+++Börsen-Ticker+++ - Hoffnungen auf Zinssenkung verhelfen US-Börsen zu Kursgewinnen

Beflügelt von der US-Notenbank Fed haben die New Yorker Börsen zur Wochenmitte leicht im Plus geschlossen.
19.06.2019 22:40
Die Botschaft von Fed-Chef Jerome Powell ist an der Wall Street angekommen.
Die Botschaft von Fed-Chef Jerome Powell ist an der Wall Street angekommen.
Bild: Bloomberg

22:40

Angesichts des mit immer härteren Bandagen geführten Zollstreits fasst die Fed eine baldige Zinswende ins Auge. Die Währungshüter behielten den Leitzins am Mittwoch zwar in einer Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Doch ist mittlerweile fast die Hälfte der Fed-Spitze der Meinung, dass ein niedrigeres Niveau bald angebracht sein dürfte.

An den Märkten wird bereits für Juli mit einer Senkung gerechnet. Laut Zentralbank-Chef Jerome Powell treibt die Fed ein "Gefahrenbild" aus Handelskonflikten und eingetrübten Aussichten für die Weltwirtschaft um: "Wir werden bei Bedarf handeln und unsere Instrumente nutzen, um das Wachstum zu sichern", betonte er und stiess die Tür für eine baldige Erhöhung weit auf.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,2 Prozent höher auf 26'504 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückt um 0,3 Prozent auf 2926 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbessert sich um 0,4 Prozent auf 7987 Punkte.

Ein Quartalsergebnis über den Markterwartungen gab Adobe Auftrieb. Die Aktien legen mehr als 5 Prozent zu. Der Software-Konzern hat dank der Nachfrage nach seinen Produkten zur Gestaltung von digitalen Inhalten Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal gesteigert.

Die Anteilsscheine des Online-Reiseanbieters Tripadvisor verteuern sich um 1,9 Prozent, nachdem ein Broker die Aktie auf "kaufen" hochgestuft hatte.

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17:40

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch die starken Vortagesgewinne zum Teil wieder abgegeben. Der SMI sinkt um 0,3 Prozent auf 9962 Punkte. Händler erklären, vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank würden die Anleger Vorsicht walten lassen. Angesichts des immer weitere Kreise ziehenden Zollkonflikts könnte die US-Notenbank Fed Marktteilnehmern zufolge die Weichen in Richtung Zinssenkung stellen. Bislang hatten die Währungshüter für dieses Jahr eine Pause signalisiert.

Der Aromenhersteller Givaudan verliert 1,6 Prozent an Wert, der Nahrungsmittelriese Nestlé 1,1 Prozent. Die Aktien des Prüfkonzerns SGS sinken nach einer Broker-Rückstufung um 1,3 Prozent. Bell brechen um 7,4 Prozent ein. Der Fleischverarbeiter leidet unter der von der Afrikanischen Schweinepest ausgelösten Verteuerung der Schweinepreise.

Zu den Gewinnern gehören die Aktien der Luxusgüterwerte Swatch und Richemont sowie der Banken Credit Suisse und UBS. Die Obseva-Titel klettern 3,8 Prozent. Die auf Reproduktionsmedizin spezialisierte Firma will die Phase-III-Tests mit dem Wirkstoff Nolasiban in den USA im vierten Quartal oder Anfang 2020 starten.

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15:55

In Erwartung des Zinsentscheids der US-Notenbank Fed lehnen sich Anleger an der Wall Street nicht allzu weit aus dem Fenster. Alle drei grossen Indizes legen jeweils 0,1 Prozent zu. Der Dow-Jones-Index steht dabei bei 26'512 Punkten, der S&P 500 bei 2920 und der Index der Technologiebörse Nasdaq bei 7966.

Angesichts des immer weitere Kreise ziehenden Zollkonflikts könnte die US-Notenbank Fed Marktteilnehmern zufolge die Weichen in Richtung Zinssenkung stellen. Bislang hatten die Währungshüter für dieses Jahr eine Pause signalisiert. Anleger spekulieren inzwischen aber auf bis zu drei Schritte nach unten. Die unabhängige Notenbank muss laut Experten bei der Umstellung auf eine lockerere Geldpolitik wegen der fordernden Zwischenrufe aus dem Weissen Haus allerdings auch darauf achten, dass dies nicht als Einknicken vor US-Präsident Donald Trump gewertet wird.

Ein Quartalsergebnis über den Markterwartungen gibt Adobe Auftrieb. Die Aktien legen 3 Prozent zu. Der Software-Konzern hat dank der Nachfrage nach seinen Produkten zur Gestaltung von digitalen Inhalten Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal gesteigert. 

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11:40

Nach dem deutlichen Kurssprung vom Dienstag bleiben die Anleger am Schweizer Aktienmarkt zur Wochenmitte gut gelaunt. Am Vortag hatte der Leitindex nach einem Sturmlauf erstmals die Marke von 10'000 Punkten geknackt. Weil die defensiven Indexschwergewichte am Berichtstag aber verkauft werden, legen die Indizes wieder den Rückwärtsgang ein.

Der SMI notiert gegen 11 Uhr 0,5 Prozent tiefer bei 9944 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI sinkt 0,2 Prozent auf 1522 und der breite SPI 0,4 Prozent auf 12'005 Punkte.

Im Technologiebereich geht es mit AMS (+1,7%) und Logitech (+0,6%) nach oben. Das gleiche Bild bietet sich bei den im breiten Markt kotierten Inficon (+0,7%), Kudelski (+1,0%), U-Blox (+0,8%) und VAT (+1,7%).

Für das Minus im Leitindex sind insbesondere die defensiven Schwergewichte Roche (-0,6%), Novartis (-0,8%) und Nestlé (-0,9%) verantwortlich. Die Papiere sind im bisherigen Jahresverlauf gut gelaufen und waren vor allem in unsicheren Zeiten gefragt.

Am breiten Markt sacken Bell um deutliche 9,2 Prozent ab. Der Fleischverarbeiter rechnet wegen der stark gestiegenen Schweinepreise mit einem tieferen operativen Ergebnis. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:10

Der Swiss Market Index (SMI) gibt kurz nach Handelseröffnung um 0,2 Prozent auf 9966 Punkte nach. Am Vortag hatte der Leitindex nach einem Sturmlauf erstmals die Marke von 10'000 Punkten geknackt. Als Grund für den Kurssprung nannten Händler vor allem die Aussicht auf weiterhin geöffnete Geldschleusen der Zentralbanken. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Dienstag lockere geldpolitische Signale ausgesandt.

Am Mittwoch steht nun die US-Notenbank im Fokus. Die Hoffnung ist jetzt, dass es das Fed der EZB gleichtut. Es könnte somit sogar auf einen Zinssenkungswettstreit zwischen den beiden Notenbanken hinauslaufen, erklären Marktteilnehmer. Im Vorfeld des Fed-Meetings und den Ankündigungen nach hiesigem Börsenschluss dürften sich die Anleger aber erst einmal zurückhalten, hiess es im Handel.

Trotzdem legen einige Titel aus dem SMI flott zu: Swatch (+1,9 Prozent), UBS (+1,1 Prozent) sowie Richemont (+0,9 Prozent) fallen dabei am positivsten auf.

Deutlich tiefer notieren hingegen SGS (-1,2 Prozent), Nestlé (-0,9 Prozent) sowie Novartis (-0,7 Prozent).

Am breiteren Markt schlagen sich die technologielastige Werte gut: AMS legen 2,8 Prozent zu,  Inficon 0,7 Prozent, U-Blox 1,1 Prozent und VAT 1,3 Prozent. Am Dienstag waren in den USA Technologiewerte besonders stark gefragt.

Bell dürften mit deutlichen Abgaben in den regulären Handel starten - derzeit liegt noch kein Kurs vor. Der Fleischverarbeiter rechnet wegen der stark gestiegenen Schweinepreise mit einem tieferen operativen Ergebnis. Die Preise für Schweinefleisch spielt für einige halt doch eine Rolle.

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08:55

Die Hoffnung auf Fortschritte beim amerikanisch-chinesischen Handelsstreit hat Asiens wichtigste Aktienmärkte am Mittwoch beflügelt. Zudem stiessen Signale der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik - wie auch an den anderen Börsen - auf ein positives Echo. Nun kommt es darauf an, ob die US-Notenbank Fed am Abend wie erhofft eine Zinssenkung verbal vorbereitet.

Der CSI 300 , der die 300 grössten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, stieg um 1,57 Prozent auf 3725,26 Punkte. An der Hongkonger Börse, wo auch ausländische Marktteilnehmer uneingeschränkt handeln können, legte der Hang-Seng-Index sogar um 2,28 Prozent auf 28 125,73 Punkte zu. Hier war es schon zuletzt deutlich bergauf gegangen, nachdem die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone ein umstrittenes Gesetzesvorhaben für Auslieferungen nach China auf Eis gelegt hatte.

Auch in Japan hatten die Anleger nach dem schwachen Vortag am Mittwoch Grund zur Freude: Der Leitindex Nikkei 225 schloss 1,72 Prozent höher mit 21 333,87 Punkten, obwohl die Ausfuhren des stark exportabhängigen Landes im Mai zum sechsten Mal in Folge gesunken sind.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) gibt in der von Julius Bär berechneten Börse um 0,1 Prozent nach. Am Dienstag hatte der Leitindex erstmals die Marke von 10'000 Punkten geknackt. Zum Börsenschluss am gestrigen Dienstag legte er 1,4 Prozent zu und notierte zum Handelsschluss bei 9989 Zählern. 

Sämtlich SMI-Werte sind vorbörslich leicht negativ. Am deutlichsten sind die Abschläge bei SGS (-0,7 Prozent) und Credit Suisse (-0,4 Prozent).

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07:55

Die Ölpreise haben am Mittwoch im frühen Handel ihre jüngsten Gewinne verteidigt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 62,23 Dollar. Das waren acht Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 16 Cent auf 54,06 Dollar.

Am Dienstag hatten die Ölpreise deutlich zugelegt. Hoffnungen auf geldpolitische Stützen durch die Europäische Zentralbank (EZB) sowie positive Signale im Handelsstreit zwischen den USA und China hatten für ein kräftiges Kursplus gesorgt.

Als Stütze für die Ölpreise sehen Händler auch Meldungen, dass die Vereinigung Opec+, dahinter stecken die Opec und weitere Ölförderländer wie Russland, kurz davor sind, sich auf ein Treffen im Juli zu einigen. Hier hatte es zuletzt Uneinigkeit in der Gruppe gegeben, wann es ein Treffen geben solle, um Produktionsziele zu besprechen. Zudem bleibt die Sorge vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten am Ölmarkt bestehen.

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06:35

Die Ankündigung eines Treffens von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Japan Ende des Monats ermutige die Anleger, sagten Händler. Zudem schoben die anhaltenden Spekulationen auf eine Zinssenkung in den USA noch in diesem Jahr die Kurse an. Auch die Signale von EZB-Chef Mario Draghi für die Bereitschaft zu weiteren Konjunkturhilfen halfen dabei. An der Tokioter Börse kletterte der japanische Leitindex Nikkei 1,7 Prozent auf 21.321 Punkte. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg um ein Prozent. Auch der chinesische Markt in Shanghai und die südkoreanische Börse in Seoul legten rund ein Prozent zu.

Mit einer Zinssenkung der Federal Reserve werde bei der Entscheidung am Abend zwar zumeist noch nicht gerechnet, sagten Händler. Die Anleger warteten aber mit Spannung darauf, wie nahe die US-Notenbank an einem solchen Schritt sei. Mit einem Kursplus von 16 Prozent stand in Tokio Japan Display im Blickpunkt. Das "Wall Street Journal" berichtete, dass Apple erwäge, dem angeschlagenen Zulieferer unter die Arme zu greifen.

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06:30

Der Euro-Franken-Kurs ist praktisch unverändert bei 1.1196. Gleichzeitig verharrt der Dollar-Franken auf Parität (1,0004). Der Euro trat bei 1,1191 Dollar auf der Stelle. Auch zur japanischen Währung notierte der Dollar bei 108,42 Yen kaum verändert.

(cash/AWP/Reuters)