+++Börsen-Ticker+++ - Hoffnung auf Zinssenkungen schieben New Yorker Börsen an

Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Fed bescheren der Wall Street den grössten Tagesgewinn seit fünf Monaten.
04.06.2019 22:45
Die Trader an der Wall Street freuen sich am Dienstag über ein kräftiges Plus.
Die Trader an der Wall Street freuen sich am Dienstag über ein kräftiges Plus.
Bild: Bloomberg

22:50

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst mit einem Plus von 2,1 Prozent auf 25'332 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 steigt um 2,1 Prozent auf 2803 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legt um 2,7 Prozent auf 7527 Punkte zu.

Fed-Chef Jerome Powell erklärte, die US Notenbank würde "angemessen" auf Risiken aus dem Handelskonflikten reagieren. Damit liess er einen Spielraum für mögliche Zinssenkungen offen. Genährt wurden die Spekulationen auf Zinssenkungen auch durch die Entscheidung der australischen Notenbank, den Schlüsselsatz auf ein Rekordtief zu senken.

Zu den Favoriten an der Wall Street gehörte der Lastwagenbauer Navistar mit einem Kursplus von rund 9 Prozent. Umsatz- und Betriebsgewinn der Volkswagen-Beteiligung lägen über den Markterwartungen, schrieb Analyst Stephen Volkmann von der Investmentbank Jefferies. Navistar hob ausserdem seine Ziele für das Gesamtjahr an.

Gesenkte Gesamtjahresziele drücken Box deutlich ins Minus. Die Aktien des US-Anbieters von Online-Speicherplatz sacken mehr als 4 Prozent ab. Angesichts eines schleppenden Geschäfts rechnet das Unternehmen für 2019 nur noch mit einem Umsatz von 688 bis 692 statt 700 bis 704 Millionen Dollar. Die Papiere des Rivalen Dropbox büssen 2,1 Prozent ein.

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17:35

An der Schweizer Börse haben sich die Anleger am Dienstag nicht aus der Deckung gewagt. Der Leitindex SMI sinkt um 0,1 Prozent auf 9598 Punkte. Der Aktienmarkt in Zürich hinkt damit anderen europäischen Börsenplätzen, die von der Hoffnung auf konjunkturstimulierende Zinssenkungen angetrieben wurden, merklich hinterher.

Gebremst wurde der Markt vor allem von Kurseinbussen der Indexschwergewichte: Die Titel des Lebensmittelkonzerns Nestlé verlieren 2,1 Prozent, die der Pharmariesen Novartis und Roche 0,6 und 0,5 Prozent. Steigt die Zuversicht der Anlegern, sind die als krisensicher geltenden Werte zumeist weniger gefragt.

An die Spitze der Standardwerte setzen sich konjunktursensitive und Finanzunternehmen. Die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont steigen um 2,8 und 3,6 Prozent, die der Banken Credit Suisse und UBS um 2,8 und 2,2 Prozent. Julius Bär klettern gar 3,3 Prozent, nachdem der Staatsfonds GIC aus Singapur sich mit gut 3 Prozent am Vermögensverwalter beteiligt hatte.

Die Aktien von Aryzta brechen nach einer Gewinnwarnung 13 Prozent ein. Der Backwarenhersteller stellte für das Geschäftsjahr 2018/19 nur noch ein Wachstum des bereinigten Betriebsergebnisses (Ebitda) um einen tiefen einstelligen Prozentbetrag in Aussicht. Bislang war die Firma von einem mittleren bis hohen einstelligen Anstieg ausgegangen.

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16:00

Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Fed gibt der Wall Street Auftrieb. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 steigen zur Eröffnung um jeweils etwa 1 Prozent. Auslöser des Kursanstiegs waren Aussagen des Fed-Bankers James Bullard, der gesagt hatte, dass eine Zinssenkung bald notwendig sein könnte. Eine Lockerung der Geldpolitik könnte den Abwärtstrend der Börsen durchbrechen, sagt Ökonom Florian Hense von der Berenberg Bank.

Darüber hinaus gebe es Hoffnungen, dass der US-Senat die von Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle auf mexikanische Waren verhindern werde, sagt Scott Brown, Chefökonom des Vermögensberaters Raymond James. Der mexikanische Aussenminister Marcelo Ebrard äusserte die Hoffnung, bei den Streitthemen Einwanderung und Zölle zu einer Einigung zu kommen.

Zu den Favoriten an der Wall Street gehört der Lastwagenbauer Navistar mit einem Kursplus von 6,1 Prozent. Umsatz- und Betriebsgewinn der Volkswagen-Beteiligung lägen über den Markterwartungen schreibt Analyst Stephen Volkmann von der Investmentbank Jefferies. Navistar hob ausserdem seine Ziele für das Gesamtjahr an.

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich nach schwachem Start am Dienstagmittag weitgehend erholt. Der SMI hat dabei vom Tiefpunkt über 50 Punkte gutgemacht. Der SMI steht gegen 11 Uhr mit +0,1% auf 9610 Punkten leicht höher. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,2 Prozent auf 1467 Punkte, während der breite SPI bei 11'633 Zählern nahezu unverändert tendiert.

Am oberen Ende der Kurstafel sind Bankaktien und Zykliker zu finden. So gehören die Aktien von Julius Bär (+2,7%) nach dem Einstieg des Singapurer Staatsfonds GIC zu den grössten Gewinnern. Auch die zuletzt schwachen Aktien der beiden Grossbanken CS und UBS (beide +1,5%) erholen sich relativ deutlich von den jüngsten Verlusten.

Mit den Aktien des Uhrenherstellers Swatch (+3,0%) zieht noch ein weiterer Wert an, der in der vergangenen Woche besonders deutlich unter der steigenden Unsicherheit gelitten hatte. Richemont (+1,3%) ziehen ebenfalls überdurchschnittlich an.

Die Verliererliste wird derweil grösstenteils von den Gewinnern des Vortages angeführt. Dabei geben insbesondere Vertreter der Gesundheitsbranche nach. So büssen Sonova 2,2 Prozent ein, gefolgt von AlconLonza, den Schwergewichten Roche und Novartis sowie Vifor, die zwischen 0,5 und 0,3 Prozent zurückkommen.

Im breiten Markt fallen vor allem die Aktien vom Backwarenhersteller Aryzta auf, die um 9,3 Prozent einbrechen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:15

Der Swiss Market Index (SMI) gibt unmittelbar nach Börseneröffnung 0,5 Prozent auf 9557 Punkte nach. 

Am deutlichsten geben aus dem Leitindex Sika (-1,2 Prozent), Lonza (-1,0 Prozent) und LafargeHolcim (-0,8 Prozent) nach.

Unter Marktschnitt verlieren die Aktien der beiden Grossbanken UBS (-0,3 Prozent) und CS (Kurs unverändert) nach einem schwachen Vortag. Sie leiden unter den anhaltend tiefen Anleiherenditen. Zuletzt waren die Renditen der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe auf ein Rekordtief gefallen, während in den USA die Renditen für ganz kurze Laufzeiten nach wie vor über den langfristigen liegen, die Zinskurve also invers ist.

Positiv zeigen sich derweil die Aktien von Julius Bär (+1,0 Prozent). Die Bank hat einen neuen Grossaktionär. GIC, der Staatsfond der Regierung von Singapur, hält an der Private-Banking-Gruppe neuerdings einen Anteil von 3,09 Prozent. GIC ist damit neben den beiden amerikanischen Investmentgesellschaften BlackRock und Wellington Management sowie dem UBS Fund Management zu einem der der gewichtigsten Anteilseigener der Zürcher Bank geworden.

Im breiten Markt fallen noch die Papiere vom Bachwarenkonzern Aryzta nach Zahlen mit einem Minus von 7,0 Prozent auf. Das Unternehmen ist zwar im dritten Quartal organisch gewachsen, hat aber für das Gesamtjahr sein Gewinnziel gekappt.

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08:35

Schwache Konjunkturdaten und der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China haben die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag belastet. Viele Investoren steuerten aus Furcht vor einer Rezession "sichere Häfen" wie Anleihen an. "Wenn der Trend nicht unterbrochen wird, das könnte eine Zinssenkung der Fed oder weitere Konjunkturpakete in China sein oder von der Europäische Zentralbank kommen, werden die Aktienkurse und Anleiherenditen weiter sinken", sagte Greg McKenna, Stratege beim Analysehaus McKenna Makro.

In Tokio ging der Nikkei unverändert bei 20.408 Zählern aus dem Handel. Der MSCI-Index für die asiatischen Märkte ohne Japan gab 0,3 Prozent nach. Vor allem in China ging es abwärts. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag der Regierung in Peking vorgeworfen, den USA die Schuld in dem Streit zuzuweisen.

Unter Druck gerieten Techwerte. So gaben die Softbank-Paiere 3 Prozent nach. Sie folgten damit den Vorgaben aus den USA. Der US-Kongress hat eine Untersuchung zum Wettbewerb in den digitalen Märkten angekündigt. "Eine kleine Zahl von marktbeherrschenden, unregulierten Plattformen hat eine aussergewöhnliche Macht über Online-Handel, -Kommunikation und -Informationen", hiess es in einer am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung beider Parteien im Justizausschuss des Repräsentantenhauses. 

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08:10

Der Swiss Market Index steht vorbörslichen Schätzungen zufolge 0,8 Prozent tiefer. Alle 20 Titel sind im Minus, am deutlichsten derjenige der Credit Suisse (0,27 Prozent). Am breiten Markt fallen die Titel von Aryzta über 3 Prozent, nachdem der Backwarenkonzern das Gewinnziel nach unten schraubte.

Am Montag war der SMI fester aus dem Handel gegangen. Allerdings wurde die Stimmung von Rezessionsängsten getrübt. Ihr Augenmerk richten dürften Börsianer auf Konjunkturdaten: So stehen die Konsumentenpreise aus der Eurozone an. Die Europäische Zentralbank strebt eine Teuerung von knapp zwei Prozent an - im Mai dürfte es dazu nicht gereicht haben. Auch der Auftragseingang der US-Industrie dürfte für Aufmerksamkeit sorgen. 

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07:50

Die Ölpreise haben am Dienstag weiter in der Nähe ihrer viermonatigen Tiefstände notiert. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 61,07 Dollar. Das waren 21 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um neun Cent auf 53,16 Dollar.

Am Montag waren die Rohölpreise auf den tiefsten Stand seit Februar gefallen. Seit ihrem Jahreshoch von Mitte April sind die Erdölpreise um fast 20 Prozent eingebrochen. Wesentlicher Grund sind Konjunkturängste wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China. Der Konflikt scheint festgefahren, eine baldige Lösung ist nicht in Sicht. Dies nährt Ängste vor einer sich weiter abschwächenden Weltwirtschaft mit einer rückläufigen Ölnachfrage.

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07:00

Der Bitcoin handelt am Dienstag erstmals seit einer Woche wieder unter der Marke von 8000 Dollar. Damit hat die Kryptowährung im Monat Juni bereits 6 Prozent verloren. In den Monaten zuvor hatte sich der Kurs allerdings mehr als verdoppelt. 

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06:30

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf klar erst im Minus, zuletzt war er aber kaum verändert. Der breiter gefasste Topix-Index sank ebenfalls um 0,5 Prozent und lag bei 1491 Punkten. Ein stärkerer Yen und anhaltende Sorgen über die Handelskonflikte lasteten auf dem Handel.

Die Börse in Shanghai lag 0,7 Prozent im Minus wie auch der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg dagegen um 0,6 Prozent.

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06:25

Ein Euro wird mit 1,1170 Franken bewertet. Der Dollar steht bei 99,26 Rappen. Am Montag war der Franken gegen den Euro auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren gestiegen.

(cash/AWP/Reuters)

 
Aktuell+/-%
DOW JONES31'496.30+1.85%
S&P 5003'841.94+1.95%
NASDAQ12'920.15+1.55%
Dropbox-A Rg23.48+1.87%
SMI10'724.48+1.10%
Nestle N98.61+0.04%
Novartis N78.31+1.85%
Roche Hldg G298.75+0.25%
The Swatch Grp I280.70+2.22%
CieFinRichemont N87.90+2.28%
CS Group N12.965+1.69%
UBS Group N14.595+1.71%
Julius Baer Grp N57.50+2.57%
ARYZTA N0.827+3.31%
SLI1'732.59+1.20%
SPI13'442.15+0.98%
Sonova Hldg N219.00-0.32%
Alcon Rg63.08+0.67%
Lonza Grp N536.40+0.56%
Vifor Pharma N120.70+3.21%
Sika N250.90+0.84%
LafargeHolcim N53.60+2.25%
NIKKEI28'743.25-0.42%
SoftBanK Group Rg76.78-1.49%
Ölpreis (Brent)69.19-0.55%
Ölpreis (WTI)66.36+3.32%
Bitcoin in USD50'200.0050-2.38%
EUR/CHF1.1087+0.01%
USD/CHF0.9345+0.41%

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