+++Börsen-Ticker+++ - Ölpreisschwankungen halten US-Börsen im Bann

Schwankende Ölpreise haben am Montag an der Wall Street für Verunsicherung gesorgt. Anleger rätselten darüber, wie stark die Inflation anziehen und damit auch die Leitzinsen in den USA antreiben wird.
26.06.2017 22:45
Ölfässer lagern in Maranello, Italien. Schwankende Ölpreise verunsichern die Anleger.
Ölfässer lagern in Maranello, Italien. Schwankende Ölpreise verunsichern die Anleger.
Bild: Sergio Russo

Flickr, Lizenz CC BY-SA 2.0

22:45

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,1 Prozent höher bei rund 21.410 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 notierte kaum verändert mit 2439 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor dagegen 0,3 Prozent auf 6247 Stellen.

Im Fokus an den Börsen standen Preisschwankungen am Ölmarkt. Die Öl-Sorte Brent aus der Nordsee rutschte kurz vor Handelsschluss in Europa zunächst ab und drehte später wieder ins Plus. Die Kurse der Ölkonzerne Exxon und Chevron lagen allerdings weiter zwischen 0,5 und 0,8 Prozent tiefer.

Zu den Gewinnern gehörten dagegen Finanzwerte, die im Schnitt 0,5 Prozent zulegten. Sie profitierten von der Aussicht auf höhere Zinsen. Anlass waren Äußerungen des Präsidenten der regionalen Notenbank von San Francisco, John Williams. Er hält nach eigener Auskunft Zinsanhebungen für notwendig, um die Gefahr einer Überhitzung der weltgrössten Volkswirtschaft einzudämmen.

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17:30

Der Kurssprung des Index-Schwergewichts Nestle hat am Montag die Schweizer Börse auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren gehoben.  Der SMI kletterte um 1 Prozent auf 9122 Punkte. Vorübergehend erreichte der Leitindex mit 9148 Zählern den höchsten Wert seit August 2015. Nestle steht für gut ein Fünftel der SMI-Kapitalisierung. "Ohne Nestle wären wir kaum nennenswert im Plus", sagte ein Börsianer.

Die Nestle-Aktien stiegen um 4,3 Prozent auf 86.65 Franken. Das ist der stärkste Kursanstieg an einem Tag seit August 2011. Third Point fordert eine Änderung der Firmenstrategie. Der Anteil von mehr als einem Prozent sei umgerechnet rund drei Milliarden Euro wert, hatte der Investor erklärt. Der Fonds ist damit der achtgrösste Aktionär des Unternehmens. "Wir sind überzeugt, dass Mark Schneider mit Nestle hochgesteckte Ziele verfolgt, darunter auch einige, wenn nicht sogar alle von Third Point vorgeschlagenen Massnahmen", kommentierte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy. Ein Börsenhändler sagte: "Mit guten Ideen kann er durchaus viele Anleger hinter sich scharen."

Andere marktbewegende Themen gab es kaum. Der Ölpreis-Verfall und die US-Zinsen beschäftigten die Anleger weiterhin. Angesichts enttäuschender US-Konjunkturzahlen sorgten sie sich um die Entwicklung der weltgrössten Wirtschaft. Daher warteten sie gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.

Den ausführlichen Schlussbörsen-Bericht lesen Sie hier.

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16:20

Der Ölpreis rutscht wieder ab. Brent dreht ins Minus und verliert 0,9 Prozent auf 45,14 Dollar je Barrel. WTI sackt um 0,7 Prozent auf 42,72 Dollar ab. Zuvor haben die Preise für beide Sorten bis zu 1,5 Prozent im Plus notiert.

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15:40

Steigende Ölpreise haben der Wall Street zu einem positiven Wochenauftakt verholfen.  "Die Entwicklung der Ölpreise wird eine wichtige Rolle spielen, wohin sich die Zinsen bewegen werden", sagte Analyst Hussein Sayed vom Finanzhaus FXTM. Der Präsident der regionalen Notenbank von San Francisco, John Williams, hält höhere Zinsen für notwendig, um die Gefahr einer Überhitzung der weltgrössten Volkswirtschaft einzudämmen.

Der Dow Jones kletterte um 0,25 Prozent auf 21'449 Punkte. Der S&P 500 gewann 0,3 Prozent auf 2445 Stellen, während der Nasdaq-Index bei 6292 Zählern mit 0,4 Prozent im Plus notierte.

Stärkere Kursgewinne verhinderten enttäuschende Konjunkturdaten: Die Aufträge für langlebige Güter mit mindestens dreijähriger Haltbarkeit - vom Toaster bis zum Flugzeug - fielen um 1,1 Prozent zum Vormonat und damit zum zweiten Mal in Folge.

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13:45

Der Euro ist am Montag trotz überraschend guter Stimmungsdaten aus Deutschland bisher gesunken. Am Mittag notiert die Gemeinschaftswährung auf 1,1179 USD und damit etwas unter dem Niveau vom Freitagabend. Der Schweizer Franken gab derweil etwas nach. Ein Euro kostet am Mittag 1,0880 nach 1,0854 CHF am Morgen und der US-Dollar avanciert auf 0,9732 von 0,9702 CHF.

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13:30

Das vom Bergbaukonzern Glencore für das Kohleunternehmen Rio Tinto Coal & Allied (C&A) am vergangenen Freitag erhöhte Kaufangebot scheint nicht zu überzeugen. Der Verwaltungsrat von Rio Tinto, der Mutterkonzern von Rio Tinto C&A, bevorzugt weiterhin die Offerte der aus China geführten Yancoal Australia, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Der Verwaltungsrat schlägt den Aktionären vor, dem Angebot von Yancoal zuzustimmen. Dabei hat auch Yancoal am (gestrigen) Sonntag ihre Offerte erhöht.

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12:50

Ungebrochener Aufwärtstrend: Der Leitindex SMI markierte am Montag im Vormittagshandel ein neues Jahreshoch bei 9'149 Punkten. Das ist der höchste Stand seit August 2015. 

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 11.55 Uhr um 1,12% höher auf 9'134,25 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,71% auf 1'431,48  Punkte.

Nestlé (+3,8%, 85,20 CHF) notieren nach dem Einstieg des US-Investors Daniel Loeb deutlich höher und haben bei 86 CHF ein neues Allzeithoch erreicht. Die aktivistische Investmentfirma von Loeb hat eine Beteiligung von 1,3% erworben und stellt Forderungen an das Management.

Für die UBS (+1,3%) hat JPMorgan das Rating auf "Overweight" von "Neutral" und das Kursziel um einen auf 19 CHF angehoben. Für die Aktien der CS (+1,5%) hat JPMorgan die Bewertung mit "Overweight" bei einem Kursziel von 17 CHF wieder aufgenommen.

Erholt zeigen sich auch die Assekuranzen Bâloise (+1,2%), Swiss Life und Swiss Re (je +0,7%). Deutlicher zulegen können unter den Blue Chips nachrichtenlos zudem Clariant (+1,6%) und Sonova (+0,7%).

Den ausführlichen MIttagsbericht lesen Sie hier.

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12:45

Die Ölpreise haben am Montag etwas zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittag 45,78 US-Dollar und damit 23 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 27 Cent auf 43,28 Dollar.

Bei der Erholung der Ölpreise dürfte es sich laut Commerzbank um eine technische Gegenbewegung nach dem jüngsten Absturz handeln. Die Nachrichtenlage bleibe weiterhin negativ. So hätten die Ölproduzenten in den USA ihre Rekordserie auf 23 Wochen steigender Bohraktivität ausgedehnt.

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10:15

Die Schweizer Börse im Aufwind: Gleich zum Börsenstart sprang der Leitindex SMI auf ein neues Jahreshoch bei 9'141 Punkten. Ausschlaggebend ist das SMI-Schwergewicht Nestlé. Die Valoren des Lebensmittelkonzerns gewinnen nach dem Einstieg des aktivistischen amerikanischen Investors Daniel Loeb hinzu.

Die Bank-Aktien reagieren auf die Staatsrettung für zwei italienische Regionalbanken positiv. Das nehme etwas Druck von den Sorgen um die Stabilität des Finanzsektors in dem südeuropäischen Land, heisst es im Handel.

Deutlicher zulegen können unter den Blue Chips nachrichtenlos zudem Clariant (+1,3%) und die volatile Aryzta (+0,9%). Weiter liegen Bâloise (+0,7%) und Swatch (+0,5%) etwas besser als der Marktschnitt.

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09:10

Angetrieben von der Nestlé-Aktie steigt der SMI mit einem deutlichen Plus in den Handel. Auch die Grossbanken-Titel ziehen kräftig an.

Der SMI steht nach dem Handelseröffnung bei 9129 Punkten, was einem Plus von 1,05 Prozent entspricht. Im Fokus stehen die Nestlé-Aktien (+3,8 Prozent), nachdem laut Presseberichten der US-Investor Daniel Loeb bei dem Lebensmittelkonzern eingestiegen ist. Seine Investmentfirma stellt auch gleich Forderungen an das Management.

So drängt der Investor auf den Verkauf der L'Oréal-Beteiligung und eine Bereinigung des Portfolios. Die Mittel sollten dann für Aktienrückkäufe verwendet werden (cash.ch-Mitarbeiter Lorenz Burkhalter analysiert die Vorgänge um Nestlé hier).

 

 

Die Bankenwerte dürften positiv auf die Staatsrettung zweier italienischer Banken reagieren. Das nehme etwas Druck von den Sorgen um die Stabilität des Finanzsektors in dem südeuropäischen Land, heisst es im Handel. Für die UBS (+1,3 Prozent) hat zudem J.P. Morgan das Rating auf "Overweight" von "Neutral" und das Kursziel um einen auf 19 Franken angehoben.

Die Grossbank habe zudem eine perfekte Strategie für die Zusammensetzung ihrer Geschäftsbereiche gefunden, lobt der Analyst. Auf der Kostenseite wird Potenzial für eine positive Überraschung gesehen. Für die Aktien der CS (+1,1 Prozent) hat J.P. Morgan das Rating mit "Overweight" bei einem Kursziel von 17 Franken wieder aufgenommen. Unsicherheiten seien beseitigt worden und die Kostensenkungen lägen über den Erwartungen, heisst es.

Novartis notieren 0,3 Prozent im Minus, nachdem die Titel in der Vorwoche um mehr als 7 Prozent zugelegt hatten. Der Pharmakonzern hat mit dem Produktkandidaten CTL019 in einer Studie gute Resultate bei der Behandlung einer bestimmten Form von Blutkrebs erzielt.

Die Titel des Konkurrenten Roche (+0,05 Prozent) legen leicht zu. Dieser hat positive Resultate für das Bluter-Medikament Emicizumab (ACE910) in zwei Phase-III-Studien gemeldet. Das Mittel habe zu einer "deutlichen und klinisch bedeutsamen Reduktion" der Anzahl der Blutungen geführt.

Positive Studienresultate mit Emicizumab bei Roche

 

Deutlicher zulegen können nachrichtenlos zudem Clariant (+0,9 Prozent). Am breiten Markt hat Burckhardt Compression (0,2 Prozent) eine kleinere Service-Firma in Kanada zugekauft und seine Präsenz dort verstärkt.

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08:45

Getragen vom Optimismus über die Entwicklung der Weltwirtschaft haben die meisten Aktienmärkte in Fernost leicht zugelegt. Der MSCI-Index asiatischer Werte ohne Japan lag 0,5 Prozent im Plus. In Tokio schloss der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 0,1 Prozent fester auf 20.153 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index schloss mit 0,05 Prozent hauchdünn im Plus. Die Börse in Shanghai lag 0,61 Prozent im Plus, der Markt in Hongkong 0,49 Prozent.

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09:10

Der SMI legt um 0,54 Prozent auf 9081 Punkte zu. Am stärksten greifen die Investoren bei Nestlé (+1 Prozent) zu: In der Nacht auf Montag wurde bekannt, dass der aktivistische US-Milliardär Daniel Loeb beim Nahrungshersteller eingestiegen ist. Erwartet wird, dass der vom Management um Ulf Mark Schneider einige Programmänderungen verlangen wird.

US-Milliardär steigt bei Nestlé ein

Auch Roche und Novartis (beide +0,6 Prozent) stehen in der Gunst der Anleger. Ebenfalls gut im Rennen liegen die Grossbanken: Die UBS-Aktie steigt um 0,7 Prozent, während CS ein Plus von 0,6 Prozent verzeichnet.

Ansonsten rechneten die Händler eher mit einem ruhigen Geschäft. Nach wie vor sorgten sich die Anleger über die unklaren Ursachen und Folgen des jüngsten Ölpreis-Verfalls.

Für Impulse sorgen dürfte auch der deutsche Ifo-Index. Nachdem die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen im Mai auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung geklettert war, rechnen Experten mit einem Rückgang auf 114,4 Punkte von 114,6 Zählern. In den USA werden zudem die Auftragseingänge für langlebige Güter veröffentlicht.

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07:55

Zum Wochenauftakt hat der Preis für Rohöl erneut zugelegt. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,1 Prozent auf 46,02 Dollar je Barrel. Offenbar deckten sich diejenigen Investoren, die auf eine Fortsetzung des Preisverfalls gewettet hatten, wieder mit dem Rohstoff ein, sagte Marktanalyst Ric Spooner vom Brokerhaus CMC Markets. "Der schwache Dollar hilft auch etwas."

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06:50

Der Nikkei der 225 führenden Werte stieg bis zum späten Vormittag um 0,1 Prozent auf 20'154 Punkte. Angetrieben wurden die Börsen vom Anstieg der Ölpreise. Bei den Einzelwerten wurden Takata-Aktien vom Handel ausgesetzt. Der Airbag-Hersteller hatte zuvor Antrag auf Gläubigerschutz gestellt.

 

 

Toshiba-Anteilsscheine brachen mehr als fünf Prozent ein. Der Technologiekonzern gerät immer mehr ins Strudeln. Das angeschlagene Unternehmen musste vor kurzem einräumen, dass seine Finanzlage noch dramatischer ist als bisher angenommen. Der Tokioter Aktienmarkt reagierte darauf mit einer Degradierung der Firma ins zweite Börsensegment.

Der Euro legte im fernöstlichen Handel zum Dollar zu. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,1198 Dollar. Zum Yen gab die US-Währung leicht auf 111,235 Yen nach. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9694 Franken je Dollar und bei etwa 1,0853 Franken je Euro.

(cash/Reuters/AWP)