Börsen-Ticker - Politische Unwägbarkeiten belasten die Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat nach dem verlängerten Osterwochenende am Dienstag auf breiter Front Terrain eingebüsst.
18.04.2017 17:40
Die Aktie der Credit Suisse stand am Dienstag wegen den Diskussionen um die Manager-Boni - vor allem diejenige von CEO Tidjane Thiam - bei den Anlegern im Fokus.
Die Aktie der Credit Suisse stand am Dienstag wegen den Diskussionen um die Manager-Boni - vor allem diejenige von CEO Tidjane Thiam - bei den Anlegern im Fokus.
Bild: Bloomberg

17:40

Die Wahlen vom kommenden Wochenende in Frankreich und vom 8. Juni in Grossbritannien machten die Anleger nervös, sagen Händler. Zudem hielten sie sich vor dem Beginn der Bilanzsaison zurück. Auch lasteten die stark gefallenen Renditen der Staatsanleihen auf den Aktien der Banken. Nach wie vor sorgten sich die Marktteilnehmer auch über die geopolitischen Spannungen wegen Nordkoreas Atomprogramm und der Syrien-Krise.

Der SMI sackt bis Handelschluss um 1,2 Prozent auf 8529 Punkten ab. Am Ostermontag war der Markt geschlossen. Vor den Osterfeiertagen hatte der Leitindex 0,4 Prozent tiefer geschlossen.

Mitunter die stärksten Abschläge verbuchen bei den Standardwerten die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse mit einem Minus von je 1,9 Prozent. Händler sagen, die sinkenden Anleihenrenditen liessen kein sehr ertragsreiches Geschäft für Finanzfirmen erwarten. "Bei steigenden Renditen und Zinsen steigen auch die Margen der Banken", sagt ein Händler. Die Anteile der Vermögensverwalter GAM und EFG International verlieren 3,7 und 3,5 Prozent.

Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB, dem Nahrungsmittelriesen Nestlé und der Logistikfirma Kühne+Nagel büssen vor den am Donnerstag erwarteten Erstquartalszahlen Terrain ein. Die Anteile der Pharmariesen Novartis und Roche büssen trotz positiver Produktmeldungen 1,4 und 1,5 Prozent ein.

Die meisten zyklischen Werten neigen zur Schwäche. Die Anteile des Zementriesen Lafarge-Holcim und des Personalvermittlers Adecco, der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch, des Chemiekonzerns Clariant und der Inspektionsfirma SGS verlieren 1 bis 2 Prozent. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar vom Dienstag.)

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15:40

Finanzminister Steven Mnuchin sagte der "Financial Times", dass sich der Zeitplan verschieben könnte. Das liess bei Investoren die Zweifel wachsen, ob Trump seine gross angekündigten Vorhaben umsetzen kann. Aber auch einige schlechter als erwartet ausgefallene Quartalsbilanzen trübten die Laune der Investoren. "Die Märkte schauen vorwiegend auf die Gewinnentwicklung", sagte Portfoliomanager Paul Nolte vom Broker Kingsview Asset Management.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete 0,4 Prozent schwächer bei 20'547 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,3 Prozent auf 2342 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,2 Prozent auf 5844 Stellen.

Zu den Verlierern im frühen Handel gehörten die Papiere der Investmentbank Goldman Sachs, die 3 Prozent nachgaben. Der Überschuss kletterte im ersten Quartal zwar um 80 Prozent auf 2,16 Milliarden Dollar, doch wurden die Analystenerwartungen damit verfehlt. Dagegen legte der Kurs der Bank of America um 1 Prozent zu. Das zweitgrösste US-Geldhaus profitierte im vergangenen Quartal von höheren Zinsen, die bessere Ergebnisse im Kreditgeschäft brachten.

Ein verhaltenes Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln bremste den Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson im ersten Quartal. Der Aktienkurs gab um fast 3 Prozent nach.

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12:40

Die Konjunkturlage präsentiere sich derzeit zwar global gesehen anhaltend vorteilhaft, heisst es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Nach den kräftigen Gewinnen im Anschluss an die Wahl Trumps sei aber seit Ende Februar eine gewisse Zurückhaltung bei den Investoren festzustellen. Zudem mahne auch die Saisonalität unter dem Stichwort "Sell in May" zu Vorsicht.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,7% tiefer bei 8568 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,8% auf 1363 Punkte nach und der breite SPI 0,6% auf 9646 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 26 im Minus.

Im Fokus stehen zum Wochenbeginn Credit Suisse, die mit einem Minus von 2,0% zu den schwächsten Aktien gehören. Nachdem die Bank am Karfreitag einen freiwilligen Verzicht der Konzernleitung auf Teile der Vergütung bekanntgegeben und sich VR-Präsident Urs Rohner dazu erklärt hatte, hat sie am Dienstag nun bereits die angepassten Vergütungstraktanden für die anstehende Generalversammlung publiziert. Nicht besser als CS halten sich UBS (-2,0%). Die Grossbankentitel stehen zusätzlich unter Beobachtung, weil am Nachmittag die Bank of America und Goldman Sachs Angaben zum ersten Quartal machen werden.

Weiter geben mittlerweile auch konjunktursensitive Aktien wie Lafarge-Holcim und Adecco (je -1,6%) oder Aryzta (-1,7%) deutlicher nach als noch im frühen Geschäft. Auf der Gewinnerseite finden sich einzig die defensiven Swisscom (+0,5%) und Bâloise (+0,2%), während für Givaudan (unv.) Berenberg das Kursziel bei unverändertem Rating "Hold" etwas erhöht hat. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Mittag.)

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10:45

Nach wie vor sorgen sich die Marktteilnehmer über die geopolitischen Spannungen wegen Nordkoreas Atomprogramm und der Syrien-Krise. Der SMI notiert mit 8590 Punkten um 0,5 Prozent schwächer. Am Ostermontag war der Markt geschlossen. Vor den Osterfeiertagen hatte der Leitindex um 0,4 Prozent tiefer geschlossen.

Die Mehrheit der Standardwerte notiert schwächer. Die stärksten Abschläge verbuchen die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse mit einem Minus von 1,5 und 1,7 Prozent. Die Credit Suisse will auf Druck von Aktionären Bonuszahlungen für die Topmanager kürzen. Auch die Aktien der Versicherer sind leichter. Die Verluste bleiben aber unter einem halben Prozent.

Auch die beiden Schwergewichte Nestlé und Novartis büssen Terrain ein. Auch der Genusssschein von Novartis-Rivalin Roche gibt leicht nach. Positive Produktmeldungen stützten den Titel ein wenig, heisst es am Markt.

Die Aktien von Basilea gewinnen 0,6 Prozent. Anhaltende Übernahmehoffnungen lockten Käufer, sagt ein Händler. Die Mehrheit der zyklischen Werten neigen zur Schwäche. Die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Personalvermittlers Adecco sacken um 1 Prozent und mehr ab.

Am breiten Markt fallen die Aktien von Von Roll bei vergleichsweise guten Umsätzen mit einem Plus von 2,6 Prozent auf. Die Aktien von Meyer Burger büssen 2,4 Prozent auf 0,83 Franken ein. Credit Suisse hat zwar das Kursziel auf 0,7 von 0,66 Franken angehoben, aber zugleich die Verkaufs-empfehlung "Underperform" bestätigt.

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09:10

Zum Börsenstart kann der Swiss Market Index (SMI) 0,2 Prozent auf 8642 Punkte zulegen. Als Unterstützung für das Börsensentiment erweisen sich zu Wochenbeginn Konjunkturdaten aus China. Dort ist die Wirtschaft im ersten Quartal stärker als erwartet gewachsen. Nach dem Anstieg um 6,8 Prozent im letzten Quartal des vergangenen Jahres legte die chinesische Wirtschaft mit einem Plus von 6,9 Prozent damit noch einmal zu. Für dieses Jahr hatte die Regierung eigentlich ein niedrigeres Wachstumsziel von "rund 6,5 Prozent" oder wenn möglich auch etwas mehr vorgegeben.

Im Fokus stehen zu Wochenbeginn Credit Suisse, welche jedoch an der Börse noch keine Bewegung zeigen. Nachdem die Bank in der Nacht auf Karfreitag einen freiwilligen Verzicht der Konzernleitung auf Teile der variablen Vergütung bekanntgegeben und VR-Präsident Urs Rohner diesen Schritt in der Wochenendpresse erklärt hatte, publizierte sie am Dienstag bereits die angepassten Vergütungstraktanden für die anstehende Generalversammlung. Ob der Vergütungsbericht an der GV angenommen wird, scheint aber noch immer fraglich. Zumindest der US-Aktionärsvertreter Glass Lewis lehnt diesen noch immer ab.

Die Grossbankentitel stehen zudem unter Beobachtung, weil am Nachmittag die Bank of America und Goldman Sachs Angaben zum ersten Quartal machen werden. UBS geben 0,2 Prozent nach.

GAM ragen mit einem Plus von 0,8 Prozent etwas heraus. Der Vermögensverwalter hat für das erste Quartal einen Netto-Neugeldzufluss ausgewiesen und auch die Höhe der verwalteten Vermögen gesteigert. Der Verwaltungsrat von GAM befindet sich bekanntlich im Vorfeld der am 27. April anstehenden Generalversammlung im Streit mit dem Investor RBR, zeigt sich in der heutigen Mitteilung aber überzeugt von der Richtigkeit seiner Strategie. Nach dem Teillohnverzicht bei der Credit Suisse wird indes nun auch bei GAM die Vergütungsstruktur überprüft.

News gab es am Wochenende und zum Wochenbeginn auch von den beiden Pharmaunternehmen Roche (+0,3 Prozent) und Novartis (+0,1 Prozent). Roche publizierte verschiedene Neuigkeiten zu diversen Produkten, darüber hinaus äusserte sich CEO Severin Schwan in einem Interview mit der Wochenendpresse positiv mit Blick auf die Fortschritte in der Krebsforschung. Novartis hat von FDA für das Krebsmedikament CTL019 den Status "Therapiedurchbruch" erhalten und gleichzeitig den Ausbau einer Forschungszusammenarbeit mit Allergan bei der Bekämpfung einer Leberkrankheit angekündigt.

Julius Bär (-2,0 Prozent) werden Ex-Dividende von 1,20 Franken gehandelt.

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8:05

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,1 Prozent zu (zu den vorbörslichen Kursen). Am letzten Donnerstag - dem letzten Handelstag vor Ostern - gab der Schweizer Leitindex um 0,4 Prozent auf 8629 Punkte nach.

Fast alle SMI-Titel legen  zwischen 0,1 bis 0,2 Prozent zu. Einzig Julius Bär fällt mit minus 2,3 Prozent ab, allerdings wird dieser Titel heute mit dem Dividendenabschlag gehandelt.

In den USA nimmt die Bilanzsaison Fahrt auf. Schwergewichte wie Goldman Sachs, Bank of America und Johnson & Johnson legen ihre Quartalszahlen vor. In Amerika werden zudem aktuelle Zahlen zu der Industrieproduktion und den Baubeginnen veröffentlicht.

An der Wall Street hatten die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland ihre Gewinne ausgebaut. Der Dow Jones, der Nasdaq und der S&P500 stiegen je um 0,9 Prozent.

In Tokio zog der Nikkei-Index am Dienstag um 0,3 Prozent auf 18.414 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite fiel um 0,1 Prozent auf 3219 Punkte. 

(cash/Reuters/AWP)