+++Börsen-Ticker+++ - Dow Jones kann Gewinn nach Fed-Sitzung nicht halten

Die Wall Street hat am Dienstag nur kurzzeitig positiv auf die Ergebnisse der US-Notenbanksitzung reagiert und leichter geschlossen.
20.03.2019 21:40
Wegweiser zur Börse in New York.
Wegweiser zur Börse in New York.
Bild: Bloomberg

21:30

Der über weite Strecken des Handels klar im Minus tendierende Dow Jones Industrial stieg nach dem Zinsentscheid der Fed ins Plus, fiel aber bald darauf wieder zurück und verlor letztlich 0,55 Prozent auf 25 745,67 Punkte. Der marktbreite S&P 500 sank um 0,29 Prozent auf 2824,23 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 gewann hingegen 0,43 Prozent auf 7380,75 Zähler.

Die US-Notenbank Fed stellt ihre Ende 2015 begonnene geldpolitische Straffung vorerst ein. In diesem Jahr wird sie ihren Leitzins voraussichtlich nicht mehr anheben, im kommenden Jahr allenfalls einmal. Zudem will die Notenbank den im Herbst 2017 begonnenen Abbau ihrer billionenschweren Bilanz stoppen. Ihren Leitzins beliess die Fed in einer Spanne von 2,25 bis 2,50 Prozent. Dieser Entscheidung stimmten alle Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) zu. Die Zinsprognosen der Notenbanker gelten an den Börsen als wichtiges Signal, wohin die Zentralbank mittelfristig mit ihrer Geldpolitik steuert.

Die US-Wirtschaft hat sich nach Einschätzung der Federal Reserve abgekühlt. Die Lage am Arbeitsmarkt sei zwar weiterhin stark, das Wirtschaftswachstum habe sich jedoch abgeschwächt, hiess es. Der Anstieg der Konsumausgaben und der Investitionen sei langsamer geworden. Angesichts der Entwicklung der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte sei eine "geduldige" Geldpolitik angemessen. Damit bestätigte die Fed ihre abwartende Haltung.

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17:30

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch den Rückwärtsgang eingelegt. Vor allem die Kursschwäche der Banken machte dem Markt zu schaffen.  Der Bluechip-Index SMI sank um 0,7 Prozent auf 9463 Punkte, nachdem er am Vortag noch auf ein Jahreshoch gestiegen war. Die Anleger reagierten mit Verkäufen auf enttäuschende Firmennachrichten. Auch strichen sie vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank, der nach Börsenschluss in Europa bekanntgegeben wird, Gewinne ein.

Ganz oben auf den Verkaufszetteln standen Bankaktien. Die Anteile der UBS sanken um 2,4 Prozent. Der Chef der grössten Schweizer Bank, Sergio Ermotti, äusserte sich angesichts eines schwachen Jahresstars pessimistischer zu den Gewinnzielen für das laufende Jahr. Die Titel von Rivale Credit Suisse fielen um 3,3 Prozent, die des Vermögensverwalters Julius Bär sackten 4,2 Prozent ab.

Gebremst wurde der Abstieg von den als vergleichsweise krisensicher geltenden Indexschwergewichten. Roche und Nestle schlossen leicht im Plus, Novartis war mit -0,3 Prozent ebenfalls besser als der Markt.

Am breiten Markt sanken die Aktien von Meyer Burger um 4,4 Prozent. Der Solarindustrie-Zulieferer muss sich auf der Generalversammlung im Mai auf Widerstand des Grossaktionärs Sentis einstellen. Dagegen stiegen die Mikron-Titel um 1,4 Prozent. Der Maschinenbauer verzehnfachte 2018 den Gewinn und stellte für das laufende Jahr mehr Umsatz und eine höhere Rentabilität in Aussicht.

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16:00

Die Rohölbestände in den USA sind in der vergangenen Woche deutlich gefallen. Sie sanken um 9,6 Millionen auf 439,5 Millionen Barrel, wie das US-Energieministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit Juli 2018. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg gerechnet.

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15:35

Die an diesem Mittwoch anstehenden geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed haben die US-Aktienmärkte zunächst in der Defensive gehalten.  Der Dow Jones Industrial fiel im frühen Handel um 0,42 Prozent auf 25 779,09 Punkte. Der marktbreite S&P 500 verlor 0,41 Prozent auf 2821,07 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 0,11 Prozent auf 7341,17 Zähler.

Die Fed wird voraussichtlich ihren abwartenden Kurs bestätigen. Angesichts einer sich abschwächenden Konjunktur hatte Notenbankchef Jerome Powell zuletzt ein "geduldiges" geldpolitisches Vorgehen in Aussicht gestellt. Einen Zinsschritt erwartet auf der Sitzung niemand. Fraglich ist aber, ob die anstehenden Zins- und Konjunkturprojektionen des geldpolitische Ausschusses die Tür für weitere Leitzinsanhebungen in diesem Jahr ganz schliessen.

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13:53

Aus Furcht vor einer Konjunkturabkühlung vor dem Hintergrund des geplanten Brexit-Aufschubs greifen Anleger zu britischen Staatsanleihen. Dies drückt die Rendite der 30-jährigen Titel auf ein 18-Monats-Tief von 1,635 Prozent. Die zehnjährigen Papiere rentieren bei 1,159 Prozent nach 1,186 Prozent am Vortag.

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13:30

Der Antrag auf eine kurze Verschiebung des Brexit kommt bei Devisenanlegern nicht gut an. Das Pfund Sterling weitet seine Verluste aus und verliert 0,6 Prozent auf 1,3187 Dollar.

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11:45

Nachdem der Leitindex SMI erst am Vortag eine weitere Jahresbestmarke gesetzt und sich damit seiner Rekordmarke nochmals weiter angenähert hatte, geht es am Mittwoch abwärts.  Der Swiss Market Index (SMI) fällt gegen 11.45 Uhr um 0,5 Prozent zurück auf 9'474 Punkte.

Besonders deutlich geht es für Bank-Aktien abwärts. Julius Bär, CS und UBS fallen zwischen 2,8 und 2,2 Prozent zurück. Nachrichten gibt es dabei nur von der Grossbank UBS. Diese will angesichts der eher schwierigen Lage an den Finanzmärkten weiter sparen. Konzernchef Sergio Ermotti sprach am Mittwoch an einer Konferenz von Morgan Stanley von zusätzlichen 300 Millionen US-Dollar kurzfristiger Kosteneinsparungen.

Auch europaweit gehören Bankaktien zu den grössten Verlieren. Zu Wochenbeginn hatten zunächst die Berichte über Fusionsverhandlungen zwischen den beiden deutschen Konkurrenten Commerzbank und Deutsche Bank für Kursgewinne in der Branche gesorgt. Nun mehren sich aber die kritischen Stimmen, die einem solchen Zusammenschluss gegenüber eher skeptisch gestimmt sind.

Neben den Banken trennen sich Investoren auch im grösseren Stil von den generell volatilen AMS-Aktien (-2,7%) sowie weiteren Zyklikern wie Logitech, Dufry und Swatch, die zwischen 1,9 und 1,7 Prozent nachgeben. Sie hatten am Vortag noch mit zu den grösseren Gewinnern gezählt.

Ein Händler spricht zudem von einer gewissen Sektorrotation. Investoren wechselten derzeit aus Sektoren wie Technologie raus in defensivere wie beispielsweise Konsum.

Dass sich defensivere Werte besser halten, zeigt sich auch anhand der drei Schwergewichte Nestlé (unverändert), Novartis (-0,1%) und Roche (-0,3%). Dabei standen Novartis mit einem Analystenkommentar und einer Kurszielerhöhung von Kepler Cheuvreux im Fokus. Der zuständige Experte hatte sich generell wohlwollend über die stärkere Pharma-Ausrichtung geäussert.

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11:19

Eine erneute Prognosesenkung brockt FedEx den grössten Kursrutsch des Jahres ein. Die Aktien verlieren im vorbörslichen US-Geschäft 7,1 Prozent.

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10:30

Schwache Geschäftszahlen der UBS drücken auf die Stimmung in der Finanzbranche.  Der europäische Banken-Index weitet seine Verluste aus und verliert 0,6 Prozent. Zu den grössten Verlierern zählt hier die Deutsche Bank mit einem Kursminus von 1,8 Prozent. UBS-Papiere büssen 2,3 Prozent ein. Die Titel des Rivalen Credit Suisse geben 2,4 Prozent nach.

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10:29

Der Autobauer BMW rechnet in diesem Jahr erneut mit einem Gewinneinbruch und verschärft seinen Sparkurs. Der Vorsteuergewinn werde durch zahlreiche Belastungen und hohe Investitionen in die Elektromobilität deutlich unter den 9,8 Milliarden Euro des Vorjahres liegen, teilte der Münchner Autobauer bei der Bilanzpräsentation 2018 am Mittwoch mit. Bis Ende 2022 sollen deshalb durch zahlreiche Massnahmen mehr als zwölf Milliarden Euro eingespart werden. Konzernchef Harald Krüger sagte, BMW müsse an seiner Ertragskraft arbeiten, um die zunehmenden Belastungen und den Umbruch in die Elektromobilität und selbstfahrende Autos auch künftig aus eigener Kraft stemmen zu können. "Die Transformation unserer Industrie ist in vollem Gange. In diesem Umfeld ist nachhaltig hohe Profitabilität entscheidend, um weiterhin Treiber des Wandels zu sein", ergänzte Finanzvorstand Nicolas Peter.

An der Börse kamen diese Aussichten nicht gut an: Die Aktien lagen mehr als vier Prozent im Minus, der grösste Kursrutsch seit einem halben Jahr.

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09:06

Die Schweizer Börse startet am Mittwoch im Minus. Gewinnmitnahmen und der bevorstehende Fed-Entscheid sorgen für eine verhaltene Marktstimmung. Der SMI startet 0,4 Prozent tiefer bei 9492 Punkten. Die Vorgaben aus Übersee sind eher verhalten und auch die meisten Börsen Asiens weisen leichte Abgaben auf. Im Handel wird dies vornehmlich auf Gewinnmitnahmen geschoben. Zudem dürfte vor dem Zinsentscheid des Fed am Abend ohnehin eine gewisse Vorsicht am Markt spürbar sein, heisst es von anderer Stelle.

Unter den Blue Chips sinken Novartis (-0,5 Prozent). Kepler Cheuvreux hat bei einem leicht erhöhten Kursziel seine Kaufempfehlung für die Pharmaaktie bestätigt. Der Fokus auf hochwertige Pharmazeutika sollte nicht zuletzt die Aufmerksamkeit der Investoren auf das ausgezeichnete Wachstum im Bereich Pharma lenken. Konkurrentin Roche (-0,3 Prozent) und das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,3 Prozent) starten etwas weniger schwach.

Bei den Bankaktien UBS (-0,4 Prozent), Credit Suisse (-0,4 Prozent) und Julius Bär (-1,0 Prozent) geht es ebenfalls abwärts. Hier dürften auch Gewinnmitnahmen einsetzen, nachdem die Titel seit Wochenbeginn gesucht waren. Bei Kühne+Nagel (-0,8 Prozent) ist es ist ein neuer Analystenkommentar eingetrofffen, der den Titeln allerdings nicht hilft. Die HSBC hat das Kursziel auf 147 Franken angehoben. Der Experte geht zwar von einem herausfordernden ersten Semester aus, rechnet aber ab 2020 wieder mit steigendem Momentum.

Im breiten Markt fallen Flughafen Zürich (+1,0 Prozent) nach einer Ratingänderung durch Goldman Sachs auf. Daneben liegen Unternehmenszahlen von Conzzeta (-3,6 Prozent), Mikron (+5,9 Prozent) und BVZ vor.

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08:30

Bedenken über den Ausgang der Gespräche im US-chinesischen Handelsstreit haben am Mittwoch etwas die Stimmung an Chinas Börsen getrübt. So gab der Hang Seng in Hongkong zuletzt um 0,30 Prozent nach. Der CSI 300 , der die 300 wichtigsten Werte an den Festlandsbörsen enthält, machte immerhin zwischenzeitliche Verluste von mehr als 1 Prozent vollständig wett und schloss 0,04 Prozent höher.

Der japanische Leitindex Nikkei 225 legte nach seiner Verschnaufpause am Vortag um 0,20 Prozent auf 21 608,92 Punkte zu. Gefragt waren in Tokio insbesondere die als wenig konjunktursensibel geltenden Immobilienwerte.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) wird vorbörslich 0,14 Prozent tiefer geschätzt. Alle Aktien ausser Novartis sind im Minus. Der Pharmatitel steigt 0,26 Prozent. Die grössten Abschläge verzeichnet die UBS-Aktie mit einem Minus von 0,55 Prozent. Am breiten Markt fallen die Aktien von AMS 1,7 Prozent.

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07:55

Der Euro hat sich am Mittwoch im frühen Handel nur wenig bewegt. Die Anleger halten sich vor wichtigen geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed zurück, heisst es von Marktbeobachtern. Am Morgen wird die Gemeinschaftswährung bei 1,1347 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Auch zum Franken tritt der Euro bei einem Stand von 1,1341 auf der Stelle. Der US-Dollar bewegt sich mit aktuell 0,9995 Franken ganz knapp unter Parität. Erst am Vortag war er erstmals seit zwei Wochen wie der unter diese Marke gefallen.

Vor der Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank am frühen Abend wird am Markt mit einem impulsarmen Handel gerechnet. Die US-Währungshüter dürften den Leitzins unverändert in einer Spanne von 2,25 bis 2,50 Prozent belassen und weiterhin ein "geduldiges" Vorgehen mit Blick auf künftige Zinserhöhungen in Aussicht stellen. Mit grosser Spannung werden am Devisenmarkt die neuen Projektionen der US-Notenbank zur künftigen Entwicklung der Leitzinsen erwartet.

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07:50

Die Ölpreise haben sich am Mittwoch uneinheitlich gezeigt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 67,71 US-Dollar. Das waren zehn Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel hingegen geringfügig um sechs Cent auf 58,97 Dollar.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wurden die Ölpreise durch die Befürchtung gebremst, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China nicht so schnell beigelegt werden kann wie zunächst erhofft. Wie das "Wall Street Journal" (WSJ) in der Mittwochausgabe unter Berufung auf Insider berichtet, soll in der kommenden Woche eine hochrangige US-Delegation zu weiteren Handelsgesprächen nach Peking reisen. Ziel sei es, eine Vereinbarung bis Ende April zu erreichen.

Nachdem die USA und China in den vergangenen Wochen von Fortschritten bei den Handelsgesprächen gesprochen hatten, war zunächst eine schnelle Übereinkunft noch im März erwartet worden. Der Handelskonflikt zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt hatte die Ölpreise in den vergangenen Monaten belastet.

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06:00

Der japanische Leitindex Nikkei liegt 0,1 Prozent im Plus bei 21'584 Punkten. Der breiter gefasste Topix legte ebenfalls 0,1 Prozent auf 1611 Zähler zu. Die meisten Händler gingen davon aus, dass die Fed ihre Zinspause fortsetzen werde, sagte Marktstratege Hiroyuki Ueno von Sumitomo Mitsui Trust Asset Management. Es sei aber schwer abzuschätzen wie der Handel auf den Entscheid reagiere. An den Finanzmärkten wird gespannt auf den aktualisierten Ausblick der Währungshüter geachtet.

Bei den Einzelwerten lagen Sony und Nintendo im Fokus, die 3,2 beziehungsweise 2,7 Prozent nachgaben. Zuvor hatte Google einen Videospiel-Streamingdienst angekündigt. Starttermin für Stadia soll in diesem Jahr sein.

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05:55

Der Franken notierte im fernöstlichen Devisenhandel zum Euro kaum verändert bei 1,1341. Zum Dollar steht der Franken bei 99,97 Rappen.

(cash/Reuters/AWP)