+++Börsen-Ticker+++ - Handelsstreit mit China bremst Wall Street

Die Aussicht auf eine Zuspitzung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat US-Anlegern am Donnerstag die Laune verdorben.
30.08.2018 22:45
Apple schürte am Donnerstag an der Wall Street Hoffnungen für einen neuen iPhone-Hype - die Aktie war gefragt.
Apple schürte am Donnerstag an der Wall Street Hoffnungen für einen neuen iPhone-Hype - die Aktie war gefragt.
Bild: Bloomberg

22:45

US-Präsident Donald Trump zeigt sich einem Medienbericht zufolge entschlossen zur Umsetzung seiner Pläne, in Kürze Zölle auf chinesische Güter im Volumen von 200 Milliarden Dollar in Kraft zu setzen. Die rund eine Stunde vor Handelsschluss verbreitete Meldung sorgte unmittelbar für Verluste an der Wall Street.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 25’986 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gibt 0,4 Prozent auf 2901 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büsst 0,3 Prozent auf 8088 Stellen ein.

Bei den Einzelwerten stand Apple im Mittelpunkt. Die Papiere legen fast 1 Prozent auf mehr als 225 Dollar zu, weil der Konzern Erwartungen einer baldigen Präsentation seiner neuen iPhones mit einer Einladung für den 12. September schürte.

Campbell gaben 2,1 Prozent nach. Der Dosensuppen-Anbieter blieb mit seiner Prognose für den Jahresgewinn hinter den Erwartungen von Analysten. Campbell will sich zudem von Geschäftsteilen trennen und hält sich die Option für den von Aktionären geforderten Komplettverkauf des fast 150 Jahre alten Konzerns offen.

Electronic Arts sacken um fast 10 Prozent ab. Der Videospiel-Anbieter hat seine Prognose gekappt und die Veröffentlichung eines neuen Spiels verschoben.

Die Papiere von Dollar Tree geben mehr als 15 Prozent nach. Der Umsatz des Discounters war im abgelaufenen Quartal nicht so stark gestiegen wie von Experten erwartet.+++

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18:00

Der Leitindex SMI sank um 0,5 Prozent auf 9042 Punkte. Die Angst vor einer Eskalation des US-chinesischen Handelsstreits habe die Anleger im Griff, sagten Händler. Auch die Unsicherheit darüber, ob sich Kanada dem Vertrag zwischen den USA und Mexiko, der das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta ersetzen soll, anschliessen werde, dämpften die Kauflust. Ausserdem sorgen sich die Investoren, dass sich die Währungskrisen in der Türkei und in Argentinien auf andere Schwellenländer übergreifen könnte.

Mit Ausnahme der leicht höheren SGS-Aktien lagen die Standardwerte im Minus. Den stärksten Kursabschlag verbuchte Swatch mit 1,9 Prozent Abschlag. Der erstarkte Franken belaste den den Uhrenhersteller, hiess es. Die Aktien des Rivalen Richemont, der in Euro rechnet, waren 0,6 Prozent tiefer. Nicht gefragt waren auch andere zyklische Werte: Der Elektrotechnikkonzern ABB, die Sanitärtechnikfirma Geberit und der Zementproduzent LafargeHolcim verloren an Wert.

Die Anteile von Givaudan, die am Mittwoch ein Rekordhoch erreicht hatten, büssten 0,6 Prozent ein. Das Management des Duft- und Aromenherstellers zeigte sich auf einer Investorenveranstaltung sehr zuversichtlich, die Mittelfristziele zu erreichen.

Ebenso standen Bankaktien im Abseits: Die Titel der Grossbanken Credit Suisse und UBS büssten 1,4 und 0,9 Prozent ein. Die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär fielen um 1,5 Prozent.

Am breiten Markt sackten die Aktien der GAM Holding 11 Prozent auf 7,29 Franken ab - den tiefsten Stand seit April 2009. Händler verwiesen auf die Kurszielsenkung der Credit Suisse auf sieben von 14,20 Franken. Die Anteile von Meyer Burger brachen 4,6 Prozent ein. Bei dem Solarindustrie-Zulieferer löst Manfred Häner Anfang Oktober Michel Hirschi als Finanzchef ab.

Die Titel der VAT Group sanken um 3,7 Prozent. UBS hat die Empfehlung für die Vakuumventile-Firma auf "Neutral" von "Buy" gesenkt. Dagegen schob eine Kaufempfehlung der Bank die Aktien von Inficon 3,2 Prozent hoch. Die Anteile von Molecular Partners gaben 0,7 Prozent nach. Die Biotech-Firma verringerte den Halbjahresverlust und kann nach eigenen Angaben Medikamentenentwicklung bis ins Jahr 2020 vorantreiben.

Die Aktien von U-blox stiegen um 3,8 Prozent. Der GPS-Chip-Hersteller war jüngst im Zuge einer Gewinnwarnung unter die Räder gekommen.

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17:15

Die Ölpreise haben am Donnerstag an ihre Vortagesgewinne angeknüpft. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 77,46 US-Dollar. Das waren 32 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 19 Cent auf 69,70 Dollar.

Bereits am Mittwoch hatten die Ölpreise im Handelsverlauf deutlich zugelegt. Die Rohstoffexperten der Commerzbank verwiesen auf die in den USA gesunkenen Rohöllagerbeständen. Die Daten hätten vor allem deshalb den Markt bewegt, da sie auf eine starke Nachfrage hindeuten würden. Dieses Mal seien nicht wie zuletzt gestiegene Exporte für den Rückgang verantwortlich gewesen.

Die rückläufigen Rohölbestände der USA treffen auf einen Markt, der ohnehin mit baldigen Angebotsknappheiten rechnet. Darauf deuten Terminkontrakte für November hin, wenn Wirtschaftssanktionen der USA gegen das Opec-Land Iran in Kraft treten. Es geht um ein faktisches Öl-Embargo gegenüber Iran. Andere Opec-Staaten haben angekündigt, den erwarteten Angebotsausfall seitens Iran ausgleichen zu wollen.

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16:00

Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verlieren zur Eröffnung am Donnerstag jeweils 0,2 Prozent, nachdem die beiden Letzteren in den vergangenen Tagen von Rekord zu Rekord geeilt waren.

"Wir hatten einen ziemlich guten Lauf, aber es fehlen gute Nachrichten, um den Schwung aufrechtzuerhalten", sagt Art Hogan, Chef-Anlagestratege von der Investmentbank B. Riley. Am 5. September sollen US-Strafzölle auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar in Kraft treten.

Bei den Einzelwerten stehen erneut Campbell im Rampenlicht. Der Dosensuppenanbieter will Geschäftsteile abstossen. Das Management hielt sich zudem die Option für den von Aktionären geforderten Komplettverkauf des fast 150 Jahre alten Konzerns offen. Für das Geschäftsjahr 2018/2019 peilt Campbell einen Gewinn von 2,45 bis 2,53 Dollar je Aktie an. Analysten hatten bislang mit 2,69 Dollar gerechnet. Vor diesem Hintergrund verloren die Titel des Konzerns 4 Prozent.

Die Papiere von Guess steigen dagegen um fast 18 Prozent auf ein Vier-Jahre-Hoch von 26,95 Dollar. Die für Jeans bekannte Modefirma machte im abgelaufenen Quartal einen überraschend hohen Gewinn von 0,32 Dollar je Aktie und hob ihre Gesamtjahresziele an.

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12:15

Der Schweizer Aktienmarkt verliert bis Donnerstagmittag weiter an Boden. Der Leitindex SMI notiert nur noch wenig über der 9000-Punkte-Marke. Belastet wird der Markt laut Händlern von anhaltenden Verkäufen ausländischer Investoren - sie steigen wegen der Frankenstärke aus. Ab Herbst sei in der Folge mit einer eigentlichen Runde von Gewinnschätzungssenkungen zu rechnen, heisst es am Markt.

Der SMI verliert bis am Mittag 0,7 Prozent auf 9023 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI büsst 0,7 Prozent auf 1476 Zähler ein und der breite SPI 0,6 Prozent auf 10'782 Punkte. Von den 30 Titeln stehen 25 im Minus, 2 im Plus und 2 sind unverändert.

Ganz vorne auf der Verliererliste finden sich die Bankenwerte. Julius Bär büssen 2,3 Prozent ein, CS und UBS 1,3 beziehungsweise 0,9 Prozent. Laut einem Händler machen den Titeln Finanzierungssorgen zur Türkei infolge der Talfahrt der Lira zu schaffen. Ein Grossteil der milliardenschweren Auslandsschulden, die bis Mitte des nächsten Jahres fällig werden, entfallen auf Banken.

Im breiten Markt geht es insbesondere mit dem Kurs von GAM (-10,7%) weiter bergab. Die Credit Suisse hat das Kursziel für den Vermögensverwalter halbiert. Bereits am Vortag hatte der Titel klare Abgaben hinnehmen müssen.

Nach einem anfänglich kräftigen Plus fallen auch die Asmallworld-Papiere (-16,0%) massiv ins Minus. Das soziale Netzwerk hat in der ersten Jahreshälfte seinen Umsatz mehr als verdoppelt. Der Verlust aber hat sich weiter ausgeweitet. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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10:10

Die Schweizer Börse gibt am Donnerstagmorgen auf breiter Front nach. Der SMI notiertmit 9032 Punkten um 0,6 Prozent tiefer. Am Mittwoch hatte der Leitindex unverändert geschlossen.

Bis auf Richemont liegen sämtliche Standardwerte im Minus. Den stärksten Abschlag verbuchen die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär mit minus 1,7 Prozent. Die Grossbanken UBS und Credit Suisse fallen um 1,0 und 0,9 Prozent.

Die als konjunkturstabil geltenden Pharmatitel Novartis und Roche verlieren 0,6 und 0,4 Prozent und Nestlé, ein weiteres Marktschwergewicht, verliert 0,3 Prozent an Wert.

Am breiten Markt stechen die Aktien der GAM Holding mit einem Kurseinbruch um 5,8 Prozent auf 7,71 Franken hervor. Laut Händlerangaben drückte die Kurszielsenkung durch die Credit Suisse auf 7 von 14,20 Franken den Kurs auf den tiefsten Stand seit mehr als neun Jahren.

Die Papiere von Meyer Burger sacken um 4,5 Prozent ab. Beim Zulieferer für die Solarindustrie löst Manfred Häner per 1. Oktober Michel Hirschi als Finanzchef ab.

VAT Group sinken um 2,7 Prozent. UBS hat die Empfehlung für die Technologieaktie auf "Neutral" von "Buy" gestutzt. Eine Kaufempfehlung der UBS lässt dagegen die Aktien von Inficon um 3,7 Prozen steigen.

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09:15

Der Swiss Market Index verliert nach Eröffnung 0,55 Prozent und fällt auf 9034 Punkte. Die Investoren dürfte weiterhin der Handelsstreit beschäftigen. Derzeit stellt sich die Frage, ob Kanada dem Vertrag zwischen den USA und Mexiko, der das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta ersetzen soll, beitreten wird. Die Hoffnung darauf hatte am Vorabend der Wall Street Auftrieb gegeben, wobei auch positive Konjunkturnachrichten die Märkte beflügelt hatten. Diese Vorgaben hatten zunächst zwar auch den asiatischen Börsen Auftrieb gegeben, doch drehten die Indizes später ins Minus.

Auffällig ist das Minus bei den Banken. Julius Bär fallen 1,4 Prozent, Credit Suisse 0,8 Prozent und UBS 0,5 Prozent. Im breiten Markt geht es insbesondere mit dem Kurs von GAM (-5,2 Prozent) bergab. Die Credit Suisse hat das Kursziel für den Vermögensverwalter halbiert. Bereits am Vortag hatte der Titel klare Abgaben hinnehmen müssen.

Die beiden Pharmaschwergewichten Roche und Novartis werden je 0,5 Prozent tiefer gehandelt, ebenso Nestlé. Roche hat am Morgen positive Studienergebnisse für sein Blutermittel Hemlibra veröffentlicht.

Wenig Veränderung ist bei Partners Group (-0,2 Prozent) und Adecco (-0,3 Prozent) auszumachen. Beide Firmen warteten mit Personalmutationen im Top-Management auf. Auch die Reorganisation von Kühne+Nagel (-0,3 Prozent) schlägt keine hohen Wellen. Der Logistiker fasst nach zwei Jahren seine zwei europäischen Geschäftseinheiten wieder zusammen.

VAT (-3 Prozent) verlieren nach einer Abstufung durch die UBS auf "Neutral" von "Buy". Dagegen profitiert Inficon (+4 Prozent) von einer Ratingerhöhung durch die UBS. Die Grossbank empfiehlt den Titel neu zum Kauf nach einer zuvor neutralen Einstufung.

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08:10

Der Swiss Market Index wird im vorbörslichen Handel 0,1 Prozent tiefer indexiert. Die Aktie von ABB hat dabei den grössten Verlust (-0,39 Prozent). Der SMI Future notierte mit 9050 Punkten um 0,2 Prozent tiefer. Am Vortag hatte der Leitindex unverändert geschlossen.

Die Anleger dürften sich zurückhalten und es sei daher mit abbröckelnden Kursen zu rechnen, sagten Händler. Die Anleger warteten ab, ob Kanada dem Vertrag zwischen den USA und Mexiko, der das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta ersetzen soll, beitreten wird.

Impulse erhoffen sich die Marktteilnehmer von zahlreichen Konjunkturdaten. Dazu zählen die deutschen Inflationszahlen sowie das Barometer für das europäische Wirtschaftsklima. In den USA stehen die Konsumausgaben und die wöchentlichen Erstanträge zur Arbeitslosenunterstützung auf dem Programm.

Bei den Mid Caps sticht Inficon vorbörslich mit einem Plus von 3,15 Prozent heraus. Eine Kaufempfehlung der UBS hob die Aktien an. Grössere Kursausschläge verbuchten auch die Anteile der GAM Holding mit minus 1,7 Prozent und VAT Group mit minus 2,6 Prozent. Credit Suisse hat das Kursziel für GAM und UBS das für VAT gesenkt. Partners Group notieren 0,15 Prozent im Minus. Beim Vermögensverwalter kommt es zum Wechsel auf dem Co-CEO-Posten.

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07:55

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre deutlichen Gewinne vom Vortag leicht ausgebaut. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 77,27 Dollar. Das waren 13 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 13 Cent auf 69,64 Dollar.

Am Mittwoch hatten die Rohölpreise mit Aufschlägen auf die wöchentlichen Lagerdaten aus den USA reagiert. Nachdem das Energieministerium einen deutlichen Rückgang der amerikanischen Rohölvorräte gemeldet hatte, legten die Ölpreise um gut einen Dollar zu. Sinkende Vorräte können auf eine steigende Nachfrage oder ein fallendes Angebot hindeuten.

Die rückläufigen Rohölbestände der USA treffen auf einen Markt, der ohnehin mit baldigen Angebotsknappheiten rechnet. Darauf deuten Terminkontrakte für November hin, wenn Wirtschaftssanktionen der USA gegen das Opec-Land Iran in Kraft treten. Es geht um ein faktisches Öl-Embargo gegenüber Iran. Andere Opec-Staaten haben angekündigt, den erwarteten Angebotsausfall seitens Iran ausgleichen zu wollen.

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06:30

Der Nikkei der 225 führenden Werte steigt 0,13 Prozent auf 21'877 Punkte. Im Verlauf war das Marktbarometer bis auf 23'032 Zähler und damit den höchsten Stand seit drei Monaten. Die Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und Kanada hatte der Wall Street am Mittwoch weiteren Auftrieb gegeben. Anderswo in Asien sinken die Märkte:

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06:25

Der Euro kostete zuletzt 1,1709 Dollar. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9704 Franken je Dollar und bei etwa 1,1361 Franken je Euro

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06:20

Der argentinische Peso gab am Mittwoch um bis zu acht Prozent nach und sank auf einen historischen Tiefstand von 34,50 Peso für einen US-Dollar. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sicherte Argentiniens Staatschef Mauricio Macri erweiterte Unterstützung zu, um eine finanzielle Stabilität zu erreichen.

Die indische Währung ist am Donnerstag weiter auf Talfahrt gegangen. Der Dollarkurs lag im Vormittagshandel bei 70,82 Rupien, damit war eine Rupie gegenüber dem Dollar so wenig wert wie noch nie. Das Schwellenland leidet genauso wie Südafrika, Argentinien, Mexiko, Brasilien und Russland unter dem Kursverfall der türkischen Lira.

(cash/AWP/Reuters)

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