+++Börsen-Ticker+++Nordkorea-Sorgen und Apple lasten auf New Yorker Börsen

An der Wall Street haben sich die Anleger am Freitag nicht aus der Deckung getraut. Die verbale Eskalation im Atomstreit zwischen den USA und Nordkorea verdarb den Anlegern die Stimmung.
22.09.2017 23:11
SIX-Logo am Gebäude der Schweizer Börse in Zürich.
SIX-Logo am Gebäude der Schweizer Börse in Zürich.
Bild: cash

22:45

Der Dow-Jones-Index, der breiter gefasste S&P-500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq schlossen kaum verändert. Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein Plus von 0,4 Prozent und den S&P ein Aufschlag von 0,1 Prozent, während die Nasdaq 0,3 Prozent nachgab.

Die Nordkorea-Krise lastet auf den Börsen: "Zunächst sah man die Nordkorea-Krise nur als einen Krieg der Worte, aber die Spannungen nehmen von Woche zu Woche zu", sagte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bezeichnete US-Präsident Donald Trump nach dessen Rede vor der UN-Vollversammlung als "geistesgestörten Greis". Sein Aussenminister Ri Yong Ho drohte mit dem Test einer Wasserstoffbombe über dem Pazifischen Ozean.

Ausserdem trübten Kursverluste von Apple die Stimmung. Seit der Vorstellung des neuen iPhones Mitte September hat der Konzern mehr als 50 Milliarden Dollar an Börsenwert eingebüsst. Die neuen Modelle konnten die Anleger bislang nicht überzeugen.

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18:17

Der Schweizer Aktienmarkt kam zu Wochenschluss nicht richtig vom Fleck. Vor dem Wochenende habe man keine Risiken mehr eingehen wollen, hiess es im Handel.  Der Swiss Market Index (SMI) stieg am Freitag um 0,03% auf 9'136,72 Punkte, im Wochenvergleich ergab sich aber ein Plus von 1,2%.

Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Investorentagung vom Dienstag deckten sich viele Anleger mit Nestlé-Aktien ein. Bis zum Handelsende ging aber auch Nestlé der Schnauf aus und die Papiere schlossen 0,2% tiefer. Von CEO Ulf Mark Schneider wird unter anderem erwartet, dass er Massnahmen zur Verbesserung der Margen verkündet.

Nestlé standen auch nach dem Tod von Liliane Bettencourt im Blickpunkt. Der Nahrungsmittelkonzern hatte mit der L'Oréal-Milliardenerbin vereinbart, die 23%-Beteiligung am Kosmetikkonzern mindestens sechs Monate über deren Ableben hinaus nicht zu erhöhen. An der Börse stösst dies Spekulationen an, was nach diesem halben Jahr geschehen wird. Laut Analysten zufolge sind dabei ganz unterschiedliche Szenarien möglich.

Gar deutlich auf dem Rückzug waren die Titel des Personaldienstleisters Adecco (-1,8%), der am Berichtstag ein Investorentreffen abgehalten hatte.

Am breiten Markt profitierten Straumann (+1,6%) von einer deutlichen Kurszielerhöhung durch das Vontobel-Research.

Den ausführlichen SMI-Schlussbericht lesen Sie hier.

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17:02

Apple-Aktien haben seit der Präsentation des neuen iPhones Mitte September mehr als sechs Prozent eingebüsst. Der Börsenwert des Technologiekonzerns schrumpfte somit um mehr als 50 Milliarden Dollar. Vielfach kritisiert wurden die Ähnlichkeit zum Vorgänger-Modell und die geringe Zahl an neuen Funktionen. Apple-Papiere verlieren aktuell 1,2 Prozent und steuern auf den grössten Wochenverlust seit April zu.

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16:59

Die britische Premierministerin Theresa May hat Pfund-Anleger am Freitag mit ihrer Brexit-Grundsatzrede weitgehend kalt gelassen. Die britische Währung fiel zwar zeitweise bis auf 1,3493 Dollar von zuvor 1,3550 Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit drei Wochen. Anschliessend machte das Pfund seine Verluste aber während der Rede in Florenz wieder nahezu wett.

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15:54

Die verbale Eskalation im Atomstreit zwischen den USA und Nordkorea verdirbt den Anlegern an der Wall Street die Stimmung. "Der Trubel um Nordkorea wird den Handel bremsen", sagte Analyst Peter Cardillo von Standard Financial in New York. Aber auch wenn die geopolitischen Spannungen noch zunehmenkönnten, es werde kein Ausverkauf erwartet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete 0,1 Prozent schwächer bei 22.345 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 trat in den ersten Minuten bei 2500 Zählern auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte ebenfalls kaum verändert bei 6421 Punkten.

Zu den Verlierern im Auftakthandel gehörten die Papiere von Apple, die rund 1,5 Prozent nachgaben. Anders als bei früheren Markteinführungen bildeten sich zum Verkaufsstart des neuen iPhones keine Menschenschlangen vor den Läden des Technologiekonzerns.

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13:00

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Freitagmittag nach einem schleppenden Vormittagshandel leicht im Plus.  Trotz Plus im SMI: Ewas gedrückt wird die Stimmung im Handel von den anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Nordkorea, nachdem Nordkorea in der Nacht mit weiteren Atombombentests gedroht hat. Bei den Anlegern stelle sich aber auch ein gewisser "Gewöhnungseffekt" hinsichtlich des Säbelrasselns um Nordkorea ein, so ein Marktanalyst.

Der Swiss Market Index (SMI), in dem neu das Gewicht der grössten Titel gekappt ist, notiert gegen 12 Uhr 0,12% im Plus bei 9'144,98 Punkten.

Gestützt werden die Indizes vor allem durch die schwergewichtigen Nestlé (+0,6%), die nach dem Tod der L'Oréal-Milliardenerbin Liliane Bettencourt im Blickfeld stehen - der Schweizer Nahrungsmittelkonzern hält rund 23% an dem Kosmetikkonzern. Kauft der Konzern jetzt zu?

Auf der Gegenseite entfallen die klarsten Verluste im SMI auf die Titel des Personaldienstleisters Adecco (-1,6%), der in London ein Investorentreffen abhält.

Den ausführlichen SMI-Mittagsbericht lesen Sie hier.

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11:41

Vor der mit Spannung erwarteten Grundsatzrede der britischen Premierministerin Theresa May sind die Anleger in London auf Nummer sichergegangen. Der Auswahlindex "Footsie" verlor am Freitag 0,1 Prozent auf 7256 Punkte und war einer der schwächsten Leitindizes in Europa.

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10:09

Spekulationen über eine Verlängerung der Förderbremse haben den Preis für Rohöl am Freitag auf ein Fünfeinhalb-Monats-Hoch getrieben. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 56,63 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostete mit 50,78 Dollar je Fass ebenfalls ein halbes Prozent mehr. In Wien trafen sich Opec-Länder sowie Russland und Oman, um über eine mögliche Ausweitung der Förderbeschränkung zu beratschlagen. "Die grosse Frage ist, ob bei dem Treffen weitere Förderbeschränkungen auf den Tisch kommen", erklärten Analysten der Bank ANZ. Mit Interesse werde beobachtet, ob sich Venezuela und Nigeria, die von früheren Kürzungen ausgeschlossen blieben, nun einer Produktionsobergrenze anschlössen.

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10:06

Der Euro erstarkt: Am Morgen erreichte die Gemeinschaftswährung nach überraschend guten Konjunkturdaten aus der Eurozone aktuell 1,1993 USD. Der Kurs liegt damit höher als am Vorabend mit 1,1963 USD.

Auch gegenüber dem Schweizer Franken machte der Euro an Boden gut und stieg erneut über die Marke von 1,16 CHF. Derzeit wird er bei 1,1615 CHF gehandelt nach 1,1582 CHF am frühen Morgen. Der US-Dollar kostet derweil 0,9684 (0,9681) CHF.

In Deutschland hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager stärker als erwartet aufgehellt. Die Daten zählen zu den ersten Stimmungsindikatoren für September und werden daher am Markt stark beachtet. Zuvor hatten bereits überraschend gute Stimmungsdaten aus der französischen Wirtschaft den Euro gestützt.

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09:43

In der Hoffnung auf eine Aufstockung der Anteile durch einen der beiden grössten Aktionäre steigen Anleger bei L'Oreal ein. Die Aktien des französischen Kosmetik-Konzerns stiegen um bis zu 6,7 Prozent auf 188,50 Euro. Damit hievte das Index-Schwergewicht den Pariser CAC40 auf ein Drei-Monats-Hoch von 5278,57 Punkte. Nestle legten in Zürich 0,7 Prozent zu. Nestlé wollte zu den Spekulationen keine Stellung nehmen.

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09:41

Ein überraschender Anstieg des deutschen Einkaufsmanager-Index gibt dem Euro einen Zusatzschub. Er verteuert sich auf 1,1985 Dollar von zuvor 1,1973 Dollar.

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09:12

Der Schweizer Aktienmarkt eröffnet am Freitag leicht fester, die meisten Einzeltitel notieren jedoch im Minus. Der Swiss Market Index legt 0,1 Prozent auf 9'143 Punkte zu. Im Zentrum stehen am Schweizer Markt am Freitag die Titel des Personaldienstleisters Adecco, der in London ein Investorentreffen abhält. Der Wachstumstrend aus dem zweiten Quartal habe sich im dritten Jahresviertel bestätigt, teilte Adecco im Vorfeld des Anlasses mit. Zudem versicherte der Konzern den Investoren, auch weiterhin eine "progressive Dividendenpolitik" zu verfolgen, selbst in Zeiten einer Rezession. Trotzdem geben die Titel mit minus 1,0 Prozent relativ deutlich nach.

Bei den Pharmaschwergewichten hat Roche (-0,2 Prozent) am Freitag gleich für zwei seiner Medikamente EU-Zulassungen vermelden können. So wird Actemra/RoActemra in der Europäischen Union für die Behandlung der Autoimmun-Krankheit Riesenzellarteriitis verfügbar sein, zudem wird das Krebsmittel Gazyva/Gazyvaro für die Behandlung von Patienten mit Lymphdrüsenkrebs zugelassen. Novartis (-0,1 Prozent) notieren ebenfalls leicht schwächer.

Deutlich im Plus notieren dagegen die schwergewichtigen Nestlé (+0,9 Prozent). Der Tod der L'Oréal-Milliardenerbin Liliane Bettencourt könnte laut Medienberichten auch Auswirkungen auf den Nestlé-Konzern haben, der rund 23% an L'Oréal hält. Das Ableben von Bettencourt würde Nestlé mittelfristig die Option einer Beteiligungserhöhung eröffnen, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Sika-Aktien (+0,3 Prozent) erhalten Unterstützung von einer positiven Studie von Kepler Cheuvreux. Die Analysten bekräftigen ihre Kaufempfehlung für die Titel des Bauchemie-Konzerns und erhöhen das Kursziel kräftig auf 8'100 CHF.

Am breiten Markt hat das Beteiligungsunternehmen Perrot Duval (-0,4 Prozent) anlässlich der Generalversammlung eine Verbesserung der Rentabilität seiner Beteiligungsgesellschaften im laufenden Geschäftsjahr in Aussicht gestellt. Zudem hat das Biotechunternehmen Relief Therapeutics (noch kein Kurs) für das erste Halbjahr 2017 einen erneuten Verlust mitgeteilt.

08:21

In Asien sind die Kurse an den meisten Börsenplätzen wegen neuer Drohungen Nordkoreas, der S&P-Abstufungen für China und Hongkong sowie negativer Vorgaben aus den USA gefallen. Die Verluste hielten sich allerdings in Grenzen.

So ging es in Japan mit dem Leitindex Nikkei 225 um 0,30 Prozent auf 20 296,45 Punkte nach unten. Unter den grössten Börsenplätzen ging es in Hongkong und Seoul am stärksten abwärts. Der CSI-300-Index , der die 300 grössten Werte an den Börsen Shanghai und Shenzhen abbildet, stand nicht ganz so stark mit Abschlägen von 0,24 Prozent im Minus.

Im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm hat der Aussenminister des Landes mit einem möglichen neuen Atomtest gedroht. Beim nächsten Test könne es die "stärkste Explosion einer Wasserstoffbombe" im Pazifischen Ozean geben. Der Konflikt heizt sich seit Monaten auf. Anfang der vergangenen Woche hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Pjöngjang wegen dessen Atomtests am 3. September deutlich verschärft. Derweil kündigte nach den USA auch die Europäische Union neue Sanktionen gegen Pjöngjang an.

08:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,1 Prozent.  Gestern stieg der um 0,4 Prozent auf 9134 Punkte. Die Furcht vor einer neuen Eskalation im Nordkorea-Konflikt macht Anleger am Freitag vorsichtig. 

"Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea ist und bleibt ein grosses Risiko", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Niemand kann absehen, wie sehr sich dieser Konflikt zuspitzen kann und wie gross die Auswirkungen am Ende sein können." Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bezeichnete US-Präsident Donald Trump nach dessen Rede vor der UN-Vollversammlung als "geistesgestörten Greis" und drohte mit einer massiven Vergeltung. Sein Aussenminister Ri Yong Ho hält den Test einer Wasserstoffbombe auf dem Pazfischen Ozean für möglich.

Vorbörslich im Plus sind aus dem SMI Sika (+0,8 Prozent), Adecco (+0,7 Prozent), Nestlé (+0,6 Prozent) und Roche (+0,4 Prozent). Die restlichen Werte zeigen sich vorbörslich mit leichten Abschlägen.

07:39

Die Ölpreise haben sich am Freitag nur wenig bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostete am Morgen 56,38 Dollar. Das waren fünf Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um sechs Cent auf 50,61 Dollar.

Im weiteren Handelsverlauf richtet sich das Interesse auf neue Daten zur Ölförderung in den USA. Am Abend wird die Ausrüsterfirma Baker Hughes die Zahl der aktiven Ölbohrungen in den USA veröffentlichen. Am Markt wird erwartet, dass die Zahl leicht von zuvor 749 auf 746 gesunken ist.

06:35

Medienberichte, wonach Nordkorea eine Wasserstoffbombe im Pazifik testen könnte, hätten dem Markt "einen kleinen Schock" verpasst, sagte Takuya Takahashi von Daiwa Securities. "Der Markt erwartet zwar nicht, dass es eine unmittelbare militärische Aktion geben wird. Aber es wurde eine Gelegenheit für Gewinnmitnahmen ausgelöst, da der Nikkei jüngst stark gestiegen war."

Am Mittag tendierte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index in Tokio 0,3 Prozent tiefer bei 20.289 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor ebenfalls 0,3 Prozent auf 1664 Zähler.

Der Euro notierte 0,1 Prozent fester bei 1,1954 Dollar. Zur japanischen Währung verlor der Dollar 0,3 Prozent an Wert und kostete 112,140 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei 0,9687 Franken je Dollar und bei etwa 1,1566 Franken je Euro.

(cash/AWP/Reuters)