Börsen in Fernost - Zweifel an Trumps Wirtschaftsimpulsen

Das Scheitern des ersten grossen Gesetzesvorhabens von US-Präsident Donald Trump hat zu Wochenbeginn die asiatischen Börsen belastet. Der japanische Nikkei verliert mehr als 1 Prozent.
27.03.2017 08:53
Japanische Anleger machen Verlust.
Japanische Anleger machen Verlust.
Bild: cash

Anlieger befürchteten, nach den geplanten Änderungen an der Gesundheitsreform Obamacare könnten auch andere, für die US-Wirtschaft wichtigere Vorhaben wie die Steuerreform und das Infrastrukturprogramm im Kongress versanden. Damit würden erhoffte Impulse für die weltweite Konjunktur ausbleiben. Dies lies am Montag auch den Dollar-Kurs sinken. Im Gegenzug stieg der Yen, was die japanischen Exportwerte belastete.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,4 Prozent tiefer bei 18.985 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,3 Prozent und ging bei 1524 Punkten aus dem Handel. Die Börse in Shanghai trat auf der Stelle. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans lag 0,1 Prozent tiefer.

Experten machten auch andere Faktoren wie Gewinnmitnahmen für den Rückgang der Kurse in Tokio aus. "Der Markt hat sich zuletzt prächtig entwickelt und das ist eine gute Gelegenheiten, um Kasse zu machen", sagte der Fondsmanager Alex Wong von Ample Capital. Der Analyst Stefan Worrall von Credit Suisse in Tokio erklärte, auch das nahende Ende des japanischen Geschäftsjahrs zu Monatsende müsse als Grund für die Yen-Stärke bedacht werden.

Bei den Einzelwerten in Tokio verloren Titel von Toshiba etwa zwei Prozent. Die US-Atomtochter Westinghouse des angeschlagenen japanischen Industriekonzerns könnte einem Medienbericht zufolge womöglich in Kürze einen Antrag auf Gläubigerschutz stellen.

Ein Euro wurde mit 1,0847 Dollar bewertet nach 1,0797 Dollar im späten New Yorker Handel am Freitag. Zur japanischen Währung wurde der Dollar mit 110,28 Yen nach zuletzt 111,33 Yen.

(Reuters)