+++Börsen-Ticker+++ - Die Wall Street meldet sich zurück

Die US-Börsen haben sich nach dem heftigsten Kursrutsch bei den Technologiewerten seit dem Jahr 2011 erholt.
25.10.2018 22:45
Geht doch! Händler an der Wall Street freuen sich über die kräftige Erholung des Marktes.
Geht doch! Händler an der Wall Street freuen sich über die kräftige Erholung des Marktes.
Bild: Bloomberg

22:45

Erfreuliche Quartalszahlen von Firmen wie Microsoft, Ford und Twitter hätten am Donnerstag dazu beigetragen, dass der Markt sich gefangen habe, sagen Händler. Zudem seien Schnäppchenjäger unterwegs.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 24'984 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erhöht sich um 1,9 Prozent auf 2705 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legt 3 Prozent auf 7318 Stellen zu.

Am Mittwoch hatte die Nasdaq 4,4 Prozent eingebüsst, nachdem die Chiphersteller Texas Instruments und STMicro vor einer sich abschwächenden Nachfrage gewarnt hatten. Zudem kam grundsätzlich die Frage auf, ob die Gewinnerwartungen an die Unternehmen nicht zu hoch seien. Am Donnerstag wies Intel nach Börsenschluss einen Anstieg des Nettogewinns im dritten Quartal um 42 Prozent aus. Die Papiere legen im nachbörslichen Handel 3,5 Prozent zu.

Doch schon zuvor war die Stimmung am Markt wieder optimistischer gewesen. Schliesslich liessen bei Microsoft ein florierendes Cloud-Geschäft und die starke Nachfrage nach der Büro-Software "Office 365" die Kassen klingeln. Der Gewinn im abgelaufenen Quartal kletterte um ein Drittel auf rund 8,8 Milliarden Dollar, der Umsatz des weltgrössten Software-Anbieters legte um 19 Prozent zu. Die Aktien steigen um 5,8 Prozent.

Twitter-Papiere legen um 15,5 Prozent. Der Kurznachrichtendienst hat trotz gesunkener Nutzerzahlen seinen Umsatz deutlich gesteigert.

Auf der Überholspur fuhr auch Tesla. Die Anteilsscheine des Elektroauto-Pioniers steigen dank des ersten Quartalsgewinns seit zwei Jahren um 9,1 Prozent.

Bei Ford gehts gar 9,9 Prozent bergauf. Der zweitgrösste US-Autobauer hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet und seinen Jahresausblick bekräftigt.

Für Hershey gehts es dagegen 4,9 Prozent bergab. Der Quartalsumsatz des "KitKat"-Produzenten blieb leicht hinter der Markterwartung und der Gewinn schrumpfte.

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17:45

Kräftige Kursverluste der Pharmawerte haben der Schweizer Börse am Donnerstag zugesetzt. Der SMI schliesst um 0,2 Prozent tiefer auf 8706 Punkten. Vorübergehend sank das Bluechips-Barometer bis auf 8596 Zähler und damit unter die charttechnisch wichtige 8600er-Marke.

Die Angst vor einer Preissenkungsrunde im weltgrössten Gesundheitsmarkt USA schickte Novartis und Roche auf Talfahrt. Die SMI-Riesen sinken um 1,0 beziehungsweise 3,1 Prozent. Einem Analysehaus zufolge wird erwartet, dass US-Präsident Donald Trump noch am Donnerstag Änderungen bei der Vergütung von Medikamenten durch das Sozialprogramm Medicare ankündigen werde.

Die Lonza-Aktien sinken um 2,8 Prozent. Händler verweisen auf die europaweit schwachen Pharmawerte und Gewinnmitnahmen.

Nach einem stärker als erwarteten Gewinnanstieg im dritten Quartal steigen die UBS-Aktien um 1,1 Prozent.

Die Sika-Titel schnellen 8,4 Prozent hoch. Der Bauchemiekonzern erzielte im dritten Quartal erneut Rekordwerte bei Umsatz und Ertrag.

Am breiten Markt schiessen die Titel von Ceva 31 Prozent auf 29,50 Franken hoch. Hauptaktionär CMA CGM bietet Aktionären, die aussteigen möchten, die Übernahme ihrer Aktien zum Preis von 30 Franken an. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Donnerstag.)

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14:55

Nach dem Kursrutsch der vergangenen Wochen fängt sich die Wall Street. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung um bis zu 1,3 Prozent. Auftrieb erhalten die US-Börsen von einer Reihe ermutigender Firmenbilanzen, vor allem aus der zuletzt arg gebeutelten Technologiebranche. Die aktuelle Erholung stehe aber auf wackligen Füssen, warnt Scott Brown, Chef-Ökonom des Vermögensberaters Raymond James.

Die Aktien von Twitter steigen um 14,5 Prozent und steuern auf den grössten Tagesgewinn seit einem Jahr zu. Der Kurznachrichtendienst verlor zwar Nutzer, machte dank gestiegener Werbeeinnahmen aber einen überraschend hohen Quartalsgewinn. Im Windschatten von Twitter legen die Titel von Facebook und des Snapchat-Betreibers Snap bis zu 3,1 Prozent zu.

Auf der Überholspur fährt auch Tesla. Die Papiere des Elektroauto-Pioniers steigen dank des ersten Quartalsgewinns seit zwei Jahren um 11,2 Prozent.

Für Hershey gehts dagegen 6,4 Prozent bergab. Der Quartalsumsatz des "KitKat"-Machers blieb mit 2,08 Milliarden Dollar hinter der Markterwartung von 2,09 Milliarden Dollar zurück. Der Gewinn schrumpfte auf 263,71 von 273,30 Millionen Dollar.

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14:40

Die Angst vor einer Preissenkungsrunde im weltgrössten Gesundheitsmarkt USA schickt die Schweizer Pharmawerte auf Talfahrt. Die Anteile von Roche fallen um 4,7 Prozent auf 230,35 Franken, die von Novartis um 2,8 Prozent auf 83,82 Franken. Die beiden Schwergewichte zeichnen damit für einen Gutteil der Schwäche des SMI verantwortlich.

Einem Analysehaus zufolge wird erwartet, dass US-Präsident Donald Trump noch am Donnerstag Änderungen bei der Vergütung von Medikamenten durch das Sozialprogramm Medicare ankündigen werde. Vor allem Arzneien zur Behandlung von Krebs, Augenerkrankungen und Rheuma dürften betroffen sein, heisst es. Besonders gefährdet seien Firmen wie Roche, Regeneron, Amgen oder Johnson & Johnson, die umsatzstarke Medikamente in diesen Therapiegebieten anbieten.

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12:10

Der Schweizer Aktien-Leitindex SMI hat nach dem tiefroten Handelsstart die Verluste im Verlauf des Vormittags abgebaut, die Indizes bleiben aber im Minus. Weiterhin drückt der Ausverkauf an den US-Börsen vom Vorabend und die schwache Entwicklung an den asiatischen Handelsplätzen auf die Stimmung. Die zahlreichen Quartalsabschlüsse von grossen Schweizer Unternehmen werden durchzogen aufgenommen.

Der SMI steht am Mittag um 0,4 Prozent im Minus auf 8690 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI notiert dagegen um 0,3 Prozent im Plus auf 1363 Punkten während der breite SPI um 0,1 Prozent auf 10'249 Zähler nachgibt.

Gegen den negativen Börsentrend notieren die Titel der Grossbank UBS (+2,5%) nach Zahlen zum dritten Quartal nach einem holprigem Handelsstart mittlerweile klar im Plus.

UBS-Aktie nach Quartalszahlen gesucht

Dagegen sind ABB (-2,6%) beri den grössten Verlierern unter den Bluechips, nachdem der Elektrotechnikkonzern am Morgen enttäuschende Zahlen zum Bestellungseingang und zum operativen Gewinn vorgelegt hat.

Belastet wird der Leitindex SMI aber primär von starken Abgaben der Pharmaschwergewichte Roche (-3,0%) und Novartis (-1,9%). Am Markt wird von hohen Verkaufsaufträgen aus den USA gesprochen.

Am breiten Markt vollführen Ceva (+32 Prozent auf 29,70 Franken) einen Kurssprung. Beim dem Logistikunternehmen will die die französische Grossaktionärin CMA CGM die Kontrolle übernehmen und bietet dafür den Aktionären 30 Franken je Anteilsschein in bar. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Donnerstag.)

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11:00

Die Schweizer Börse grenzt am Donnerstagvormittag die kurz nach Börsenstart eingefahrenen kräftigen Verluste etwas ein. Der SMI büsst noch 0,5 Prozent auf 8682 Punkte ein. Vorübergehend rutschte der Leitindex unter die charttechnisch wichtige Marke von 8600 Zählern. Darunter orten die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) bei 8470 und 8300 Punkten die nächsten Unterstützungen. Widerstand sehen die Experten bei 8700 Punkten.

Die Anteile von ABB rutschen 3,8 Prozent ab. Beim Elektrotechnikkonzern zog das Wachstum dank eines starken Robotik- und Antriebesgeschäfts im dritten Quartal leicht an. Umsatz, Auftragseingang und operative Margen verfehlten die Erwartungen leicht.

Die UBS-Aktien steigen nach einem höher als erwarteten Quartalsgewinn um 1,1 Prozent. Die Grossbank steigerte im dritten Quartal den Gewinn um 32 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken.

Die Titel von Sika ziehen 7,6 Prozent an. Der Bauchemiekonzern erzielte im dritten Quartal erneut Rekordwerte bei Umsatz und Ertrag. Die ZKB hob die Empfehlung auf "Übergewichten" von "Marktgewichten" an und Baader Helvea nahm den Wert in die "Top Picks List" auf.

Die Lonza-Aktien büssen 2,0 Prozent ein. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen, nachdem der Pharmazulieferer ein Trading-Update im Rahmen der Erwartungen veröffentlichte. Lonza zähle im laufenden Jahr zu den wenigen SMI-Werten mit einem satten Kursplus.

Die Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche verlieren 1,4 und 2,4 Prozent. Nach Tagen mit fallenden Kursen greifen die Anleger dagegen zu den Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch.

Am breiten Markt schiessen die Titel von Ceva 32 Prozent auf 29,65 Franken hoch. Der Hauptaktionär CMA CGM bietet Aktionären, die aussteigen möchten, die Übernahme ihrer Aktien zum Preis von 30 Franken an. Der Logistikkonzern soll nach dem Willen des Verwaltungsrats aber börsennotiert bleiben.

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09:12

In den ersten Minuten nach dem Handelsbeginn seht der SMI um 1,3 Prozent tiefer und fällt auf 8610 Punkte. Der Energiekonzern ABB (-4 Prozent), der am frühen Morgen die Drittquartalszahlen vorgelegt hat, erwischt einen besonders schlechten Start. Auch der Biopharmaentwickler Lonza (-5,1 Prozent), wo die Bilanz vorlegt wurde, wird von den Anlegern deutlich abgestraft.

Die UBS (+0,7 Prozent), die mit ihren Zahlen besser abschnitt als erwartet, dreht ins Plus, nicht aber die die zweite Grossbank Credit Suisse (-0,8 Prozent). Beim Bauchemieunternehmen Sika (+2,7 Prozent) kommen die vorgelegten Zahlen offensichtlich gut an.

Trübe sieht es auch bei den Schwergewichten aus: Die Pharmaktien von Novartis (-1,6 Prozent) und Roche (Genussschein -2,5 Prozent) ziehen den Index nach unten. Nestlé (-0,6 Prozent) hält sich etwas besser.

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08:42

An den Börsen Asiens ist der Ausverkauf am Donnerstag weitergegangen. Überall waren die Vorzeichen tiefrot. Händler verwiesen auf zunehmende Sorgen über die Gewinnentwicklung der asiatischen Unternehmen sowie vor einer allgemein sich abschwächenden weltweiten Wirtschaft.

Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss mit minus 3,72 Prozent auf 21 268,73 Zählern und damit auf dem tiefsten Stand seit Ende März. Konträr zur schwer angeschlagenen Marktstimmung ragten die Aktien von Panasonic als grösster Gewinner mit plus 0,5 Prozent positiv heraus. Sie profitierten von überraschend starken Zahlen des US-Elektroautoherstellers Tesla. Dieser hatte seinen ersten Quartalsgewinn seit zwei Jahren gemeldet. Die Japaner sind der "Batterie-Partner" von Tesla.

Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an den Börsen des chinesischen Festlands verlor zuletzt 0,43 Prozent auf 3174,55 Punkte.

In Hongkong gab der Hang-Seng-Index den dritten Tag in Folge nach und büsste zuletzt 1,78 Prozent auf 24 799,99 Zähler ein. Zu den grossen Verlierern zählten dort unter anderem die Papiere der Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific mit minus 4,7 Prozent. Ein Datenleck belastete, von dem den Angaben zufolge mehr als 9 Millionen Passagiere betroffen sind.

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08:19

Der Euro hat sich am Donnerstag vor allem gegenüber dem Dollar etwas von seinen deutlichen Verlusten am Vortag erholt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1409 Dollar. Am Mittwoch war sie nach schwachen Konjunkturdaten auf einen zweimonatigen Tiefstand von 1,1379 Dollar gefallen. Zum Franken bewegt sich der Euro bei einem Stand von 1,1367 Franken mehr oder weniger seitwärts, zeigt sich gegenüber dem frühen Handel aber doch etwas stabiler. Der Dollar ist mit aktuell 0,9966 Franken nur wenig bewegt.

Der Donnerstag steht im Zeichen wichtiger Wirtschaftsdaten und der Geldpolitik. Am Vormittag wird das Münchner Ifo-Institut sein monatliches Geschäftsklima veröffentlichen. Mit Spannung wird erwartet, ob es ähnlich trübe ausfällt wie andere wichtige Frühindikatoren, etwa die Einkaufsmanagerindizes des Instituts Markit.

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08:06

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der Bank Julius Bär vorbörslich bei 8644 Punkten (-0,9 Prozent) berechnet. Einziger positiver SMI-Titel ist UBS (+0,2 Prozent) nach Quartalszahlen. Die Branchennachbarn Credit Suisse (-1,2 Prozent) und Julius Bär (-0,8 Prozent) stehen im Minus. Daneben verzeichnen ABB (-4,4 Prozent) und Adecco (-1,3 Prozent) die grössten vorbörslichen Verluste. Ebenfalls keine Unterstützung liefern die Schwergewichte Nestlé (-0,8 Prozent), Novartis (-1 Prozent) und Roche (-0,8 Prozent).

In den Fokus dürfte im Tagesverlauf auch die Europäische Zentralbank (EZB) rücken. Eine Zinsänderung erwarten Anleger zwar nicht. Allerdings könnte sich EZB-Chef Mario Draghi zum Haushaltsstreit seines Heimatlandes Italien mit der EU-Kommission zu Wort melden. 

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07:47

Die Ölpreise sind am Donnerstag infolge der Talfahrt an den weltweiten Börsen gefallen. Sowohl Nordseeöl als auch US-Rohöl notierten in der Nähe ihrer zweimonatigen Tiefstände. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 75,53 Dollar. Das waren 64 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 67 Cent auf 66,15 Dollar.

Händler erklärten die Verluste am Ölmarkt vor allem mit der allgemein schlechten Stimmung an den Finanzmärkten. Riskantere Anlageklassen wie Rohstoffe litten unter dieser Entwicklung. Hinzu kommt, dass die Kursverluste an der Börse auch mit schlechteren Aussichten für die Weltwirtschaft begründet werden. Dies wiederum könnte auf eine schwächere Rohölnachfrage hindeuten.

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06:30

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notiert in Tokio 3,44 Prozent im Minus bei 21'330 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,84 Prozent auf 1605 Zähler. Der Index für die asiatisch-pazifischen Märkte außerhalb Japans gab 0,47 Prozent nach.

"Schwache US-Eigenheimdaten, gemischte Unternehmensergebnisse, Handelskriegsängste und Sorgen über eine sich verlangsamende Weltwirtschaft trugen alle zum Ausverkauf bei", schrieb Rivkin Securities aus Sydney in einer Notiz an die Kunden: "Die Stimmung der Anleger bleibt verhalten, da wir Berichte von über 100 S&P-500-Unternehmen erwarten, darunter Amazon, Alphabet und Comcast."

Die US-Börsen hatten am Mittwoch den größten Tagesverlust seit 2011 verbucht und ihren bisherigen Jahresgewinn damit vollständig ausradiert.

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06:25

Ein Euro kostet am Donnerstagmorgen 1,1368 Franken. Der Dollar wird mit 99,66 Rappen gehandelt. 

(cash/AWP/Reuters)