+++Börsen-Ticker+++ - Fed-Konjunkturoptimismus gibt US-Börsen Auftrieb

Die Wall Street hat am Dienstag beflügelt von Äusserungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell zugelegt. Powell verbreitete vor dem Bankenausschuss des Senats in Washington Konjunkturoptimismus.
17.07.2018 22:31
Fed-Chef Jerome Powell.
Fed-Chef Jerome Powell.
Bild: Bloomberg

22:30

Der Dow Jones schloss 0,2 Prozent höher auf 25'119 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 2809 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,6 Prozent auf 7855 Punkte.

Mit der richtigen Geldpolitik bleibe in den nächsten Jahren der Arbeitsmarkt stark und die Inflation in der Nähe von zwei Prozent, sagte Powell. Mit der weiter schrittweisen Anhebung der Leitzinsen werde der wirtschaftliche Aufschwung verlängert. Allerdings warnte der Fed-Chef, dass höhere Zölle für lange Zeit schlecht für die US-Wirtschaft wären. Die USA haben wegen angeblich unfairer Handelspraktiken Abgaben auf Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar gegen China verhängt und weitere Zölle angedroht.

Daneben stand die anlaufende Bilanzsaison im Fokus: Der US-Streamingdienst Netflix enttäuschte die Anleger mit seinen Abonnentenzahlen sowohl auf dem Heimatmarkt als auch weltweit. Die Aktien stürzten zeitweise um über zehn Prozent ab. Am Ende stand ein Minus von gut fünf Prozent.

Schlusslicht bei den US-Standardwerten waren die Aktien von UnitedHealth mit einem Abschlag von 2,6 Prozent. Der grösste Krankenversicherer der USA konnte mit seinem Zahlenwerk die Anleger nicht überzeugen. Auch Goldman Sachs konnte mit seinem Zwischenbericht nicht punkten. Die Aktien verloren 0,2 Prozent.

Johnson & Johnson übertraf dagegen mit Erlösen und Gewinn die Erwartungen der Anleger, nahm sein Umsatzziel aber leicht zurück. Die Anleger griffen zu, so dass die Aktien des Pharma- und Konsumgüterkonzerns im Dow mit einem Plus von 3,5 Prozent zu den grössten Gewinnern zählte.

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17:30

Die Schweizer Börse hat am Dienstag schwächer tendiert. Im Fokus der Anleger standen laut Händlern der Beginn der hiesigen Bilanzsaison, der Handelsstreit und die US-Geldpolitik. "Die Ferienzeit macht sich allmählich bemerkbar", sagte ein Börsianer. Der SMI verlor 0,3 Prozent auf 8821 Zähler.

Die Anleger blicken laut Händlern zunehmend auf fundamentale Faktoren wie die Bilanzsaison, sagte ein Händler. In der Schweiz nimmt der Zahlenreigen am Mittwoch mit dem Pharmariesen Novartis und dem Inspektionskonzern SGS Fahrt auf.

Die Mehrheit der Standardwerte gab nach. Der grösste Druck ging dabei von den Papieren des Lebensmittelriesen Nestle und des Pharmakonzerns Novartis aus, die 0,9 und 0,6 Prozent nachgaben.

Der Genussschein von Roche schlug sich mit minus 0,1 Prozent besser als die Titel von Rivale Novartis. Zu den raren Gewinnern zählten die Aktien von Swatch, die vor dem im Laufe der Woche erwarteten Halbjahreszahlen um 2,1 Prozent zulegten. Der Anteil von Rivale Richemont verlor dagegen knapp 0,1 Prozent.

Die Banken Credit Suisse und UBS grenzten im Verlauf einen Grossteil der Verluste ein und notierten um 0,1 Prozent tiefer respektive um 0,1 Prozent höher.

Am breiten Markt sackten die Aktien des Fleischverarbeiters Bell nach einer Gewinnwarnung um 10,6 Prozent ab.

Den ausführlichen SMI-Schlussbericht lesen Sie hier.

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17:25

Der Kurs des Euro ist nach anfänglichen Gewinnen unter Druck geraten. Am späten Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1687 US-Dollar gehandelt. Er lag damit etwas niedriger als noch im frühen Handel. Am Vormittag war der Euro kurzzeitig bis auf 1,1745 Dollar gestiegen. Der Euro erholte sich gegenüber dem Schweizer Franken leicht und stieg am Nachmittag auf 1,1663 Franken nach 1,1659 am Mittag. Der Dollar zog ebenfalls an und näherte sich mit 0,9978 nach zuvor 0,9947 Franken wieder etwas klarer der Parität an.

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17:06

An der Wall Street setzt sich eine positive Stimmung durch: Der Dow Jones, der S&P 500 und der Nasdaq-Composite drehen ins Plus.

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16:45

Unitedhealth haben am Dienstag nach der Vorlage von Quartalszahlen im Dow Jones die rote Laterne übernommen. Die Aktien des grössten US-Krankenversicherers brachen um vier Prozent auf 246,39 Dollar ein. Zwar verdiente der Versicherer etwas mehr als erwartet und setzte mit 56,09 Milliarden Dollar zwölf Prozent mehr um als zuvor. Doch fiel die Schadenquote mit 81,9 Prozent etwas höher als mit 81,8 Prozent erwartet aus. Das sei zwar nur eine kleine Delle, sagte ein Börsianer. Aber der Markt sei dennoch unzufrieden. Schliesslich habe die Aktie im laufenden Jahr schon fast 17 Prozent gewonnen. "Die Erwartungen waren einfach sehr hoch", erklärte ein anderer Anleger.

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15:45

Notenbankchef Jerome Powell wurde vor dem Bankenausschuss des Senats zur halbjährlichen Anhörung zur geldpolitischen und konjunkturellen Lage erwartet. "Die Anleger werden vor allem darauf achten, wie die Fed die möglichen Auswirkungen des Handelskonfliktes der USA mit dem Rest der Welt einschätzt", sagte ein Händler. Der Dow Jones und der S&P 500 gaben zum Handelsauftakt 0,1 und 0,3 Prozent nach, der Nasdaq-Composite fiel um 0,7 Prozent.

Für lange Gesichter sorgte vor allem der Video-Streamingdienst Netflix mit einem unerwartet geringen Anstieg der Abonnentenzahlen sowohl auf dem Heimatmarkt als auch weltweit. Die Aktien stürzten um 14 Prozent ab. Die Titel von Konkurrent Amazon fielen um 1,4 Prozent. Der Online-Händler hat ausgerechnet an seinem Sommer-Sonderverkaufstag, dem Prime Day, mit technischen Problemen zu kämpfen.

Daneben standen die Zahlen von Goldman Sachs und Johnson & Johnson im Fokus - beide Mitglieder im Dow. Johnson & Johnson wies einen höheren Umsatz im zweiten Quartal aus. Goldman Sachs hatte im zweiten Quartal 44 Prozent mehr verdient. Zudem wurde für den Ende September ausscheidenden Firmenchef Lloyd Blankfein ein Nachfolger bestellt. Johnson & Johnson stiegen um drei Prozent, Goldman Sachs gaben ein halbes Prozent nach.

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15:16

Das Pfund Sterling fällt zeitweise um etwa einen halben US-Cent auf ein Tagestief von 1,3145 Dollar. Händler verweisen auf Spekulationen, beim Zollgesetz könnte Premierministerin Theresa May eine Schlappe erleiden.

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12:31

Die Ölpreise haben am Dienstag nicht an ihre kräftigen Verluste vom Vortag angeknüpft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete am Mittag 71,84 US-Dollar und damit genauso viel wie am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August verharrte bei 68,06 Dollar. Am Vortag hatten die Ölpreise um circa drei Dollar nachgegeben.

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12:00

Der Schweizer Aktienmarkt bewegt sich am Dienstag in einer schmalen Spanne auf und ab, bleibt dabei aber klar im Verlustbereich.  Der Swiss Market Index (SMI) büsst bis um 12 Uhr 0,40 Prozent auf 8'809 Punkte ein.

Die grössten Abgaben verzeichnen aktuell Vifor Pharma (-2,3%) und Logitech (-1,2%). Aber auch defensive Aktien wie Swisscom (-1,1%) und insbesondere die schwergewichtigen Novartis (-0,5%), Roche (-1%) und Nestlé (-0,7%) belasten den Gesamtmarkt. Novartis und Roche waren in den beiden Vorwochen sehr gut gelaufen und haben nun auch etwas grösseres Potential für Gewinnmitnahmen.

Ebenfalls schwächer tendieren UBS (-0,5%) sowie ganz knapp CS (-0,1%). Marktteilnehmer gehen aber davon aus, dass in den aktuellen Kursen der Grossbanken die bevorstehenden Halbjahres-Berichte noch nicht eingepreist sind. An der Tabellenspitze stehen derzeit Kühne+Nagel (+2,7%), was allerdings kaum auf die in ersten Reaktionen positiv aufgenommenen Semester-Zahlen des Konkurrenten Panalpina zurückzuführen sein dürfte.

Weiter stehen im breiten Markt Bell im Fokus, welche um 10 Prozent absacken. Der Nahrungsmittelverarbeiter hat den Einstieg in den Bereich künstliches Fleisch bekanntgegeben, bzw. den Erwerb eines Anteils an einem niederländischen Start-up-Unternehmen, welches dieses aus tierischen Zellen züchten kann. Gleichzeitig hat das Unternehmen davor gewarnt, dass der operative Gewinn im ersten Semester unter demjenigen des Vorjahres ausfallen werde.

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11:37

Ein Kundenwachstum unter Markterwartungen brockt Netflix den grössten Kurssturz seit zwei Jahren ein. Die Aktien verlieren im vorbörslichen US-Geschäft zwölf Prozent.

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11:05

Der Kurs des Euro ist am Dienstag gestiegen. Am Vormittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1731 US-Dollar gehandelt und damit über dem Niveau vom Vorabend. Gegenüber dem Franken zeigt sich der Euro derzeit stabil, wie bereits am Morgen wird er zu 1,1673 Fr. gehandelt, nach 1,1676 am gestrigen Abend. Der US-Dollar hat sich auf 0,9951 von 0,9964 Fr. weiter abgeschwächt.

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09:10

Der SMI geht mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 8814 Punkten in den Handel. Der Fokus der Investoren richtet sich verstärkt auf die anlaufende Berichtssaison. Dabei steht die Befürchtung im Raum, dass die Unternehmen wegen der internationalen Handelsstreitigkeiten in ihren Ausblicken eine sehr vorsichtige Haltung einnehmen könnten.

Von den SMI-Titeln stehen bloss Swiss Life (+0,1 Prozent), Swiss Re (+0,2 Prozent) und Swatch (+0,4 Prozent) im Plus. Die Schwergewichte Nestlé (-0,4 Prozent), Novartis (-0,6 Prozent) und Roche (-0,5 Prozent) lasten genauso auf dem Gesamtmarkt wie die Grossbanken CS und UBS (je -0,2 Prozent).

Eine Ausnahme ist auch Panalpina mit einem markanten Plus von 1,2 Prozent. Das Logistikunternehmen hat mit dem Ergebnis im zweiten Quartal auf sämtlichen Ebenen zugelegt und die Erwartungen vor allem mit dem Umsatz und dem operativen Gewinn übertroffen. 

Im breiten Markt stehen Bell (-8,6 Prozent) im Fokus. Der Nahrungsmittelverarbeiter hat den Einstieg in den Bereich künstliches Fleisch bekanntgegeben, bzw. den Erwerb eines Anteils an einem niederländischen Start-up-Unternehmen, welches dieses aus tierischen Zellen züchten kann. Bell nennt es "kultiviertes Fleisch". Gleichzeitig hat das Unternehmen davor gewarnt, dass der operative Gewinn im ersten Semester wegen des "dynamischen Marktumfelds" unter demjenigen des Vorjahres ausfallen werde.

 

Weiter haben das Industrieunternehmen Schlatter (+7,5 Prozent), die Basellandschaftliche und die Zuger Kantonalbank (-0,3 Prozent) oder The Native erste Angaben zum Geschäftsgang im ersten Semester veröffentlicht.

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08:50

Die Aktienmärkte Asiens haben am Dienstag keine gemeinsame Richtung gefunden. Während der japanische Leitindex Nikkei 225 nach dem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende im Sog eines weiterhin schwachen Yen um 0,44 Prozent auf 22 697,36 Punkte stieg, ging es in China weiter nach unten. In der Exportnation dominiert weiterhin der Handelskonflikt mit den USA das Geschehen. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Werten vom chinesischen Festland fiel um zuletzt 1,05 Prozent auf 3435,42 Punkte. In Hongkong gab der Hang Seng um 1,17 Prozent auf 28 204,83 Zähler nach.

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08:09

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der Bank Julius Bär mit 8853 Punkten (+0,1 Prozent) berechnet. Grösste Veränderungen ergeben sich bei den Titeln von Swatch. Die restlichen SMI-Titel dürften im Rahmen des Gesamtmarktes starten. Am breiten Aktienmarkt ist ebenfalls wenig Bewegung auszumachen. Mit Ausnahme von Panalpina (+2,8 Prozent): Der Logistiker reagiert vorbörslich positiv auf die Halbjahreszahlen.

Bei seinem halbjährlichen Auftritt vor dem Parlament werde sich der Fed-Chef voraussichtlich erneut optimistisch zu den Konjunkturaussichten äussern und weiter eine graduelle Anhebung der Zinsen signalisieren, sagte Jim O'Sullivan, Chef-Volkswirt des Analysehauses High Frequency Economics.

Zudem richten Anleger ihre Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf die angelaufene Bilanzsaison. Im Tagesverlauf wollen unter anderem die US-Grossbank Goldman Sachs Geschäftszahlen vorlegen. Darüber hinaus stehen die Zahlen zur US-Industrieproduktion auf dem Terminplan.

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07:54

Der Kurs des Euro hat sich am Dienstag über 1,17 US-Dollar gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1716 Dollar gehandelt und damit geringfügig über dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1720 (Freitag: 1,1643) Dollar festgesetzt.

Der Franken hat sich offenbar von seiner Zwischenschwäche von Ende der vergangenen Woche wieder verabschiedet. Der US-Dollar wird am Morgen zu 0,9964 Fr. gehandelt und bleibt damit unter der Parität. Zum Stand vom Montagabend ergibt sich kaum eine Veränderung. Auch der Euro kostet mit 1,1673 praktisch gleichviel wie am Vorabend und die Marke von 1,17 verschwindet etwas aus dem Blickfeld.

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07:04

Die Ölpreise erholen sich etwas von ihrem Absturz. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 72,18 Dollar (+0,4 Prozent). Die US-Sorte WTI notiert bei 68,07 Dollar (+0,1 Prozent). Rohöl war am Montag unter Druck geraten, wegen der Ausweitung des Rohölangebots. So will Saudi-Arabien zusätzliche Lieferungen an asiatische Kunden bereitstellen. Zudem denkt US-Präsident Donald Trump laut Medienberichten darüber nach, die nationale Sicherheitsreserve anzutasten, um die steigenden Ölpreise zu dämpfen. 

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06:45

Für Druck auf die Kurse sorgte Marktbeobachtern zufolge der gesunkene Ölpreis. Der MSCI-Index für asiatische Börsen ohne Japan sank 0,4 Prozent. In Shanghai lag der Börsenindex 0,9 Prozent tiefer. An der Tokioter Börse legte der Nikkei dagegen 0,6 Prozent zu. Angetrieben wurde er von Exportwerten, die von einem schwächeren Yen profitierten. Am Montag war der japanische Aktienmarkt feiertagsbedingt geschlossen geblieben.

 

Powell dürfte sich optimistisch zu Wirtschaftswachstum und Inflationsentwicklung äussern, prognostizierte Volkswirt Jim O'Sullivan von der Beratungsfirma High Frequency Economics. Dies würde seinen Worten zufolge die Erwartung weiterer schrittweiser Zinserhöhungen durch die US-Notenbank (Fed) untermauern. Zugleich werde Powell allerdings wohl auf Risiken durch die Handelsstreitigkeiten der US-Regierung hinweisen.

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06:36

Am Devisenmarkt in Fernost tendierte der Euro mit 1,1706 Dollar wenig verändert. Zur japanischen Währung stieg der Dollar um 0,1 Prozent auf 112,42 Yen. Der Schweizer Franken stand bei 0,9970 im Vergleich zum Dollar und bei 1,1670 im Vergleich zum Euro

(cash/Reuters/AWP)