+++Börsen-Ticker+++ - Defensive Werte hieven Schweizer Börse in die Gewinnzone

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch leicht angezogen. Das Geschäft verlief Händlern zufolge in ruhigen Bahnen. Dies lag unter anderem daran, weil Impulse aus den USA fehlten, da dort die Finanzmärkte geschlossen blieben.
04.07.2018 17:37
Der Hauptsitz von Novartis in Basel. Die Aktien waren am Mittwoch gesucht.
Der Hauptsitz von Novartis in Basel. Die Aktien waren am Mittwoch gesucht.
Bild: Bloomberg

17:30

Der Leitindex SMI stieg um 0,4 Prozent auf 8663 Punkte. Die Kauflust wurde zudem vom nach wie vor vom schwelenden Handelsstreit gedämpft.

Erneut stützten die als krisensichere Anlagen geltenden Indexschwergewichte den Markt. Händlern zufolge trennen sich die Anleger nach dem jahrelangen Höhenflug von Anteilen kleiner und mittelgrosser Firmen und investieren in Grosskonzerne mit defensivem Geschäftsmodell. Die Aktien des Pharmakonzerns Novartis stiegen um 2 Prozent. Rivale Roche gewann 0,9 Prozent an Wert. Die Titel des Lebensmittelkonzerns Nestle zogen 0,3 Prozent an. Mit den Anteilen des Telekomanbieters Swisscom und des Pharmazulieferers Lonza gehörten weitere defensive Wert zu den Kursgewinnern.

Dagegen standen wegen der Konjunktursorgen zyklische Werte auf den Verkaufszetteln. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB, der Sanitärtechnikfirma Geberit, des Zementproduzenten LafargeHolcim, der Inspektionsfirma SGS, des Luxusgüterherstellers Richemont und des Bauchemiekonzerns Sika büssten bis zu 1,3 Prozent ein.

Auch Banken standen im Abseits. Die Titel von Credit Suisse sanken um 0,6  Prozent und die der UBS um 0,2 Prozent. Versicherungswerte stiessen dagegen im Verlauf klar in die Gewinnzone vor.

Die Comet-Aktien fielen mit einem Kurssturz von fast 20 Prozent auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren.

Den ausführlichen SMI-Schlussbericht lesen Sie hier.

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15:14

Angesichts des eskalierende chinesisch-amerikanische Handelsstreits hat sich die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten zur Wochenmitte eingetrübt. Der Dax lag am Nachmittag mit 12'320 Zählern leicht im Minus. Auch der EuroStoxx war kaum verändert bei 3412 Zählern. Der SMI steht mit knapp 0,4 Prozent im Plus. Von der Wall Street kamen keine Impulse, die US-Börsen bleiben wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen. Bei der verkürzten Sitzung am Dienstag hatte die Sorge vor einem Handelskrieg vor allem Technologiewerte unter Druck gesetzt.

"Das könnte sich heute als die Ruhe vor dem Sturm erweisen, wenn es am Freitag zum Showdown zwischen den USA und China im Zollstreit kommt", sagte ein Händler. Viele Anleger hielten sich zurück und versuchten möglichst wenig zu handeln. "In so einer Lage mag sich niemand langfristig positionieren."

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14:30

Der jüngste Schwächeanfall des Yuan kommt der chinesischen Regierung Insidern zufolge gar nicht so ungelegen, ist aber nicht ausdrücklich gewollt. Anders als während des Börsenkrachs im Sommer 2015 seien massive Interventionen zur Stützung der Währung voraussichtlich auch gar nicht nötig, sagten drei mit der Währungspolitik des Landes vertraute Experten. Denn inzwischen gebe es Kontrollmechanismen, die eine Wiederholung der Ereignisse von vor drei Jahren verhinderten. 2015 hatten fallende Aktienkurse und ein abwertender Yuan zu Kapitalabflüssen geführt, die die Börsen rund um den Globus erschütterten. Die Zentralbank hatte über 800 Milliarden Dollar zur Stützung des Yuan ausgegeben.

Am Mittwoch stabilisierte sich der Wechselkurs mit Kursen um 6,6009 Yuan. Am Dienstag war der Dollar zeitweise über 6,7 Yuan geklettert, was bei Investoren Erinnerungen an den Sommer 2015 weckte.

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13:43

Der Euro hat am Mittwoch nachgegeben. Durchwachsene Konjunkturdaten aus dem Euroraum belasteten die Gemeinschaftswährung. Gegen Mittag kostete ein Euro 1,1635 US-Dollar. Das war ein halber Cent weniger als das Tageshoch.

Gegenüber dem Franken notiert die Gemeinschaftswährung praktisch unverändert auf 1,1560 Franken. Der Dollar wird mit 0,9933 Franken knapp unter dem Tageshoch von 0,9934 Franken gehandelt.

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11:40

Der Schweizer Aktienmarkt dümpelt nach der Erholung vom Vortag am Mittwoch vor sich hin. Wegen des US-Nationalfeiertags, an dem die amerikanischen Börsen geschlossen bleiben, fehlten die Impulse, sagen Händler.  An der Schweizer Börse ist der Swiss Market Index (SMI) nach einem leicht tieferen Start bei Handelseröffnung im Verlauf wieder in die Pluszone vorgestossen. Bis gegen 11:40 Uhr notiert der Leitindex um 0,5 Prozent höher auf 8665 Punkten.

Der SMI bewege sich in sehr engen Bahnen, sagt ein Händler. "Es ist nichts los." Der Handel verlaufe angesichts der fehlenden Impulse aus Amerika sehr ruhig. Von den 30 Blue Chips halten sich Gewinner und Verlierer die Waage.

Bei den Gewinnern stechen Vifor Pharma hervor (+5,4%). Die Credit Suisse hat das Rating für den Titel auf "Outperform" von "Neutral" hochgestuft und das Kursziel deutlich erhöht. Die Titel des Pharmaunternehmens hatten schon am Vortag zugelegt.

Die defensiven Werte seien bei den Anlegern derzeit in der Gunst, hiess es am Markt. Nestlé, Roche und Novartis würden von Anschlusskäufen profitieren, was den Gesamtmarkt nach oben ziehe. Novartis legen um 2,1 Prozent zu, Roche um ein Prozent und Nestlé-Kurs um 0,4 Prozent. Auch die defensive Swisscom-Aktie rückt um 1,3 Prozent vor.

Auf der anderen Seite stehen die konjunkturempfindlichen Titel unter Druck. So geben Geberit 1 Prozent nach. Die Geberit-Aktien leiden unter einer Herabstufung der Bank Vontobel, die das Kursziel auf 490 von 500 Franken senkt. Grund dafür seien die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro und die anhaltend hohen Rohstoff-Kosten, argumentiert der Vontobel-Analyst. Ebenfalls unter Druck sind Sika (-1%), Swatch (-0,9%) oder Dufry (-0,8%).

Den ausführlichen SMI-Bericht zum Morgen finden Sie hier.

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10:38

Eine Gewinnwarnung hat die Aktien von Comet auf Talfahrt geschickt. Der Kurs des Technologiewerts brach am Mittwoch um 18 Prozent auf 86,10 Franken ein. Das ist der tiefste Stand seit Herbst 2016.

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10:37

Die Stimmung im Dienstleistungssektor der Eurozone hat sich im Juni stärker als erwartet aufgehellt. Der vom Markit-Institut erhobene Einkaufsmanagerindex für den Sektor stieg um 1,4 Punkte auf 55,2 Punkte, wie das Institut am Mittwoch in London laut einer zweiten Schätzung mitteilte. In einer ersten Schätzung wurden noch 55,0 Punkte ermittelt. Es ist der erste Anstieg des stark beachteten Indikators nach vier Rückgängen in Folge.

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09:51

Der verschärfte Handelskonflikt zwischen den USA und China hat die chinesischen Börsen am Mittwoch belastet. Der Index der Börse Shanghai ging 0,9 Prozent tiefer bei 2760 Zählern aus dem Handel. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1,3 Prozent auf 3364 Punkte.

Anleger macht die seit Wochen fortschreitende Abwertung der Landeswährung Yuan zunehmend nervös. Seit Mitte Juni hat die auch als Renminbi bekannte Währung rund vier Prozent abgewertet. Am Dienstag versuchte die Notenbank, verbal zu beruhigen. Am Mittwoch stabilisierte sich die Devise daraufhin. Der Dollar verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 6,6009 Yuan. "Die Notenbank hat zur Bremse gegriffen und zumindest für den Augenblick kehrt wieder etwas Ruhe ein - auch dank der Hilfe größerer Staatsbanken, die der Währung mittels Dollar-Verkäufen auf die Beine helfen", sagte Stratege Stephen Innes vom Handelshaus Oanda. "Allerdings wird der Yuan weiter unter Druck stehen, bis es einen Kompromiss im Handelskonflikt gibt."

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09:20

Mittlerweile sind die Börsen in Asien geschlossen. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index am Mittwoch um 0,3 Prozent auf 21'717 Punkte nach. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte ausserhalb Japans fiel um 0,4 Prozent. Am Freitag treten US-Strafzölle auf chinesische Waren im Volumen von 34 Milliarden Dollar in Kraft. "Das ist der entscheidende Tag, aber der Handelskonflikt wird an den Märkten auch danach Thema bleiben, da es unwahrscheinlich ist, dass sich die Lage vor den Zwischenwahlen im November beruhigen wird", sagte Analyst Yutaka Miura vom Handelshaus Mizuho Securities.

Im Technologiesektor gerieten vor allem Chipwerte unter Druck. Für Verunsicherung sorgte, dass ein chinesisches Gericht dem amerikanischen Halbleiterhersteller Micron offenbar den Verkauf von 26 Chip-Produkten in der Volksrepublik untersagt. An den chinesischen Börsen lag der Index der Börse Shanghai rund ein Prozent im Minus. Anleger macht die seit Wochen fortschreitende Abwertung der Landeswährung Yuan zunehmend nervös. Am Devisenmarkt stabilisierte sich Yuan am Mittwoch. Seit Mitte Juni hat die auch als Renmimbi bekannte Währung rund vier Prozent abgewertet. Händlern zufolge versuchen grössere Staatsbanken dem Verfall mit Stützungskäufen gegenzusteuern. 

 

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09:10

Der SMI geht mit einem knappen Minus von 0,1 Prozent bei 8613 Punkten in den Handel. Nach der Erholung des Vortages zeichnet sich für Mittwoch somit wieder ein Rückschlag ab. Am Freitag endet die Frist für die Umsetzung der US-Zölle auf chinesische Produkte. China droht mit Gegenmassnahmen. Da aufgrund des heutigen Feiertags in den USA (Unabhängigkeitstag) die Pforten an der Wall Street geschlossen bleiben, fällt zudem eine wichtige Orientierungshilfe für die Investoren weg. 

So stehen etwa die Zykliker ABB (-0,5 Prozent) und Geberit (-0,9 Prozent) ebenso wie die Grossbanken UBS (-0,2 Prozent) und Credit Suisse (-0,4 Prozent) nach. Auch die Versicherer fallen genauso wie die defensiven Werte Roche (-0,3 Prozent). Nestlé und Novartis halten sich hingegen knapp im Plus. Am Vortag hatten die drei Schwergewichte noch für den grössten Auftrieb an der Schweizer Börse gesorgt.

Kühne+Nagel (+0,1 Prozent) steigen leicht, eine Erhöhung des Kursziels durch Goldman Sachs bringt etwas Auftrieb. Die Vifor-Aktien werden um 4,6 Prozent höher gehandelt. Die Credit Suisse hat das Rating für den Titel auf "Outperform" von "Neutral" hochgestuft und das Kursziel deutlich erhöht.

Im breiten Markt stehen Straumann (+0,1 Prozent) etwas im Fokus. Zum einen übernimmt der Zahnimplantathersteller die spanische Createch Medical vollständig, an der die Gesellschaft bisher 30 Prozent hielt. Zum anderen baut Straumann die bisherige Partnerschaft mit der deutschen Botiss Medical durch den Erwerb von 30 Prozent aus.

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08:15

Der Euro hat sich am Mittwoch deutlich über der Marke von 1,16 US-Dollar gehalten. Die über Nacht erzielten Gewinne konnte die Gemeinschaftswährung aber nicht vollständig halten. Am Mittwochmorgen kostete ein Euro 1,1669 Dollar. Gegenüber dem Franken steht der Euro praktisch unverändert bei 1,1571 Franken. Der Dollar ermässigte sich leicht auf 0,9917 Franken.

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08:06

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der Bank Julius Bär vorbörslich bei 8608 Punkten und einem Minus von 0,2 Prozent berechnet. Gebremst werden dürfte der Markt von der Angst vor einem weltweiten Handelskrieg. Am Freitag treten US-Zölle auf chinesische Waren in Kraft. China droht mit Gegenmassnahmen. Investoren fürchten, dass der Handelskonflikt sich negativ auf global tätigen Firmen auswirkt und die Wirtschaft nicht mehr so stark wächst.

Unter den SMI-Einzeltiteln verzeichnen ABB, Adecco, Credit Suisse und UBS (alle vorbörslich -0,3 Prozent) die grössten Verluste. Die restlichen Titel werden mit -0,2 Prozent berechnet. Am breiten Markt fallen AMS (-0,8 Prozent) sowie VAT (-0,8 Prozent) und Vifor Pharma (+1,4 Prozent) auf.

 

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07:43

Ein Blick an die Rohstoffmärkte: Die Preise für Rohöl steigen am Mittwochmorgen an. Die Nordseesorte Brent kostet 78,14 Dollar (+0,3 Prozent). Ein Barrel der US-Sorte WTI notiert bei 74,62 Dollar (+0,5 Prozent).

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06:45

Am Freitag treten US-Strafzölle auf chinesische Waren im Volumen von 34 Milliarden Dollar in Kraft. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte ausserhalb Japans fiel im frühen Geschäft um 0,1 Prozent. Der Index der Börse Shanghai büsste 0,7 Prozent ein, in Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 0,5 Prozent nach.

 

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06:36

Der Yen notierte weitgehend stabil, ein Dollar kostete 110,56 Yen. Der Euro legte auf 1,1668 Dollar zu, nachdem die Regierungskrise in Deutschland mit der Beilegung des Streits zwischen CDU und CSU in der Flüchtlingsfrage vorläufig beendet ist, der die Kanzlerschaft von Angela Merkel bedrohte. 

(cash/Reuters/AWP)