzial

Angeführt wird die untenstehende Liste, die nach dem Aufwärtspotenzial geordnet ist, von Enphase Energy. Das Energietechnologieunternehmen, das als Tesla unter den Solaraktien gilt, konnte auf der Ergebnisseite relativ stetig zulegen. Der Titel ist aber mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) trotz des starken Kursrückgangs mit einem Wert von 125 immer noch sehr teuer.

Eine andere Ausgangslage findet sich beim zweitplatzierten Penn National Gaming - Aufwärtspotenzial von 62 Prozent. Der Betreiber von 42 Casinos in 19 US-Staaten ist mit einem KGV von 20 relativ günstig. Das Unternehmen dürfte in den kommenden Monaten überdurchschnittlich davon profitieren, wenn aus der Corona-Pandemie tatsächlich eine Endemie wird. Letzteres gilt auch für die US-Billigfluggesellschaft Southwest Airlines.

Titel Sektor Anteil "Buy"-Ratings     Durchschnittliches Kursziel Aufwärtspotenzial
Enphase Energy Energie 63 Prozent 254 Dollar 70 Prozent
Penn National Gaming Casinobetreiber 55 Prozent 77 Dollar 62 Prozent
Generac Holding Industrie 83 Prozent 511 Dollar 60 Prozent
Paycom Software Software 65 Prozent 530 Dollar 48 Prozent
Etsy E-Commerce 62 Prozent 256 Dollar 44 Prozent
PayPal Zahlungsdienstleister 82 Prozent 265 Dollar 42 Prozent
Activision Blizzard Videospiele 70 Prozent 90 Dollar 39 Prozent
Match Group Technologie 70 Prozent 173 Dollar 39 Prozent
SolarEdge Technologies Energie 56 Prozent 348 Dollar 33 Prozent
Zimmer Biomet Holdings Medizintechnik 59 Prozent 160 Dollar 28 Prozent
Global Payments Zahlungsdienstleister 85 Prozent 185 Dollar 25 Prozent
Southwest Airlines Airline 70 Prozent 56 Dollar 24 Prozent

Eine aktuell attraktive Einstiegschance bietet auch der Zahlungsdienstleister Paypal. 82 Prozent der Analysten empfehlen den Titel zum Kauf und sehen ein Aufwärtspotenzial von 42 Prozent. Das Unternehmen ist mit 400 Millionen aktiven Nutzer gut aufgestellt. Zudem plant Paypal, eine eigne Kryptowährung einzuführen. Das könnte Kursfantasien entfesseln.

Weniger klar ist die Ausgangslage beim Technologieunternehmen Match Group, das Online-Dating-Dienste wie Tinder, Match.com, Meetic, OkCupid oder Hinge betreibt. Der Singlebörsenbetreiber, der seit Juni 2020 an der Börse gelistet ist, profitierte in der Pandemie von der Sehnsucht vieler Menschen, sich statt real virtuell zu daten. Die offene Frage ist, ob das Wachstum auch nach der Pandemie in derselben Weise aufrechterhalten werden kann.

Sexismus-Skandal hält Activision Blizzard zurück

Die Aktie des Videospieleproduzenten Activision Blizzard befindet sich seit dem Bekanntwerden des Sexismus-Skandals im Sommer 2021 auf Talfahrt. Dies untergräbt die Tatsache, dass der Spieleentwickler über Qualitäts-Marken und Umsatzbringer wie "Diablo", "Overwatch" oder "Call of Duty" verfügt. Zudem prognostiziert der auf die Videospielebranche spezialisierte Marktforscher Newzoo für 2021 und die folgenden Jahre durchschnittliche Zuwächse von jeweils knapp neun Prozent auf 219 Milliarden Dollar Gesamterlös im Jahr 2024.

Auf die Beobachtungsliste gehört auch Etsy, das von knapp zwei Dritteln der Analysten zum Kauf angepriesen wird. Das Unternehmen, das in seinem spezialisierten Marktsegment führend ist, betreibt eine E-Commerce-Plattform, die auf einzigartige Produkte etwa von Künstlern und Designern setzt. Das Geschäftsmodell basiert dabei auf zwei Pfeilern. Zum einen sind dies Marktplatzgebühren. Für jeden Artikel wird eine fixe Provision erhoben, dazu kommt bei erfolgreichen Transaktionen ein prozentualer Anteil am Verkaufspreis. Das zweite Standbein sind Dienstleistungen in den Bereichen Werbung, Zahlungsverarbeitung und Logistik.

 
Aktuell+/-%
Twitter Rg33.62-1.61%
Moderna Rg154.96+1.59%
Biogen Rg219.60-1.22%
Enphase Energy Rg121.75-0.73%
Tesla Rg937.41+2.07%
Penn Natl Gaming Rg43.46+0.63%
Generac Hldgs Rg265.19-4.03%
Paycom Software Rg302.06-0.86%
Etsy Rg141.30-2.64%
PayPal Holdings Rg156.98-0.77%
Activision Blizz Rg78.78-0.43%
Match Group Rg110.17-1.37%
SolarEdge Tech Rg214.13+0.65%
Zimmer Biomet Hl Rg115.000.00%
Global Payments Rg140.48+0.70%
Southwest Airlin Rg43.71-0.32%
TTMzero S&P 5004’392.80+1.18%

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