+++Börsen-Ticker+++ - Ausverkauf an den US-Börsen

Sorgen um die Weltkonjunktur haben die Wall Street am Mittwoch in die Tiefe gezogen. Die drei wichtigsten Indizes schlossen alle mehr als 3 Prozent im Minus.
10.10.2018 22:50
Die Wall Street steht am Mittwoch im Regen: Alle Indizes brechen massiv ein.
Die Wall Street steht am Mittwoch im Regen: Alle Indizes brechen massiv ein.
Bild: Bloomberg

22:50

Die Anleger reagierten auf Äusserungen des Internationalen Währungsfonds (IWF), der vor möglichen Finanzmarktturbulenzen gewarnt und seine Prognosen zum Wachstum der globalen Wirtschaft gesenkt hatte. "Was wir hier sehen, ist wie sich der Markt auf ein niedrigeres Wachstum einstellt", sagt die Investmentstrategin Mona Mahajan von Allianz Global Investors.

Der Dow-Jones-Index fällt um 3,2 Prozent auf 25'598 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gibt um 3,3 Prozent auf 2786 Stellen nach - der grösste Tagesrückgang seit Februar. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verliert 4,1 Prozent auf 7422 Zähler.

Zu den grössten Verlierern zählen die Papiere von Luxusgüterproduzenten und Technologie-Unternehmen. Tiffany etwa sacken mehr als 10 Prozent ab. Auslöser war eine Warnung der Louis-Vuitton-Mutter LVMH, wonach sich das Geschäft in China abschwächen könnte. Intel sinken 3,8 Prozent, Nvidia 7,5 Prozent. Zuvor hatte die Schweizer Technologiefirma VAT von einer gedämpften Nachfrage von Chip-Ausrüstern gesprochen.

Die Aktien von Sears stürzen um mehr als 16 Prozent in die Tiefe. Laut Insidern steht das kriselnde Unternehmen vor einem Insolvenzantrag.

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17:45

Die Schweizer Börse ist im Nachmittagshandel deutlich ins Minus gerutscht. Die Anleger sorgen sich zunehmend um die Entwicklung der Weltwirtschaft und der Zinsen. Der SMI schwächt sich bis Börsenschluss um 0,8 Prozent ab auf 8893 Zähler. Damit nimmt hat der Leitindex, der sich nach mehreren schwachen Vortagen am Vortag stabilisiert hatte, den Abwärtstrend wieder aufgenommen.

Die Marktteilnehmer befürchten, dass Wolken am derzeit noch ungetrübten Konjunkturhimmel aufziehen könnten, nachdem sich neben Prognose-Instituten zuletzt auch zyklische Firmen weniger optimistisch geäussert hatten. "Die Furcht, dass die goldenen Zeiten zu Ende gehen, nimmt zu", sagt ein Börsianer. Vor diesem Hintergrund bevorzugten die Anleger laut Händlern Aktien von als konjunkturresistent geltenden Firmen und kippten dagegen zyklische Werte aus den Depots.

Die als defensiv geltenden Pharmawerte Novartis und Roche legen 0,6 und 0,2 Prozent zu. Das dritte Schwergewicht Nestlé ist knapp gehalten. Besser als der Markt halten sich die Assekuranzwerte Swiss LifeZurich und HelvetiaSwisscom legen 1,3 Prozent zu. Der Telekomwert gilt wegen seines stabilen Geschäftsmodels und einer Dividendenrendite von mehr als 5 Prozent als attraktiver Obligationenersatz.

Die Sorgen um eine Abschwächung der Nachfrage aus China und eine negative Branchenstudie setzen dagegen Luxusgüterwerte unter Druck. Morgan Stanley hat den Sektor auf "Underweight" gesenkt und zieht Substanzwerte Wachstumstiteln vor. Europaweit sacken die Luxusgütertitel ab. Richemont und Swatch büssen 4,0 und 5,4 Prozent ein.

Am breiten Markt stürzen die Aktien von Bossard um 13,2 Prozent ab. Die Schraubenhandelsfirma hat die Umsatzprognose für 2018 auf 865 von bisher 880 Millionen Franken gesenkt. Die Aktien von VAT sacken 10,3 Prozent ab. Der Hersteller von Vakuumventilen will Kurzarbeit einführen, nachdem sich einige Absatzmärkte, vor allem bei Produktionsanlagen für die Halbleiterindustrie, abgeschwächt haben.

Dagegen treiben Übernahmespekulationen die Aktien von GAM um fast 13 Prozent nach oben. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Mittwoch.)

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15:50

Auch an der Wall Street fassen die Anleger angesichts einer Warnung des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor möglichen Finanzmarktturbulenzen Aktien nur mit spitzen Fingern an. Der Dow Jones fällt im frühen Handel um 0,3 Prozent auf 26'349 Zähler. Der S&P 500 und der Nasdaq-Composite geben je etwa ein halbes Prozent nach. Neben den Handelsstreitigkeiten der USA mit vielen ihrer grössten Handelspartner sieht der IWF die Zinsentwicklung kritisch.

Seit Beginn der US-Zinserhöhungen sind die Renditen der US-Staatsanleihen auf dem Vormarsch. Am Mittwoch kletterte die Verzinsung der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen auf 3,241 von 3,229 Prozent. Zuvor waren die US-Produzentenpreise für September veröffentlicht worden, die wie erwartet ausfielen. Nach Einschätzung von Helaba-Analyst Ralf Umlauf bleibt der Preisdruck in den USA aber erhöht. "Insgesamt stehen die Zahlen fortgesetzten graduellen Zinserhöhungen der US-Notenbank nicht im Weg", sagt Umlauf. Mit Spannung warteten die Anleger nun auf die Konsumentenpreise, die am Donnerstag veröffentlicht werden.

Rund ein Drittel ihres Werts verlieren die Aktien der Kaufhauskette Sears. Das "Wall Street Journal" berichtete, die angeschlagene Traditionsfirma bereite einen Insolvenzantrag vor. Dafür habe man auswärtige Experten angeheuert. Sears äusserte sich nicht zu dem Bericht.

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12:05

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Mittwochmittag um die Vortageswerte. Steigende US-Zinsen, der Blick auf die Verschuldung Italiens und die Unsicherheit darüber, welchen Einfluss die Handelsstreitigkeiten auf die Konjunktur haben werden, sorge bei den Investoren für Zurückhaltung, so die Einschätzung.  Der SMI weist am Mittag ein kleines Plus von 0,1 Prozent auf 8973 Punkte auf. Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 0,3 Prozent auf 1435 Zähler und der breite SPI 0,1 Prozent auf 10'580 Punkte.

Mit Abstand grösste Verlierer unter den Bluechips sind AMS mit -5,6 Prozent. Händler verweisen auf die derzeit schwierige Lage im Halbleitermarkt im Allgemeinen und bei AMS auf den Marktstart der neuen Generation des iPhone im Besonderen. Angesichts der hohen Preise sei eine Prognose zu den erwarteten Stückzahlen kaum zu treffen. AMS gilt als Apple-Zulieferer, bestätigt dies jedoch nicht offiziell.

Swatch und Richemont (je -3,1%) werden durch eine Studie zum Luxussegment von Morgan Stanley belastet. Der Sektor insgesamt wird unter Verweis auf die nachgebende Stimmung der wichtigen chinesischen Konsumenten auf "Underweight" von "Neutral" herabgestuft. 

Die Schwergewichte Novartis (+0,8%), Nestlé und Roche (je +0,5%) stützen den Gesamtmarkt. 

Am breiten Markt verlieren VAT mit -9,7 Prozent deutlich. Der Vakuumventilhersteller führt aufgrund der schwachen Nachfragesituation aus der Halbleiterindustrie für 400 Mitarbeiter am Standort Haag Kurzarbeit ein. Bossard brechen nach Umsatzzahlen und der Senkung der Umsatzprognose gar um 10,6 Prozent ein. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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11:05

Die Schweizer Börse gibt am Mittwochmorgen leicht nach. Konjunktur- und Zinssorgen zügeln laut Händlern den Risikoappetit der Anleger. Der SMI sinkt um 0,1 Prozent auf 8954 Punkte. Am Vortag hatte sich der Leitindex nach mehreren schwachen Vortagen stabilisiert und unverändert geschlossen.

Die Marktteilnehmer befürchten, dass Wolken am derzeit noch ungetrübten Konjunkturhimmel aufziehen könnten. Unter anderem hat der IWF seine Wachstumsprognose für die globale Wirtschaft gesenkt. Zudem hatten sich zyklische Unternehmungen weniger optimistisch geäussert.

Die Sorgen um eine Abschwächung der Nachfrage aus China und eine negative Branchenstudie setzten den Luxusgütersektor unter Druck. Morgan Stanley hat den Sektor auf "Underweight" gesenkt und bevorzugt nun Substanzwerte gegenüber Wachstumstiteln. Europaweit sacken die Luxusgütertitel ab. Die Anteile von Richemont und Swatch führen mit Einbussen von 2,6 und 3,0 Prozent die Verlierer bei den Bluechips an.

Konjunktursorgen belasten auch andere zyklische Titel: Die Aktien des Bauchemieherstellers Sika fallen um 2,0 Prozent, die des Elektrotechnikkonzerns ABB um 1,8 Prozent und die der Sanitärfirma Geberit um 0,9 Prozent.

Festere Kurse verbuchen dagegen Finanzwerte wie Swiss Life, Zurich, Credit Suisse und UBS mit einem Plus von rund einem halben Prozent. Die Schwergewichte Nestlé und Novartis gewinnen ebenfalls ein halbes Prozent. Roche dagegen schwächen sich leicht ab.

Am breiten Markt stürzten die Aktien von Bossard um 9,8 Prozent ab. Die Schraubenhandelsfirma hat den Umsatz im dritten Quartal zwar um 9,3 Prozent auf 212,7 Millionen Franken gesteigert und erwartet auch im vierten Quartal einen Umsatz auf hohem Niveau. Im vierten Quartal dürfte die Wachstumsrate aber etwas tiefer ausfallen als im bisherigen Jahresverlauf.

Die Aktien von VAT sacken 10,2 Prozent ein. Der Hersteller von Vakuumventilen wird für rund 400 Produktionsmitarbeiter Kurzarbeit einführen, nachdem sich einige Absatzmärkte, vor allem bei Produktionsanlagen für die Halbleiterindustrie, abgeschwächt haben.

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10:25

Nach einer Prognosesenkung trennen sich die Anleger von den Aktien von Bossard. Der Titel der Schraubenhandelsfirma büsst in einem leicht nachgebenden Markt um 12,5 Prozent auf 159,10 Franken ein und notierte damit so tief wie seit Januar 2017 nicht mehr.

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09:10

Der Swiss Market Index gibt 0,2 Prozent auf 8949 Punkte nach.  Am Vortag war der Abwärtstrend der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt worden. Steigende US-Zinsen, der Streit um die Verschuldung Italiens und die Unsicherheit darüber, welchen Einfluss die Handelsstreitigkeiten der USA mit China, Europa und anderen Ländern auf die Konjunktur haben werden, sorgen bei den Investoren für Zurückhaltung. Die tiefere Wachstumsprognose des IWF sorgte am Vortag für einen Dämpfer. Die weltweit rekordhohe Verschuldung, nicht nur von Staaten, sondern auch von Unternehmen und Privatleuten, ruft zudem die Warner vor einer neuen Finanzkrise auf den Plan.

Die grössten Abgaben zeigen dabei die Uhrenhersteller Richemont (-1,4 Prozent) und Swatch (-1,2 Prozent). Ausreisser nach oben sind Novartis und Swiss Life (je +0,4 Prozent). Auch die Titel von Zurich und Adecco (je +0,2 Prozent können zulegen).

Bei Clariant (-0,4 Prozent) wird Hans Bohnen als Nachfolge für Britta Fuenfstueck in die Geschäftsleitung berufen.

Am breiten Markt verlieren VAT mit minus 8,7 Prozent deutlich. Der Vakuumventilhersteller hat aufgrund der Nachfragesituation aus der Halbleiterindustrie für 400 Mitarbeiter Kurzarbeit eingeführt.

Landis+Gyr (noch kein Kurs) wurde von der UBS auf "Neutral" von "Buy" herabgestuft und das Kursziel auf 59 von 84 Franken reduziert. Das Unternehmen habe beispielsweise nicht das erwartete Umsatzwachstum geliefert und auch die Kehrtwende in den Regionen EMEA und APAC sei ausgeblieben, schreibt der Analyst.

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08:50

Nach den jüngsten Kursverlusten wagen sich einige Anleger vorsichtig in die asiatischen Aktienmärkte zurück. Der japanische Nikkei-Index schloss am Mittwoch 0,2 Prozent höher bei 23.517.79 Punkten und die Börse Shanghai hielt sich mit 2722 Zählern ebenfalls knapp im Plus.

Spekulationen auf aggressivere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed dämpften allerdings die Kauflaune der Anleger, sagten Börsianer. Hinzu komme die Verunsicherung wegen des anhaltenden Handelsstreits zwischen den USA und China.

In Tokio brachen die Titel von Softbank gegen den Trend um fünf Prozent ein und standen vor dem grössten Tagesverlust seit zwei Jahren. Der Technologieinvestor und Telekomkonzern will einem Insider zufolge seinen Anteil am Büroflächen-Vermieter WeWork aufstocken. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" solle das Investment ein Volumen von 15 bis 20 Milliarden Dollar haben. 

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08:07

Der Swiss Market Index (SMI) gibt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse 0,2 Prozent nach. Gestern schloss der Leitindex praktisch unverändert auf 8964 Zählern. Hauptgesprächsstoff auf dem Börsenparkett sind weiterhin Spekulationen über raschere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed, der Zollstreit zwischen den USA und China sowie das Tauziehen um den italienischen Haushalt für 2019. Auch die Brexit-Verhandlungen könnten erneut in den Vordergrund rücken. Medienberichten zufolge nähern sich die EU und Grossbritannien bei den Gesprächen über die künftigen Beziehungen einander an. Wichtige Konjunkturdaten stehen dagegen nicht auf dem Terminplan.

Aus dem SMI sind vorbörslich nur die beiden Uhrenhersteller Richemont und Swatch (je plus 0,3 Prozent) positiv. Die restlichen Werte geben in der Spanne von minus 0,1 bis minus 0,3 Prozent nach.

Mehr Bewegung zeichnet sich im Mid-Caps-Bereich ab: VAT kündigt in der Produktionsstätte in Haag Kurzarbeit an, die Aktie notiert 4,5 Prozent im Minus. Ebenfalls auffällig die Abschläge von 1,2 Prozent bei Landis+Gyr. Die UBS stuft die Aktie auf "Neutral" herunter.

07:45

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch leicht gestiegen. Am Morgen wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,1514 Dollar knapp über der Marke von 1,15 Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend.

Auch zum Franken notiert die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,1411 Franken etwas fester, nachdem der Kurs am Vorabend noch unter 1,14 Franken lag. Der Dollar schwächte sich zum Franken leicht ab und ging auf 0,9910 Franken zurück, nach 0,9918 am Dienstagabend.

Kursentwicklung Euro-Franken seit gestern Mittag. Quelle: cash.ch

Nachdem der Euro am Dienstag bei 1,1432 Dollar den tiefsten Stand seit August erreicht hatte, setzte eine deutliche Erholung ein, die bis zum Morgen anhielt. Ein Grund für die Kursgewinne ist eine Entspannung der Lage am italienischen Anleihemarkt. Hier hatte es am Dienstag einen Rückgang der Risikoaufschläge gegeben, nachdem sie in den Tagen zuvor wegen der Querelen um den geplanten Staatshaushalt massiv gestiegen waren.

Ausserdem sprachen Marktbeobachter von einer breitangelegten Dollar-Schwäche, die dem Euro im Gegenzug über Nacht etwas Auftrieb verliehen habe. Hier spielt die Entwicklung am Markt für amerikanische Staatsanleihen eine Rolle. Zuletzt waren die zuletzt deutlich gestiegenen Renditen für US-Papiere etwas gefallen, was die amerikanische Währung zur Wochenmitte etwas unter Druck setzte.

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06:35

Der Internationale Währungsfonds schraubte seine Prognose für die Weltkonjunktur herunter, vor allem wegen der Handelskonflikte zwischen den USA und China. "Angesichts der Unsicherheit, die an den Finanzmärkten weltweit zu spüren ist, halten sich viele Investoren zurück, bis sie mehr Klarheit zur weiteren Entwicklung der US-Staatsanleihen und der chinesischen Märkte erhalten", sagte Yasuo Sakuma, Chefinvestor bei Libra Investments.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte am späten Nachmittag praktisch unverändert bei 23.471 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans verlor 0,36 Prozent.

Der Dollar gab angesichts zuletzt geringerer Bondrenditen nach. Ein Dollar kostete 113,01 Yen. Der Euro legte leicht zu auf 1,1507 Dollar. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9905 Franken je Dollar und 1,1400 Franken je Euro gehandelt.

(Reuters/AWP/cash)