Börsen-Ticker - Nestlé und Roche geben der Schweizer Börse Halt

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch ihren zaghaften Vormarsch fortgesetzt. Vor allem die als krisensichere Anlage geltenden Index-Schwergewichte verliehen dem Markt eine Stütze.
12.04.2017 17:35
Mit über 1 Prozent Wertzuwachs die grosse Stütze des SMI am Mittwoch: die Nestlé-Aktie.
Mit über 1 Prozent Wertzuwachs die grosse Stütze des SMI am Mittwoch: die Nestlé-Aktie.
Bild: Bloomberg

17:35

Grundsätzlich seien viele Anleger wegen der weltpolitischen Spannungen weiterhin auf der Hut, sagen Marktteilnehmer. "Es wäre zu früh, von Krisenherden zu sprechen, aber die geopolitischen Entwicklungen rund um Syrien und Nordkorea sowie die Präsidentschaftswahlen in Frankreich können in jedem Fall als Sorgenherde bezeichnet werden", erklärt ein Börsianer. Der Leitindex SMI notiert zum Handelsschluss mit 8664 Punkten um 0,3 Prozent über dem Vorabend.

Viele Anleger setzten angesichts der Unsicherheiten auf Sicherheit und kauften die Krisenwährung Gold: Eine Feinunze des Edelmetalls kostet mit 1275 Dollar so viel wie seit fünf Monaten nicht mehr. In Fernost flüchteten die Investoren in den "sicheren Hafen" Yen. Die japanische Währung stieg zum Dollar auf den höchsten Stand seit Mitte November.

Die Suche nach Sicherheit dominierte auch die Schweizer Börse. Die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, die gemeinhin als krisenresistent gelten, legen 1,1 Prozent zu. Die Roche-Titel liegen 0,3 Prozent im Plus. Die Anteile des Arzneimittelherstellers Novartis verlieren dagegen 0,3 Prozent.

Zu den Kursverlierern gehören auch Finanzwerte. Die Aktien der Credit Suisse verlieren 0,6 Prozent, diejenigen der UBS geben gar 1,0 Prozent nach. Die Titel von Julius Bär liegen 0,6 Prozent im Minus. Die Aktionäre der Privatbank hiessen bei der Generalversammlung alle Tagesordnungspunkte gut. Versicherungswerte geben ebenfalls nach. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenschlusskommentar.)

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15:40

US-Anleger warten mit Spannung auf die neuesten Quartalsbilanzen der US-Firmen. Am Donnerstag stehen Zahlen der Grossbanken J.P. Morgan, Citigroup und Wells Fargo an.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete 0,2 Prozent tiefer bei 20'619 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,2 Prozent auf 2348 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 5859 Stellen nach.

Unter den Einzelwerten legten Blackberry 17 Prozent zu. Der Handy-Hersteller erhält nach eigenen Angaben aufgrund eines Schiedsspruchs rund 800 Millionen Dollar vom US-Mobilfunker Qualcomm.

Die Papiere von Delta Air stiegen um 3,5 Prozent. Die zweitgrösste US-Fluggesellschaft hat im abgelaufenen Quartal mehr verdient als erwartet.

Die in New York notierten Papiere von BHP Billiton verloren hingegen 2,8 Prozent. Der weltgrösste Bergbau-Konzern lehnt die Umbau-Vorschläge seines Grossaktionärs Elliott ab.

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12:40

Bis zum Mittag fiel er aber wieder etwas zurück infolge wieder fallender Finanzwerte. Mit Blick auf die internationalen Krisenherde sei nun etwas Entspannung zu spüren, heisst es am Markt. In den vergangenen Tagen hätten höhere geopolitische Risiken das Sentiment zeitweise belastet.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,2% auf 8662 Punkte (Tageshoch bisher 8692). Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,3% auf 1381 Zähler zu und der breite SPI 0,3% auf 9732 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Plus, 8 im Minus und 1 (Swisscom) unverändert.

Die grössten Gewinner unter den Bluechips sind Dufry (+2,9%), die volatilen Aryzta (+1,5%) und Adecco (+1,1%). Sika (+1,1% auf 6360 Franken) notieren am Tag nach der Generalversammlung inzwischen klar im Plus, nachdem der erste Kurs mit -4,3% noch deutlich negativ war. Besondere Stütze erhält der SMI allerdings von den Schwergewichten Nestlé (+0,3%) und Novartis (+0,5%); Roche (+0,1%) legen etwas moderater zu.

Die Bankentitel UBS, Julius Bär und CS (je -0,3%) haben dagegen die anfänglichen Aufschläge eingebüsst und sind ins Minus gedreht. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Mittag.)

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10:45

Grundsätzlich seien viele Investoren angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen weiterhin auf der Hut, sagen Börsianer. Der SMI legt 0,3 Prozent auf 8666 Punkte zu. Am Dienstag hatte der Leitindex um 0,3 Prozent fester geschlossen.

Die Krise in Syrien und die Lage in Nordkorea dämpften weiterhin die Stimmung, sagt ein Händler. Die Suche nach Sicherheit dominiert denn auch die Börse. Die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, die gemeinhin als krisensicheres Investment gelten, legen 0,5 Prozent zu. Auch die Anteile der Pharmafirmen Novartis und Roche sind gefragt, sie legen 0,5 und 0,1 Prozent zu. Die drei SMI-Schwergewichte zeichnen damit massgeblich für das Indexplus verantwortlich.

Zu den Kursgewinnern gehören darüber hinaus Finanzwerte. Die Anteile der Credit Suisse sind um 0,2 Prozent fester. Die Titel der UBS und von Julius Bär sind gehalten. Versicherungswerte tendieren uneinheitlich.

Am breiten Markt geben die Aktien des Schokolade- und Kakao-Herstellers Barry Callebaut 0,2 Prozent nach. Die Aktien von Kühne+Nagel legen 0,6 Prozent auf 145 Franken zu. Die Titel des Baustoffkonzerns Sika, die am Dienstag wegen der Generalversammlung vom Handel suspendiert waren, steigen um 1,0 Prozent.

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09:55

Während die Schweizer Börse flott in den Tag startet, haben die Aktienmärkte in Fernost am Mittwoch überwiegend nachgegeben. Asiatische Investoren zeigten sich angesichts der politischen Spannungen in der Defensive. Der japanische Nikkei verlor 1 Prozent.

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09:15

Der Swiss Market Index (SMI) steigt zu Handelsbeginn um 0,3 Prozent auf 8669 Punkte. Während die Vorgaben aus den USA noch leicht positiv ausfielen, sorgte allerdings ein festerer Yen für einen kräftigen Kursrutsch in Japan. Am Vortag hatten die höheren geopolitische Risiken das Sentiment noch zeitweise belastet, heisst es am Markt.

In Japan sorgen insbesondere die Spannungen um Nordkorea für einen Dämpfer. Insgesamt nehme die Risikobereitschaft der Anleger derzeit ab, was sich auch im steigenden Goldpreis und sinkenden Anleiherenditen bemerkbar mache, heisst es von Händlerseite. 

 

Die Preisdaten aus China wurden indes neutral aufgefasst. Die Erzeugerpreise wuchsen zwar deutlich, schwächten sich gegenüber dem Vormonat jedoch leicht ab. Die Teuerung bei den Verbraucherpreisen war moderat und liegt klar unter den Zielwerten der Regierung. Dies gebe der Notenbank Spielraum zu einer weiteren Stützung der Konjunktur.

Adecco (+1,3 Prozent) legen am meisten zu. Aber auch UBS (+1,2 Prozent) , CS (+0,8 Prozent) und Nestlé (+0,6 Prozent) gehören zu den deutlichen Gewinnern. Die Schwergewichte Novartis und Roche stützen den Gesamtmarkt mit 0,4 Prozent ebenfalls.

Sika gewinnen 0,6 Prozent, nachdem die Titel am Vortag seit dem Mittag vom Handel ausgesetzt waren. An der GV wurde der Status Quo im Streit zwischen Verwaltungsrat und der Holding der Burkard-Familie SWH zementiert. Die Stimmrechte der Holding wurden erneut beschnitten, womit sie bei der VR-Besetzung unterlegen war. Durchsetzen konnte die Familie die Dividenden-Reduktion auf 96 CHF pro Aktie und den unabhängigen Mitgliedern des VR wurde die Decharge verweigert.

Kühne+Nagel (+1 Prozent) hat eine Vereinbarung mit der chinesischen Internet-Plattform Alibaba bekanntgegeben. Den Händlern sollen die E-Commerce-Lösungen des Logistikers auch für kleinere Sendungen zur Verfügung stehen. Der Kurs wird allerdings insbesondere durch eine Ratinganhebung durch Baader Helvea auf Buy von Hold getrieben. Der Analyst verweist auf die Ausweitung des Produktportfolios und rechnet mit einer steigenden Dividende aufgrund der starken Cash-Generierung.

Givaudan (+0,3 Prozent) kann im Nachgang der Q1-Zahlen an die starke Entwicklung des Vortages anschliessen. Auch die Titel der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont (je +0,4 Prozent) liegen ebenfalls erneut unter den stärkeren Gewinnern. Am Vortag hatten beide Titel getrieben von guten Zahlen von LVMH zugelegt.

Am breiten Markt hat der weltgrösste Schokolade-Produzent Barry Callebaut (Aktie -0,1 Prozent) im ersten Halbjahr getrieben vom höheren Kakao-Preis beim Betriebs- und Reingewinn deutlich zugelegt, obwohl das Volumenwachstum verhalten war. Das Unternehmen konnte den Marktanteil ausweiten und bestätigte den mittelfristigen Ausblick.

 

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08:44

Der Euro hat sich am Mittwoch im frühen Handel gegenüber US-Dollar und Franken nur wenig bewegt. Am Morgen kostet die Gemeinschaftswährung 1,0617 US-Dollar und damit knapp mehr als am Vorabend. Zum Franken bewegt sich der Euro mit einem Stand von 1,0683 CHF ebenfalls eher seitwärts. Der US-Dollar steht aktuell bei 1,0062 CHF und damit knapp unter seinem Niveau von Dienstagabend.

Zur Wochenmitte dürften die Impulse durch Konjunkturdaten gering ausfallen. Sowohl in Europa als auch in den USA stehen Daten aus der "zweiten Reihe" mit meist geringer Marktbewegung an. Die Entwicklung der Devisenkurse dürfte damit von der allgemeinen Börsenstimmung geprägt werden.

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08:20

Spekulationen auf eine Verlängerung der Förderkürzungen durch die Opec haben am Mittwoch die Ölpreise gestützt. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 56,44 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostete mit 53,60 Dollar ebenfalls 0,4 Prozent mehr. Berichte, wonach Saudi-Arabien innerhalb des Kartells für eine Beibehaltung der Produktionssenkungen im zweiten Halbjahr wirbt, stützten die Preise. 

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) wird laut Daten der Bank Julius Bär vorbörslich 0,2 Prozent höher bei 8661 Punkten gehandelt. Am Dienstag ging der Leitindex mit einem Plus von 0,3 Prozent aus dem Handel.

Auffallend sind die Aktien von ABB (+0,4 Prozent), UBS, Zurich, Richemont und Adecco (je +0,3 Prozent).

Am breiten Markt steigen Barry Callebaut nach Zahlen 1,2 Prozent. Nach der gestrigen Generalversammlung werden zudem Sika 0,8 Prozent höher gesehen.

 

In New York grenzten die grossen Indizes nach Handelsschluss in Europa ihre Verluste am Dienstag deutlich ein und gingen mit Abschlägen von nur noch 0,1 bis 0,2 Prozent aus dem Handel .

In Tokio verlor der Nikkei-Index am Mittwoch 1,3 Prozent. Dabei belastete auch der starke Yen die Stimmung, der die Exportchancen der japanischen Industrie schmälert. In China gaben die Börsen ebenfalls nach: Der Shanghai-Composite lag 0,2 Prozent im Minus. 

Dabei drückte vor allem die Lage in Syrien und Nordkorea die Stimmung. In beiden Krisen deutete sich am Morgen eine Entspannung an: Nach chinesischen Angaben telefonierte Chinas Präsident Xi Jinping mit seinem US-Kollegen Donald Trump und machte sich für eine friedliche Beilegung des Streits mit Nordkorea stark. US-Verteidigungsminister Jim Mattis beteuerte, die gestiegenen Spannungen mit Russland würden nicht ausser Kontrolle geraten.

(cash/Reuters/AWP)