+++Börsen-Ticker+++Anleger machen an der Wall Street Kasse

Die US-Börsen haben sich am Freitag nach einer erneuten Bilanzflut kaum verändert präsentiert. Ihr Augenmerk legten die Investoren vor allem auf die Geschäftszahlen von grossen Industrie- und Technologiekonzernen.
21.07.2017 22:30
Die Quartalsbilanz von General Electric (GE) passte den Anlegern an der Wall Street nicht, sie trennten sich am Freitag von den Aktien.
Die Quartalsbilanz von General Electric (GE) passte den Anlegern an der Wall Street nicht, sie trennten sich am Freitag von den Aktien.
Bild: Bloomberg

22:30

"Bis jetzt ist die Berichtssaison gut gelaufen, und die Chefs malen ein rosiges Bild. Viele Leute nehmen nun Gewinne mit und positionieren sich neu", sagte J.J. Kinahan, Chefstratege beim Online-Broker TD Ameritrade.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer auf 21’580 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 trat bei 2472 Zählern auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stagnierte bei 6387 Punkten.

Bei den Einzelwerten standen die Aktien von General Electric auf den Verkaufslisten der Börsianer. Die Anteilsscheine verbilligten sich um 3 Prozent, die Marktkapitalisierung verringerte sich zeitweise um 11 Milliarden Dollar. Der neue Chef des Mischkonzerns, der Kraftwerke, Flugzeugmotoren und Röntgengeräte herstellt, lässt sich mit der Langfristprognose mehr Zeit als der Börse lieb ist.

Microsoft-Papiere gaben trotz positiver Zahlen rund 0,6 Prozent nach. Der Technologiesektor hatte zuletzt besonders stark zugelegt, weil Investoren auf der Suche nach Wachstumspapieren ihr Geld hier anlegen. "Wenn die Tech-Geschäftsberichte enttäuschen, könnte dies eine Korrektur auslösen", sagte Kinahan. In der kommenden Woche stehen die Zahlen von weiteren Branchengrössen wie Amazon, Alphabet und Facebook an.

Ebay warnte Anleger vor einem mauen Geschäftsverlauf in diesem Quartal. Anleger warfen die Papiere des Internet-Händlers aus ihren Depots, die Ebay-Aktie gab 1,5 Prozent nach.

Der US-Kreditkartenanbieter Visa verdiente im abgelaufenen Quartal mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Zahlungsdienstbetreiber profitierte von einem Anstieg der Transaktionen. Der Gewinn stieg auf 2,06 Milliarden Dollar von 412 Millionen Dollar, die Einnahmen legten um 26 Prozent auf 4,57 Milliarden Dollar zu. Investoren honorierten die Zahlen mit einem Kursaufschlag von 1,5 Prozent.

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17:40

Die Schweizer Börse hat am Freitag deutlich nachgegeben. Der schwache Dollar und ein Kurseinbruch bei Industrie- und Technologiewerten in Europa und den USA verstimmten laut Händlern die Anleger. Zusätzlich lasteten verfallsbezogene Aktivitäten auf den Kursen. Daher hätten viele Anleger bei Aktien, die stark gestiegen seien, Gewinne eingestrichen. Der SMI büsst 1 Prozent auf 8939 Zähler ein. Auf Wochensicht ergibt sich somit ein Minus von 1,1 Prozent.

Positiv entwickelte sich die Aktie von Landis+Gyr. Nach einem Start bei 79 Franken - um einen Franken über dem Ausgabepreis von 78 Franken - stieg der Titel bis 79,50 Franken. Zuletzt notiert der Börsenneuling bei 78,50 Franken.

Stark unter Druck standen die Aktien der Medizintechnikfirma Ypsomed, die um 29 Prozent einbrechen. Der Insulinpumpenspezialist beendet die Vertriebskooperation mit Insulet per Juni 2018. Dadurch entfallen bei Ypsomed rund 30 Prozent des Umsatzes und mehr als 40 Prozent des Betriebsgewinns.

Die Aktie von Swatch baut den Kursgewinn auf 1,9 Prozent aus. Die Erholung der Uhrenexporte schlug sich auch beim Marktführer nieder und der Uhrenkonzern äusserte sich sehr positiv über die Aussichten im zweiten Halbjahr. Dank einer starken Nachfrage nach Luxuswaren und Schmuck aus China und Europa war der Gewinn im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 269 Millionen Franken gestiegen.

Die Aktien von ABB büssen weitere 3 Prozent ein. Analysten verwiesen auf das am Vortag veröffentlichte und als enttäuschend beurteilte Quartalsergebnis des Elektrokonzerns. Zudem löste der unerwartete Gewinneinbruch beim US-Konkurrenten GE weitere Verkäufe aus.

"Der ganze Industriesektor liegt im Elend", sagt ein Händler und verweist auf die starken Kursverluste bei Aktien europäischer Automobilfirmen und deren Zulieferer wie Volkswagen, Renault oder Valeo, denen die Diesel-Affäre bei VW und der starke Euro zu schaffen machten. In der Schweiz büssen Autoneum, Bucher, Komax und Adval Tech Terrain ein.

Die Anteile der als krisenresistent geltenden Pharmariesen Novartis und Roche verlieren 1,2 und 0,5 Prozent.

Gewinnmitnahmen drücken die Papiere der Forschungsfirma Idorsia, die im Zuge der Übernahme durch Johnson & Johnson vom Biotechkonzern Actelion abgetrennt wurde, um 4,4 Prozent. Der Titel hatte sich in kurzer Zeit verdoppelt.

Der Lebensmitteltitel Nestlé schwächt sich um 1 Prozent ab. Mit den Anteilen von Bell, Emmi, Barry Callebaut und Lindt&Sprüngli geben weitere Lebensmittelwerte nach.

Die Papiere der Banken weiteten die Verluste aus. Credit Suisse und UBS büssen 1,8 und 2 Prozent ein. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Freitag.)

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15:45

Die US-Börsen starten am Freitag mit Verlusten in den Handel. Ihr Augenmerk legen die Investoren vor allem auf die Geschäftszahlen von grossen Industrie- und Technologiekonzernen wie General Electric (GE) oder Microsoft. "Bis jetzt ist die Berichtssaison gut gelaufen, und die Chefs malen ein rosiges Bild. Viele Leute nehmen nun Gewinne mit und positionieren sich neu", sagt J.J. Kinahan, Chefstratege bei TD Ameritrade.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnet mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 21'555 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verliert 0,2 Prozent auf 2469 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gibt 0,1 Prozent auf 6380 Stellen nach.

Die GE-Aktien geben 4,5 Prozent nach. Der Mischkonzern bekam die Schwierigkeiten im Energienetze-Geschäft zu spüren, der Umsatz ging um 12 Prozent zurück, der Gewinn brach ein.

Die Microsoft-Papiere geben trotz positiver Zahlen 0,3 Prozent nach. Der Technologiesektor hatte zuletzt besonders stark zugelegt, weil Investoren auf der Suche nach Wachstumspapieren ihr Geld hier anlegen. "Wenn die Tech-Geschäftsberichte enttäuschen, könnte dies eine Korrektur auslösen", sagt Kinahan. In der kommenden Woche stehen die Zahlen von weiteren Branchengrössen wie Amazon, Alphabet und Facebook an.

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10:50

Die Schweizer Börse bewegt sich am Freitag in engen Spannen. Händler beschreiben das Geschäft als eher impulsiv und umsatzarm. Es fehlten richtungsweisende Vorgaben aus den USA und aus Fernost und auch die Firmenergebnisse könnten die Anleger nicht zu weiteren Käufen ermuntern. Händler vermissen auch wichtige Konjunkturzahlen, die das Geschäft beleben könnten.

Der SMI notiert mit 9030 Punkten praktisch stabil. Am Donnerstag hatte der Leitindex ebenfalls wenig verändert geschlossen.

Die Aktie von Landis+Gyr startete mit 79 Franken um 1 Franken über dem Ausgabepreis von 78 Franken. Mit einem Marktwert von mehr als 2,3 Milliarden Franken ist der Börsengang des Stromzähler-Herstellers das grösste Kapitalmarktdebüt in der Schweiz seit mehreren Jahren. Verkäufer ist der angeschlagene japanische Konzern Toshiba, der 2011 bei dem Schweizer Unternehmen eingestiegen war.

Für Aufsehen sorgt die Medizintechnikfirma Ypsomed. Die Aktie bricht um mehr als 20 Prozent auf 152 Franken ein. Der Insulinpumpenspezialist beendet die Vertriebspower mit Insulet per Juni 2018. Dadurch entfallen Ypsomed rund 30 Prozent des Umsatzes und mehr als 40 Prozent des Betriebsgewinns.

Der Aktienkurs von Swatch pendelt sich nach anfänglichen Ausschlägen leicht über dem Vortageswert ein. Die Erholung der Uhrenexporte schlug sich auch beim Marktführer nieder. Dank einer starken Nachfrage nach Luxuswaren und Schmuck aus China und Europa stieg der Gewinn um 7 Prozent auf 269 Franken. Analysten hatten 285 Millionen Franken erwartet. Swatch äusserte sich aber sehr zuversichtlich für das zweite Halbjahr.

Die Anteile von Rivalin Richemont steigen um 0,4 Prozent.

Die Aktien von ABB büssen weitere 1,4 Prozent ein. Einige Analysten haben nach dem Quartalsbericht vom Vortag das Kursziel für die Aktien des Elektrokonzerns gesenkt. Am Vortag waren ABB um 2,8 Prozent gefallen.

Die Titel von Givaudan steigen dagegen um 1,8 Prozent. Der Kurs des Duft- und Aromaherstellers war am Donnerstag nach der Vorlage des Halbjahresberichts unter Druck geraten und hatte 3 Prozent eingebüsst.

Etwas höhere Kurse verzeichnen die Anteile der als krisenresistent geltenden Pharmariesen Novartis und Roche. Der Lebensmitteltitel Nestlé schwächt sich dagegen leicht ab.

Die Papiere der Banken büssen Terrain ein. Credit Suisse sinken um 0,5 Prozent, UBS fallen um 0,8 Prozent. Dagegen rücken die Versicherungsaktien mehrheitlich vor: Swiss Re steigen um 1,5 Prozent. Morgan Stanley hat die Abdeckung mit der Empfehlung "Overweight" aufgenommen.

Am breiten Markt fallen die Aktien von Leonteq mit einem Minus von 2,7 Prozent auf. Der Aktienkurs der Derivat-Boutique war am Vortag nach dem Zwischenbericht kräftig gestiegen.

Die Aktien von SFS sacken um 6 Prozent ab. Der Schraubenspezialist hat den Umsatz im ersten Halbjahr um 13 Prozent auf 778,6 Millionen Franken gesteigert, während die Gewinnmarge auf 14,2 von 13,6 Prozent im Vorjahreszeitraum stieg. Damit habe SFS die hohen Margenerwartungen nicht ganz erfüllen können. Daher komme es nach einem Kursanstieg um fast 40 Prozent im laufenden Jahr zu Gewinnmitnahmen, sagt ein Händler.

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09:15

Der Swiss Market Index legt 0,2 Prozent auf 9043 Punkte zu. Den gestrigen Handel schloss er praktisch unverändert. 

Swatch notieren nach Börseneröffnung unverändert. Der Uhrenhersteller mit einem stabilen Umsatz die Gewinnzahlen verbessert. Die Markterwartungen wurden allerdings auf allen Stufen der Erfolgsrechnung verfehlt. In ersten Analystenkommentaren wird allerdings auf einen positiven Ausblick verwiesen. Am Vortag war der Titel nach erfreulichen Exportzahlen der Schweizer Uhrenindustrie noch um 1,1% gestiegen. Die Titel der Branchennachbarin Richemont notieren leicht tiefer (-0,1 Prozent).

Was halten Sie von den Swatch-Zahlen? Diskutieren Sie im cash-Forum mit.

Schwach präsentieren sich weiterhin ABB (-1,3 Prozent), die bereits am Vortag nach einer Zahlenenttäuschung 2,8 Prozent verloren hatten. Die Titel von Givaudan (-0,3 Prozent) geben ebenfalls nach und waren am Vortag nach Zahlen klar zurückgefallen.

Swiss Re legen 0,8 Prozent zu. Für Impulse sorgt hier eine positive Analystenstudie. Gemäss Händlern hat Morgan Stanley die Aktie auf "Overweight" hochgestuft.

Von Interesse ist zudem der heutige Börsengang von Landis+Gyr. Der Ausgabepreis beläuft sich auf 78 CHF und liegt damit in der oberen Hälfte der Angebotsspanne von 70 bis 82 CHF. Die Marktkapitalisierung würde damit rund 2,3 Mrd CHF betragen.

Am breiten Markt sind einige Unternehmen nach dem Zahlenausweis im Blick wie der Industriekonzern SFS (noch kein Kurs), der sich gegenüber dem Vorjahr gesteigert hat, die Markterwartungen bei den Ergebniszahlen aber dennoch verfehlte.

Die Medtechfirma Ypsomed (noch kein Kurs) meldete den Verlust des wichtigen Insulet-Geschäfts, da die Vertriebsvereinbarung mit dem Partner nicht verlängert wurde. Im Blick sind auch Forbo (-0,9 Prozent) nach einem Rücksteller über 85 Mio CHF wegen eines Kartellverfahrens in Frankreich.

GAM werden 0,7 Prozent höher taxiert. Hier wurde im Handel ebenfalls auf einen positiven Analystenkommentar verwiesen. Dieses Mal handle es sich um Mainfirst, wo die Aktie offenbar auf "Outperform" heraufgestuft wurde.

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08:40

Asiens Börsen haben sich zum Wochenschluss kaum vom Fleck bewegt. Im Fokus lag am Freitag der Devisenmarkt mit dem Euro. Grund waren Spekulationen auf ein baldiges Ende der Geldschwemme in der Euro-Zone. EZB-Präsident Mario Draghi hatte eine Überprüfung des umstrittenen Anleihekaufprogramms für Herbst in Aussicht gestellt. Die Gemeinschaftswährung kostete in Fernost 1,1648 Dollar und tendierte damit in etwa auf dem Niveau, auf das sie am Donnerstag geschnellt war.

Der Dollar wurde mit 111,75 Yen gehandelt. Der steigende Yen belastete die japanischen Börsen etwas. Exportwerte standen zum Teil auf den Verkaufszetteln der Anleger. So verbilligten sich etwa die Papiere von Toyota um 0,4 Prozent. Insgesamt sei aber nicht mit anhaltendem Druck auf die Kurse zu rechnen, sagten Analysten.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ging 0,2 Prozent niedriger bei 20.099 Punkten aus dem Handel. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans verlor 0,1 Prozent. Insgesamt stützten weltweites Wirtschaftswachstum und ordentliche Geschäftsprognosen von Unternehmen die Aktienmärkte, sagte Tatsushi Maeno, Marktstratege von Okasan Asset Management.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) notiert in der von Julius Bär berechneten Vorbörse unverändert bei 9028 Punkten. Bereits gestern bewegte sich der Leitindex kaum. Zum Wochenausklang dürften es Anleger ruhig angehen lassen. 

Im Fokus steht Swatch nach Halbjahreszahlen: Der Uhrenhersteller hat im ersten Halbjahr dank einer anziehenden Nachfrage nach edlen Zeitmessern und Schmuckstücken stieg der Umsatz in der Zeit von Januar bis Juni um 1,2 Prozent auf 3,759 Milliarden Franken. Der Gewinn kletterte auf 269 (Vorjahr: 251) Millionen Franken. Damit verfehlte Swatch jedoch die Erwartungen der Analysten. Die Aktie gibt vorbörslich 1,0 Prozent nach. Der Richemont-Titel verliert 0,7 Prozent.

Daneben notieren auch ABB im Minus (-0,4 Prozent). Bereits gestern gab der Titel nach Zahlen 2,8 Prozent nach. Stark zulegen können hingegen Swiss Re (+0,8 Prozent). Die restlichen Titel notieren praktisch unverändert.

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07:30

Die Ölpreise haben sich am Freitag wenig bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete zuletzt 49,27 US-Dollar. Das waren drei Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um zwei Cent auf 46,90 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von einem impulsarmen Handel. Im Verlauf der Woche hatte ein überraschend starker Rückgang der US-Ölreserven den Ölpreisen Auftrieb verliehen und der Brent-Preis war zeitweise über die Marke von 50 Dollar gestiegen.

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06:35

Ein steigender Yen hat die japanischen Börsen am Freitag etwas belastet. Exportwerte standen zum Teil auf den Verkaufszetteln der Anleger. So verbilligten sich etwa die Papiere von Toyota um 0,3 Prozent. Insgesamt sei aber nicht mit anhaltendem Druck auf die Kurse zu rechnen, sagten Analysten. Der Euro tendierte in etwa auf dem Niveau, auf das er am Donnerstag geschnellt war. Grund waren Spekulationen auf ein baldiges Ende der Geldschwemme in der Euro-Zone. EZB-Präsident Mario Draghi hatte eine Überprüfung des umstrittenen Anleihekaufprogramms für Herbst in Aussicht gestellt. Die Gemeinschaftswährung wurde in Fernost mit 1,1630 Dollar gehandelt.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte gegen Mittag (Ortszeit) 0,2 Prozent niedriger bei 20.098 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls 0,2 Prozent nach auf 1629 Punkte. Auch der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans verlor 0,2 Prozent.

Der Dollar wurde mit 111,94 Yen gehandelt. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,1063 und zum Dollar mit 0,9514. 

(cash/AWP/Reuters)