+++Börsen-Ticker+++ - Enttäuschende Bilanzen und Dollar-Stärke setzen US-Börse zu

Enttäuschende Zwischenberichte einiger Grosskonzerne haben am Donnerstag den Anlegern in New York die Kauflaune verdorben.
19.07.2018 22:34
Trader an der Börse in New York.
Trader an der Börse in New York.
Bild: Bloomberg

22:30

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent tiefer auf 25.064 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,4 Prozent auf 2804 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,4 Prozent auf 7825 Punkte.

Nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage seien Gewinnmitnahmen durchaus angebracht, sagte ein Händler. Zudem hätten einige Unternehmen die hohen Erwartungen der Anleger nicht erfüllen können.

Die Börsen verringerten kurzzeitig ihre Verluste, nachdem Trump die Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve kritisiert hatte. "Ich bin nicht begeistert", sagte er dem Fernsehsender CNBC. Nach jeder Erhöhung wollten die Währungshüter die Zinsen weiter anheben. "Darüber bin ich nicht glücklich", erklärte Trump. "Aber gleichzeitig lasse ich sie machen, was sie für das Beste halten."

Einige Unternehmen warfen lange Schatten auf den Markt. So stürzten Ebay um über zehn Prozent ab. Das Online-Auktionshaus hat wegen schleppender Geschäfte bei seinem Online-Tickethändler StubHub seine Umsatzziele gekappt. Auch Alcoa brachen um mehr als 13 Prozent ein, da der Aluminiumkonzern im zweiten Quartal die Folgen der US-Zollpolitik zu spüren bekam und daher seine Gewinnprognose senkte.

Allerdings gab es auch einige Lichtblicke: Der weltgrößte IT-Dienstleister IBM punktete bei den Anlegern mit einem Umsatz- und Gewinnanstieg. Die Papiere zogen um 3,3 Prozent an, womit sie im Dow zu den größten Gewinnern zählten. Walt Disney gewannen 1,3 Prozent. Der US-Kabelriese Comcast gibt das Rennen um das Film- und Fernsehgeschäft von 21st Century Fox auf, womit der Weg für Disney bei Fox endgültig frei ist.

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17:30

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag im späten Handel im Fahrwasser einer schwächeren Eröffnung an der Wall Street die Gewinne abgegeben und leicht Terrain eingebüsst.  Der SMI notierte mit 8934 Zählern minim niedriger. Am Vortag war der Leitindex um 1,3 Prozent auf den höchsten Stand seit Ende Mai gestiegen. Auch besser als erwartete US-Konjunkturzahlen konnten die Kurse nur kurzzeitig anschieben.

Eine Flut von Halbjahreszahlen aus dem In- und Ausland sorgte für gemischte Gefühle. Auch sorgten sich die Marktteilnehmer weiter um die Folgen des US-Handelsstreits. "Nach der Kursrally vom Vortag war die Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen ohnehin gross", sagte ein Händler.

Im Mittelpunkt standen die Aktien von ABB, die nach dem Halbjahresbericht 2,8 Prozent zulegten. Trotz der anhaltenden Umsatzflaute hat der Elektrotechnikkonzern im zweiten Quartal 2018 mehr verdient. Der Gewinn kletterte um 30 Prozent auf 681 Millionen Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen.

Givaudan verschreckte mit einem Gewinnrückgang die Aktionäre: Die Titel gaben 3,7 Prozent nach.

Bei den Schwergewichten drückten enttäuschende Studienergebnisse den Kurs von Roche um 1,2 Prozent.

Bei den Finanzwerten tendierten die Banken gehalten, während die Versicherungen leicht abrutschten.

uch aus der zweiten Reihe sorgten zahlreiche Firmen mit ihren Berichten für Aufsehen: Bei Dormakaba büsste die Aktie nach einer Gewinnwarnung fast einen Fünftel des Werts ein und verbuchte kursmässig einen der schwärzesten Tage in der Geschichte der Schliesstechnikfirma.

Die Aktien von Rieter brachen 14,7 Prozent ein. Der Textilmaschinenhersteller rechnet nach einem Gewinnrückgang im ersten Halbjahr auch für das ganze Jahr mit weniger Gewinn.

Die Titel von Temenos sackten 4,8 Prozent ab. Die Bankensoftware-Firma hat den Gewinn im zweiten Quartal um ein Viertel gesteigert und bekräftigte die Prognose für 2018.

Die Aktien von Leonteq brachen 11,1 Prozent ein. Verantwortlich dafür war aber nicht das im Markt als gut bezeichnete Ergebnis, sondern eine unerwartete Kapitalerhöhung.

Meyer Burger stürzten um 14,8 Prozent ab. Der Solarzulieferer verbuchte wieder schwarze Zahlen. Die Firma enttäuschte aber mit dem Auftragseingang, sagte ein Händler.

Den ausführlichen SMI-Schlussbericht lesen sie hier.

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17:06

Testergebnisse zum Augenmedikament Abicipar haben bei den Aktien der Schweizer Biotechnologiefirma Molecular Partners am Donnerstag zu einer Berg- und Talfahrt geführt. Die Titel der Gesellschaft aus Schlieren bei Zürich kletterten vorerst um bis 14,5 Prozent auf 25,65 Franken. Ergebnisse von Phase III-Studien räumten Zweifel an der Wirksamkeit des zusammen mit US-Partner Allergan entwickelten Medikaments aus. Abicipar soll gegen altersbedingte Makuladegeneration (AMD) eingesetzt werden. Die am weitesten fortgeschrittene Wirkstoff der Jungfirma muss nach einer Zulassung gegen bereits gut etablierte Milliardenmedikamente wie Lucentis von Roche und Novartis bestehen.

Im weiteren Handelsverlauf gewannen dann aber die Skeptiker die Oberhand und die Titel verloren 13 Prozent auf 19,50 Franken. Abicipar hat für die Patienten zwar den Vorteil, dass weniger Augen-Injektionen notwendig sind als bei Konkurrenz-Produkten. Gleichzeitig hat das Medikament den Nachteil, dass es öfter zu Augenentzündungen führt als andere Wirkstoffe. Molecular Partners gab sich zuversichtlich, die Verunreinigungen im Herstellungsprozess in den Griff zu bekommen und damit die Entzündungsrate drücken zu können.

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16:06

Philip Morris fallen um 6,9 Prozent auf 76,52 Dollar. Der Anbieter von "Marlboro" und der E-Zigarette "iQOS" hatte seine Gewinnerwartungen gesenkt. Im laufenden Jahr seien die Zigaretten- und E-Zigaretten-Lieferungen rückläufig, teilte das Unternehmen mit. Die Aktien des Rivalen Altria fielen um 3,9 Prozent.

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15:45

Enttäuschende Zwischenberichte einiger Grosskonzerne haben am Donnerstag auch den Anlegern in New York die Kauflaune verdorben.  Der Dow Jones und der S&P 500 rutschten in den ersten Handelsminuten um je 0,3 Prozent ab. Auch der Nasdaq-Composite gab nach. Nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage seien Gewinnmitnahmen durchaus angebracht, sagte ein Händler. Zudem hätten einige Unternehmen die hohen Erwartungen der Anleger nicht erfüllen können.

So stürzten Ebay um über sieben Prozent ab. Das Online-Auktionshaus hatte wegen schleppender Geschäfte bei seinem Online-Tickethändler StubHub seine Umsatzziele gekappt.

Lange Gesicht gab es auch bei Alcoa, die um mehr als fünf Prozent einbrachen. Der Aluminiumkonzern bekam im zweiten Quartal die Folgen der US-Zollpolitik zu spüren und senkte daher seine Gewinnprognose.

Der weltgrößte IT-Dienstleister IBM punktete bei den Anlegern dagegen mit einem Umsatz- und Gewinnanstieg. Die im Dow gelisteten Papiere zogen um über drei Prozent an, womit sie die Gewinnerliste anführten.

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15:36

Mit seinem 21-prozentigen Gewinnanstieg hat American Express die Anleger nicht überzeugen können. Die im Dow Jones gelisteten Aktien fielen in New York um drei Prozent auf 99,90 Dollar. Im Wettbewerb mit Großbanken wie JP Morgan und Citigroup hatte der Kreditkartenanbieter im zweiten Quartal seine Ausgaben für Bonusprogramme erhöht. Sie stiegen um elf Prozent auf 2,43 Milliarden Dollar.

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15:10

Der chinesische Yuan ist auf ein Ein-Jahres-Tief gesunken, nachdem die Zentralbank wenig Anzeichen für ein Eingreifen zeigte, um den Rückgang der Landeswährung zu bremsen.  Der Yuan fiel im Offshore-Handel bis zu 0,85 Prozent auf 6,8032 pro Dollar, den niedrigsten Stand seit Juli 2017. Die People’s Bank of China (PBOC) hat am Donnerstag zum ersten Mal seit Beginn der Abwärtsbewegung ihr Fixing über 6,7 hinaus abgeschwächt. Anzeichen einer weiteren Lockerung der Geldpolitik verstärken ebenfalls den Druck, und einem Bericht von China Business News zufolge haben die geldpolitischen Entscheider Anstrengungen unternommen, Bankkredite und Investitionen in Unternehmensanleihen mit niedrigerem Rating zu fördern.

Der Yuan ist im vergangenen Monat um mehr als 4 Prozent gefallen, die schlechteste Performance unter den 31 Hauptwährungen, nachdem die Konjunktur in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt ins Stocken geraten ist und ein Handelskonflikt mit den USA eskalierte. China wird eine höhere Volatilität des Yuan und eine moderate Abschwächung der Währung tolerieren, solange es keine grössere Bedrohung für die Finanzstabilität gibt, sagt Pimco.

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14:04

Spekulationen auf eine schwindende Nachfrage als Folge des Handelsstreits zwischen den USA und China drückt den Kupferpreis erstmals seit einem Jahr unter die Marke von 6000 Dollar. Das Industriemetall verbilligt sich um 2,6 Prozent auf 5988 Dollar je Tonne.

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13:22

Die Ölpreise sind am Donnerstag gesunken. Nachdem sich die Preise am Morgen noch wenig bewegt hatten, ging es im Mittagshandel deutlich nach unten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete zuletzt 71,86 US-Dollar. Das waren 1,04 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für US-Öl zur Lieferung im August fiel um 92 Cent auf 67,84 Dollar.

Marktbeobachter verwiesen auf die jüngste Entwicklung der US-Ölreserven und der amerikanischen Fördermenge. Am Vortag hatte die amerikanische Regierung überraschend einen Anstieg der Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche um 5,8 Millionen Barrel auf 411,1 Millionen Barrel gemeldet. Analysten waren hingegen von einem Rückgang um 3,5 Millionen Barrel ausgegangen. Ausserdem war zeitgleich gemeldet worden, dass die US-Ölproduktion einen neuen Rekordwert von 11,0 Millionen Barrel pro Tag erreicht hatte.

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12:00

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstagvormittag etwas fester. Nach einer leicht schwächeren Eröffnung drehten die Indizes - zuerst der SMI - im Vormittagshandel ins Plus.  Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis um 12 Uhr um 0,2 Prozent auf 8'956 Punkte. Gestützt wird der Markt von den Schwergewichten Nestlé (+0,5 Prozent) und Novartis (+0,7 Prozent). Letztere profitieren weiterhin vom starken Halbjahresabschluss, den das Pharmaunternehmen am Mittwoch veröffentlicht hatte.

Im Fokus stehen aber ABB, die 4,6 Prozent zulegen und damit den SMI anführen vor Credit Suisse (+0,7 Prozent), Novartis (+0,7 Prozent) und UBS (+0,6 Prozent). Für Roche geht es um deutliche 1,1 Prozent nach unten. Hier belasten Studiendaten zum Immuntherapeutikum Tecentriq bei Lungenkrebs.

Nach unten gedreht haben auch Kühne+Nagel (-2 Prozent), die im frühen Geschäft noch zu den Gewinnern gehörten.

Im breiten Segment stehen vor allem Dormakaba mit einem Minus von 17,5 Prozent vor Bobst (-16,7 Prozent), Rieter (-12,2 Prozent), Meyer Burger (-10,5 Prozent) und Leonteq (-11,7 Prozent) im Fokus.

Die Abschlüsse oder Vormeldungen dieser Gesellschaften enthielten alle einen Wermutstropfen für die Aktionäre. So will beispielsweise das Fintech-Unternehmen Leonteq, das operativ zu überzeugen wusste, auf absehbare Zeit keine Dividende mehr ausschütten und plant ausserdem eine Kapitalerhöhung.

Meyer Burger andererseits ist zwar nach vielen Quartalen die Rückkehr in die Gewinnzone geglückt, die Aussagen zum Auftragseingang lassen die Analysten aber nichts Gutes für die nahe Zukunft erwarten.

Der Verpackungsmaschinenhersteller Bobst wiederum machte eine Gewinnwarnung und das Schliesstechnik-Unternehmen Dormakaba musste die avisierten Mittelfristziele bis zu zwei Jahre nach hinten verschieben.

Gute Zahlen zum Halbjahr wies Temenos aus, dennoch verlieren die Titel 6,3 Prozent. Hier spricht man von Gewinnmitnahmen nach einem guten Lauf in diesem Jahr.

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11:01

Enttäuschende Zahlen zur Kauflaune der britischen Verbraucher versetzen der Währung des Landes einen weiteren Schlag. Das Pfund Sterling verlor am Donnerstag binnen Minuten einen knappen halben US-Cent und war mit 1,2981 Dollar so billig wie zuletzt vor elf Monaten. Die Einzelhändler steigerten ihren Umsatz im Juni den Angaben nach nur noch um 2,9 Prozent, nach 4,1 Prozent im Vormonat. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Plus von 3,7 Prozent gerechnet. Dies dämpfte Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung der Bank von England (BoE) weiter, nachdem am Mittwoch bereits eine überraschend geringe Inflation bekannt gegeben worden war.

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10:32

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag weiter gesunken. Am Vormittag erreichte die Gemeinschaftswährung ihr Tagestief bei 1,1606 US-Dollar. Sie notierte damit tiefer als am Vorabend.

Zum Schweizer Franken tendiert die europäische Gemeinschaftswährung ebenfalls leicht schwächer. Aktuell wird der Euro zu 1,1623 Franken gehandelt nach 1,1638 Franken im frühen Handel. Der Dollar hat dagegen zum Franken wieder Parität erreicht und notiert auf 1,0006 Franken nach 0,9992 Franken am Morgen.

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10:27

Die Aktien von Leonteq verzeichnen am Donnerstagmorgen überdurchschnittlich hohe Kursverluste. Das Fintech-Unternehmen hatte zwar mit seinen Halbjahresresultaten die Erwartungen der Analysten übertroffen. Verschnupft zeigen sich die Marktteilnehmer aber darüber, dass das Unternehme in nächster Zeit die Dividende aussetzten und zudem eine Kapitalerhöhung vornehmen will.

Bis gegen 10.10 Uhr büssen die Aktien von Leonteq bei überdurchschnittlich hohen Volumen 10 Prozent auf 55,65 Franken ein - zwischenzeitlich waren die Valoren gar bis auf 52,50 Franken zurückgekommen. Der Gesamtmarkt (SPI) steht 0,14 Prozent tiefer. Umgesetzt wurde bis zu diesem Zeitpunkt rund das Dreifache des durchschnittlichen Handelsvolumens.

Leonteq hat dank guter Kundennachfrage und günstigem Marktumfeld die Ertragsbasis deutlich gesteigert und damit auch die Gewinnerwartungen klar überboten. "Man kann daher endgültig von einem geglückten Turnaround sprechen", schreibt Michael Kunz von der ZKB in einem Kommentar.

Das starke operative Ergebnis werde indes durch die angekündigte Kapitalerhöhung überschattet, ergänzen die Bankenexperten der UBS. Diese gehen davon aus, dass diese Mittelaufnahme zu einer Verwässerung ihres prognostizierten Gewinns pro Aktie von 16 Prozent führen wird.

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10:26

Die Rieter-Aktien sind zu Handelsbeginn am Donnerstag eingebrochen. Der Spinnereimaschinenhersteller enttäuscht mit seinen Halbjahreszahlen: So harzt es bei den Aufträgen sowie der Profitabilität. Bei den Zielen für das laufende Jahr buchstabiert das Management leicht zurück.

Die Rieter-Aktie fällt bis 9.55 Uhr um 14,0 Prozent auf 157,10 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am SPI um 0,18 Prozent im Minus liegt.

Rieter vermeldete am Donnerstag zwar eine Umsatzsteigerung. Doch kann das Unternehmen nur wenige neue Bestellungen vorweisen. Bei der Profitabilität geht es zudem abwärts. Die aktuelle EBIT-Marge ist mit 2,7 Prozent weit vom Mittelfristziel von 10 Prozent entfernt. Gleichwohl wurde dieses bestätigt. Und auch am Umsatzziel für das laufende Jahr hält das Management fest: Die Erlöse sollen über dem Vorjahr zu liegen kommen.

Analysten zeigten sich skeptisch. Die UBS schreibt von einem erneuten Rückschlag bei der Profitabilität.

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10:00

Die Aktie des Schliesstechnikkonzerns Dormakaba stürzen am Donnerstagmorgen ab. Das Unternehmen musste die avisierten Mittelfristziele zwei Jahre nach hinten verschieben. Angesichts der Revision des Ausblicks zeigen sich Anleger und Analysten enttäuscht. Bis 10 Uhr brechen die Dormakaba-Papiere um rund 15 Prozent auf 628 Franken ein. Zuvor war die Aktie kurzeitig für unter 616 Franken zu haben. Das sind Werte, die zuletzt vor über zwei Jahren erreicht wurden. Der Gesamtmarkt (SPI) tendiert mit -0,13 Prozent derweil etwas tiefer.

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09:15

Der Schweizer Aktienmarkt startet am Donnerstag uneinheitlich in den Handel. Es gibt wenige Ausreisser nach oben und etliche Abstürze bei den mittelkapitalisierten Aktien. Der Swiss Market Index notiert nach Handelseröffnung 0,07 Prozent höher. Die Vorgaben aus Übersee sind neutral bis freundlich. Die Wall Street reagierte kaum auf die Veröffentlichung des Konjunkturberichts der US-Notenbank Fed, das sogenannte Beige Book. Denn am Vortag hatte US-Notenbank-Chef Jerome Powell in seinem Rechenschaftsbericht vor dem Senat den Zustand der US-Konjunktur als gut bewertet.

Im Fokus stehen die Aktien von ABB, die 4,3 Prozent zulegen. Der Industriekonzern verzeichnet im zweiten Quartal ein moderates Wachstum bei verbesserter Gewinnmarge. Auf Gewinnebene übertraf er die Konsens-Erwartungen der Analysten.

Gestützt wird der SMI auch von den Aktien des Pharmakonzerns Novartis (+0,2 Prozent), der gestern starke Semesterzahlen veröffentlicht hatte. Viele Blue Chips tendiert indes tiefer. Givaudan geben 3,2 Prozent nach, obwohl der weltgrösste Aromen- und Riechstoffhersteller mit seinen Halbjahreszahlen die Markterwartungen ebenfalls übertroffen hat.

Enttäuschende Studienergebnisse setzten auch dem Titel des Pharmakonzerns Roche zu. Die Genusscheine verlieren im frühen Handel 1,3 Prozent und gehörten damit zu den Schlusslichtern bei den Schweizer Standardwerten. Die Immuntherapie Tecentriq reduziert in Kombination mit Chemotherapie bei Lungenkrebs-Patienten zwar das Risiko einer Krankheitsverschlechterung. Abschliessende Daten zur Überlebensrate der Patienten legte Roche aber noch nicht vor. Damit habe Tecentriq einen Rückstand auf das Konkurrenzprodukt Keytruda der amerikanischen Merck, erklärte Baader Helvea-Analyst Bruno Bulic. Er setzte ein Fragezeichen hinter dem Wirkmechanismus von Tecentriq.

Auf ein erfolgreiches Halbjahr zurückblicken kann Kühne+Nagel (+0,7 Prozent). Bei allen wichtigen Gewinnzahlen gelang dem Konzern eine deutliche Steigerung im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Im breiten Segment stehen vor allem Rieter (-13 Prozent), Dormakaba (-16 Prozent) und Leonteq (-9 Prozent) mit ihren Zwischenergebnissen negativ im Rampenlicht. Dabei verzeichnete Rieter eine deutliche Umsatzsteigerung, der Bestellungseingang verlief aber schleppend. 

Dormakaba steigerte zwar den Umsatz und den EBITDA, das organische Wachstum und die EBITDA-Marge blieben jedoch hinter den Erwartungen des Unternehmens zurück. Leonteq schliesslich übertraf mit seinem Gewinnzahlen ebenfalls die Analystenprognosen. Temenos verlieren nach den Halbjahreszahlen 4 Prozent, Bobst 9 Prozent.

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08:10

Der Swiss Market Index steht im vorbörslichen Handel gemäss Berechnungen von Julius Bär 0,08 Prozent höher. Die Angaben sind aber mit Vorsicht zu geniessen, es kam im Verlauf des vorbörslichen Handels zu mehreren abenteuerlichen Kehrtwenden bei den Kursen. 

Am Vortag war der Leitindex um 1,3 Prozent auf den höchsten Stand seit Ende Mai gestiegen. Im Mittelpunkt standen die Aktien von ABB, die vorbörslich mehr als zwei Prozent zulegten. Trotz der anhaltenden Umsatzflaute hat der Elektrotechnikkonzern im zweiten Quartal 2018 mehr verdient. Der Gewinn des Unternehmens kletterte um 30 Prozent auf 681 Millionen Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 631 Millionen Dollar.

Die Aktien von Givaudan gaben nach einem Gewinnrückgang im ersten Halbjahr vor dem offiziellen Handelsstart jedoch 0,6 Prozent nach.

Zu Abschlägen dürfte es nach einer Gewinnwarnung auch bei Dormakaba und nach einem Gewinnrückgang bei Rieter kommen, während bei Leonteq die geplante Kapitalerhöhung auf den Kurs drücken dürfte. Die Titel von Kühne + Nagel werden nach einem Gewinnzuwachs im ersten Halbjahr jedoch höher erwartet. 

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06:30

Der japanische Leitindex Nikkei notiert 0,1 Prozent im Minus, nachdem er lange Zeit im positiven Bereich lag. Die chinesische Börse in Shanghai trat auf der Stelle, ebenso der Der Hang Seng in Hongkong. An der Wall Street hatten vor allem die Bilanzen der Großbank Morgan Stanley und von United Airlines die Anleger zuversichtlich gestimmt.

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06:25

Der Euro bewegte sich am Devisenmarkt in Fernost kaum. Er trat bei 1,1644 Dollar auf der Stelle. Der Schweizer Franken lag zum Euro ebenfalls wenig verändert bei 1,1630 wie auch zum Dollar bei 0,9988. 

(cash/AWP/Reuters)