+++Börsen-Ticker+++ - Gewinnmitnahmen belasten US-Börsen

Nach der jüngsten Kursrally haben einige US-Anleger zum Wochenschluss die Gelegenheit zu Gewinnmitnahmen genutzt.
09.08.2019 22:40
Vor dem Wochenende machten die Anleger an der Wall Street noch Kasse.
Vor dem Wochenende machten die Anleger an der Wall Street noch Kasse.
Bild: Bloomberg

22:40

Angesichts des schwelenden Zollstreits mit China wollten sie vor dem Wochenende auf Nummer sicher gehen, sagen Börsianer. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,3 Prozent tiefer auf 26'287 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sinkt 0,7 Prozent auf 2918 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringert sich um ein Prozent auf 7959 Punkte.

Negativ nahmen Börsianer Äusserungen von US-Präsident Donald Trump auf. Der Republikaner zerschlug Hoffnungen auf eine baldige Einigung im Handelskonflikt mit China. Zwar gingen die Gespräche weiter, sagte Trump. Die USA würden jedoch zunächst kein Abkommen schliessen. Die USA und China überziehen sich seit Monaten mit Zöllen und Gegenzöllen.

Bei den Einzelwerten stürzen die Titel von Uber um fast 7 Prozent ab. Der Fahrdienstvermittler versechsfachte seinen Quartalsverlust auf 5,2 Milliarden Dollar. Im Sog von Uber verlieren die Titel des Rivalen Lyft, der mit seinen jüngsten Geschäftszahlen überzeugt hatte, knapp 5 Prozent.

Ein enttäuschend gewertetes Quartalsergebnis brockt Dropbox einen heftigen Kursrutsch ein. Die Aktien des Cloudspeicheranbieters fallen fast 13 Prozent. Dem Unternehmen zufolge wuchs die Zahl zahlender Kunden im abgelaufenen Quartal auf 13,6 von 13,2 Millionen. Das ist das schwächste Wachstum seit dem Börsengang vor etwa eineinhalb Jahren. Ausserdem sei der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer hinter den Erwartungen zurückgeblieben, schreibt Analyst Rishi Jaluria vom Research-Haus D.A. Davidson. Die Frage sei nun, ob Dropbox das Kundenwachstum wieder ankurbeln könne oder sich auf die Ausweitung der Gewinnmargen konzentrieren solle.

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18:10

Nach der gestrigen Aktienrally ist den Schweizer Anlegern heute die Puste ausgegangen. Der Leitindex SMI schliesst kaum verändert bei 9750 Punkten, nachdem er am Donnerstag 2,3 Prozent zugelegt hatte. Neben dem anhaltenden US-chinesischen Handelsstreit und dem Gezerre um den Brexit sind die Anleger auch um die Zukunft der Regierung Italiens besorgt: Dort ist die Koalition am Ende.

Zu den Favoriten zählten die Genussscheine des Pharmakonzerns Roche mit einem Plus von 0,9 Prozent. Nestlé gewinnen 0,8 Prozent an Wert. Diese beiden Indexschwergewichte bewahrten den SMI vor einem weiteren Abrutschen. Gefragt waren darüber hinaus die Titel der Versicherung Zurich, die am Donnerstag mit ihrem Quartalsergebnis die Aktionäre überzeugt hatte.

Unter Verkaufsdruck gerieten hingegen Firmen, deren Geschäft stark an der Wirtschaftsentwicklung hängt: Der Bauchemiekonzern Sika, der Sanitärtechnikkonzern Geberit und der Zementkonzern LafargeHolcim geben zwischen 1 und 2 Prozent nach. Zudem trennten sich die Investoren angesichts der Regierungskrise in Italien von Bankaktien. Die Papiere der UBS und der Credit Suisse geben bis zu 0,7 Prozent nach.

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16:00

Nach der jüngsten Kursrally nutzen einige US-Anleger die Gelegenheit zu Gewinnmitnahmen. Angesichts des schwelenden Zollstreits mit China wollten sie vor dem Wochenende auf Nummer sicher gehen, sagen Börsianer. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verlieren zur Eröffnung am Freitag bis zu 0,5 Prozent.

Nervös machte Investoren ein Medienbericht, demzufolge die Regierung in Washington die Vergabe von Lizenzen für Geschäfte zwischen US-Firmen und Huawei hinauszögere. Der chinesische Netzwerkausrüster steht auf einer schwarzen Liste der USA. Vor diesem Hintergrund trennten sich Anleger von Technologiewerten, die üblicherweise sensibel auf Nachrichten rund um den Handelskonflikt reagieren. So verlieren die Aktien der Chip-Hersteller AMD, Intel und Micron bis zu 1,5 Prozent. 

Die Titel von Uber stürzen um 9 Prozent ab. Der Fahrdienstvermittler versechsfachte seinen Quartalsverlust auf 5,2 Milliarden Dollar. "Trotz niedriger Erwartungen hat Uber in fast jeder Hinsicht enttäuscht", sagt Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. "Verluste in dieser Grössenordnung deuten nicht auf ein nachhaltiges Geschäftsmodell hin." Im Sog von Uber verlieren die Titel des Rivalen Lyft, der mit seinen jüngsten Geschäftszahlen überzeugt hatte, 1,1 Prozent.

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13:55

Die politischen Querelen in Italien sorgen für eine etwas stärkere Nachfrage nach dem Schweizer Franken. Als Folge notiert der Euro mit 1,0895 Franken wieder unterhalb der 1,09er-Grenze. Seit Wochenbeginn bewegt sich das Währungspaar um diese Marke, die letztmals vor zwei Jahren erreicht worden war.

Der Dollar kommt mit 0,9723 Franken ebenfalls etwas zurück.

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11:45

Dank der defensiven Schwergewichte kann sich der Schweizer Aktienmarkt in einer engen Spanne zwischen Gewinnen und Verlusten halten. An den übrigen europäischen Märkten machen sich die vermehrten Negativmeldungen deutlicher bemerkbar. Neben dem US-chinesischen Handelsstreit belasten Konjunkturdaten und die politische Lage in Italien.

Der SMI tritt gegen 11.05 Uhr bei 9753 Punkten auf der Stelle. Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 0,1 Prozent auf 1484 Punkte während der breite SPI bei 11'873 Zählern ebenfalls nahezu unverändert ist.

Laut Händlern sind es aktuell vor allem die drohenden Neuwahlen in Italien, die belasten. An der Börse wird diese Entwicklung als Risiko eingestuft. Das zeigt sich auch am Anleihenmarkt. Während der für den hiesigen Markt richtungsweisende Conf Future 41 Basispunkte hinzugewinnt, geraten die Kurse italienischer Staatsanleihen stark unter Druck.

Einen schweren Stand haben erneut die Aktien des Uhrenherstellers Richemont (-0,8%). Dagegen halten sich Swatch (-0,1%) vergleichsweise gut. Aber auch von Zyklikern wie Sika (-1,7%), Clariant (-1,3%) und LafargeHolcim (-1,1%) trennen sich Investoren zum Wochenschluss. Kursrelevante Nachrichten gab es nicht.

Dass der Markt nicht noch weiter fällt, verdankt er vor allem den beiden defensiven Schwergewichten Nestlé und Roche (beide +0,5%).

Im breiten Markt kommt die Immobiliengesellschaft Investis mit dem Verkauf einer Tochtergesellschaft gut an, wie das Plus von 2,6 Prozent zeigt. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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11:00

Die UBS sieht in einer Studie zur Entwicklung des Euro-Franken-Kurses weitere Abwärtsrisiken. Sie senkt deshalb ihre Prognose auf 1,07 in drei, 1,09 in sechs und 1,10 Franken in zwölf Monaten (von bisher 1,12 für alle Zeithorizonte). Die UBS nimmt an, dass das Ausmass der geldpolitischen Lockerungen der Fed und der EZB sowie die globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten massgebend dafür sein dürften, wie weit sich der Abwärtsdruck auf den Euro gegenüber dem Franken erhöht.

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09:10

Der Swiss Market Index (SMI) startet praktisch unverändert bei 9750 Punkten in den Handel.

Unter den Einzelwerten gibt es dann doch etwas Bewegung. So geben die beiden Grossbankaktien Credit Suisse (-1,6 Prozent) und UBS (-1,4 Prozent) relativ deutlich nach. Auch LafargeHolcim (-1,2 Prozent) und Sika (-0,8 Prozent) sind negativ.

Positiv zeigen sich hingegen Nestlé (+0,6 Prozent), Zurich (+0,5 Prozent) und Roche (+0,3 Prozent).

Im breiteren Markt werden die Zahlen von Conzzeta (Aktie +3,8 Prozent) positiv aufgenommen. Ebenfalls Resultate geliefert haben die Berner Kantonalbank (-0,2 Prozent) und Orell Füssli (-0,6 Prozent), an der Börse fällt die Reaktion darauf leicht negativ aus.

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08:55

In Tokio legte der Nikkei 225 um etwa ein halbes Prozent auf 25'684,82 Punkte zu, auch der Topix stand mit 0,35 Prozent im Plus. In den vergangenen Handelstagen hatte der Anstieg des Yen hier die Kurse belastet, da er japanische Waren für ausländische Käufer automatisch verteuert. Zuletzt gab die Währung aber wieder etwas nach.

An Chinas Festlandbörsen ging es für den CSI 300 zuletzt um rund 1 Prozent auf 3633,42 Punkte abwärts. In Hongkong fiel der Hang Seng zugleich um 0,3 Prozent auf 26 043,99 Zähler. In der chinesischen Sonderverwaltungsregion sorgen tägliche Massenproteste gegen die Stadtregierung nach wie vor für grosse Unsicherheit. Allerdings hatten zuletzt überraschend starke Exportzahlen aus China trotz aller Konflikte die Kurse etwas stabilisiert.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) gibt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,2 Prozent nach. Im gestrigen Handel stieg der Leitindex um 2,3 Prozent auf 9752 Punkte.

Sämtliche SMI-Werte werden mit leichen Abschlägen gehandelt, ohne dass ein Einzeltitel speziell auffallen würde.

Im Fokus stehen dürften heute nach Zahlen im breiteren Markt die Titel von Orell Füssli, Berner Kantonalbank und Conzzeta. Sie alle haben allerdings keine vorbörslichen Kurse.

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07:30

Die Ölpreise haben sich am Freitag wenig verändert. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 57,35 Dollar. Das waren 5 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) lag unverändert bei 52,54 Dollar.

Dem Ölmarkt fehlte es zunächst an Impulsen. Am Donnerstag hatten die Ölpreise noch von einer besseren Stimmung an den Finanzmärkten profitiert. Zudem hatten Meldungen laut denen Saudi-Arabien seine Produktion senken will, die Preise gestützt.

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06:35

Der Nikkei legte um 0,7 Prozent auf 20.745 Punkte zu. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans kam auf ein Plus von 1,1 Prozent mit 491 Zählern. Dagegen gab die chinesischen Börse in Shanghai um 0,4 Prozent nach und sank auf 2784 Punkte.

In Japan zählte das Gas- und Ölunternehmen Inpex Corp mit einem Plus von 2,7 Prozent zu den Gewinnern, nachdem der Gewinn des Unternehmens im zweiten Quartal um 41 Prozent gestiegen war. Deutlich zulegen konnte die Kosmetik-Firma Shiseido mit 8,8 Prozent nach Berichten über wachsende Verkaufserfolge vor allem auf dem chinesischen Markt.

Zu den Verlierern gehörte die Shinsei Bank mit einem Kursminus von über zehn Prozent nachdem der Investor JC Flowers & Co angekündigt hatte, Anteilsscheine der Bank im Wert von 700 Millionen Dollar zu verkaufen.

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06:30

Der Euro-Franken-Kurs liegt unverändert bei 1,09. Auch der Dollar zeigt zum Franken wenig Bewegung, das Währungspaar notiert bei 0,974.

(cash/AWP/Reuters)

 
Aktuell+/-%
DOW JONES27'781.70+1.20%
S&P 5003'363.00+0.83%
NASDAQ11'167.51+0.74%
Uber Tech Rg36.48+2.96%
Lyft Rg-A27.55+1.51%
Dropbox-A Rg19.260+0.68%
SMI10'187.00-0.41%
Roche Hldg G315.15-1.58%
Nestle N109.34-0.33%
Zurich Insur Gr N320.70-0.22%
Sika N226.30+0.89%
Geberit N545.80+0.55%
LafargeHolcim N41.99+0.48%
UBS Group N10.300+1.73%
CS Group N9.244+1.90%
Intel Rg51.78+1.15%
Micron Technolog Rg46.96-7.39%
EUR/CHF1.0799+0.04%
USD/CHF0.9206-0.01%
SLI1'553.69-0.08%
SPI12'724.65-0.27%
CieFinRichemont N61.70-0.29%
The Swatch Grp I214.90+0.42%
Clariant N18.160-0.19%
Investis Hldg N89.00+0.68%
Conzzeta -A- N988.00+1.44%
Orell Fuessli N92.40+1.54%
BEKB N230.50-0.22%
NIKKEI23'185.12-1.50%
Hang Seng23'459.05+0.79%
Ölpreis (Brent)42.05+1.75%
Ölpreis (WTI)39.03-3.80%

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