+++Börsen-Ticker+++ - Dow schafft vierte Gewinnwoche in Folge

Die anhaltenden Hoffnungen auf Fortschritte in den US-chinesischen Handelsgesprächen haben die Wall Street am Freitag auf Erholungskurs gehalten.
18.01.2019 23:28
Die US-Fahne weht vor New York im Wind.
Die US-Fahne weht vor New York im Wind.
Bild: Pixabay

23:00

Der Dow Jones Industrial stieg um 1,38 Prozent auf 24 706,35 Punkte. Auf Wochensicht ergibt dies ein Plus von 2,96 Prozent. Es ist für das Börsenbarometer die vierte Gewinnwoche in Folge.

Der marktbreite S&P 500 gewann am Freitag 1,32 Prozent auf 2670,71 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,98 Prozent auf 6784,61 Zähler nach oben.

Negative Nachrichten kamen derweil aus der Technologiebranche. Dass Tesla aus Kostengründen 7 Prozent seiner Vollzeitstellen abbauen will und auf ein schwächeres Schlussquartal 2018 einstimmte, kam am Markt nicht gut an: Die Aktien des Elektroautobauers sackten um fast 13 Prozent ab.

Beim Online-Videodienst Netflix sorgten durchwachsene Quartalszahlen für ein Kursminus von rund 4 Prozent. Während der rückläufige Gewinn die Analystenerwartungen übertroffen hatte, waren die Erlöse trotz eines kräftigen Anstiegs dahinter zurückgeblieben.

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17:50

Der Schweizer Aktienmarkt setzt am Freitag eine mehrtätige Gewinnserie fort. Der Leitindex SMI hat dabei kurz nach dem Mittag die prestigeträchtige Marke von 9000 Punkten zurückerobert. Der SMI schliesst bei 9023 Punkten (+1,2%). Für Kauflaune sorgt ein neuer Optimismus im Handelsstreit zwischen den USA und China, der die Finanzmärkte seit längerem belastet hatte. Medienberichten zufolge hat US-Finanzminister Steven Mnuchin vorgeschlagen, die Strafzölle auf chinesische Importe zu verringern oder ganz aufzuheben. Wenngleich ein schnelles Dementi des Finanzministeriums erfolgte: Am Markt wird dies als Zeichen dafür gesehen, dass die US-Regierung eine baldige Lösung der Querelen mit China anstrebt.

Entsprechend setzen am Freitag etwa die Bankaktien zu einer Gegenbewegung an: Credit Suisse gewinnen 1,9 Prozent, UBS 1,6 Prozent und Julius Bär gar 2,3 Prozent. Die Papiere von Temenos, einem Hersteller von Bankensoftware, ziehen im Schlepptau um 3,8 Prozent an.

Sika (+3,7%) führen die Erholung der konjunktursensitiven Aktien an. Auch Clariant (+2,9%) und Logitech (+2,5%) verbuchen auch überdurchschnittliche Kursgewinne.

Nicht so recht auf Touren kommen hingegen die Schwergewichte: Roche, Novartis und Nestlé.

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15:50

In der Hoffnung auf ein Ende des Zollstreits mit China decken sich Anleger wieder mit US-Aktien ein. Enttäuschende Firmenbilanzen bremsten den Anstieg allerdings.  Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung am Freitag um bis zu 0,6 Prozent.

Getrieben wurden die Käufe von einem Bericht des "Wall Street Journal", wonach US-Finanzminister Stephen Mnuchin bei der nächsten Verhandlungsrunde mit der Pekinger Regierung Ende Januar eine Aufhebung der Strafzölle auf chinesische Einfuhren vorschlagen will. Das Finanzministerium habe dies zwar zurückgewiesen, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses ThinkMarkets. Anleger setzten dennoch darauf. "Sollte es sich als Zeitungsente erweisen, wird der Verkaufsdruck immens sein."

Bei den Aktienwerten zog Tesla Aufmerksamkeit auf sich. Der Elektroauto-Pionier machte ersten Berechnungen zufolge zum Jahresabschluss weniger Gewinn als im dritten Quartal. Ausserdem sollen 3000 Stellen gestrichen werden. Beides decke sich mit seinen Erwartungen, schrieb Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies. Dennoch rutschten Tesla-Titel um 7,3 Prozent ab.

Enttäuscht reagieren Investoren auch auf die Zahlen von Netflix. Die Online-Videothek lockte zwar so viele Neukunden an wie nie zuvor. Das Umsatzplus zum Jahresende 2018 und die Ziele für das laufende Quartal blieben aber hinter den Erwartungen zurück. Netflix-Papiere verbilligten sich um 1,6 Prozent.

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14:50

Der SMI weitet die Gewinne aus und steigt um knapp 1,1 Prozent auf 9007 Punkte. Über der Schwelle von 9'000 Punkten hatte der Swiss Market Index (SMI) letztmals Anfang Dezember 2018 notiert. Kurz nach Weihnachten war er noch bis auf einen Tiefstwert von 8139 Zähler abgesackt.

Für Kauflaune sorgt ein neuer Optimismus im Handelsstreit zwischen den USA und China, der die Finanzmärkte seit längerem belastet hatte.

Auch die übrigen bedeutenden Börsenplätze in Europa bauen ihre Gewinne aus. Der Leitindex DAX in Frankfurt steigt um knapp 2 Prozent auf 11'132 Punkte, der CAC40 in Paris um 1,6 Prozent auf 4871 Zähler und der FTSE an der London Stock Exchange um 1,8 Prozent auf 6'956 Punkte.

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12:00

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 12 Uhr 0,8 Prozent höher bei 8'987 Punkten.

Bei den Einzelwerten setzten die Bankaktien zu einer Gegenbewegung an: Credit Suisse gewinnen 1,6, UBS 1,1 und Julius Bär 1,8 Prozent. Die Papiere hatten am Vortag unter den Zahlen von Société Générale und Morgan Stanley gelitten. Für die CS hatte das Research der UBS derweil das Kursziel um zwei auf 20 Franken gesenkt. Die Einstufung lautet aber weiterhin "Outperform".

Sika (+2,9%) führen die Erholung der Zykliker an, die ihre Kursdelle endgültig abgeschüttelt haben.

Neben Sika verbuchten auch andere konjunkturabhängige Aktien wie Clariant (+1,9%), Kühne+Nagel (+1,8%), Geberit (+1,8%), Richemont und ABB (+1,3% und 1%) sowie LafargeHolcim (+1,1%) überdurchschnittliche Kursgewinne.

Deutlich nach oben streben die ebenfalls am Vortag schwachen Technologiewerte: AMS ziehen um 4 Prozent an und Logitech um 2,3 Prozent. Und Temenos (+2,5%) setzten ihren starken Lauf vom Donnerstag fort.

Den ausführlichen SMI-Bericht zum Mittag lesen Sie hier.

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10:56

Nach einer Gewinnwarnung haben Anleger am Freitag einen großen Bogen um Telecom Italia gemacht. Die Aktien rauschten an der Mailänder Börse in der Spitze um mehr als neun Prozent auf 0,47 Euro in die Tiefe. Die italienische Telekomkonzern rechnet 2018 laut ersten Berechnungen mit einem Rückgang beim Gewinn und geht zudem davon aus, dass das heimische Geschäft auch im laufenden Jahr unter Druck bleiben dürfte. Der Konzern erwartet für 2018 einen organischen Kerngewinn von 8,1 Milliarden Euro, das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von knapp fünf Prozent.

Telecom Italia ächzt unter einem Schuldenberg von netto 25 Milliarden Euro und sieht sich mit einem gestiegenen Wettbewerbsdruck konfrontiert, insbesondere durch den Markteintritt des französischen Billiganbieters Iliad. In den vergangenen zwölf Monaten haben die Aktien rund 27 Prozent an Wert eingebüsst.

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09:15

Der Dax hat zum Handelsstart am Freitag die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Punkten übersprungen. Die Hoffnung auf eine baldige Annäherung im Handelsstreit zwischen China und den USA trieb den deutschen Leitindex um 0,8 Prozent auf 11.007 Zähler nach oben. Das war der höchste Stand seit mehr als sechs Wochen.

Die US-Regierung erwägt Medienberichten zufolge, die Einfuhrzölle auf chinesische Produkte aufzuheben. Einen entsprechenden Vorschlag habe Finanzminister Steven Mnuchin vorgelegt, berichtete das "Wall Street Journal" am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Ein Sprecher des Finanzministeriums wies den Bericht zwar zurück, die Anleger schöpften aber dennoch neuen Mut.

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09:10

Der SMI startet mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 8981 Punkten. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge erwägen Offizielle der Trump-Administration Massnahmen zur Senkung der Zölle auf chinesische Waren, um so die Finanzmärkte zu beruhigen.

Bei den Einzelwerten könnten erste Positionsbezüge in UBS (+1,6 Prozent) vor der Zahlenpublikation am Dienstag stattfinden. Für den Konkurrenten Credit Suisse (+1,5 Prozent) hat das Research der UBS derweil das Kursziel um zwei auf 20 Franken gesenkt. Die Einstufung lautet aber weiterhin "Outperform".

Die Schwergewichte Nestlé (unverändert), Novartis und Roche (je +0,6 Prozent) starten unterschiedlich. Im Auge behalten sollte man auch die konjunktursensitiven und exportorientierte Werte. Denn sollte die tatsächlich eine Senkung der Strafzölle gegen China erwägen, wäre dies laut Beobachtern ein gutes Signal. ABB eröffnen 1,4 Prozent fester; Adecco und LafargeHolcim ziehen um jeweils 1,2 Prozent an.

Im breiten Markt lohnt sich ein Blick auf die Anteilsscheine der Versandapotheke Zur Rose (+2,9 Prozent). Denn offenbar sind die Apotheker in Deutschland nach monatelangem Widerstand unter Umständen bereit, den Fortbestand des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zu akzeptieren. Unternehmenstzahlen gibt es von BB Biotech (-0,4 Prozent), Zehnder (-2,0 Prozent) sowie Hypothekarbank Lenzburg (+0,9 Prozent).

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08:45

Die wichtigsten asiatischen Börsen haben eine wechselhafte Handelswoche versöhnlich beendet. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an den Aktienmärkten des chinesischen Festlands gewann 1,82 Prozent auf 3168,17 Punkte. Für den Hongkonger Hang Seng ging es zuletzt um 1,15 Prozent auf 27 062,97 Zähler hoch. Auf Wochensicht entsprach das Gewinnen von knapp zweieinhalb beziehungsweise anderthalb Prozent. In Tokio schloss der Nikkei 225 1,29 Prozent fester bei 20 666,07 Punkten, womit er ein Wochenplus von anderthalb Prozent schaffte.

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08:25

Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel gestiegen. Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 61,90 US-Dollar. Das waren 72 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) erhöhte sich um 68 Cent auf 52,75 Dollar. Am Ölmarkt herrschen momentan zwei gegenläufige Entwicklungen vor. Auf der einen Seite fahren das Ölkartell Opec und mit ihm verbündete Grossproduzenten wie Russland ihre Produktion herunter. Auf der anderen Seite weiten die USA ihre Erdölförderung immer weiter aus.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der Bank Julius Bär vorbörslich bei 8951 Punkten (+0,4 Prozent). Die US-Regierung erwägt Medienberichten zufolge, die Einfuhrzölle auf chinesische Produkte aufzuheben. Einen entsprechenden Vorschlag habe Finanzminister Steven Mnuchin vorgelegt, berichtete das "Wall Street Journal" am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Ein Sprecher des Finanzministeriums wies den Bericht zurück.

Das grösste vorbörsliche Plus weisen UBS, ABB, Adecco, CS und LafargeHolcim (alle +0,6 Prozent) auf. Auch die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche dürften für Unterstützung sorgen. Am breiten Markt sorgen Dufry (+0,9 Prozent), Zehnder und BB Biotech (keine vorbörslichen Kurse) für News.

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07:39

Der Euro hat sich am Freitagmorgen nur wenig von der Stelle bewegt. Die Gemeinschaftswährung kostete im frühen Handel 1,1393 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Zum Franken bleibt der Euro bei einem Stand von 1,1325 weiterhin über der 1,13er Marke. Der US-Dollar zeigt sich bei 0,9941 Franken auf dem Stand des Vorabends.

Am Freitag stehen nur wenige Wirtschaftsdaten an, die am Devisenmarkt für Bewegung sorgen könnten. Allenfalls Produktionsdaten aus der US-Industrie und Daten zur Stimmung der amerikanischen Konsumenten ziehen grösseres Interesse auf sich. Zudem melden sich in Europa und den USA einige Notenbanker zu Wort.

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06:45

Der japanische Leitindex Nikkei stieg bis zum Mittag um 1,3 Prozent auf 20'674 Punkte auf den höchsten Stand seit einem Monat. Er folgte damit auch den positiven Vorgaben an den US-Börsen, die ebenfalls von dem Medienbericht beflügelt worden waren. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans gewann 0,7 Prozent. Die chinesische Börse in Shanghai legte 0,8 Prozent zu.

Die Anleger seien wieder risikofreudiger, sagten Händler. Auslöser war ein Medienbericht über eine mögliche Aufhebung von US-Einfuhrzöllen auf chinesische Produkte. Einen entsprechenden Vorschlag habe US-Finanzminister Steve Mnuchin vorgelegt, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Er habe die Kehrtwende im Handelsstreit für die nächste Verhandlungsrunde am 30. Januar ins Spiel gebracht. Ein Ministeriumssprecher dementierte den Bericht zwar, die Anleger schöpften aber neuen Mut.

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06:36

Der Euro notierte im fernöstlichen Devisenhandel kaum verändert bei 1,1393 Dollar. Zur japanischen Währung lag die US-Devise einen Tick höher bei 109,32 Yen.

(cash/Reuters/AWP)