+++Börsen-Ticker+++ - Bankenbilanzen schlagen US-Anlegern auf den Magen

An der Wall Street hat Ernüchterung über die jüngsten Bankbilanzen die Euphorie der vergangenen Woche abgelöst.
15.04.2019 22:45
An der Wall Street kehrt nach den jüngsten Bankenbilanzen Ernüchterung ein.
An der Wall Street kehrt nach den jüngsten Bankenbilanzen Ernüchterung ein.
Bild: Bloomberg

22:45

Nachdem am Freitag J.P. Morgan noch mit einem Rekordgewinn für Begeisterung gesorgt hatte, zeigten sich die Anleger am Montag vor allem vom Gewinneinbruch bei Goldman Sachs enttäuscht. Die negative Stimmung schlug auch auf andere Finanztitel durch.

Unterdessen bekam der Flugzeugbauer Boeing mit einem Abschlag von 1,1 Prozent indirekt die Probleme rund um die 737 MAX zu spüren: Der Marken-Spezialist Brand Finance schätzt, dass die Negativschlagzeilen zum Flugverbot der Maschinen den Wert der Marke Boeing um zwölf Milliarden Dollar schmälern werden. Vergangenes Jahr hatte Brand Finance die Boeing-Marke noch auf 32 Milliarden Dollar taxiert.

Alle drei grossen Indizes büssen 0,1 Prozent ein. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte steht damit zum Schluss bei 26'384 Punkten, der breiter gefasste S&P 500 bei 2905 und der Index der Technologiebörse Nasdaq bei 7976 Zählern.

Goldman-Papiere geben 3,8 Prozent nach. Der Gewinn der Bank war wegen der Schwäche im Handel mit Anleihen und Aktien um fast ein Fünftel eingebrochen, die Einnahmen schrumpften. Am Freitag hatte J.P. Morgan überraschend starke Zahlen vorgelegt. Doch am Montag ging es auch für die Aktien dieses Branchenriesen abwärts - und zwar 1,1 Prozent. Bank of America büsst am Tag vor der eigenen Bilanzvorlage 1,1 Prozent ein.

Die Anteilsscheine des Musikstreamingdienstes Spotify fielen nach einem Bericht über ein Amazon-Musikangebot um 4,4 Prozent.

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17:35

Die Schweizer Börse hat am Montag keine grossen Sprünge gemacht. Zu Beginn der Karwoche legt der Leitindex SMI 0,3 Prozent zu auf 9514 Zähler. Neue Nachrichten zum Dauerbrenner Brexit, der die Börsen in den vergangenen Tagen in Atem gehalten hatte, gab es nicht. Gefragt waren vor allem Finanzwerte sowie einige zyklische Aktien.

Die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse legen nach den Quartalszahlen weiterer US-Banken 0,5 und 1,1 Prozent zu. Die Schweizer Institute veröffentlichen ihre Quartalsbilanzen nach Ostern.

Grösster Gewinner sind die Titel des SMI-Neulings Alcon mit einem Plus von 2,0 Prozent. Die Aktien des Schwergewichts Nestlé stehen 1,2 Prozent im Minus. Die Titel wurden allerdings mit einem Dividenden-Abschlag gehandelt.

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15:55

Die US-Börsen zeigen sich zur Eröffnung unbeeindruckt von den Bilanzen der grossen US-Banken. "Die Leute suchen nach einer Richtung", sagt Scott Brown, Chefökonom bei der Investmentbank Raymond James. Sie erhofften sich aus den Firmenergebnissen Anzeichen dafür, wie sich die Wirtschaft insgesamt entwickelt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnet unverändert bei 26’365 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 liegt ebenfalls auf dem Niveau vom Freitag bei 2908 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legt leicht zu auf 7989 Punkte.

Mit Goldman Sachs und der Citigroup öffneten zwei weitere Institute ihre Bücher. Die Goldman-Papiere geben 1,2 Prozent nach. Der Gewinn brach wegen der Schwäche im Handel mit Anleihen und Aktien um fast ein Fünftel ein, die Einnahmen schrumpften. Die Citi-Titel notieren leicht im Minus. Das Geldhaus hatte dank Einsparungen und niedrigerer Steuern seinen Gewinn gesteigert.

Die Aktien des Musikstreamingdienstes Spotify fallen nach einem Bericht über ein Amazon-Musikangebot um 2,9 Prozent.

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt hat die neue Woche freundlich eröffnet und die Anfangsgewinne im Verlauf der Sitzung noch etwas ausgebaut. Entsprechend notieren die meisten Indizes zur Berichtszeit solide im Plus - allerdings wird der SMI als wichtigster hiesiger Index vom Dividendenabgang bei Nestlé stark gebremst. Händler führen die grundsätzlich freundliche Stimmung am Markt vor allem auf positive Impulse aus den USA (gute Zahlen im Bankensektor) und Asien (gute China-Daten) zurück.

Der SMI gewinnt um 11 Uhr 0,2 Prozent auf 9500 Punkte, während der nicht dividendenkorrigierte SMIC rund 0,6 Prozent zulegt. Der breite SPI legt derweil um 0,6 Prozent auf 11'412 Punkte zu. Und der 30 Aktien umfassende SLI avanciert um 0,5 Prozent auf 1483 Punkte.

Bei den grössten Gewinnern unter den Bluechips sind die beiden Grossbankenwerte CS (+2,4%) und UBS (+1,0%) zu finden. Auch die Titel der Privatbanken-Gruppe Julius Bär (+1,4%) gehören zu den grössten Gewinnern.

Grösster Verlierer bei den Bluechips sind Vifor (-2,0%). Credit Suisse hat hier das Kursziel etwas gesenkt, bleibt damit aber klar über dem aktuellen Kurs und auch die Einstufung lautet weiterhin "Outperform".

Nestlé (-1,7%) stehen zwar klar im Minus, allerdings ist der Rückgang in Franken (1,61) deutlich geringer als die heute ausbezahlte Dividende (2,45).

Im breiten Markt stehen u.a. die Aktien von Hochdorf (+6,6% bzw. +8,20 Franken) im Fokus. Die Aktionäre des Innerschweizer Milchverarbeiters haben am Freitagabend den Verwaltungsratspräsidenten abgewählt. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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11:10

Der Euro steigt am Montagmorgen bei ruhigem Handel zum Dollar wie auch zum Schweizer Franken. Die europäische Gemeinschaftswährung kostet am Vormittag 1,1317 Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Auch gegenüber dem Franken steigt der Euro im Vergleich zum Morgen und notiert auf 1,1343. Der Dollar notiert zum Franken auf 1,0023 und damit wenig verändert.

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09:30

Zur Abwechslung eine Meldung aus Deutschland: Das Börsendebüt der afrikanischen Online-Plattform Jumia hat den Aktien von Rocket Internet am Montag Rückenwind gegeben. Die Titel des Startup-Investors kletterten um 4,5 Prozent auf 23,20 Euro und waren einer der gefragtesten Werte im Nebenwerteindex MDax. Jumia-Titel hatten am Freitag ihren ersten Handelstag an der Wall Street und schlossen 75 Prozent höher als ihr Ausgabepreis von 14,50 Dollar. Die Rocket-Beteiligung schreibt zwar noch rote Zahlen, steigerte den Umsatz 2018 allerdings deutlich. Das Unternehmen setzt grosse Hoffnungen auf einen Online-Boom in Afrika.

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09:10

Der SMI startet mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 9467 Punkten. Klar Gewinner bei den SMI-Werten sind Swatch (+1,6 Prozent) und Credit Suisse (+1,3 Prozent). Der Technologiekonzern ABB (+0,5 Prozent) hat einen neuen grossen Aktionär. Auch zyklische Werte wie Adecco (+0,8 Prozent) und LafargeHolcim (+0,6 Prozent) starten überdurchschnittlich. Positive Impulse kommen laut Händlern sowohl von den US-Börsen wie auch aus Asien. In New York hätten am Freitag gute Zahlen aus dem Bankensektor die Kurse gestützt, hiess es. Dies sowie positive Konjunktursignale aus China stimmten die Anleger nun zuversichtlich für den Wochenbeginn auch in Europa.

Im breiten Markt stehen die Aktien von Hochdorf (+4,3 Prozent) im Fokus. Die Aktionäre des Innerschweizer Milchverarbeiters haben am Freitagabend den Verwaltungsratspräsidenten abgewählt und die beantragte Dividendenauszahlung von 4 Franken pro Aktie abgelehnt.

Quartals- oder Jahreszahlen haben derweil Conzzeta (+0,1 Prozent), Burkhalter (+0,3 Prozent) oder Kuros (-0,4 Prozent) veröffentlicht. Zudem haben der Versicherer Bâloise (+0,4%) und der IT-Grosshändler Also (+1,3 Prozent) Zukäufe im Ausland getätigt.

Ex-Dividende gehandelt werden am (heutigen) Montag ausser Nestlé noch Emmi (9,00 Fr.), Kardex (4,00 Fr.), Orior (2,24 Fr.) und SFPI (3,60 Fr.). In dieser verkürzten Woche vor Ostern werden aus den USA, aber auch aus der Schweiz weitere Quartalszahlen grosser Konzerne erwartet. Am Berichtstag etwa werden mit Goldman Sachs und der Citigroup weitere US-Grossbanken Zahlen vermelden. Am Mittwoch und Donnerstag werden dann mit Roche und Nestlé zwei Schweizer SMI-Schwergewichte ihre Umsatzzahlen für die Periode von Januar bis März vermelden.

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08:25

In Japan legte der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei um 1,4 Prozent auf 22'178 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix-Index stieg ebenfalls um 1,4 Prozent. Auch die Börsen in Shanghai und Shenzen legten zu. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg um ein halbes Prozent. Vor allem die Aktien von exportorientierten Unternehmen in Japan waren gefragt. So legten die Titel von Nissan, Honda und Toyota je rund ein Prozent zu. Die Papiere von Suzuki verloren dagegen 2,5 Prozent, nachdem der Auto- und Motorradhersteller einen ausserordentlichen Verlust von 80 Milliarden Yen (rund 630 Millionen Euro) verkündete, der im Zusammenhang mit dem Rückruf von zwei Millionen Pkw stand.

Um 1,3 Prozent nach oben ging es für Japan Display. Der ins Straucheln geratene Apple-Zulieferer ist von einer Investorengruppe aus China und Taiwan vor der Pleite gerettet worden. Hoffnungen der Anleger auf eine Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China haben die Börsen in Asien am Montag in die Höhe getrieben. "Wir rechnen mit einem relativ markt-freundlichen Handelsabkommen", sagte Ethan Harris, Ökonom bei der Bank of America Merrill Lynch.

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08:15

Der Euro hat sich am Montag nur wenig bewegt und damit die deutlichen Kursgewinne vom vergangenen Freitag gehalten. Am Morgen wurde die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1307 Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Freitagabend. Auch zum Franken bewegte sich der Euro zuletzt nicht allzu stark. Das EUR/CHF-Währungspaar notierte zu Beginn der neuen Woche bei 1,1329 und damit etwa gleich hoch wie am Freitagabend. USD/CHF wurde mit 1,0019 ganz leicht tiefer gehandelt.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält offenbar noch niedrigere Zinsen für möglich. Im Moment gebe es zwar keinen Grund für eine andere Geldpolitik, sagte Präsident Thomas Jordan am Wochenende am Rande der IWF-Frühjahrestagung in Washington gegenüber der Agentur Reuters. Er verwies darauf, dass die Notenbank von einer schwächeren Inflation ausgehe und auch keine Gefahr bestehe, dass die Wirtschaft des Landes überhitze. Es gebe aber bei Bedarf noch Möglichkeiten für die SNB. "Wir haben noch Luft, um die Zinsen noch weiter zu drücken." Auch gebe die Bilanz der Notenbank weitere Interventionen am Devisenmarkt her. "Beide Instrumente können zur Anwendung kommen, abhängig von der Situation."

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08:06

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der Bank Julius Bär vorbörslich bei 9460 Punkten (-0,26 Prozent) berechnet. Nestlé (-2,4 Prozent) werden mit Dividendenabschlag gehandelt, genauso wie Emmi (-0,9 Prozent). ABB (+0,5 Prozent) hat mit Artisan Partners einen neuen Grossaktionär.

UBS und CS werden vorbörslich mit +0,2 Prozent berechnet. Richtungsweisend für die Finanzwerte am Montag dürften die Ergebnisse der US-Grossbanken Citigroup und Goldman Sachs sein, die im Tagesverlauf erwartet werden. Die Konjunkturagenda ist weitgehend leer. Genau unter die Lupe nehmen dürften Investoren auch die Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China. Die USA sind Insidern zufolge offenbar dazu bereit, ihre Forderungen nach dem Abbau von Industrie-Subventionen abzuschwächen.

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07:40

Die Ölpreise sind am Montag leicht gesunken. Marktbeobachter sprachen von einer "Verschnaufpause" am Ölmarkt, nachdem die Preise in der ersten Monatshälfte kräftig gestiegen waren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 71,34 Dollar. Das waren 21 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 33 Cent auf 63,56 Dollar.

Die Ölpreise konnten damit nicht von einer allgemein freundlichen Stimmung an den Finanzmärkten nach guten Konjunkturdaten aus China profitieren. Jüngste Daten zur Entwicklung der Förderanlagen in den USA belasteten die Ölpreise. Am Freitagabend hatte die US-Ausrüsterfirma Baker Hughes gemeldet, dass die Zahl der aktiven Bohrlöcher in der vergangenen Woche leicht gestiegen war.

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06:45

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,4 Prozent höher bei 22'178 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,5 Prozent und lag bei 1629 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 2 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 2,4 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg um 0,5 Prozent.

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05:25

Ein Euro wurde mit 1,1310 Dollar bewertet nach 1,1301 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar wurde mit 111,98 Yen gehandelt nach 112,00 Yen in den USA.

(cash/Reuters/AWP)