+++Börsen-Ticker+++ - Handelstreitereien lasten auf Wall Street

Der Handelskonflikt der USA mit China bremst die Wall Street aus.
17.05.2019 22:40
Legen einen fulminanten Börsenstart an der Wall Street hin: Luckin Coffee.
Legen einen fulminanten Börsenstart an der Wall Street hin: Luckin Coffee.
Bild: Bloomberg

22:40

Während US-Präsident Donald Trump seine Entscheidung über Zölle für Importwagen aus der EU aufschob, verkündete er eine Zoll-Einigung mit Kanada und Mexiko. Hier sollen Abgaben auf Stahl, Aluminium, Fleisch und Whiskey abgeschafft werden.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte geht mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 25'762 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 verliert 0,6 Prozent auf 2859 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büsst 1 Prozent auf 7816 Stellen ein. Auf Wochensicht ergibt sich für die Nasdaq ein Minus von 1,3, für den S&P von 0,8 und für den Dow von 0,7 Prozent.

Die Ungewissheit setzt dem Landmaschinenproduzenten Deere so zu, dass er seine Jahresprognose herunterschrauben musste und dafür an der Börse abgestraft wird. Die Papiere büssen 7,6 Prozent ein und ziehen Caterpillar und 3M mit nach unten. Der Baggerhersteller verliert 3 Prozent, der Mischkonzern 1,6 Prozent.

Schlecht lief der Aktienhandel auch für die erst kürzlich an die Börse gegangene Online-Pinnwand Pinterest. Die Plattform konnte mit ihrem Umsatz nicht überzeugen, die Aktien rauschen 13,5 Prozent in die Tiefe.

Die Kette Luckin Coffee, die es erklärtermassen in China mit Starbucks aufnehmen will, legte einen erfolgreichen Börsenstart hin. Die Papiere schossen am ersten Handelstag zeitweise mehr als 50 Prozent in die Höhe. Sie gehen mit einem Plus von knapp 20 Prozent aus dem Handel.

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17:40

Die Schweizer Börse hat am Freitag eine Verschnaufpause eingelegt. Der Zollstreit zwischen den USA und China dämpfte die Stimmung unter den Anlegern. Der Leitindex SMI steht zum Handelsschlusss bei 9659 Punkten praktisch unverändert zum Vortag. Auf Wochensicht bleibt ein Plus von 2 Prozent.

Zu den Verlierern zählen Finanzwerte und stärker konjunkturabhängige Aktien. Sie dürften eine mögliche Wirtschaftsflaute als Folge des Handelskriegs besonders zu spüren bekommen.

Die Titel der Grossbanken Credit Suisse und UBS verlieren 0,6 und 0,2 Prozent, die Versicherer Swiss Life und Zurich geben je 0,7 Prozent ab. Ebenso standen die Aktien des Personalvermittlers Adecco (-1,4%) und des Bauchemiekonzern Sika (-0,7%) auf den Verkaufslisten.

Die Titel des Luxusgüterkonzerns Richemont führen die wenigen SMI-Gewinner mit einem Plus von 2,8 Prozent an. Das Unternehmen mit Marken wie Cartier und IWC hat seinen Nettogewinn im vergangenen Geschäftsjahr dank eines Sonderertrags im Zusammenhang mit der Übernahme von Yoox-Net-A-Porter mehr als verdoppelt und erhöht die Dividende. Die Aktien des Konkurrenten Swatch konnten davon jedoch nicht profitieren, sie geben 0,3 Prozent nach.

Die schwergewichteten Pharmatitel Roche und Novartis legen 0,4 und 0,3 Prozent zu und stützen so den Markt. Das Index-Schwergewicht Nestlé verliert hingegen 0,4 Prozent.

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16:00

Die Hoffnung auf eine rasche Handelseinigung mit China im Zollstreit ist an den US-Börsen verflogen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fällt zur Eröffnung um 0,5 Prozent auf 25'719 Punkte, der breiter gefasste S&P 500 verliert 0,6 Prozent auf 2858 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gibt 0,9 Prozent auf 7829 Punkte nach.

"Die anhaltenden Handelssorgen und geopolitische Spannungen zehren an den Nerven der Investoren", sagt Ökonom Peter Cardillo vom Vermögensberater Spartan Capital Securities in New York.

Besonders die stark von China-Exporten abhängigen Technologiewerte bekommen die gewachsene Risikoscheu zu spüren. Die Titel von iPhone-Hersteller Apple geben rund 1 Prozent nach. Gegen den negativen Branchentrend stemmen sich Applied Materials. Der Chiphersteller hat im Quartal die Erwartungen übertroffen, die Papiere legen knapp 4 Prozent zu.

Nicht überzeugen konnte die erst vor kurzem an die Börse gegangen Online-Pinnwand-Plattform Pinterest mit ihren Umsatzzahlen: Die Papiere verlieren 14 Prozent.

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt ist auf bestem Wege, die Handelswoche auf Tagessicht so zu beenden, wie er sie begonnen hat - im Minus. Laut Börsianern nehmen Investoren nach dem an sich guten Lauf in dieser Woche vor dem Wochenende Gewinne mit. Immerhin schwelten derzeit verschiedene politische Gefahrenherde, so dass sich niemand zu stark positionieren wolle.

Der SMI verliert gegen 11.15 Uhr 0,4 Prozent auf 9619 Punkte. Aktuell wäre das für die ganze Woche ein Plus von 1,5 Prozent. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt um 0,6 Prozent nach auf 1488 Zähler, und der breite SPI steht 0,4 Prozent tiefer bei 11'628 Punkten.

Zu den grössten Verlierern zählten über weite Strecken auch die Aktien von Richemont (+0,7%) nach Zahlen, bis sie zuletzt mit einem fulminanten Richtungswechsel zum grössten Gewinner wurden. Konkurrentin Swatch lässt mit -1,1 Prozent weiter Federn. Für beide Unternehmen sind auch die Handelsdiskussionen zwischen China und USA eine tendenzielle Belastung, da sie stark von asiatischen Markt abhängen.

Der Handelsstreit wird zusammen mit negativ aufgenommenen Branchennachrichten auch bei den beiden Technologiewerten AMS (-2,7%) und Logitech (-1,3%) als Grund für die schwächere Tendenz angeführt.

Nachrichten gabs vor allem aus den hinteren Reihen. Dabei fallen vor allem Stadler Rail (+2,6%) positiv aus. Laut Presseberichten könnte das Unternehmen vor einem Milliardenauftrag aus Berlin stehen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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10:30

Spekulationen auf einen Sturz von Premierministerin Theresa May und einen chaotischen Brexit machen dem Pfund Sterling erneut zu schaffen. Die britische Währung verliert 0,2 Prozent und ist mit 1,2774 Dollar so billig wie zuletzt vor drei Monaten.

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09:15

Der Swiss Market Index (SMI) gibt unmittelbar nach Börseneröffnung 0,5 Prozent auf 9617 Punkte nach.

Unter den Bluechips fallen die Aktien von Richemont nach Zahlen mit -1,5 Prozent am deutlichsten zurück. Dabei hat der Luxusgüterkonzern im Geschäftsjahr 2018/19 stark zugelegt. Allerdings lag das Unternehmen nur beim Umsatz im Rahmen der Erwartungen, mit den Gewinnzahlen hinkt der Konzern den Schätzungen hinterher. In Sippenhaft genommen wird auch Swatch (-1,4 Prozent).

Daneben geht es auch für die Credit Suisse (-0,9 Prozent) und Adecco (-0,7 Prozent) überdurchschnittlich abwärts.

Am breiten Markt stechen derweil die Aktien von Börsenneuling Stadler Rail hervor, die sich mit plus 2,8 Prozent gegen den schwächeren Trend stemmen. Händler verweisen auf Zeitungsberichte, wonach das Unternehmen möglicherweise einen Milliardenauftrag in Berlin erhalten könnte.

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08:08

Der Swiss Market Index (SMI) gibt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse 0,5 Prozent nach. Im gestrigen Handel legte der Leitindex kräftig zu: Plus 1,9 Prozent auf 9661 Zähler.  

Hauptthema auf dem Börsenparkett bleibt der Zollstreit zwischen den USA und China. Etwas Abwechslung liefern die anstehenden Konjunkturdaten. In den USA stehen die Frühindikatoren auf dem Terminplan. Diesseits des Atlantiks werden Inflationsdaten veröffentlicht. 

Sämtliche Einzeltitel aus dem Leitindex sind im Minus. Am deutlichsten ist der Abschlag bei Richemont (-1,5 Prozent). Der Luxusgüterkonzern konnte bei den Gewinnzahlen die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen.

Ansonsten geben auch ABB (-0,7 Prozent) sowie Adecco, CS, Givaudan, LafargeHolcim und UBS (alle -0,6 Prozent) relativ deutlich nach.

Aus dem breiten Markt fallen Stadler Rail mit plus 2,5 Prozent aus der Reihe.

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07:55

Der Höhenflug von Bitcoin ist vorerst beendet. Die Cyber-Devise verbilligt sich an der Börse Bitstamp um gut 21 Prozent auf 6192 Dollar, nachdem sie sich in den beiden Wochen zuvor um rund 3000 Dollar verteuert hatte. Vor diesem Hintergrund rutscht der Kurs der deutschen Bitcoin Group vorbörslich um sechs Prozent ab.

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07:40

Der Euro hat die Kursverluste vom Vortag gegenüber dem Dollar vorerst gestoppt und sich am Freitag unter der Marke von 1,12 Dollar gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1176 Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend.

Zum Franken ist der Euro dagegen im frühen Handel zum Wochenschluss weiter zurückgekommen und notiert aktuell bei 1,1270 Franken auf Tagestief. Auch der Dollar steht bei 1,0087 Franken aktuell nur minimal über seinem bisherigen Tagestief.

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06:35

Der japanische Leitindex Nikkei stieg bis zum Nachmittag um 1,1 Prozent auf 21'289 Punkte. Der breiter gefasst Topix legte 1,6 Prozent auf 1561 Zähler zu.

Sony-Papiere gewannen zehn Prozent an Wert nachdem der Konzern eine Zusammenarbeit mit Microsoft bei Streaming, Chips und Künstlicher Intelligenz angekündigt hat.

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06:30

Der Euro notierte im fernöstlichen Devisenhandel kaum verändert bei 1,1175 Dollar. Zur japanischen Währung lag die US-Devise einen Tick niedriger bei 109,82 Yen.

(cash/AWP/Reuters)