+++Börsen-Ticker+++ - Mässige Kauflaune bei US-Anlegern

Unterstützt von robusten Detailhandelsdaten haben die US-Börsen am Donnerstag leicht zugelegt. Begrenzt wurden die Gewinne allerdings von Verlusten bei grossen Pharmawerten.
18.04.2019 22:30
Wenig Handelslust am Donnerstag vor Karfreitag an der Wall Street.
Wenig Handelslust am Donnerstag vor Karfreitag an der Wall Street.
Bild: Bloomberg

22:30

Die Veröffentlichung des Berichts von Sonderermittler Robert Mueller zur Russland-Affäre von Präsident Donald Trump wirkte sich dagegen kaum auf das Handelsgeschehen aus. "Ich denke nicht, dass es viele Überraschungen gab", sagt Marktstratege Michael O'Rourke von JonesTrading. Auch in den USA ruht am Freitag der Handel.

Der Dow-Jones-Index schliesst um 0,4 Prozent höher mit 26'560 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 legt um 0,2 Prozent auf 2905 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq steht faktisch unverändert bei 7998 Zählern.

Die Online-Fotoplattform Pinterest feiert ein erfolgreiches Börsendebüt in New York. Der Aktienkurs liegt zum Handelsschluss 28 Prozent über dem Ausgabepreis von 19 Dollar.

Zu den grössten Verlierern am Aktienmarkt gehören wie schon zuvor in dieser Woche Pharmatitel wie Pfizer und dem US-Konzern Merck mit einem Minus von 1,3 und und 1,0 Prozent. Investoren fürchten stärkere regulatorische Eingriffe nach den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr.

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17:40

Die Schweizer Börse gibt vor Ostern nach. Der Leitindex SMI verliert 0,3 Prozent auf 9571 Punkte. Die im Vergleich zu anderen Börsenplätzen negative Entwicklung ist in erster Linie der Schwäche der im Bluechip-Index überdurchschnittlich stark vertretenen Gesundheitswerte geschuldet.

Die Anteile der beiden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche verlieren 2,2 beziehungsweise 1,1 Prozent an Wert, die Aktien des erst jüngst gelisteten Augenheilkonzerns Alcon brechen gar 3,4 Prozent ein. Gesundheitswerte standen europaweit im Abseits, nachdem US-Anleger am Vortag Pharma- und Biotechwerte wegen der Diskussion um eine allgemeine Krankenversicherung auf den Markt geworfen hatten.

Unterstützung kommt dagegen von Indexschwergewicht Nestlé mit einem Kursplus von 0,8 Prozent. Der grösste Lebensmittelkonzern der Welt startete dank starker Zuwächse in Schwellenländern gut ins Jahr. Nestlé erzielte im ersten Quartal ein um Sondereffekte bereinigtes organisches Wachstum von 3,4 Prozent und schnitt damit besser ab als vor Jahresfrist und als von Analysten erwartet.

Auf der Gewinnerseite zu finden sind auch konjunktursensitive Werte wie der Personaldienstleister Adecco und der Zementproduzent LafargeHolcim mit je plus 1,3 Prozent. Die Lonza-Anteile steigen 2,2 Prozent, nachdem der Pharmazulieferer erklärt hatte, er sei "solide" ins Jahr gestartet.

Am breiten Markt schiessen die Aktien der GAM Holding 9,1 Prozent hoch. Um den schlingernden Fondsanbieter ranken sich immer wieder Übernahmespekulationen. Die Titel der Versandapotheke Zur Rose sinken um 3,2 Prozent. UBS hat die Empfehlung auf "Neutral" von "Buy" zurückgenommen.

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15:55

Unterstützt von robusten Konjunkturdaten legen die US-Börsen zur Eröffnung zu. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewinnt 0,3 Prozent auf 26'530 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq legen jeweils 0,1 Prozent auf 2904 und 7999 Punkte zu.

Die US-Detailhändler haben im März überraschend kräftig Kasse gemacht. Die Einnahmen stiegen um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat und damit so stark wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr.

Zu den grössten Verlierern am Aktienmarkt gehören den zweiten Tag in Folge Pharmatitel wie Pfizer und Merck mit einem Minus von bis zu 1 Prozent. Investoren fürchten stärkere regulatorische Eingriffe nach den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr. Sollten die Demokraten im Kongress die Mehrheit bilden, würde das Experten zufolge unter anderem die Medikamentenpreise beeinflussen.

Grösster Gewinner im Dow Jones sind die Aktien des Versicherers The Travelers, die um 2,6 Prozent anziehen. Das Unternehmen hatte im Quartal mehr verdient als erwartet.

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13:50

Der Euro wird durch die enttäuschenden Konjunkturdaten aus der Eurozone belastet. Im Mittagshandel kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1254 Dollar und damit einen halben Cent weniger als am Morgen. Auch zum Franken gab der Euro nach und rutschte wieder unter die Marke von 1,14. Aktuell kostet ein Euro 1,1382 Franken. Etwas fester notiert der Franken zum Dollar bei 1,0114 Franken.

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11:40

Der Schweizer Aktienmarkt gibt am Gründonnerstag etwas nach. Nach einer Eröffnung noch über 9600 Punkten sind die Kurse am kleinen Verfallstermin rasch in die negative Zone zurückgekommen. Der SMI fällt bis gegen 11 Uhr um 0,2 Prozent auf 9582 Punkte zurück. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt 0,2 Prozent auf 1503 Punkte nach und der SPI 0,1 Prozent auf 11'487 Punkte.

Klar im Fokus stehen Nestlé (+1,0%), die den SMI vor einem stärkeren Rückfall bewahren. Der Nahrungsmittelmulti hat mit seinem Wachstum im ersten Quartal die Erwartungen übertroffen. Der zweite Bluechip mit Zahlen, Lonza (+1,7%), steht gar an der Tabellenspitze.

Die grössten Verluste weisen die seit dem Börsenstart der vergangenen Woche stets volatilen Alcon (-3,4%) auf. Sie liegen damit aber immer noch leicht über dem Niveau des allerersten Kurses von 55 Franken.

Im breiten Markt gewärtigen GAM (-3,1%) deutlichere Abgaben. Der derzeit sehr volatile Titel hatte am Vortag dank eines guten Zwischenberichts noch einen massiven Sprung nach oben um über 15 Prozent gemacht. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:10

Vor dem langen Osterwochenende halten sich die Anleger grundsätzlich zurück, heisst es am Markt. Der SMI steigt nach dem Handelsbeginn um 0,1 Prozent auf 9605 Punkte. 

Dazu komme aber, dass im Laufe des Tages einige wichtige Konjunkturzahlen aus dem In- und Ausland veröffentlicht werden und an der Eurex der April-Verfalls-Termin stattfinde, sagt ein Händler. Daher könnten im Verlauf die Kurse noch abbröckeln.

Am Vormittag werden die Einkaufsmanager-Indizes aus der Eurozone für April veröffentlicht. Am Markt wird mit einer leichten Stimmungsverbesserung gerechnet. Am Nachmittag stehen ausserdem zahlreiche Konjunkturdaten aus den USA auf dem Programm, darunter Kennzahlen zur Umsatzentwicklung im Einzelhandel, die stark beachtet werden. Gemäss dem am Vorabend von der US-Notenbank veröffentlichten "Beige Book" bleibt die US-Wirtschaft auf Wachstumskurs.

Im Fokus steht Nestlé (+1 Prozent). Der Lebensmittelriese ist mit mehr Schwung ins neue Jahr gestartet als von Analysten erwartet. Im ersten Quartal wuchs der Multi aus Vevey um 3,4 Prozent und erreichte einen Umsatz von 22,2 Milliarden Franken.

 

Weiter zur Schwäche neigen die schwergewichtigen Pharmawerte Novartis (-0,7 Prozent) und Roche (-0,2 Prozent). In den USA ist jüngst wieder die Debatte um die Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung für alle US-Bürger entflammt, die die börsennotierten Unternehmen des Sektors teuer zu stehen kommen könnte. "Das kann man jeweils fast eins zu eins auf unsere Pharmatitel umlegen", sagt ein Händler und verweist darauf, wie sensibel Pharmatitel jeweils auf Tweets über die Höhe der Medikamentenpreise von US-Präsident Donald Trump reagieren.

Bei Roche ist es allerdings zu Kurszielerhöhungen von Credit Suisse, Goldman Sachs und J.P. Morgan gekommen. Das Chemie- und Pharmaunternehmen Lonza (+1,3 Prozent) bestätigt nach dem ersten Quartal seine Prognosen. Das Unternehmen sei solide in das Jahr gestartet, erklärte Lonza - ohne Zahlen bekanntzugeben. Für das laufende Jahr erwartet die Firma weiterhin eine mittleres bis hohes einstelliges Umsatzwachstum. Neuigkeiten zum Portfolioumbau stellte der Pharmazulieferer für die zweite Jahreshälfte in Aussicht.

Ex-Dividende gehandelt werden am (heutigen) Donnerstag Conzzeta (18,00 Franken), IVF Hartmann (2,50 Franken), Komax (7,00 Franken) und Tecan (2,10 Franken)

Die Luxusgüterhersteller Richemont (+0,6 Prozent) und Swatch (-1 Prozent) entwickeln sich unterschiedlich. Die Schweizer Uhrenexporte sind im März um 4,4 Prozent gestiegen und betragen 1,74 Milliarden Franken.

Am breiten Markt stechen die Papiere von Stadler Rail (+0,4 Prozent) heraus. Der Eisenbahnhersteller hat aus Finnland einen Auftrag mit einem Gesamtwert von 200 Millionen Euro erhalten.

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08:10

Der Swiss Market Index wird vorbörslich 0,17 Prozent höher geschätzt. Massgeblich daran beteiligt ist die Aktie von Nestlé, die nach überzeugenden Erstquartalsergebnissen 1,4 Prozent zulegt. Ebenfalls im Plus ist die Aktie von ABB (0,19 Prozent). Alle anderen SMI-Aktien liegen im Minus. Zu den vorbörslichen Kurse geht es hier.

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07:20

Die Aktie von Juventus Turin verlor am Mittwoch nach dem Viertelfinal-Out in der Champuions League bis 24 Prozent an Wert. Das ist der grösste Kursrückgang an einem Tag, seit die Aktie im Jahr 2001 an der Börse kotiert wurde. Damit wurden zeitweise fast 500 Millionen Franken an Börsenwert vernichtet. Die Aktie von Sieger Ajax Amsteram dagegen stieg im Mittwochshandel 9 Prozent.

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Die Ölpreise haben sich am Donnerstag nur wenig bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 71,68 Dollar. Das waren sechs Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg ebenfalls geringfügig um vier Cent auf 63,80 Dollar.

Gestützt wurden die Ölpreise durch die jüngste Entwicklung der Ölreserven in den USA. Am Vortag hatte die US-Regierung einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl gemeldet. Der Markt hatte hingegen einen Anstieg erwartet. Sinkende Ölreserven können ein Hinweis auf eine höhere Nachfrage oder ein geringeres Angebot sein und stützen in der Regel die Ölpreise.

Allerdings bleibt die Fördermenge an Rohöl in den USA weiter auf hohem Niveau. Wie die Regierung in Washington weiter mitgeteilt hatte, lag die Ölproduktion in der vergangenen Woche bei durchschnittlich 12,1 Millionen Barrel pro Tag und damit nur knapp unter dem zuvor erreichten Rekordhoch von 12,2 Millionen Barrel pro Tag.

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06:05

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt im Verlauf 0,5 Prozent tiefer bei 22'172 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,5 Prozent und lag bei 1623 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,3 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,1 Prozent.

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06:00

Ein Euro wird mit 1,1410 Franken bewertet. Der Euro verliert damit etwas zum Vortag, kann sich aber immer noch über der Marke von 1,14 halten. Vor einer Woche lag das Währungspaar noch unter 1,13. Der Dollar liegt kaum verändert bei 1,010 Franken.

(cash/AWP/Reuters)