+++Börsen-Ticker+++ - Handelsstreit und Bilanzen machen US-Anleger nervös

Der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China sowie durchwachsene Firmenbilanzen haben US-Anleger am Donnerstag auf Abstand gehalten.
03.05.2018 22:40
Anzeigetafel der Börse in New York.
Anzeigetafel der Börse in New York.
Bild: Bloomberg

22:30

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss kaum verändert auf 23'930 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,2 Prozent auf 2629 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,2 Prozent auf 7088 Punkte. "Viele Investoren sorgen sich offenbar davor, wie die Verhandlungen über die Zölle zwischen China und den USA ausgehen", sagte Analyst Mark Luschini vom Brokerhaus Janney Montgomery Scott.

Besonders im Fokus standen bei den Einzelwerten die Titel des Versicherers AIG mit einem Kursverlust von mehr als fünf Prozent. Der Gewinn des Allianz-Rivalen brach im Quartal um ein Fünftel ein.

Auch mit Aktien von Tesla ging es steil bergab. Sie verloren 5,5 Prozent, nachdem Firmenschef Elon Musk Analysten in einer Telefonkonferenz angeblufft und Fragen zum Finanzbedarf des Elektroautobauers abgebügelt hatte.

Rund drei Prozent legten Aktien von KKR zu. Der Finanzinvestor will seine Rechtsform ändern und damit für Anleger attraktiver werden.

Spotify enttäuschte mit seiner ersten Bilanz als börsennotiertes Unternehmen die Anleger. Hoffnungen, der weltgrösste Musikstreaming-Anbieter aus Schweden könnte nicht-zahlende Musikbegeisterte zügig zu einem kostenpflichtigen Angebot bewegen, erfüllten sich nicht. Die Aktie brach nach Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal um mehr als fünf Prozent ein.

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18:00

An der Schweizer Börse sind die Anleger am Donnerstag in Deckung gegangen. Der US-Zinsentscheid dämpfte auch in Zürich die Stimmung, sagten Händler. Der SMI fiel um 0,6 Prozent auf 8842 Punkte. Richtig ins Rutschen kamen die Kurse am Nachmittag im Sog der schwachen Wall Street.

Zwar gönnte sich die Fed vor der nächsten Zinserhöhung eine Verschnaufpause und liess ihren Schlüsselsatz unverändert. Zugleich nährte sie jedoch Erwartungen, dass die Zügel bereits nächsten Monat gestrafft werden.

Für Gesprächsstoff in der Schweiz sorgten insbesondere Firmenergebnisse. Mit einem Kursplus von 2,6 Prozent setzten sich die Geberit-Aktien an die Spitze der Bluechips. Die günstige Währungsentwicklung hat der Sanitärtechnikfirma zu einem guten Jahresstart verholfen. Die Analysten der Bank Vontobel rechnen dieses und kommendes Jahr mit zweistelligen Wachstumsraten beim Gewinn je Aktie.

Der einzige weitere SMI-Gewinner war Pharma-Schwergewicht Roche, dessen Genussscheine um 0,6 Prozent höher schlossen.

Am breiten Markt schnellten die Logitech-Aktien 6,5 Prozent auf den höchsten Stand seit zehn Jahren hoch.

Den ausführlichen SMI-Schlussbericht lesen Sie hier.

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17:25

Die Wall Street hat am Donnerstag ihre Vortagesverluste ausgeweitet.  Der US-Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 1,36 Prozent auf 23 598,44 Punkte. Für den breit gefassten S&P 500 ging es um 1,29 Prozent auf 2601,69 Punkte nach unten. Der technologielastige Nasdaq 100 büsste 1,25 Prozent auf 6561,58 Punkte ein.

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16:34

Dem US-Versicherer AIG sind nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Quartal die Anleger davongerannt. Die Aktien rutschten am Donnerstag um bis zu 9,1 Prozent auf 49,86 Dollar ab und erreichten den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Der Gewinn des Allianz-Rivalen ging von Januar bis März auf 938 Millionen Dollar von 1,2 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten mit einem deutlich höheren Ergebnis gerechnet.

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15:53

Adidas weiten ihre Verluste während eines Analystencalls deutlich aus. Sie verlieren 5,2 Prozent auf ein Vier-Wochen-Tief von 196,45 Euro. Firmenchef Kasper Rorsted stellt in der Telefonkonferenz ein schwächeres Umsatzwachstum in Europa in Aussicht. Aus der Fußball-WM in Russland ergäben sich zudem weniger finanzielle Chancen als aus dem letzten Wettbewerb in Brasilien.

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15:45

Der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China sowie durchwachsene Firmenbilanzen haben US-Anleger am Donnerstag auf Abstand gehalten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete den Handel 0,5 Prozent schwächer bei 23'816 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,4 Prozent auf 2625 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab ebenfalls ein halbes Prozent auf 7068 Punkte nach.

"Viele Investoren sorgen sich offenbar davor, wie die Verhandlungen über die Zölle zwischen China und den USA ausgehen", sagte Analyst Mark Luschini vom Brokerhaus Janney Montgomery Scott.

Besonders im Fokus standen die Titel des Versicherers AIG mit einem Kursverlust von sieben Prozent. Der Gewinn des Allianz-Rivalen brach im Quartal um ein Fünftel ein.

Auch mit Aktien von Tesla ging es steil bergab. Sie verloren 6,9 Prozent, nachdem Firmenschef Elon Musk Analysten in einer Telefonkonferenz angeblufft und Fragen zum Finanzbedarf des Elektroautobauers abgebügelt hat.

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14:43

Anleger geben Tesla-Chef Elon Musk die Quittung: Die Aktien des Elektroautobauers fallen im vorbörslichen US-Handel um fast acht Prozent auf 278 Dollar. Musk zeigte sich bei einer Analystenkonferenz über Fragen zum Finanzbedarf des Unternehmens sichtlich genervt.

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14:31

Wegen der Unsicherheit im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie gemischt ausgefallener Unternehmensbilanzen haben Anleger am Donnerstag Gewinne eingesackt. Der Dax, der in den vergangenen fünf Handelstagen zwei Prozent zugelegt hat, gab 0,3 Prozent auf 12.762 Punkte ab. Der EuroStoxx50 verlor ebenfalls 0,3 Prozent auf 3544 Zähler. Zwar sei noch nicht absehbar, inwieweit der Streit um US-Zölle Firmen weltweit beeinflusse, sagte Anlagespezialist Alastair George vom Handelshaus Edison Investment Research. Aber die Diskussion sorge für Unklarheit bei Managern und mache strategische Entscheidungen schwerer.

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11:35

Der Schweizer Aktienmarkt stemmt sich am Donnerstag gegen den negativen Grundtenor an den übrigen Börsenplätzen in Europa und Asien. Auch die negativen US-Vorgaben wurden abgeschüttelt.  Gegen 10.50 Uhr zeigt sich der Swiss Market Index (SMI) mit 0,27 Prozent auf 8'919,98 Zähler nach einem schwächeren Start wieder leicht im Plus.

Mit weitem Abstand an der Spitze der Bluechips stehen Logitech mit plus 8,0 Prozent. Bei 40,99 Franken erreichten die Titel sogar ein neues Mehrjahreshoch. Der Computerzubehörhersteller überraschte die Investoren mit deutlich höherem Umsatz und Betriebsgewinn, teils wurden sogar die optimistischsten Erwartungen übertroffen.

Ähnlich sieht es bei Geberit aus (+2,5 Prozent). Der Sanitärtechnikspezialist profitierte im ersten Quartal von einem starken Euro und wies entsprechend einen höheren Umsatz und Gewinn aus als am Markt erhofft.

Freuen können sich auch die Roche-Anleger. Die Aktien sind mit plus 1,9 Prozent Nutzniesser negativer Nachrichten für Konkurrent Novartis und steuern fast 25 Punkte zum SMI-Plus bei.

Den Ausführlichen Bericht zum SMI lesen Sie hier.

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10:35

Der SMI lag mit 8898 Punkten in etwa auf dem Schlusskurs des Vortags. Am Mittwoch hatte der Leitindex 0,1 Prozent zugelegt.

Zwar gönnte sich die Fed vor der nächsten Zinserhöhung eine Verschnaufpause und liess ihren Schlüsselsatz unverändert. Zugleich nährte sie jedoch Erwartungen, dass die Zügel bereits nächsten Monat gestrafft werden. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank erklärten, sie rechneten weiterhin mit einer Zinserhöhung im Juni. "Der darüber hinaus gehende Zinspfad dürfte wesentlich von der konjunkturellen Entwicklung und den Auswirkungen des schwelenden Handelskonflikts abhängen."

Für Gesprächsstoff an der Schweizer Börse sorgten insbesondere Firmenergebnisse: Geberit legte 3,4 Prozent zu und war damit der grösste Gewinner im SMI. Von guten Zwischenberichten profitierten auch Sunrise und Logitech.

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10:27

Der Euro hat sich am Donnerstag erholt und ist zeitweise wieder über die Marke von 1,20 US-Dollar gestiegen. Nach deutlichen Verlusten in den vergangenen Tagen kostet die Gemeinschaftswährung aktuell 1,2002 Dollar und damit fast einen halben Cent mehr als am späten Vorabend und früheren Donnerstagmorgen.

Gegenüber dem Schweizer Franken bewegte sich der Euro kaum. Aktuell wird er bei 1,1952 Franken gehandelt und damit in etwa auf dem gleichen Niveau wie am Mittwochabend und Donnerstagmorgen. Derweil notiert der US-Dollar tiefer bei 0,9959 nach 0,9972 Franken am früheren Morgen.

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09:10

Zum Handelsstart zeigen sich die meisten Blue Chips im Minus. Der SMI fällt um 0,2 Prozent auf 8880 Punkte zurück. An den Finanzmärkten herrscht nach wie vor Unsicherheit. Am Vorabend hatte die US-Notenbank wie erwartet ihre Zinsen unverändert belassen. Allerdings schürten Aussagen, wonach sich die Teuerung in den USA nahe an die Zielmarke von 2 Prozent genähert habe, gewisse Sorgen vor unerwartet schnell steigenden Zinsen.

Zudem bleibt der Handelsstreit zwischen den USA, China und Europa das beherrschende Thema. Anleger in Asien erwarten noch keinen Durchbruch bei den Gesprächen und schicken die dortigen Indizes ebenfalls ins Minus.

Geberit übertrifft Prognose - Frankenkurs stützt

Geberit (+2,8 Prozent) indessen sorgte mit den Quartalszahlen für eine gewisse Erleichterung bei den Anlegern. Der Sanitätechnikkonzern legte sowohl bei Umsatz und Gewinn stärker zu als erwartet, auch wenn ein grosser Teil des Wachstums auf positive Währungseffekte zurückzuführen ist. Geberit erwartet insgesamt eine positive Entwicklung der Bauindustrie für den weiteren Jahresverlauf.

Positiv überrascht haben auch Logitech (+6 Prozent) mit den Zahlen zum Schlussquartal. Der Hersteller von Computerzubehör und Unterhaltungselektronik übertraf sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Schätzungen der Analysten deutlich. Die Ziele für das neue Geschäftsjahr werden bestätigt.

 

 

Schlechte Nachrichten gab es indes für Novartis (-0,3 Prozent). Die Tochter Sandoz kann ihr Nachahmerprodukt Rituximab vorläufig in den USA nicht auf den Markt bringen. Das Unternehmen bekam von der FDA einen "Complete Response Letter (CRL)" für das Biosimilar - damit wird das Medikament als nicht bereit für die Zulassung beurteilt.

Im Telekommarkt rücken Sunrise in den Fokus. Der Umsatz wurde gesteigert und unterm Strich sprang der Gewinn sogar um 30 Prozent nach oben. Analysten hatten hier mit deutlich weniger gerechnet.

Derweil steigerte die Bank Valiant auch dank des Zusammenschlusses mit der Luzerner Regionalbank Triba den Gewinn, verfehlte aber dennoch die Erwartungen. Abseits der Zahlen verkaufte Orascom ein Hotel für 50 Millionen US-Dollar und Phoenix Mecano trennt sich von sämtlichen Anteilen an der niederländischen Tochter Wijdeven Inductive Solutions.

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08:35

Der SMI sinkt um 0,27 Prozent auf 8872 Punkte. Die meisten Aktien fallen um rund 0,3 Prozent (zu den vorbörslichen Kursen). Händler verwiesen auf die Abgaben an der Wall Street am Vorabend im Anschluss an den US-Zinsentscheid.

Während sich die Fed vor der nächsten Zinserhöhung eine Verschnaufpause gönnte, nährte sie zugleich Erwartungen, dass die Zügel bereits nächsten Monat gestrafft werden. Auch die ausbleibenden Fortschritte bei den Handels-Gesprächen zwischen den USA und China dämpften den Risiko-Appetit der Anleger, sagten Händler. In Japan findet wegen eines Feiertages kein Handel statt.

Die einzige Aktie, die im Plus liegt, ist Geberit (+1,5 Prozent). Der Sanitärtechniker hat sich im ersten Quartal gesteigert, wenn auch mit Rückenwind vom sich abschwächenden Franken.

Daneben steigt die Aktie von Logitech (+3,2 Prozent) deutlich. Der erfolgsverwöhnte Computerzubehör-Hersteller hat sich im ersten Quartal über Erwarten gesteigert. Auch Sunrise (+1,7 Prozent) ziehen nach den Zahlen an.

(cash/AWP/Reuters)