Börsen-Ticker - Erleichterungsrally an Schweizer Börse nach erster Wahlrunde in Frankreich

Nach dem Sieg des EU-Befürworters Emmanuel Macron in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen haben die Anleger an der Schweizer Börse am Montag kräftig zugegriffen.
24.04.2017 17:40
Eine rasante Fahrt legte die Schweizer Börse am Montag nach der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen hin.
Eine rasante Fahrt legte die Schweizer Börse am Montag nach der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen hin.
Bild: Pixabay

17:40

Händler sprechen von einer Erleichterungsrally, die mit grossen Umsätzen einhergehe. "Die Märkte waren vor der Wahl ja wie paralysiert. Da hat sich Einiges aufgestaut", sagt ein Händler. "Es steht einer Fortsetzung der Aktienrallye bis in das Jahr 2018 hinein nichts mehr im Wege", sagt Bill Street von State Street Global Advisors. Gefragt waren vor allem Aktien von Banken und zyklischen Firmen.

Der SMI steigt um 1,8 Prozent auf 8711 Punkte und erreichte bei 8713 Punkte ein Jahreshoch. Der breite und dividendenbereinigte SPI steigt um 1,7 Prozent auf ein Allzeithoch bei (gerundeten) 9815 Zählern.

An der Spitze der Bluechips stehen die Aktien der Banken, die europaweit kräftig anzogen. Der Branchenindex legte 4,7 Prozent zu. Händler erwarten verstärkt anziehende Renditen, was die Geschäftsaussichten der Finanzindustrie merklich verbessern sollte. Die Aktien von UBS und Credit Suisse legen 5,0 und 4,3 Prozent zu.

Zu den wenigen Werten, die zu niedrigeren Kursen gehandelt wurden, zählen Lafarge-Holcim mit minus 0,6 Prozent. Der Zementproduzent wechselt den Konzernchef aus. Dagegen waren andere zyklische Werte stark gefragt. Die Aktien von ABB, Clariant, Geberit und Adecco rücken um bis zu 3,5 Prozent vor.

Eher vernachlässigt wurden Anlagen, die wegen der Unsicherheit in Zusammenhang mit den französischen Wahlen als sicherer Hafen angelaufen wurden: Die schwergewichtigen und als krisenresistent geltenden Titel der Pharmakonzerne Novartis und Roche sowie des Lebensmittelriese Nestlé ziehen 1 bis 2 Prozent an. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Montag.)

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15:45

US-Anleger reagieren mit Erleichterung auf den Erfolg von Emmanuel Macron in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich und greifen beherzt bei Aktien zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte am Montag auf ein Rekordhoch. "Das Ergebnis der ersten Runde der Frankreichwahl gefällt sehr", sagte Chef-Marktstratege Peter Cardillo von First Standard Financial.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete 1 Prozent im Plus bei 20'760 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 1,1 Prozent auf 2374 Zähler. Die Nasdaq kletterte 1,2 Prozent auf 5980 Stellen.

Von der positiven Stimmung profitierten am stärksten die Bankwerte. Sie hatten unter der Vorsicht der Anleger wegen geopolitischer Risiken wie in Nordkorea in der vergangenen Woche am meisten gelitten. Der US-Bankenindex legte über 2 Prozent zu.

Zu den grössten Gewinnern gehörten die Anteilsscheine des Herstellers von medizinischen Geräten, CR Bard. Sie sprangen knapp 20 Prozent auf 302 Dollar in die Höhe nachdem Konkurrent Becton Dickinson ein Übernahmeangebot für 24 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt hat. Becton bietet je Bard-Aktie 317 Dollar.

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12:40

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit deutlichen Aufschlägen in die neue Börsenwoche gestartet. Getragen wird der Leitindex SMI von den starken Avancen der Banken und Zykliker, die in der Hoffnung auf eine Wahl des wirtschaftsfreundlichen Emmanuel Macron zum französischen Präsidenten kräftig zulegen. Macron werden für die Stichwahl von Anfang Mai gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen die grösseren Wahlchancen zugesprochen. Im weiteren Tagesverlauf dürften Häuserdaten aus den USA die gute Stimmung kaum eintrüben.

Bis am Mittag klettert der SMI um 1,5% auf 8686 Punkte (Tageshoch 8692). Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 1,8% auf 1390 und der breite SPI 1,4% auf 9782 Stellen. Auch der Euro erhält Auftrieb und ist zum Schweizer Franken über die Marke von 1,08 gestiegen.

Die grössten Gewinner sind die Papiere der Grossbanken UBS (+5,4%) und Credit Suisse (+4,4%). Nebst der Aussicht auf ein stabileres politisches Umfeld in Europa, bieten dem Finanzsektor auch die Pläne Donald Trumps zum Abbau der US-Bankenregulierung Rückenwind. Bei den Zyklikern rücken aktuell Richemont (+3,1%) und Adecco (+2,8%) am stärksten vor.

Die defensiven Schwergewichte hinken der sehr guten Börsenentwicklung leicht hinterher. Novartis legen um 1,1% zu, wobei positive Daten zum MS-Mittel Gilenya und die europäische Zulassungsempfehlung für die Biosimilar Rituximab und Etanercept unterstützen. Rituximab könnte als Biosimilar zum Roche-Medikament MabThera/Rituxan auf den Markt kommen, was den Genussscheinen (+0,8%) etwas den Wind aus den Segeln nimmt. Nestlé gewinnt mit einer Kurszielerhöhung 1,2% dazu.

Zu reden gibt der Zementkonzern Lafarge-Holcim (+0,4%). CEO Eric Olson wird mit Blick auf die Syrien-Affäre im Sommer zurücktreten. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Mittag.)

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10:35

Die Schweizer Börse reagiert am Montag mit kräftigen Kursgewinnen auf den Sieg des EU-Befürworters Emmanuel Macron beim ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Händler sprechen von einer Erleichterungsrally. "Die Märkte waren vor der Wahl ja wie paralysiert. Da hat sich Einiges aufgestaut", sagt ein Händler. Nun werde erwartet, dass Macron auch die Stichwahl im Mai gewinnen werde, schreibt die Credit Suisse in ihrem Tageskommentar. "Und das gibt den Aktienmärkten Auftrieb", sagt ein Börsianer.

Der SMI legt 1,5 Prozent auf 8682 Punkte zu und verbucht damit den stärksten Kursanstieg seit drei Monaten. In der Vorwoche war der Leitindex wegen der Frankreich-Wahlen abgebröckelt.

An der Spitze der Bluechips stehen die Aktien der Banken, die europaweit kräftig anziehen. Der Branchenindex legt 3,7 Prozent zu. Die Aktien von UBS und Credit Suisse legen 4,2 und 4,6 Prozent zu. CS schiebt einem Medienbericht zufolge ihre Entscheidung über einen möglichen Börsengang des Schweizer Geschäfts auf. Im Aufwind sind auch die Aktien der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel mit einem Plus von 2 und 1,7 Prozent. Versicherungswerte tendieren um bis zu 2 Prozent höher.

Mit einem Minus von 1,1 Prozent fällt Lafarge-Holcim aus dem Marktrahmen. Der Zementproduzent wechselt den Konzernchef aus. Eric Olsen trete Mitte Juli zurück, teilte das Unternehmen mit. Die Aktien von ABB, Clariant, Geberit und Adecco rücken um rund 2 Prozent vor.

Weniger gefragt sind Anlagen, die wegen der Unsicherheit im Zusammenhang der französischen Wahlen als sicherer Hafen angelaufen wurden: Die schwergewichtigen und als krisenresistent geltenden Titel der Pharmakonzerne Novartis und Roche sowie des Lebensmittelriese Nestlé ziehen rund 1 Prozent an.

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9:10 Uhr

Der Handel beginnt mit einen Plus von 1,3 Prozent: Der SMI steigt entsprechend auf 8665 Punkte. Grund ist di erste Runde der Präsidentenwahlen in Frankreich: Händler bezeichneten den Stimmenvorsprung des Euro-Unterstützers Emmanuel Macron als "perfektes Szenario" für die Märkte. Das gute Abschneiden Macrons habe auch das Albtraum-Szenario für die Stichwahl einer möglichen Entscheidung zwischen den beiden Euro-Gegner Le Pen und Jean-Luc Mélenchon verhindert, heisst es am Markt weiter. Vor diesem Hintergrund kletterten die asiatischen Märkte sowie die US-Futures in die Höhe, während der Euro deutlich an Wert gewann.

Lafarge-Holcim (+0,4 Prozent) kann mit dem Gesamtmarkt nicht mithalten. Beim Zementkonzern zieht CEO Eric Olsen die Konsequenzen aus der Affäre um das syrische Lafarge-Werk und tritt auf Mitte Juli zurück. Der Verwaltungsrat sei nach eingehender Prüfung der Sachlage zwar zum Ergebnis gekommen, dass Olsen weder für Fehlverhalten verantwortlich war. Olsen wolle mit seinem Schritt aber Ruhe in das Unternehmen bringen, begründet der Konzern. Ein interner Untersuchungsbericht habe bestätigt, dass einige Massnahmen für die Weiterführung eines Betriebs des Werks in Syrien nicht akzeptierbar waren.

Andere Zykliker profitieren von der guten Börsenstimmung um die Präsidentschaftswahl in Frankreich, und so klettern etwa ABB (+2,6 Prozent) und Adecco (+2,9 Prozent) stark in die Höhe. Desweiteren liegen auch Finanztitel wie UBS (+3,3 Prozent), Credit Suisse (+3 Prozent) oder Zurich Insurance (+1,4Prozent) in der Gunst der Anleger.

Zu einem grösseren Sprung könnten auch Novartis (+1,1 Prozent) ansetzen. Der Pharmakonzern hat mit neuen Daten zum MS-Mittel Gilenya dessen Wirksamkeit untermauert und für die Biosimilar Rituximab und Etanercept der Generika-Tochter Sandoz vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassungsempfehlung erhalten. Die beiden weiteren Schwergewichte Roche und Nestlé liegen mit 1,3 bzw. 1,1 Prozent ebenfalls klar im Plus.

Syngenta (+0,8 Prozent) hat derweil die Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt und dabei einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Vielmehr dürfte aber der Stand der Übernahme durch Chemchina interessieren. CEO Erik Fyrwald zeigt sich zuversichtlich, dass der Deal noch im Mai über die Bühne gehen wird. Die Übernahme von Actelion (+1 Prozent) durch den US-Konzern Johnson & Johnson ist bereits so gut wie vollzogen. Nach Ablauf der Nachfrist hält J&J weit über 90 Prozent am Allschwiler Pharmaunternehmen.

Noch ist nicht klar, wer die Plätze von Actelion und Syngenta im SMI einnimmt. Als ein heisser Kandidat wird etwa das Bioscience-Unternehmen Lonza genannt. Im breiten Markt hat die Glarner Kantonalbank Quartalszahlen vorgelegt und dabei den Wachstumskurs im laufenden Jahr fortgesetzt. Panalpina könnten derweil von einer Kurszielerhöhung profitieren, während Lindt&Sprüngli ex-Dividende gehandelt werden.

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8:10 Uhr

Der linksliberale Ex-Wirtschaftsminister Macron holte im ersten Wahlgang am Sonntag am meisten Stimmen. Seine Gegenspielerin in der zweiten Runde am 7. Mai wird die Euro-Gegnerin Marine Le Pen vom Front National sein. Wegen ihrer deutlich rechts positionierten Ansichten dürfte sie aber das übrige Polit-Spektrum gegen sich haben und die Wahl verlieren.

"Die Märkte waren vor der Wahl ja wie paralysiert. Da hat sich Einiges aufgestaut", sagte ein Händler. Nun werde erwartet, dass Macron auch die Stichwahl im Mai gewinnen werde, schrieb die Credit Suisse in ihrem Tageskommentar. "Und das gibt den Aktienmärkten Auftrieb", sagte ein Börsianer.

Damit laufen die Frankreich-Wahlen ganz im Sinne der Finanzakteure. Der SMI steigt vorbörslich um 0,85 Prozent auf 8626 Punkte. Zykliker wie ABB (+1,3 Prozent), Adecco (1,25 Prozent) sowie die Banken UBS (+1,25 Prozent) und Credit Suisse (+1,2 Prozent) steigen besonders stark. Am schwächsten legt LafargeHolcim (+0,1 Prozent) zu: Der Zementkonzern wird von einem Rücktritt erschüttert: CEO Eric Olsen wird im Juli sein Amt abgeben, nachdem der Konzern Fehlverhalten im Nahen Osten zugegeben hat (zu den vorbörslichen Kursen

(cash/Reuters)