+++Börsen-Ticker+++ - Nestlé überschattet an Schweizer Börse Brexit-Hoffnungen

Kursverluste bei Nestlé haben die Schweizer Börse am Donnerstag gebremst. Grössere Abgaben verhinderte der Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen, der bei den Anlegern für eine Stimmungs-Aufhellung sorgte.
17.10.2019 17:42
Schriftzug und Logo von Nestlé.
Schriftzug und Logo von Nestlé.
Bild: Bloomberg

17:40

Kursverluste bei Nestlé haben die Schweizer Börse am Donnerstag gebremst. Der SMI notierte zum Börsenschluss 10'008 Punkte und war damit leicht im Minus. Grössere Abgaben verhinderte der Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen, der bei den Anlegern für eine Stimmungs-Aufhellung sorgte.

Nestlé verlor knapp zwei Prozent. Marktteilnehmer erklärten, ein durchwachsener Quartalsabschluss habe die Anleger zu Gewinnmitnahmen veranlasst. Im bisherigen Jahresverlauf haben die Aktien des Nahrungsmittelriesen fast ein Drittel an Wert gewonnen. Auch ein Aktienrückkauf im Volumen von bis zu 20 Milliarden Franken konnte die Investoren nicht versöhnen. Auch Credit Suisse und Adecco gaben nach. Gesucht waren dagegen Luxusgüterwerte, nachdem die Schweizer Uhrenexporte im September um zehn Prozent zugelegt hatten. Richemont gewannen 0,7 Prozent, Swatch verlor allerdings 0,5 Prozent.

Bei den kleineren Titeln brachen Temenos um 15 Prozent ein. Analysten erklärten, der Umsatz und die Lizenzerträge seien im Quartal unter den Erwartungen ausgefallen. Mit Inficon stand ein zweiter Technologiewert auf den Verkaufszetteln. Die Messtechnikfirma verbuchte im Quartal einen Umsatzrückgang um gut acht Prozent.

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17:05

Der Euro hat am Donnerstag von der Einigung auf ein Brexit-Abkommen profitiert. Zeitweise stieg der Kurs bis auf 1,1140 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Ende August. Am Nachmittag fiel er wieder etwas zurück und lag bei 1,1119 Dollar.

Ähnlich entwickelte sich am Donnerstag der Euro-Frankenkurs. In der Spitze kletterte der Euro mit Blick auf das Brexit-Abkommen bis in den Bereich von 1,1060 Franken, ehe der Kurs wieder zurückfiel. Aktuell kostet der Euro 1,0977 Franken, während der Dollar zum Franken nachgibt und nur noch bei 0,9872 Franken steht.

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16:50

Der Dow Jones Industrial hat am Donnerstag an seinen jüngsten Aufwärtstrend angeknüpft. Ähnlich wie in Europa sorgte aber auch jenseits des Atlantiks der Durchbruch im Brexit-Streit nur für wenig Euphorie. So legte der US-Leitindex lediglich um 0,36 Prozent auf 27'098,09 Punkte zu.

Der marktbreite S&P 500 rückte um 0,53 Prozent auf 3005,39 Punkte vor. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,47 Prozent auf 7957,82 Zähler nach oben.

Unmittelbar vor dem EU-Gipfel haben Grossbritannien und die Europäische Union einen Durchbruch im Brexit-Streit erzielt, wie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf Twitter mitteilte. Damit steigen die Chancen, dass beim Gipfel ein Austrittsabkommen zustande kommt. Juncker empfahl den Staats- und Regierungschefs, dieses bei dem am Nachmittag beginnenden Spitzentreffen mitzutragen. Doch wartet auch danach noch eine entscheidende Hürde: Das britische Parlament müsste der Vereinbarung zustimmen.

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16:05

Die Einigung im Brexit-Streit sorgt auch an der Wall Street für Aufatmen. Zur Stimmungsaufhellung trügen auch ermutigende Firmenbilanzen bei, sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung am Donnerstag zwischen 0,2 und 0,5 Prozent.

Die Unterhändler der britischen Regierung und der EU einigten sich auf eine neue Scheidungsvereinbarung. Börsianer bezweifelten allerdings, dass der Brexit-Deal das britische Parlament passieren werde. Vertreter mehrerer Fraktionen kündigten ihre Ablehnung an.

Auf Unternehmensseite bescherte ein überraschend starkes Kundenwachstum der Online-Videothek Netflix ein Kursplus von X Prozent. Der Anstieg der Abonnentenzahlen in den USA sei allerdings hinter den Erwartungen zurückgeblieben, urteilte Analyst John Blackledge vom Vermögensverwalter Cowen.

Der Überschuss von Morgan Stanley fiel unter anderem dank eines starken Anleihegeschäfts ebenfalls höher aus als erwartet. Die Aktien der Bank legten 2,8 Prozent zu.

Enttäuscht reagierten Anleger dagegen auf den Umsatz- und Gewinnrückgang bei IBM. Die Titel des IT-Unternehmens rutschten um mehr als sechs Prozent ab. 

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14:45

Nach dem Durchbruch im Brexit-Streit hält sich in den USA die Euphorie der Anleger allerdings ähnlich wie in Europa in Grenzen: Knapp eine Stunde vor dem Börsenstart taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial 0,14 Prozent höher bei 27039 Punkten. Zur Wochenmitte hatte der US-Leitindex angesichts fehlender Fortschritte im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit mit einem knappen Minus geschlossen.

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11:50

Die Unterhändler der EU und Grossbritanniens haben sich um 11:38 Uhr auf einen Brexit-Vertrag geeinigt. Das stärkt den Euro auf einen Schlag. Der Euro-Franken-Kurs liegt nun bei 1,1056, unmittelbar vor der Einigung lag der Kurs des Währungspaars noch unter 1,10.

Kursentwicklung Euro-Franken im heutigen Tagesverlauf, Quelle: cash.ch

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11:49

Mit Erleichterung reagieren Anleger auf den Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen. Der Dax stieg am Donnerstag um ein Prozent auf ein 14-Monats-Hoch von 12'813 Punkte und der EuroStoxx50 markierte mit 3630 Zählern den höchsten Stand seit zwei Jahren. Der Index für britische Werte, die ihr Hauptgeschäft auf dem Heimatmarkt machen, gewann sogar 2,5 Prozent. Das Pfund Sterling war ebenfalls gefragt und verteuerte sich binnen Minuten um jeweils rund einen Cent auf 1,2926 Dollar und 1,1618 Euro.

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11:30

Der Swiss Market Index (SMI), der im Verlaufe des vormittag bis 10'003 gefallen ist, steht um 11.30 Uhr um 0,4 Prozent höher bei 10'074 Punkten. Der breite Swiss Performance Index (SPI) steigt um 0,1 Prozent auf 12'191 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien notieren 15 tiefer und 14 höher. Schindler sind unverändert.

Im Fokus stehen die Aktien von Temenos (-17 Prozent). Der Bankensoftwareanbieter hat für einmal die Erwartungen nicht erfüllt. Da die Aktie 2019 um die Hälfte (Stand 16. Oktober) gestiegen ist, seien Gewinnmitnahmen nicht überraschend, sagt ein Marktbeobachter. Die Abgaben fielen allerdings übertrieben heftig aus.

Auch Nestle (-0,9 Prozent) stimmt die Anleger mit dem Zwischenbericht nicht euphorisch. Auch hier komme es zu Gewinnmitnahmen nach einem Kursplus um rund ein Drittel im laufenden Jahr. Nestlé habe "geliefert aber nicht mehr". Händler monieren eine leichte Wachstumsverlangsamung im dritten Quartal. Q3 sei nicht ganz so gut gewesen wie erwartet, heisst es bei der ZKB.

Am breiten Markt büssen Inficon nach einem schlechter als erwarteten Quartalsbericht 11 Prozent ein. Im Sog schwacher Technologietitel verlieren auch AMS (-2,4 Proezent) Terrain. Der Halbleiterhersteller wird kommende Woche über das dritte Quartal berichten.

Starke Abgaben verzeichnen auch Rieter (-8,5 Prozent), nachdem die UBS die Titel des Maschinenbauers neu mit "Sell" einstuft.

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10:10

Angehobene Umsatzziele bescheren Ericsson den grössten Kurssprung seit einem Jahr. Die Aktien des schwedischen Telekom-Ausrüsters steigen um 7,4 Prozent. Die Titel des finnischen Rivalen Nokia legen 3,9 Prozent zu.

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09:24

Mit einem Kursplus von 3,6 Prozent auf 27,32 Euro sind die Aktien von Gea die Spitzenreiter im MDax. Händlern zufolge stuften die Analysten der Commerzbank die Titel auf "Buy" von "Reduce" hoch und hoben das Kursziel auf 32 von 21 Euro an.

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09:15

Der Swiss Market Index gibt unmittelbar nach Börseneröffnung 0,1 Prozent auf 10'019 Punkte nach.

Nestle geben 0,2 Prozent nach, nachdem die Aktie vorbörslich noch im Plus lag. Der Lebensmittelmulti ist in den ersten neun Monaten wie von Analysten erwartet um 3,7 Prozent organisch gewachsen. Positiv gesehen wird am Markt, dass der Konzern in den nächsten Jahren bis zu 20 Milliarden an die Aktionäre - vor allem über Aktienrückkäufe - ausschütten will.

Die Anteile  Richemont legen 0,7 Prozent zu. Grund dafür ist wohl der Anstieg der Uhrenexporte um 10 Prozent im September. Swatch notiert hingegen unverändert.

Stark unter Druck stehen dagegen Temenos (-13,6 Prozent). Wider Erwarten hat der Bankensoftwareanbieter für einmal die Erwartungen nicht erfüllt. Er bleibt im dritten Quartal des laufenden Jahres zwar auf Wachstumskurs. Während in den USA das Geschäft auf Hochtouren läuft, gab es in der Region Mittlerer Osten/Afrika (MEA) aber einen Dämpfer. Vor allem mit dem Umsatz verfehlte Temenos die Erwartungen der Analysten.

Schwächer gestellt werden die Aktien von GAM (-0,8 Prozent). Der mit Problemen kämpfende Assetmanager hat im dritten Quartal weitere Abflüsse verzeichnet.

Von Analystenkommentaren belastet werden die Aktien von Kühne + Nagel (-2,3 Prozent) und Rieter (-6,4 Prozent). Goldman Sachs hat die Aktien des Logistikkonzerns auf "Sell" von "Neutral" gesenkt und UBS empfiehlt die Titel des Maschinenbauers neu mit "Sell" nach "Neutral".

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08:50

Die Leitindizes der Börsen in Tokio und Shanghai kamen am Donnerstag kaum vom Fleck und notierten bei 22.745 und 2977 Punkten. Auf die Stimmung der Anleger drückte der am Mittwoch bekanntgegebene Rückgang der US-Einzelhandelsumsätze.

Bei den Unternehmen stand unter anderem Subaru im Rampenlicht. Der japanische Autobauer muss die Produktion im Werk Gunma bis zum 24. Oktober unterbrechen. Grund seien Probleme bei der Versorgung mit Zulieferteilen wegen der Zerstörungen durch den Taifun Hagibis. Subaru-Aktien verloren 0,6 Prozent.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) zeigt sich in der von Julius Bär berechneten Vorbörse zum Vortag unverändert.

Auffällig sind nach Umsatzzahlen die Titel von Nestlé mit plus 0,6 Prozent. Die Erwartungen wurden in etwa getroffen, zudem kündigte der Nahrungsmittelkonzern ein neues Aktienrückkaufprogramm an.

Auch Lonza legen leicht zu (+0,1 Prozent). Die restlichen Werte aus dem Leitindex werden leicht tiefer gehandelt in der Vorbörse.

Der Bankensoftwarehersteller Temenos gibt gleich mit 5 Prozent nach, Anleger scheinen mit den veröffentlichten Zahlen alles andere als zufrieden zu sein.

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06:35

Der Aktienhandel tendiert nur leicht ins Plus, da die Anleger weiterhin Bedenken hinsichtlich eines Risikos einer globalen Rezession aufgrund des Handelsstreits der USA mit China hegen. 

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,1 Prozent höher bei 22.502 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,2 Prozent und lag bei 1628 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 0,1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen trat auf der Stelle. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg um 0,7 Prozent.

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06:30

Im asiatischen Devisenhandel blieb der Dollar fast unverändert bei 108,77 Yen und legte 0,1 Prozent auf 7,0964 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9935 Franken.

Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1077 Dollar und gab 0,1 Prozent auf 1,1007 Franken nach. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,2824 Dollar.

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06:25

Am Vorabend schloss der Dow-Jones-Index 0,1 Prozent tiefer auf 27.001 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,2 Prozent auf 2989 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,3 Prozent auf 8124 Punkte.

(cash/AWP/Reuters)

 

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