+++Börsen-Ticker+++ - Kleine Tageserholung - Halbjahr für Dow negativ

Die Wall Street hat am Freitag an ihre Vortageserholung angeknüpft. Im späteren Handelsverlauf bröckelten die Gewinne jedoch deutlich ab.
29.06.2018 23:01
Trader in der Börse in New York.
Trader in der Börse in New York.
Bild: Bloomberg

22:30

Der Dow Jones Industrial beendete den Handel letztlich mit einem kleinen Plus von 0,23 Prozent auf 24 271,41 Punkte, womit sich auf Wochensicht ein Minus von 1,3 Prozent ergibt und auf Monatssicht eines von 0,6 Prozent. In der ersten Jahreshälfte summiert sich der Verlust auf 1,8 Prozent. Immerhin konnte sich der US-Leitindex aber im abgelaufenen zweiten Quartal um 0,7 Prozent erholen.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Freitag letztlich nur um minimale 0,08 Prozent auf 2718,37 Zähler nach oben. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um moderate 0,13 Prozent auf 7040,80 Punkte.

Der Blick auf die vor dem Wochenende veröffentlichten Wirtschaftsdaten ergab, dass sich das Geschäftsklima in der wichtigen Wirtschaftsregion Chicago im Juni überraschend aufgehellt hatte. Zudem waren die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Mai leicht gestiegen. Die Einkommen hatten zugleich wieder stärker zugelegt. Das von der US-Notenbank Fed präferierte Inflationsmass war ebenfalls weiter gestiegen, in einem Fall sogar über das Ziel der Fed hinaus.

Unter den Einzelwerten an den US-Börsen blieben die Ölwerte begehrt, während Finanzwerte im Handelsverlauf wieder abgestossen wurden. Aktien wie die von Chevron und ExxonMobil legten vor dem Hintergrund der weiter steigenden Ölpreise um 0,6 beziehungsweise 0,9 Prozent zu.

In der Bankenbranche standen die Ergebnisse des jährlichen Stresstests der Notenbank (Fed) im Fokus. Die Fed stellte den teilnehmenden Instituten im Grossen und Ganzen ein recht gutes Zeugnis aus. Nach Einschätzung der Aufseher sind die grössten Geldhäuser in den USA krisenfest aufgestellt, so dass die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte bei einem Finanzmarkt-Crash nicht abrupt ins Stocken geraten würde. Allerdings fielen die Ergebnisse für die beiden US-Schwergewichte Goldman Sachs und Morgan Stanley vergleichsweise weniger erfreulich aus. Zwar gelten sie formal nicht als durchgefallen, dürfen aber ihre Dividenden und Aktienrückkäufe zunächst nicht erhöhen. Das drückte die Goldman-Aktie um 1,3 Prozent und die von Morgan Stanley um 1,8 Prozent ins Minus.

Doch auch die Stimmung für die Aktien der Banken, die besser abgeschnitten hatte, drehte. So verloren JPMorgan , letztlich 0,7 Prozent und Bank of America sogar 1,7 Prozent. Nur Wells Fargo und die Citigroup konnten sich im Plus halten.

Mit einem Kursfeuerwerk von bis zu 13 Prozent auf 81,00 US-Dollar feierten die Anleger von Nike die Quartalszahlen des Sportartikelriesen und katapultierten die Aktien damit auf ein Rekordhoch.

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17:30

Die Schweizer Börse hat am Freitag zum Ende einer schwachen Woche zu einer Erholung angesetzt und kräftig zugelegt.  Der Schweizer Leitindex stieg um 1,7 Prozent auf 8602 Punkte und steuert erneut auf eine Woche mit leichten Verlusten hin. Insgesamt hat der SMI im ersten Halbjahr fast neun Prozent eingebüsst.

Im Fokus der Anleger standen die Aktien des SMI-Schwergewichts Novartis, die um 4 Prozent anzogen und damit den stärksten täglichen Kursgewinn seit gut einem Jahr verbuchten. Der Pharmariese will das Augenheilgeschäft der Tochter Alcon an die Börse bringen und einen milliardenschweren Aktienrückkauf durchführen.

Die Genusscheine von Rivale Roche gewannen 1,5 Prozent. Auch Anteile kleinerer Arzneimittelhersteller wie Basilea, Idorsia oder des Pharmazulieferers Lonza legten zu.

Eine Kaufempfehlung von Citigroup schob Swatch um 3,8 Prozent auf 471,10 Franken an.

Gefragt waren auch die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS, die um 1,2 Prozent höher waren.

Den ausführlichen SMI-Schlussbericht lesen Sie hier.

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15:45

Beflügelt von Kursgewinnen im Finanzsektor sind die US-Börsen am Freitag fester gestartet.  Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag in den ersten Handelsminuten 0,7 Prozent höher bei 24.390 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,6 Prozent, ebenso wie der Index der Technologiebörse Nasdaq.

Gefragt waren Finanzwerte nach dem zweiten Teil des US-Stresstests der großen Geldhäuser, bei dem die großen US-Institute im Gegensatz zur Deutschen Bank durchkamen. Aktien von JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo gewannen bis zu fünf Prozent.

Ebenso aufwärts ging es für Titel von Nike, nachdem der Sportartikelhersteller die Anleger mit einem Umsatz- und Gewinnsprung erfreute. Die Papiere schnellten um elf Prozent nach oben.

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12:38

Anleger greifen nach einem Umsatz- und Gewinnsprung bei Nike zu. Die Aktien des Sportartikelherstellers legen vorbörslich an der Wall Street 9,5 Prozent zu.

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12:32

Die Ölpreise haben am Freitag im Vormittagshandel zugelegt. Besonders deutlich legte der Preis für Nordseeöl zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete 79,14 US-Dollar. Das waren 1,30 Dollar mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 15 Cent auf 73,60 Dollar. Am Donnerstag war der US-Ölpreis mit 74,03 Dollar auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren gestiegen. Nordseeöl nähert sich unterdessen der 80-Dollar-Marke.

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11:40

Der Schweizer Aktienmarkt steuert auf einen positiven Wochenausklang zu und nimmt wieder Kurs auf die 8'600-Punkte-Marke.  Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis um 11:40 Uhr 1,2 Prozent auf 8573 Punkte.

Angetrieben werden die Gewinne insbesondere von den schwergewichtigen Novartis-Aktien (+3,4%). Diese sind für rund zwei Fünftel des Anstiegs beim SMI verantwortlich. Der Pharmakonzern hat eine Lösung für Alcon gefunden. Er will die Augenheilsparte abspalten und an die Börse bringen. Für Analysten gilt ein Börsengang als der einzig richtige Schritt.

Die Titel des Lokalrivalen Roche legen um 0,9 Prozent zu. Auch die Pharma- und Chemietitel Vifor (+1,5%) und Lonza (+1,2%) sind gefragt.

Obenaus im SMI/SLI-Tableau schwingen auch die Swatch-Aktien (+2,7). Citigroup hat die Titel von "Neutral" heraufgestuft und empfiehlt sie neu zum Kauf ("Buy"). Der Nachfragezyklus nach Uhren verbessere sich weiter, heisst es in der Studie.

Die Grossbanken UBS (1,1%) und CS (1,6%) sind dabei, die Kursverluste aus den letzten Tagen aufzuholen.

Wenig von der positiven Marktbewegung profitieren die volatilen Titel des Backwarenherstellers Aryzta (+0,7%). Nach anfänglichen Abgaben haben sie sich im Verlauf des Vormittags aber stabilisiert.

Auch das Schwergewicht Nestlé (-0,2%) kommt nicht in Fahrt, die Aktien treten auf der Stelle. Die defensiven Swisscom-Titel (+0,5%) sowie die Sonova-Papiere (+0,7%) legen ebenfalls nur unterdurchschnittlich zu.

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10:34

Die Swatch-Aktien sind am Freitag dank eines positiven Analystenkommentars der Citigroup stark gefragt. Im Sog der Kaufempfehlung und des positiven Marktumfelds ziehen auch die Papiere von Konkurrent Richemont an. Gegen 10.20 Uhr klettern Swatch um 3,1 Prozent auf 467,90 Franken, Richemont legen um 1,3 Prozent auf 83,78 Franken zu. Der SMI steht derweil mit +1,4 Prozent auf 8580 Punkte ebenfalls deutlich im Plus.

Nach einer zuletzt neutralen Einstufung rät die amerikanische Citigroup nun zum Kauf der Swatch-Titel. Der Nachfragezyklus nach Uhren verbessere sich weiter, schreibt Analyst Thomas Chauvet. Der Uhrenhersteller scheine am besten positioniert, um vom künftigen Wachstum profitieren zu können - mit Marktanteilsgewinnen im Uhrensegment und Chancen im Schmuckmarkt durch Harry Winston.

Zudem rechnet Chauvet mit einer deutlichen Erholung der EBIT-Marge auf bis zu 18,6 Prozent bis 2020, nachdem sich diese von 2012 bis 2016 mehr als halbiert hatte. Dies werde unterstützt durch ein beschleunigtes Umsatzwachstum bei den Uhren, günstige Wechselkursbedingungen und eine steigende Kapazitätsausnutzung in der Produktion. Mitte Juli rechnet der Experte dann mit der Bekanntgabe starker Halbjahreszahlen.

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10:00

Das Scheitern der Deutschen Bank beim Stresstest in den USA hat Anleger am Freitag kalt gelassen. Die Aktien des Instituts stiegen zeitweise um 2,6 Prozent auf 9,30 Euro. "Es war erwartet worden, dass die Bank durchfällt, und war schon weitgehend im Aktienkurs eingepreist", sagte Aktienanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Die Deutsche-Bank-Titel waren vor ein paar Tagen auf ein Rekordtief von 8,76 Euro gefallen.

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09:15

Nach den Kursverlusten der vergangenen Tage nutzen Anleger am Freitag die Chancen zum Wiedereinstieg. Gefragt sind vor allem Swatch und Novartis. Der Swiss Market Index legt unmittelbar nach Handelseröffnung um 1,3 Prozent auf 8570 Punkte zu. 

Bei den Blue Chips schwingen die Swatch-Aktien mit Plus 3,9 Prozent obenauf. Der Uhrenhersteller zieht im Zuge eines positiven Analysten-Ratings an, im Gefolge legen auch die Richemont-Titel (+1,3 Prozent) zu.

Ebenfalls deutlich im Plus sind die Novartis-Aktien (+2,5 Prozent). Der Pharmakonzern hat eine Lösung für Alcon gefunden. Er will die Augenheilsparte abspalten und an die Börse bringen. Gleichzeitig will der Konzern eigene Aktien für bis zu 5 Milliarden US-Dollar zurückkaufen.

Die Grossbanken UBS (+1,0 Prozent) und CS (+1,2 Prozent) profitieren von den positiven Resultaten des Banken-Stresstests der US-Notenbank Fed. Ihre US-Töchter haben auch den zweiten Teil bestanden, bei dem es um interne Kontrollen und das Risikomanagement gibt. Der zweite Teil galt als die eigentliche Knacknuss.

Klar höher gehandelt werden zudem die Clariant-Titel (+2,3 Prozent). Am Vortag hatte die Nachrichtenagentur Reuters kurz vor Börsenschluss berichtet, Grossaktionär Sabic wolle den Anteil weiter erhöhen. Auch Partnerschaften oder die Zusammenlegung von Geschäftsberichten seien ein Thema.

Wenig auffällig zeigen sich die Papiere von Kühne+Nagel (0,6 Prozent). Das Unternehmen baut für den Autobauer BMW das Dienstleistungsangebot im weltweiten Kundendienst für Autohändler aus, wie der Logistiker nachbörslich am Donnerstag verkündet hatte.

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08:30

Die Aktienmärkte in Asien haben sich am Freitag etwas von ihren heftigen Kursverlusten im Zuge des globalen Handelsstreits erholt. Insbesondere in China legten die Kurse deutlich zu.

Der Nikkei 225 stieg um 0,15 Prozent auf 22 304,51 Punkte. Auf Wochensicht steht damit ein Minus von 0,94 Prozent zu Buche. In den ersten sechs Monaten des Jahres büsste der japanische Leitindex fast 5 Prozent ein.

Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Werten vom chinesischen Festland zog am Freitag zuletzt um mehr als 2 Prozent an. Hongkongs Leitindex Hang Seng stand kurz vor Handelsschluss mehr als 1 Prozent im Plus.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,9 Prozent zu. Zur Beruhigung beitragen dürften die Ergebnisse des EU-Gipfels in Brüssel. Die Staats- und Regierungschefs einigten sich nach stundenlangem Ringen auf einen Kompromiss im Streit über die Flüchtlingspolitik. 

Am deutlichsten im Aufwind sind die Novartis-Titel (plus 2,9 Prozent). Die Augenheilsparte Alcon wird abgespalten, gleichzeitig kündigt der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm an.

Von einer Heraufstufung profitiert Swatch, die mit plus 2,2 Prozent ebenfals deutlich über dem Markt zulegen.

07:10

Der Euro ist am Freitagmorgen nach der Einigung beim EU-Gipfel auf eine verschärfte Asylpolitik stark gestiegen. Der Kurs der Gemeinschaftswährung legte innerhalb kurzer Zeit fast einen Cent zu und kostete zuletzt 1,1656 Dollar. Am Donnerstag war der Euro wegen der Furcht vor einem Scheitern des EU-Gipfels und der Regierungskrise in Deutschland im Tagesverlauf bis auf 1,1527 Dollar gefallen, konnte sich aber bis zum Abend wieder etwas erholen.
 

Zum Franken kletterte der Eurokurs auf 1,1584 und nähert sich damit wieder der 1,16-Marke. Am Vorabend hatte ein Euro noch 1,1535 Franken gekostet. Der Dollar dagegen schwächte sich gegenüber dem Franken leicht ab auf 0,9940 Franken, nach 0,9979 am Vorabend.

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06:40

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt im Nachmittagshandel nach anfänglichen Verlusten  0,1 Prozent höher bei 22'301 Punkten.

Unter den Einzelwerten in Japan steht Sharp im Fokus. Die Aktie legt um rund 15 Prozent zu. Der Elektronik-Konzern hat den geplanten Verkauf neuer Aktien im Volumen von zwei Milliarden Dollar abgesagt. Grund dafür seien die Schwankungen am Aktienmarkt, die durch den Handelsstreit zwischen den USA und China ausgelöst worden seien, hatte der Konzern erklärt. Seit Bekanntgabe der Pläne am 5. Juni hatten Sharp-Aktien rund ein Fünftel an Wert verloren, weil Investoren eine Verwässerung der Gewinne befürchteten.

(cash/AWP/Reuters)