+++Börsen-Ticker+++ - Panikstimmung an der Wall Street

Die US-Börsen sind mit den schwersten Verlusten seit Jahren in die neue Woche gestartet. Der Dow Jones verlor am Montag über 1000 Zähler.
05.02.2018 22:30
Händler an der Wall Street in New York in Aufregung.
Händler an der Wall Street in New York in Aufregung.
Bild: Bloomberg

22:30

Er rutschte damit wieder unter die Marke von 25'000 Punkten. Der Index wies wie der S&P 500 den grössten Tagesverlust in Prozent seit August 2011 auf. Zeitweilig lag der Dow 10 Prozent unter seinem Rekordhoch vom 26. Januar, bevor er sich bis zum Handelsschluss etwas erholte. Neben der Sorge vor stark steigenden Zinsen stand Experten zufolge auch die Entwicklung bei US-Staatsanleihen im Fokus. Auch der automatisierte Handel wurde mitverantwortlich gemacht.

Der Dow-Jones-Index fiel um 4,6 Prozent - etwa 1175 Zähler - auf 24'346 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gab um 4,1 Prozent auf 2649 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 3,8 Prozent auf 6968 Zähler. Der Dow Jones hatte bereits vergangene Woche mehr als 4 Prozent verloren.

Viele Börsianer halten es für möglich, dass die US-Notenbank Fed die derzeit bei 1,25 bis 1,5 Prozent liegenden Leitzinsen in diesem Jahr vier Mal erhöhen könnte statt drei Mal wie bislang signalisiert. Denn in den USA brummt die Wirtschaft, am Arbeitsmarkt läuft es rund und die Löhne stiegen im Januar so stark an wie seit Mitte 2009 nicht mehr. In der Nacht auf Montag war zudem die Rendite der zehnjährigen Papiere auf den höchsten Stand seit Januar 2014 gestiegen.

Der Investment-Stratege Jeffrey Kleintop von dem Geldhaus Charles Schwab erklärte dagegen, er habe "nichts Fundamentales" gesehen, was als Auslöser hätte herhalten können. "Es wurde nicht durch ein Makro-Ereignis ausgelöst", sagte er. "Eher scheint es der Computer-getriebene Handel gewesen zu sein, der das Ungleichgewicht ausgelöst hat." Dem stimmte Larry Milstein, Chefhändler beim Broker R.W. Pressprich zu: "Es war wahrscheinlich irgendeine 'Black Box', Algo-Verkäufe von Aktien und -Käufe von Staatsanleihen."

Bei den Einzelwerten stand Wells Fargo mit einem Kursverlust von 9,2 Prozent im Fokus. Zahlreiche Analysten stuften die Aktie der Bank herunter oder senkten ihre Kursziele, nachdem die Fed dem von Skandalen geplagten Institut am Freitag weiteres Wachstum verboten hatte.

Auch der Absturz bei Bitcoin ging weiter. Die auf Bitstamp gehandelte Kryptowährung verlor 12,2 Prozent auf etwa 7189 Dollar.

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17:45

"Das ist wohl die Korrektur, über die wir so lange so viel gehört haben", sagt ein Händler. Das Angstbarometer Volatilitätsindex klettert um fast 9 Prozent. Der Schweizer Leitindex SMI sinkt um 1,3 Prozent auf 9100 Punkte.

"Steigende Zinsen sind für die Aktienmärkte grundsätzlich kein Problem, kräftig steigende Zinsen allerdings schon", erklären die Analysten die Bantleon Bank. Dadurch ändern sich die Bewertungsrelationen abrupt, Aktienrückkäufe würden teurer und die Liquidität werde knapper.

Alle 20 SMI-Werte rutschen ins Minus. Am besten halten sich Anteile des dividendenstarken Versicherers Swiss Re mit einem Abschlag von 0,1 Prozent. Auch die als wenig konjunktursensitiv geltenden Firmen, die sich zuletzt unterdurchschnittlich entwickelten, schlagen sich besser als der Markt. Neben den beiden Schwergewichten Roche und Nestlé verlieren auch die Aktien der beiden Versicherer Swiss Life und Zurich, des Duft- und Aromenherstellers Givaudan und des Personaldienstleisters Adecco weniger als 1 Prozent.

Dagegen standen Aktien von zyklischen Firmen wie den Luxusgüter-Produzenten Richemont und Swatch sowie dem Elektrotechnikkonzern ABB mit Abschlägen von zum Teil mehr als 2 Prozent unter Abgabedruck. Auch die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS kommen mit 1,4 und 2,5 Prozent Minus unter die Räder.

Am breiten Markt sacken die Orascom-Aktien 7,5 Prozent ab. Der Bau- und Hotelkonzern hat dieses Jahr fast die Hälfte an Wert gewonnen. Auch bei Bachem, Bossard und Tornos sowie der SNB strichen die Anleger Gewinn ein, nachdem die Anteile seit Jahresbeginn kräftig gestiegen waren.

Die AMS-Titel fallen am Tag vor der Bilanzveröffentlichung 3,4 Prozent. Ein kritischer Analystenkommentar über den Apple-Zulieferer IQE belastete auch die Anteile anderer Apple-Lieferanten wie AMS, Dialog Semiconductor und Laird. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Montag.)

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16:05

Die Talfahrt der Kryptowährung Bitcoin setzt sich am Montag fort. In Nachmittagshandel fällt der Kurs der ältesten und bekanntesten Digitaldevise auf der grossen Handelsplattform Bitstamp bis auf 7289 Dollar. Das waren etwa 10 Prozent weniger als am Sonntag. Andere virtuelle Währungen, von denen es mittlerweile rund 1500 gibt, sind teilweise noch stärker unter Druck.

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15:45

An der Wall Street spekulieren Anleger auch zu Wochenbeginn auf steigende Renditen am Anleihemarkt und werfen dafür Aktien aus ihren Depots. Der Dow-Jones-Index mit den Standardwerten fällt um 1,4 Prozent auf 25'165 Punkte, nachdem er am Freitag schon 2,5 Prozent eingebüsst hatte. Der S&P 500 verliert 1 Prozent auf 2733 Zähler, der Nasdaq an der Technologiebörse 1,2 Prozent auf 7151 Punkte. Am Obligationenmarkt verharrt die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries bei 2,84 Prozent und damit in der Nähe des am Freitag erreichten Vier-Jahre-Hochs von über 2,88 Prozent.

In der vergangenen Woche hatten alle drei Indizes ihren grössten Wochenverlust seit zwei Jahren erlitten. "Wir glauben zwar nicht, dass der Ausverkauf vom Freitag der Beginn einer nachhaltigen Korrektur ist", sagt Marktanalyst Peter Cardillo vom Brokerhaus First Standard Financial in New York. "Aber der Druck auf die Aktien wird bleiben, und die höhere Schwankungsanfälligkeit der Kurse dürfte auf die Stimmung drücken."

Wells Fargo verlieren 8 Prozent. Zahlreiche Analysten stuften die Aktien der Bank herunter oder senkten ihre Kursziele, nachdem die Fed dem von Skandalen erschütterten Institut am Freitag vorerst weiteres Wachstum verboten hatte.

Bristol-Myers Squibb steigen um über 2 Prozent. Der Pharmakonzern verbuchte bei der Entwicklung einer Krebsimmuntherapie einen Erfolg.

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12:30

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Montagmittag deutlich im Minus und setzt damit die Talfahrt der vergangenen Woche fort. Nach einem kurzzeitigen Fall unter die Marke von 9100 Punkten hat sich der SMI am Mittag immerhin bei diesem Wert eingependelt. Angesichts der erhöhten Nervosität und Volatilität scheint indes fraglich, ob der SMI mit dem Verlust von rund 500 Punkten innert weniger Börsentage schon einen Boden gefunden hat. Denn die Stimmung an den Aktienmärkten habe sich wegen der gestiegenen Renditen der Anleihen mittlerweile deutlich verschlechtert, heisst es am Markt.

Die Notenbanken könnten allenfalls gezwungen sein, die Zinsen schneller zu erhöhen als es in Börsenkreisen bisher erwartet worden sei. Und da die Aktienmärkte langfristig deutlich überkauft seien, könnten weitere massive Verkaufswellen einsetzen, heisst es. Die gestiegene Nervosität an den Märkten zeigt sich auch am Volatilitätsindikator VSMI, der zuletzt markant angestiegen ist.

Der SMI steht kurz vor Mittag 1,1% tiefer bei 9121 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt 1,3% auf 1495 Punkte nach und der breite SPI 1,3% auf 10'472. Von den 30 wichtigsten Titeln geben alle nach.

Allerdings gibt es auch Kommentare, welche die jüngste markante Korrektur als "gesund" oder "überfällig" bezeichnen. Die Credit Suisse etwa ist der Ansicht, dass Aktien weiter die zu bevorzugende Anlageklasse seien und die aktuelle Schwäche als Einstiegsmöglichkeit gesehen werden sollte. Ähnlich sieht es die Zürcher Kantonalbank. Die momentan laufende Korrektur könne zwar durchaus einige Prozentpunkte erreichen, "Buy the dip" dürfte aber auch in diesem Fall eine lohnende Strategie darstellen, heisst es bei der ZKB. Erst bei einer spürbaren Eintrübung der Konjunktur oder einer anziehenden Inflation drohe ein deutlicherer Einbruch.

Am deutlichsten zurückgenommen werden Aryzta (-2,7%), Logitech (-2,4%) und Swatch (-2,4%). Aber auch UBS, Julius Bär, ABB, Schindler oder Partners Group büssen 2% oder leicht mehr ein. Von den Banken halten sich CS (-1,7%) minim besser.

Am wenigsten unter Druck stehen die Genussscheine von Roche, die als bester Wert aber dennoch 0,4% an Terrain einbüssen. Der Titel hatte in der Vorwoche im Umfeld der am vergangenen Donnerstag publizierten Jahreszahlen bereits gut 3% nachgegeben.

Zu den stabileren Werten mit Verlusten von unter 1% gehören noch die ebenfalls defensiven Nestlé, Swisscom oder Novartis. Allerdings hatten Novartis vergangene Woche mit einem Minus von knapp 6% einen miserablen Lauf.

Im breiten Markt stehen nach Zahlen DKSH (-2,0%) etwas im Fokus. Laut Analysten wurden die Erwartungen in etwa erfüllt, als leise Enttäuschung gilt aber das organische Wachstum. Implenia (-2,8%) büssen die Gewinne vom vergangenen Freitag im Anschluss an die ersten Angaben zum Ergebnis 2017 wieder ein.

Die grössten Verlierer sind aber Idorsia (-7,6%), Jungfraubahn (-6,5%) oder Orascom (-6,2%). Auch die Aktien der SNB (-6,8%) setzen ihre Korrektur fort, nachdem diese allein im Januar über 50% an Wert zugelegt haben. Vom Jahreshoch bei 6800 ist der Titel innert gut einer Woche wieder auf 4660 zurückgefallen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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10:30

Die Schweizer Börse gibt zu Wochenbeginn auf breiter Front nach. Den negativen Vorgaben aus den USA und aus Asien könnten sich die hiesigen Aktien nicht entziehen, sagen Händler. Die Anleger befürchteten eine Korrektur, nachdem die Kurse an der Wall Street am Freitag ihren Rekordlauf beendet und 2,5 Prozent eingebüsst hatten. Der SMI notiert mit 9131 Zählern um 1,0 Prozent tiefer. In der Vorwoche hatte der Leitindex mehr als 3 Prozent eingebüsst und damit den grössten Wochenverlust seit dem 11. August 2017 verzeichnet.

Der rasche und starke Anstieg der Anleihenrenditen zeichnet den Anlegern Sorgenfalten ins Gesicht. Wegen der weltweit brummenden Konjunktur und nach unerwartet guten US-Arbeitsmarktdaten befürchten Anleger, dass die US-Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel rascher und stärker strafft, als bisher erwartet.

Die Fed hat im Dezember die Zinsen um einen Viertelpunkt hochgesetzt - auf die Spanne von 1,25 bis 1,5 Prozent. Auf der jüngsten Sitzung Ende Januar haben die Währungshüter die Tür für eine weitere Erhöhung im März weit aufgestossen. Manche Experten erwarten, dass danach noch drei weitere Schritte nach oben in diesem Jahr folgen könnten.

Ein Kursrückgang bietet aber auch Chancen. "Wir favorisieren Aktien weiterhin", kommentiert Michael Strobaek, Chefstratege der Credit Suisse. "In unseren Augen handelt es sich dabei um eine gesunde Korrektur." Für Kunden, die über Kapital verfügten, das sie einsetzen können, eröffneten sich Kaufgelegenheiten.

Nach Ansicht der Bantleon Bank dürfte das günstige Umfeld in den kommenden Wochen noch erhalten bleiben. "Die Warnzeichen für die Zeit danach nehmen jedoch bereits jetzt zu", kommentiert Harald Preissler, der grössere Einschläge an den Aktienmärkten von bis zu 15 Prozent nicht ausschliesst. "Sollte sich die bevorstehende konjunkturelle Delle tatsächlich als temporäres Phänomen entpuppen, steht einer Fortsetzung der Hausse im späteren Jahresverlauf nichts im Weg", bleibt der Bantleon-Anlagechef grundsätzlich positiv.

Sämtliche Standardwerte geben nach. Die grössten Einbussen verzeichnen mit dem Uhrenhersteller Swatch, dem Pharmazulieferer Lonza und der Bauchemiefirma Sika Aktien, die sich kräftig entwickelt hatten. Sie sinken um 2,2, 2,0 und 1,8 Prozent. Die Titel der Grossbanken UBS und Credit Suisse verlieren 1,9 und 1,6 Prozent.

Mit Einbussen von 0,8 Prozent oder weniger halten sich die Anteile der als krisenresistent geltenden Pharmariesen Roche und Novartis, des Nahrungsmittelmultis Nestlé und des Telekomkonzerns Swisscom vergleichsweise gut.

Aktien zyklischer Firmen wie ABB, Adecco, Geberit und die Versicherer Swiss Life, Swiss Re und Zurich verlieren 0,8 Prozent und mehr.

Am breiten Markt verzeichnen die Aktien von Orascom eine Einbusse von 8,1 Prozent. Der Titel ist im laufenden Jahr um fast die Hälfte gestiegen. Mit den Anteilen von Bachem, Bossard und Tornos leiden weitere Anteile unter Gewinnmitnahmen, die im Vorjahr massiv höher bewertet wurden.

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09:07

Der SMI geht mit einem Minus von rund 1 Prozent bei 9125 Punkten in den Handel. Der Abwärtstrend der vergangenen Woche setzt sich damit fort. Das Klima für Aktien bleibt nach dem Ausverkauf an der Wallstreet vom vergangenen Freitag jedenfalls angeschlagen. Der SMI hat seit dem Höchststand von Anfang Januar nun über 400 Punkte nachgegeben. Die markante Korrektur wird in Marktkreisen bisher mehrheitlich als "gesund" oder "überfällig" bezeichnet. 

Die deutlichsten Einbussen verzeichnen Credit Suisse (-2,1 Prozent), UBS (-1,8 Prozent) Sika, Lonza (je -1,6 Prozent). ABB (-1,4 Prozent) wird diese Woche am Donnerstag das Ergebnis 2017 veröffentlichen. Etwas besser als der Gesamtmarkt halten sich im frühen Geschäft defensive Werte wie Swisscom (-0,8 Prozent), Novartis (-0,8 Prozent), Roche (-0,3 Prozent) und Geberit (-0,6 Prozent). Swisscom wird die Jahreszahlen von 2017 am Mittwoch liefern.

Für Roche haben im Anschluss an die Zahlen vom vergangenen Donnerstag die Deutsche Bank und Barclays das Kursziel gesenkt, wobei Barclays den Titel unverändert mit "Overweight" einstuft, die Deutsche Bank dagegen lediglich mit "Hold". 

Dufry (-1,6 Prozent) büssen nach dem Ausstieg des Grossaktionärs Paul Singer in etwa mit dem Gesamtmarkt ein. Im breiten Markt stehen nach Zahlen DKSH (-1,3 Prozent) etwas im Fokus, wobei der Handelskonzern beim organischen Wachstum enttäuscht hat. 

Die Online-Reiseagentur Lastminute.com (-2,9 Prozent) hat zudem für 2017 eine Gewinnwarnung ausgesprochen und einen Nettoverlust von 8 Mio bis 9 Mio EUR in Aussicht gestellt.

Von Interesse ist auch die Entwicklung der im Bereich Raumklima tätigen Zehnder-Gruppe (Aktie -0,4 Prozent), welche den Abgang von CEO Dominik Berchtold aus strategischen Gründen bekanntgegeben hat. Zudem kündigte Schaffner einen Abschreiber im Zusammenhang mit der Steuerreform in den USA an.

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08:24

Mittlerweile sind die Aktienmärkte in Asien geschlossen. Die seit Tagen anhaltende Verkaufswelle verschärfte sich, nachdem der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag zeigte, dass die Löhne so stark gestiegen sind wie seit fast neun Jahren nicht mehr. Börsianer rechnen nun mit drei oder noch mehr Zinserhöhungen in den USA in diesem Jahr.

Am Freitag hatte es deshalb an den US-Börsen einen Ausverkauf gegeben. Der japanische Leitindex Nikkei rutschte am Montag um 2,5 Prozent auf 22.682 Punkte ab und verzeichnete seinen grössten Tagesverlust seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im November 2016. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,2 Prozent auf 1823 Zähler.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans gab zeitweise 1,9 Prozent nach, das war der stärkste Tagesverlust seit Ende 2016. An der Börse in Südkorea kletterten die Aktien von Samsung Electronics um knapp 1Prozent. Der Chef der Gruppe, der wegen Schmiergeldzahlungen an die damalige Präsidentin Park Geun Hye verurteilt wurde, kommt nach einem Jahr Gefängnis wieder frei. Ein südkoreanisches Berufungsgericht reduzierte seine ursprüngliche Haftstrafe von fünf Jahren in eine Bewährungsstrafe von zweieinhalb Jahren. 

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08:05

Der Swiss Market Index (SMI) wird laut vorbörslichen Daten der Bank Julius Bär 0,8 Prozent tiefer bei 9152 Punkten gehandelt. Bei Aktienanlegern nimmt die Sorge vor steigenden Zinsen zu. 

Das grösste Minus verzeichnen ABB, Adecco, Credit Suisse und UBS (alle vorbörslich -1 Prozent). Am breiten Markt fallen AMS (-1,8 Prozent) und VAT (-1,3 Prozent) auf.

Der rasche und starke Anstieg der Anleihenrenditen hat den Anlegern tiefe Sorgenfalten ins Gesicht gezeichnet. Wegen der weltweit brummenden Konjunktur und nach unerwartet guten US-Arbeitsmarktdaten befürchten Anleger, dass die US-Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel rascher und stärker strafft als bisher erwartet. Anleger dürften zu Wochenbeginn auf die europäischen Einzelhandelsumsätze blicken. Aus den USA wird der ISM-Service-Index für Januar erwartet.

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07:52

Der Kurs des Euro ist am Montag wenig verändert in die neue Woche gestartet. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2455 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Freitagabend. Gegenüber dem Franken schwächte sich der Euro über das Wochenende etwas ab. Die Gemeinschaftswährung fiel wieder unter die Marke von 1,16 CHF und geht am Montagmorgen bei 1,1588 CHF um. Der US-Dollar schwächte sich zum Franken ebenfalls ab. Er kostet am 0,9304 CHF nach 0,9316 am Freitagabend.

Damit hat sich der Euro nach Kursverlusten vom Freitag vorerst wieder stabilisiert. Ein vergleichsweise starker US-Arbeitsmarktbericht mit einem überraschend deutlichen Anstieg der Stundenlöhne hatte dem Dollar Auftrieb gegeben und den Euro im Gegenzug belastet.

Im weiteren Handelsverlauf könnten noch Daten zur Stimmung von Einkaufsmanagern im Bereich Dienstleistungen am Vormittag aus der Eurozone und am Nachmittag aus den USA für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen.

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07:23

Die Ölpreise haben sich am Montagmorgen weiter verbilligt. Die Nordseesorte Brent kostet 67,95 Dollar. Ein Barrel der US-Sorte WTI notiert bei 64,86 Dollar (-0,4 Prozent). 

Marktbeobachter erklärten die fallenden Ölpreise unter anderem mit neuen Meldungen zur Fördermenge in den USA, die am Ölmarkt derzeit stark im Fokus steht. Am Freitag hatte die US-Ausrüsterfirma Baker Huhges erneut einen Anstieg der Bohrlöcher in den Vereinigten Staaten gemeldet. Demnach sei die Zahl der aktiven Bohrlöcher in der vergangenen Woche um sechs auf 765 gestiegen. Das ist der höchste Wert seit vergangenen Sommer.

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06:45

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte 2,4 Prozent schwächer bei 22.709 Punkten und fiel damit auf das niedrigste Niveau seit anderthalb Monaten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,1 Prozent auf 1824 Zähler. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans gab 1,9 Prozent nach, das ist der stärkste Tagesverlust seit Ende 2016. Am Freitag hatten die US-Börsen deutliche Verluste verzeichnet.

Für Verunsicherung sorgte der US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag, dem zufolge die Löhne so stark stiegen wie seit mehr als achteinhalb Jahren nicht mehr. An den Märkten wird nun mit drei oder sogar noch mehr Zinserhöhungen in den USA gerechnet. "Die Daten werden die Debatte befeuern, ob die Fed hinter der Entwicklung herhinkt", sagte Alan Ruskin von der Deutschen Bank. Steigende Zinsen in den USA wären aber für die Aktienmärkte in Schwellenländer negativ, fügte er hinzu.

Die Aussicht auf höhere Zinsen in den USA liess die Dollar-Anleger kalt. Der Yen legte etwas zu, ein Dollar kostete 109,02 Yen. Der Euro wurde kaum verändert zum New Yorker Handel vom Freitag mit 1,2458 Dollar gehandelt. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9305 Franken je Dollar und 1,1593 Franken je Euro gehandelt. 

(cash/AWP/Reuters)