+++Börsen-Ticker+++ - Brexit-Hickhack belastet Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nachgegeben.
03.09.2019 17:52
Ein Geschäft der Richemont-Marke Cartier in Hongkong. Die Aktie verlor am Mittwoch fast 3 Prozent.
Ein Geschäft der Richemont-Marke Cartier in Hongkong. Die Aktie verlor am Mittwoch fast 3 Prozent.
Bild: cash

17:48

Der Leitindex SMI sank um 0,7 Prozent auf 9853 Punkte. Angesichts der Negativsignale aus der Politik und der Angst vor einem konjunkturellen Einbruch brachten Anleger ihre in den vergangenen Handelstagen erzielten Gewinne ins Trockene. In Grossbritannien zeichnet sich in der Brexit-Frage eine Machprobe zwischen Parlament und Premierminister Boris Johnson mit ungewissem Ausgang ab, im Handelsdisput zwischen den USA und China traten zum Monatswechsel neue gegenseitige Strafzölle in Kraft und die US-Industrie schrumpfte im August erstmals seit 2016.

Die Standardwerte rutschten überwiegend ins Minus. Die grössten Verlierer waren die beiden Luxusgüter-Hersteller Swatch und Richemont, denen zusätzlich die andauernden Proteste im wichtigen Markt Hongkong zu schaffen machen: Die Aktien fielen um 3 beziehungsweise 2,6 Prozent. Aber auch andere konjunktursensitive Unternehmen wie die Bauchemiefirma Sika, der Zementproduzent LafargeHolcim oder der Elektrotechnikkonzern ABB verloren mehr als ein Prozent an Wert.

Am breiten Markt schossen die Aktien von BKW um 17 Prozent hoch. Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten um 7 Prozent auf 1,37 Milliarden Franken. Im ersten Semester stieg der Umsatz im Dienstleistungsgeschäft um ein Fünftel auf 475 Millionen Franken und trug damit rund ein Drittel zum Gesamtumsatz bei.

Kurzer Blick an die US-Börse:

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15:55

Der Franken setzt nach einer Verschnaufpause von einigen Tagen seinen Aufwertungsdruck gegen den Euro fort. Er erreicht mit 1,0820 den höchsten Stand seit über April 2017. 

Hintergrund der neuerlichen Euro-Schwäche war laut Händlern die allgemeine Verunsicherung der Anleger. Genannt wurden zahlreiche Risiken, darunter der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der politische Streit in Grossbritannien wegen des Brexit. Davon profitierten Währungen, die an den Märkten als besonders sicher wahrgenommen werden.

Neben dem Schweizer Franken zählen auch auch der japanische Yen und vor allem der US-Dollar dazu. Letzterer gehört zu den am besten verfügbaren Währungen der Welt und wird daher in unsicheren Zeiten häufig als sicherer Hafen angelaufen.

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15:50

Der Handelskonflikt der USA mit China macht der Wall Street erneut zu schaffen. Nach dem verlängerten Wochenende in den USA starteten die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 am Dienstag mit Kursverlusten von bis zu einem Prozent.

Zum Monatswechsel waren neue gegenseitige Strafzölle in Kraft getreten. US-Präsident Donald Trump kündigte zwar für September weitere Gespräche zur Beilegung des Streits an, einem Medienbericht zufolge konnten sich die Parteien aber noch auf kein Datum einigen.

Angesichts der anhaltenden Konjunktursorgen gerieten vor allem exportorientierte Werte wie der Baumaschinen-Hersteller Caterpillar oder der Airbus-Rivale Boeing unter Druck. Ihre Aktien verloren bis zu 2,7 Prozent. Aus den Depots flogen ausserdem Chip-Werte, die stark vom China-Geschäft abhängen. Die Titel von AMD, Intel und Micron büssten bis zu 2,1 Prozent ein.

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14:17

Der dänische Pensionsfonds MP Pension will nach eigenen Angaben klimafreundlicher investieren und trennt sich daher von den Aktien zehn grosser Ölkonzerne. MP kündigte an, die Anteile an Exxon Mobil, BP, Chevron, PetroChina, Rosneft, Royal Dutch Shell, Sinopec, Total, Petrobras und Equinor zu verkaufen.

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14:05

Die überraschend geringe Inflation in der Türkei stützt den Kurs der Lira. Ein Dollar kostete im Gegenzug mit 5,7622 Lira 0,7 Prozent weniger als am Vortag. Die Teuerungsrate ging im August etwas stärker als erwartet auf 15,01 Prozent zurück und war damit so niedrig wie seit mehr als einem Jahr nicht.

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13:55

Der Yuan setzt seinen Abwärtskurs fort. Ein Dollar kostet im Gegenzug mit 7,1854 so viel wie seit Februar 2008 nicht mehr. Einen wichtigen Grund dabei spielt, dass sich im Handelskonflikt zwischen den USA und China keine Entspannung abzeichnet.

Begrenzt wurden die Verluste von der chinesischen Notenbank, die ihren Referenzkurs mit 7,0884 zum Dollar nicht so weit absacken liess wie erwartet. Ein Händler sagte, es sei damit zu rechnen, dass die chinesische Zentralbank den Yuan bis zu den nächsten Handelsgesprächen in diesem Monat in etwa auf diesem Niveau halten dürfte.

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12:30

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 12.30 Uhr 0,4 Prozent tiefer bei 9'890 Punkten. Der breite Swiss Performance Index (SPI) fällt ebenfalls 0,4 Prozent auf 12'053 Zähler.

Die stärksten Abschläge im SMI verbuchen die Anteile der Luxusgüterhersteller Swatch (-3,1% auf 259 Fr.) und Richemont (-2,1%). Der Handelskrieg und die Demonstrationen in Hongkong sowie der starke Franken liessen grüssen, sagte ein Händler. Zudem hat SocGen das Kursziel für Swatch auf 257 von 296 Franken gesenkt und die Verkaufsempfehlung bestätigt.

Ebenfalls unter China-Sorgen leiden die Titel des Sensorenherstellers AMS (-1,2%). Auf der Verkaufsliste stehen aber auch die Aktien der Banken Credit Suisse (-0,5%), UBS (-0,7%) und Julius Bär (-0,4%). Aber auch Papiere zyklischer Firmen wie LafargeHolcim (-0,7%), Sika (-0,3%) und Adecco (-0,2%) verlieren an Wert.

Bei den als wenig konjunkturzyklisch geltenden Werten führt der Pharmatitel Roche (-1,2%) die Verlierer an. Rivale Novartis (-0,5%) schlägt sich etwas besser. Der Lebensmittelwert Nestlé (+0,1%) erholt sich gar im Verlauf in die Gewinnzone.

Am breiten Markt fallen BKW mit einem Kurssprung um 12,6 Prozent auf. Der Stromkonzern hat die Erwartungen der Analysten übertroffen. Auch die Anteile der MCH Group (+4,4%) gewinnen deutlich. Die kriselnde Messebetreiberin hat wegen Sonderkosten für die Restrukturierung des Geschäfts zwar einen Verlust geschrieben. Dieser ist allerdings klein und auf den Messegebäuden dürfte es in diesem Jahr zu keinem weiteren grossen Abschreiber kommen.

Die Aktien von Kuros schliessen gar um einen Fünftel nach oben. Das Ja der US-Arzneimittelbehörde FDA für eine klinische Phase 2a-Studie mit einem Produktkandidaten habe den Aktien der Biotechfirma Phantasie verliehen, heisst es.

Die Papiere von Stadler Rail fallen um 3 Prozent. Der Zughersteller habe im ersten Halbjahr die Erwartungen verfehlt, heisst es. Auch Carlo Gavazzi fallen auf. Die Aktie der Elektronikfirma verliert bei dünnen Umsätzen 6,5 Prozent.

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10:50

Das britische Pfund leidet immer stärker unter dem ungewissen Fortgang des Brexit. Am Dienstag fiel die Währung des Vereinigten Königreichs erstmals seit Januar 2017 unter die Marke von 1,20 US-Dollar. Im Tief wurden 1,1994 Dollar erreicht.

Wesentlicher Grund für die Schwäche des Pfund ist die politische Unsicherheit in Grossbritannien. Dort will sich eine Gruppe Parlamentarier gegen den harten Brexit-Kurs von Premierminister Boris Johnson stellen. Mit einer Gesetzesinitiative soll eine abermalige Verschiebung des Brexit-Termins erzwungen werden, soweit keine neue Austrittsvereinbarung mit der Europäischen Union gefunden wird. An den Märkten wird über Neuwahlen spekuliert.

Gegenüber dem Euro hält sich das Pfund etwas besser. Am Dienstag kostete ein Pfund knapp 1,10 Euro und zum Schweizer Franken sackte das Pfund bis auf 1,1880 ab.

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09:15

Der Swiss Market Index (SMI) gibt unmittelbar nach Börseneröffnung 0,4 Prozent auf 9886 Punkte nach.  Am Montag war der Leitindex um 0,29 Prozent gestiegen. Impulse könnten von den im Laufe des Tages erwarteten Konjunkturzahlen ausgehen. In der Schweiz steht die Inflation auf der Agenda, in der Eurozone sind es die Produzentenpreise und in den USA der gewerbliche Einkaufsmanagerindex.

Aus dem Leitindex sind die deutlichsten Abschläge bei Swatch (-1,7 Prozent) und Richemont (-1,2 Prozent) zu beobachten. 

Am breiteren Markt die Anteile von Stadler (-5,1 Prozent) auf. Der Zughersteller hat im ersten Halbjahr bei Umsatz und Gewinn kräftig zugelegt. Doch damit wurden die Erwartungen dennoch verfehlt.

Die Aktien von Medacta (+1,0 Prozent) werden dagegen nach Bilanzvorlage höher angezeigt. Die Medizintechnikfirma hat den Umsatz kräftig gesteigert, aber wegen der Kosten für den Börsengang im Frühjahr war der Gewinn tiefer als im Jahr zuvor.

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08:45

Die Sorgen wegen des Handelsstreits lassen die Anleger in Asien nicht los. Trotz der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, er strebe direkte Handelsgespräche mit China in diesem Monat an, gab es am Dienstag wenige Anzeichen für eine Entspannung. Die Regierung in Peking legte Beschwerde gegen die jüngsten US-Einfuhrzölle ein und erklärte, sie verletzten die Übereinkunft, die beide Länder beim G20-Gipfel in Osaka getroffen hätten.

"Wir haben so viele Probleme rund um die Welt, angefangen beim US-chinesischen Handelskrieg und dem Brexit", sagte Experte Hiroyuki Ueno von der Vermögensverwaltung Mitsui Trust. "Aber die Investoren scheinen sich daran zu gewöhnen. Solange die US-Wirtschaft läuft, ist das Abwärtspotenzial bei den Aktien begrenzt." Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss unverändert bei 20.625 Zählern. In China gaben die Kurse etwas nach. Der MSCI-Index für die asiatischen Werte ohne Japan verlor 0,7 Prozent.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) gibt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,16 Prozent nach.

Einzig positiver SMI-Wert ist Sika (+0,3 Prozent), die restlichen Titel werden leicht tiefer erwartet, ohne grössere Auffälligkeiten.

Im breiteren Markt legen die Titel von Medacta nach Zahlen um 1,8 Prozent zu. Ebenfalls Zahlen geliefert hat Stadler Rail, jedoch konnten die hohen Erwartungen der Finanzgemeinde nicht erfüllt werden, die Aktie gibt 2,2 Prozent nach.

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07:50

Der Euro hat am Dienstag einen neuen Tiefstand seit gut zwei Jahren erreicht. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,0938 US-Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Mai 2017.

Auch gegenüber dem Franken schwächte sich der Euro ab und kostete zuletzt 1,0854 Franken nach 1,0865 am Vorabend. Der Dollar legte auch zum Franken leicht zu auf 0,9924 von 0,9903 Franken.

Grund der Euro-Schwäche war eine allgemeine Stärke des amerikanischen Dollar. Am Markt wurde die anhaltende Verunsicherung der Anleger wegen zahlreicher Risiken genannt, darunter der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der ungewisse Fortgang des Brexits. Der US-Dollar gehört zu den am besten verfügbaren Währungen der Welt. In unsicheren Zeiten wird er daher häufig als sicherer Hafen angelaufen.

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06:35

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg 0,18 Prozent auf 20.657 Punkte. Der breiter gefasste Topix gewann 0,44 Prozent auf 1511 Zähler.

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06:30

Der Euro-Franken-Kurs liegt bei 1.0856 und der Dollar kostet derzeit 0.9924 Franken.

(cash/AWP/Reuters)

 
Aktuell+/-%
EUR/CHF1.0770+0.10%
EUR/USD1.2124+0.38%
USD/JPY104.0275+0.31%
DOW JONES30'974.84+0.52%
NASDAQ13'121.89+0.95%
S&P 5003'787.46+0.51%
Caterpillar Rg194.67+0.03%
Airbus Br Rg91.47+0.31%
Boeing Co Rg209.41+2.49%
Intel Rg57.71+0.23%
Micron Technolog Rg82.18+1.81%
Exxon Mobil Rg48.79+1.88%
BP Rg3.009+0.18%
Chevron Rg94.24+2.33%
Royal Dutch Shell-B14.042-0.18%
Petroleo Br Sp ADR10.840-0.55%
USD/TRY7.4503-0.40%
SMI10'877.71-0.10%
The Swatch Grp I253.90-0.82%
SPI13'509.47-0.17%
CieFinRichemont N84.10-1.82%
ams I21.70-1.99%
CS Group N12.200-1.21%
UBS Group N13.265-1.12%
LafargeHolcim N50.74-0.98%
Sika N243.10-0.98%
Roche Hldg G317.25+0.73%
Novartis N85.19+0.19%
Nestle N101.34+0.08%
BKW N103.20+0.58%
MCH Group N13.350+1.91%
Kuros Bioscienc N2.100-0.47%
Stadler Rail N43.24+2.27%
Carlo Gavazzi I182.50-0.82%
EUR/GBP0.8907+0.20%
Medacta Group N97.00+0.73%
NIKKEI28'633.46+1.39%
Bitcoin in USD37'077.4350+1.00%
Royal Dutc Sp ADR-A40.18-0.04%
GBP/CHF1.2093-0.06%
BP Sp ADR24.52+1.07%
Total37.07+0.24%
SLI1'714.40-0.38%
Sonova Hldg N225.60-0.04%
TEMENOS N114.55+3.43%
Geberit N557.20+0.04%
HIAG Immo N105.50-0.47%