+++Börsen-Ticker+++ - Ausverkauf der Tech-Aktien an der Wall Street

Investoren an der Wall Street haben sich am Freitag auf breiter Front von Technologieaktien getrennt.
09.06.2017 22:45
Kamen am Freitag an der Wall Street unter die Räder: Apple-Aktien.
Kamen am Freitag an der Wall Street unter die Räder: Apple-Aktien.
Bild: Bloomberg

22:45

Der Ausverkauf bremste auch den Dow Jones und den S&P 500 aus, die zwischenzeitlich auf Rekordstände gestiegen waren. Händler begründeten die Entwicklung mit Gewinnmitnahmen. Die Aktien der Branche hätten schon sehr lange Aufwind gehabt, sagte der Marktexperte John Praveen vom Finanzkonzern Prudential.

Weitgehend unbeeindruckt zeigte sich die Wall Street von der Wahl in Grossbritannien. Die Konservativen verloren zwar ihre Mehrheit im Londoner Parlament. Allerdings kündigte Premierministerin Theresa May an, mit Hilfe der nordirischen Regionalpartei DUP an der Macht bleiben zu wollen. Der Chef des New Yorker Vermögensverwalters Ladenberg Thalmann, Phil Blancato, sagte, die Konservativen verlören in den Brexit-Gesprächen nicht gänzlich die Kontrolle. Die Verhandlungen über den Austritt aus der EU könnten noch immer geordnet vonstattengehen.

Der Dow Jones ging mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 21’271 Punkte aus dem Handel, während der breiter aufgestellte S&P 500 leicht auf 2431 Stellen nachgab. Der Nasdaq-Index fiel dagegen um 1,8 Prozent auf 6207 Zähler. Auf Wochensicht legte der Dow 0,3 Prozent zu, während S&P und Nasdaq um 0,3 beziehungsweise 1,6 Prozent nachgaben.

Die Apple-Aktie fiel um fast 4 Prozent. Hintergrund war ein Bericht, wonach der kalifornische Konzern mit seinem neuen iPhone im Vergleich zu Rivalen technisch ins Hintertreffen geraten könnte.

Auch andere Silicon-Valley-Werte waren von dem Ausverkauf betroffen. So fielen die Papiere von Facebook und der Google-Mutter Alphabet um mehr als 3 Prozent.

Für die Kaufhauskette Nordstrom ging es dagegen um 5,7 Prozent nach oben. Hintergrund ist ein Reuters-Bericht, wonach Mitglieder der Gründerfamilie mit Investoren verhandeln, um das Unternehmen von der Börse zu nehmen.

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17:40

Die Schweizer Börse beendet eine schwache Woche mit einer freundlichen Note. Die Wahlschlappe von Theresa May bei den Unterhauswahlen in Grossbritannien weckte bei den Anlegern die Hoffnung auf einen sanften Brexit. "Der harte Brexit wurde gestern abgewählt. Damit ist eine Einigung mit der EU auf längere Sicht wahrscheinlicher geworden", sagt Jörg Krämer von der Commerzbank. Der SMI steigt am Freitag um 0,4 Prozent auf 8846 Zähler. Im Wochenabstand steht allerdings ein Minus von 2,2 Prozent zu Buche - die schwächste Woche des Leitindex seit November.

Den Kursanstieg erklären Händler vor allem mit einer technischen Erholung. Viele Anleger hätten aus Angst vor einer negativen Marktreaktion im Vorfeld der Wahlen ihre Gewinne eingestrichen und Aktien verkauft. "Und diese kaufen sie nun wieder zurück", sagt ein Händler.

Bei den Standardwerten liegen lediglich die Aktien Adecco und Swisscom leicht im Minus. Gefragt waren Aktien zyklischer Firmen wie des Zementkonzerns Lafarge-Holcim, des Pharmazulieferers Lonza, des Uhrenherstellers Swatch, des Prüfkonzerns SGS und der Bauchemiefirma Sika mit Kurszuwächsen von rund 1 Prozent und mehr.

Auch Bankaktien waren gefragt. Die Anteile der UBS steigen um 1,0 Prozent und die der Credit Suisse um 1,7 Prozent. Die Credit Suisse will einem Insider zufolge in London bis Ende des kommenden Jahres weitere 1500 Stellen abbauen. 

Die Nestlé-Aktie, wo die Anleger nach dem Anstieg auf ein Rekordhoch zuletzt ihre Gewinne realisiert hatten, ist gehalten. Die ebenfalls schwergewichtigen Pharmawerte Novartis und Roche ziehen 0,4 und 0,1 Prozent an. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Freitag.)

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15:40

Die US-Börsen sind am Freitag mit leichten Kursgewinnen in den Handel gestartet. Marktteilnehmer sagten, die Wahlschlappe der britischen Premierministerin Theresa May spiele nur eine untergeordnete Rolle. Investoren achteten stärker darauf, was US-Präsident Donald Trump an Gesetzen umsetzen könne, vor allem bei der geplanten Steuerreform, erläuterte Steve Blitz, Chefökonom beim Analysehaus TS Lombard in New York.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete 0,2 Prozent im Plus bei 21'224 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,2 Prozent auf 2438 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann auch 0,2 Prozent auf 6332 Stellen und markierte zeitweise ein Rekordhoch.

Bei den Einzelwerten standen unter anderem Betreiber von Rechenzentren im Fokus. Die Aktien von DuPont Fabros Technology zogen im Zuge eines 7,6 Milliarden Dollar schweren Übernahmeangebotes von Digital Realty Trust um mehr als 13 Prozent an.

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12:50

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich nach den Abgaben der letzten drei Tage am Freitagmittag stabilisiert. Der Leitindex SMI hat nach einem klar positiven Start jedoch etwas an Flughöhe eingebüsst. Der unsichere Wahlausgang in Grossbritannien mit einem "Hung Parlament" hat nicht für grosse Turbulenzen gesorgt. Obwohl die Konservativen ihre Mehrheit im Unterhaus verloren haben, will Premierministerin Theresa May offenbar weitermachen. May habe ihre Wette auf eine Stärkung ihre Positionen durch die vorgezogenen Wahlen klar verloren, lauten die Kommentare zum Ausgang des Urnengangs. Ob damit die Chancen auf eine Brexit-Einigung steigen oder ein chaotischer Austritt ohne eine klare Regelung droht, wird auf Analystenseite heiss diskutiert.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,2% höher bei 8830 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,4% auf 1400 und der breite SPI um 0,2% auf 10'076 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Plus, 5 im Minus und 2 (Bâloise, Roche) unverändert.

Klar stärkster Bluechip sind aktuell Clariant (+2,5%). Baader Helvea hat in einer Chemie-Branchenstudie das "Buy"-Rating bestätigt. Für Sika (+1,0% auf 6335 Franken) wurde in der gleichen Studie das Kursziel auf 6325 Franken angehoben, bei bestätigter "Hold"-Bewertung.

Klar nach obenaus schwingen auch die Aktien von Kühne+Nagel (+2,1% auf 159,90 Franken), die ein neues Allzeithoch erreichten. Kepler Cheuvreux hat die Aktien des Logistikers in einer positiven Branchenstudie auf "Buy" und das Kursziel auf 176 von 148 Franken angehoben. Branchennachbar Panalpina (+1,8%) wird in der Studie mit "Buy" bestätigt, die Titel werden allerdings auf die europäische Mid-Cap-Auswahlliste der Bank genommen. Um mehr als ein Prozent können auch Givaudan (+1,3%), SGS (+1,2%) und Lafarge-Holcim (+1,1%) zulegen.

Deutlich auseinander liegen die Bankaktien von CS (+0,6%) und UBS (+0,1%). Laut Medienberichten plant die CS in London den Abbau von 1500 Stellen, was sich aber im Rahmen der kommunizierten Stellenstreichungen bewegt.

Vifor (-1,2%) hat in Japan über das Joint Venture mit Fresenius die Rechte zur Entwicklung und Vermarktung des noch in der Entwicklung befindlichen Avacopan an Kissei abgegeben, was sich aber nicht positiv auf den Kurs auswirkt. Leichte Abgaben bei den Top-Werten zeigen auch Lindt&Sprüngli, Julius Bär (je -0,1%) und Swiss Re (-0,2%). (lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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10:30

Die Schweizer Börse fällt am Freitagmorgen nach einem kleinen Startfeuerwerk beinahe wieder auf Vortagesniveau zurück. Händler zeigten sich aber erleichtert, dass nun mit den britischen Parlamentswahlen ein Unsicherheitsfaktor mehr ausgeräumt sei. Premierministerin Theresa May habe zwar die absolute Mehrheit verloren, aber der Einfluss politischer Ereignisse auf die Märkte halte in der Regel nicht längere Zeit an.

Der SMI notiert mit 8827 Zählern um 0,2 Prozent höher. Am Donnerstag war der Leitindex um 0,7 Prozent gefallen.

Die Anleger hofften nun darauf, dass der Brexit nicht so hart ausfällt wie befürchtet - wenn er nicht überhaupt gestoppt werden sollte. "Der harte Brexit wurde gestern abgewählt. Damit ist eine Einigung mit der EU auf längere Sicht wahrscheinlicher geworden", sagt Jörg Krämer von der Commerzbank.

Die gedämpfte Antwort der Finanzmärkte widerspiegele ein Déjà-vu. "Immerhin mussten die Märkte in den vergangenen zwölf Monaten auch die Schocks des EU-Referendums und die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA verdauen", sagt Lucy O’Carroll von Aberdeen Asset Management.

Bis auf die Finanzwerte Julius Bär, Swiss Re und UBS sowie der Pharmatitel Novartis legen die Bluechips zu. Die Aktien von Nestlé, die nach einem steilen Anstieg auf ein Rekordhoch am Vortag einen Teil der Gewinne wieder abgegeben hatten, erholen sich um 0,3 Prozent.

Die Anteile der Credit Suisse gewinnen 0,8 Prozent. Die Grossbank will einem Insider zufolge bis Ende des kommenden Jahres weitere 1500 Stellen in London abbauen. Damit würde die zweitgrösste Schweizer Bank an dem Standort noch rund 5000 Personen beschäftigen.

Aktien zyklischer Firmen wie Adecco, ABB, Lafarge-Holcim und SGS legen um ein halbes Prozent zu. Clariant stechen mit einem Plus von 2,1 Prozent hervor.

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09:15

Der Swiss Market Index (SMI) legt 0,6 Prozent auf 8866 Punkte zu. Gestern fiel der Leitindex um 0,7 Prozent auf 8812 Punkte und wies den tiefsten Stand seit Ende April auf. 

Die britische Premierministerin Theresa May hat mit den vorgezogenen Wahlen ein Eigentor geschossen und ihre Ziele deutlich verfehlt. Die Konservativen sind zwar stärkste Partei, haben aber die absolute Mehrheit verfehlt. Nun wird über den Rücktritt von May spekuliert. Sollte sie an ihrem Posten festhalten, wäre ihr Mandat für die Brexit-Verhandlungen stark geschwächt, heisst es. Ein "weicher" oder "chaotischer" Brexit ohne eine Einigung mit der EU werde damit wahrscheinlicher, heisst es von Analystenseite.

Von Unternehmensseite sind kursbewegende News dünn gesät. Die schwergewichtigen Nestlé, die am Vortag mit einem Einbruch um 2 Prozent noch für einen Grossteil der Abgaben beim SMI verantwortlich waren, legen 0,9 Prozent zu. 

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Novartis (+0,5 Prozent) tendieren ebenfalls fester. Der Pharmakonzern hat am Vorabend positive Studienresultate zum Migräne-Produktkandidaten AMG 334 publiziert. Der Wirkstoff habe in einem klinischen Test Sicherheit und Effizienz gezeigt, hiess es. Mit Roche GS (+0,4 Prozent) zeigt sich der dritte grosse SMI-Titel ebenfalls positiv.

Deutlich zulegen kann die CS (+1,3 Prozent). Laut Medienberichten plant die CS in London den Abbau von 1'500 Stellen, was sich im Rahmen der kommunizierten Stellenstreichungen bewegt.

Fitch hat für den Reisedetailhändler Dufry (+0,4 Prozent) den Kreditratings-Ausblick auf 'stabil' von 'negativ' angehoben, die Einstufung lautet weiter BB-. Die erfolgreiche Integration wichtiger und transformativer Akquisitionen wird positiv gewertet und es wird mit einem nachhaltig verbesserten Cashflow und Margen gerechnet.

Für die Aktien des Schliess- und Sicherheitstechnikkonzerns Dormakaba (+0,1%,) hat die UBS das Kursziel auf um 45 CHF 865 CHF angehoben. Die zuständige Analystin sieht die Marktposition durch die getätigten Akquisitionen gestärkt. Angesichts der anspruchsvollen Bewertung bleibe das Rating aber auf 'Neutral'.

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08:10

Der Swiss Market Index legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,1 Prozent zu. Fast sämtliche Titel zeigen sich unverändert bis leicht positiv. Mit Ausnahme von Swatch: Der Titel gibt 0,5 Prozent nach.

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Damit zeigt sich die Schweizer Börse von den Wahlen in Grossbritannien unbeeindruckt. Grossbritannien droht ein politisches Patt, was die in wenigen Tagen beginnenden Verhandlungen über einen Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union (EU) verzögern und erschweren könnte. Auch Mays politische Zukunft steht in Frage. "Theresa Mays Plan ist nicht aufgegangen: Bei hoher Beteiligung versagten ihr die britischen Wähler eine stärkere Rückendeckung für ihren harten Brexit-Kurs", sagte der Chef-Analgestratege der Deutschen Bank, Ulrich Stephan.

08:05

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Für den Aktienmarkt in London sagten Börsianer Verluste von einem Prozent zu Handelsbeginn voraus. Das britische Pfund Sterling rutschte um zwei Prozent auf 1,2702 Dollar ab. Das war der tiefste Stand seit dem 18. April, als May zu den Neuwahlen aufgerufen hat.

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07:25

Die Ölpreise haben sich am Freitag wenig bewegt. Nach starken Verlusten im Verlauf der Woche sprachen Marktbeobachter von einem vergleichsweise impulsarmen Handel kurz vor dem Wochenende. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stand am Morgen unverändert bei 47,86 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel zum Vortag um einen Cent auf 45,63 Dollar.

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06:32

Der Tokioter Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte lag im Vormittagshandel 0,2 Prozent im Plus bei 19.948 Punkten. Der breiter gefasste Topix gab 0,2 Prozent auf 1587 Zähler nach. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans tendierte 0,05 Prozent höher bei 505,97 Stellen.

Das Pfund notierte Freitagmorgen gegen 03.00 Uhr MESZ zum Greenback mit 1,2741 Dollar und damit 1,6 Prozent tiefer. Zum Euro verlor die britische Währung 1,4 Prozent auf 87,59 Pence pro Euro. Der Gemeinschaftswährung verlor zum Dollar 0,25 Prozent auf 1,1182 Dollar. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,0843 und zum Dollar mit 0,9696. 

(cash/AWP/Reuters)