+++Börsen-Ticker+++ - Schwache Jobdaten kümmern die Wall Street wenig

Die US-Börsen haben am Freitag trotz eines enttäuschenden Arbeitsmarktberichts weitere Rekordstände erklommen.
02.06.2017 22:30
Das Trader-Leben kümmerts nicht: Trotz enttäuschenden Jobdaten markieren die US-Börsen am Freitag Höchststände.
Das Trader-Leben kümmerts nicht: Trotz enttäuschenden Jobdaten markieren die US-Börsen am Freitag Höchststände.
Bild: Bloomberg

22:30

US-Unternehmen und Staat stellten im Mai zusammen nur 138'000 neue Mitarbeiter ein, von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 185'000 gerechnet. Eine Arbeitslosenquote auf einem 16-Jahres-Tief von 4,3 Prozent sorgte allerdings dafür, dass die Anleger weiter auf eine anziehende Weltwirtschaft setzten. "Der grössten Volkswirtschaft der Welt geht es also nach wie vor gut, Konjunktursorgen sind fehl am Platz", sagte VP-Bank-Ökonom Thomas Gitzel.

Experten rechnen trotz der enttäuschenden Jobdaten mit weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. "Wir sind zyklisch gesehen beim Arbeitsmarkt in einer fortgeschrittenen Phase, das Wachstum schwächt sich ab", erläuterte Ökonom Tom Porcelli vom Brokerhaus RBC Capital Markets. Die Fed sei sich dessen seit längerem bewusst. Der verlangsamte Stellenzuwachs werde die Fed nicht davon abbringen, die Zinsen im Juni anzuheben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent höher auf 21'206 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte 0,4 Prozent auf 2439 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,9 Prozent auf 6305 Punkte.

Der geplante Ausstieg der USA aus dem Weltklimavertrag versetzte Aktienanleger tendenziell eher in Kauflaune. "Auch wenn es politisch und ökologisch eher tragisch ist, der Ausstieg aus dem Klimaabkommen verringert die unmittelbaren Kosten für die US-Wirtschaft", sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. "Die Börsen würdigen solche Entwicklungen effizient, aber pietätlos."

Bei den Einzelwerten standen die Aktien von Lululemon im Fokus, die um gut 11 Prozent nach oben schossen. Der Yogabekleidungshändler erzielte im vergangenen Quartal mehr Gewinn als erwartet.

Die Anteilsscheine von Broadcom sprangen mehr als 8 Prozent in die Höhe. Die Quartalszahlen des Chipherstellers waren besser als von Analysten erwartet ausgefallen.

Gefragt waren auch die Aktien des Industriegase-Herstellers Praxair mit einem Aufschlag von 1,9 Prozent. Zuvor hatte der Aufsichtsrat des deutschen Konkurrenten Linde der Fusion mit Praxair zugestimmt. Wenn auch Aktionäre und Behörden mitziehen, soll der 65 Milliarden Euro schwere Deal nächstes Jahr über die Bühne gehen.

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17:45

Die Schweizer Börse hat am Freitag einen grossen Teil ihrer anfänglichen Gewinne wieder eingebüsst. Nach unerwartet schwachen US-Arbeitsmarktdaten gingen die Anleger auf Nummer sicher und strichen ihre Gewinne ein. Ohnehin hatten die Marktteilnehmer ihre Finger nahe am Verkaufsknopf, weil am Montag die Börsen in der Schweiz und in Teilen Europas geschlossen bleiben. "Wer weiss, was an dem langen Pfingstwochenende alles geschehen kann", sagt ein Händler. Der SMI notiert zum Handelsschluss mit 9044 Punkten noch um 0,2 Prozent höher und damit auf dem Stand vor einer Woche.

Von Unternehmensseite blieben Neuigkeiten rar. Bei den Bluechips überwiegen die Gewinner leicht. Die stärksten Gewinne verbuchen die Lonza-Aktien mit einem Plus von 3 Prozent. Die Aktien der Banken geben ihre Tagesgewinne zum Teil wieder preis. Die Credit-Suisse-Aktien notiert noch um 0,7 Prozent höher. Die laufende Kapitalerhöhung und der damit verbundene Anrechtshandel belasteten die CS-Titel nur vorübergehend, sagt ein Händler. Die Titel der UBS verlieren 0,5 Prozent.

Die Titel des Personaldienstleisters Adecco büssen nach dem US-Arbeitsmarktbericht einen Teil der zuvor erzielten Kursgewinne wieder ein. Gewinne von 0,9 und mehr Prozent verzeichnen zyklische Werte wie ABB, Clariant, Oerlikon, Swatch und Richemont. Verluste gibts für die Prüfgesellschaft SGS, den Telekomkonzern Swisscom und den Zementproduzenten Lafarge-Holcim.

Am breiten Markt fallen die Anteile von Gurit mit einem Kursplus von 4,4 Prozent auf. Das Unternehmen hat einen Auftrag für Windturbinenkomponenten im Wert von rund 11 Millionen Franken erhalten. Die Aktien von Meyer Burger legen weitere 9,3 Prozent und erreichten mit 1,18 Franken den höchste Werte seit einem halben Jahr. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar vom Freitag.)

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15:45

Enttäuschende Arbeitsmarktdaten haben die Wall Street am Freitag zum Handelsbeginn gebremst. In der weltgrössten Volkswirtschaft entstanden im Mai weniger Stellen als von Volkswirten prognostiziert, wie aus Zahlen der Regierung hervorgeht. Damit wurden viele Anleger auf dem falschen Fuss erwischt. Denn die am Donnerstag vorgelegten monatlichen Jobdaten des Personaldienstleisters ADP zur Privatwirtschaft waren besser ausgefallen als erwartet.

An den Märkten wird dennoch davon ausgegangen, dass die Notenbank Federal Reserve auf ihrer Sitzung Mitte des Monats erneut die Zinsen erhöhen wird. "Eine Anhebung im Juni ist weiter auf dem Tisch", sagte Ökonom Thomas Julien von der Investmentbank Natixis North America. "Aber es müssen bessere Nachrichten kommen, damit die Fed zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zügel anzieht."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte in den ersten Minuten kaum verändert mit 21'150 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,1 Prozent auf 2432 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,4 Prozent auf 6269 Stellen. Zu den Verlierern zählten vor allem Bankenwerte. Die Aktien der Bank of America gaben 1,6 Prozent nach, die Titel von J.P. Morgan 0,9 Prozent und die Papiere der Citigroup 1 Prozent.

Im Fokus standen zudem die Aktien von Lululemon, die um 14 Prozent nach oben schossen. Der Yogabekleidungshändler erzielte im vergangenen Quartal mehr Gewinn als erwartet.

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15:00

Ein unerwartet schwacher US-Arbeitsmarktbericht setzt am Freitagnachmittag den Dollar unter Druck. Die US-Devise sank nach Veröffentlichung der Jobstatistik für vom Mai auf 0,9668 Franken von 0,9710 Franken vor der Bekanntgabe. Die Schweizer Börse büsste einen Teil der Tagesgewinne ein, der Leitindex SMI notiert mit 9043 Punkten zuletzt noch um 0,2 Prozent höher.

In der US-Wirtschaft sind im Mai 138'000 Jobs und damit weniger als erwartet entstanden. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 185'000 gerechnet. Zudem entstanden in den beiden Vormonaten zusammen 66'000 Stellen weniger als bislang angenommen. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote sank auf ein 16-Jahres-Tief von 4,3 Prozent. Das US-Handelsbilanzdefizit klettert im April auf höchsten Stand seit Januar.

Experten rechnen ungeachtet der schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten mit weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank.

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12:55

Der Schweizer Aktienmarkt steht auch am Freitagmittag auf breiter Front im Plus. Der Leitindex SMI kam im frühen Handel im Zuge positiver Vorgaben aus Übersee bis auf wenige Zähler an die Marke von 9100 heran, von wo aus es nicht mal 40 Punkte bis zum bisherigen Jahreshoch von Mitte Mai sind. Insgesamt bewegte sich der Aktienmarkt bislang aber in einer relativ engen Bandbreite.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,6% auf 9078 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,7% auf 1430 Zähler zu und der breite SPI 0,6% auf 10'324. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Plus und 5 im Minus.

In Führung liegen in einem insgesamt nachrichtenarmen Umfeld weiterhin Lonza mit +2,5%, die ihre frühen Gewinn damit noch ausgeweitet haben. Unternehmensspezfische News sind nicht auszumachen. An zweiter Stelle folgt mit Credit Suisse (+1,7%) ein Finanztitel und auch die Aktien der Mitbewerberin UBS (+1,4%) stehen hoch im Kurs. Auch einige Zykliker wie ABB (+1,5%), Swatch (+1,4%) und Adecco (+1,3%) liegen gut im Rennen. Die zuletzt recht volatilen Clariant (+1,5%) setzen die starke Entwicklung vom Vortag fort.

Am breiten Markt fallen Gurit mit Gewinnen von 4,7% auf. Der Ostschweizer Spezialkunststoff-Hersteller hat einen Windturbinen-Auftrag über 11 Millionen Franken erhalten. Einen guten Lauf haben vor dem langen Pfingstwochenende auch Meyer Burger (+5,6%), Hügli (+4,5%) und Myriad (+3,6%). Grösserer Abgabedruck ist unter anderem bei den am Vortag noch starken Evolva (-2,2%) sowie Newron (-1,8%) und VAT (-1,3%) auszumachen. (lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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10:50

Kräftige Kursgewinne an der Wall Street und in Tokio geben der Schweizer Börse zum Wochenschluss Schwung. Erfreuliche Konjunkturzahlen aus Europa und den USA versetzen die Anleger laut Händlern in Kaufstimmung. Sie hofften, dass die am Nachmittag anstehenden und viel beachteten US-Arbeitsmarktdaten ihren Optimismus stärkten. "Die Erwartungen sind nach den gestrigen Berichten zum US-Arbeitsmarkt noch einmal kräftig gestiegen", sagt ein Händler.

Der SMI rückt um 0,5 Prozent auf 9072 Zähler vor. Am Donnerstag hatte der Leitindex um 0,1 Prozent höher geschlossen.

"Die Erwartungen an die US-Daten sind sehr hoch und damit besteht auch ein Enttäuschungspotenzial", sagte ein Händler. Da am Montag die Börsen in der Schweiz und in Teilen Europas wegen der Pfingstfeiertage geschlossen bleiben, könnte der Schwung im Verlauf etwas nachlassen. "Gewinnmitnahmen vor dem langen Wochenende sind nicht auszuschliessen."

Sämtliche Bluechips legen zu. Die stärksten Gewinne verbuchen die Papiere von Lonza mit plus 2 Prozent. Dahinter folgten die Banken Credit Suisse, UBS und Julius Bär, die um 1 bis 1,8 Prozent anziehen.

Zyklische Werte wie ABB, Adecco, Swatch und Richemont rücken um 1 Prozent vor. Die als wenig konjunktursensitiv geltenden Pharmariesen Novartis und Roche werden um 0,4 und 0,3 Prozent höher bewertet.

Am breiten Markt fallen die Anteile von Gurit mit einem Kursplus von 4,4 Prozent auf. Der Kunststoffhersteller hat einen weiteren Auftrag für Windturbinenkomponenten im Wert von rund 11 Millionen Franken erhalten.

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09:15

Der Swiss Market Index steigt im frühen Handel am Freitag um 0,7 Prozent. Das Thema des Tages ist eigentlich kein unmittelbares Börsenthema: Der von US-Präsident Donald Trump beschlossene Ausstieg aus dem historischen Klimaabkommen von Paris. Marktteilnehmer halten die direkten Auswirkungen auf die Finanzmärkte für eher gering, da ein Ausstieg der USA aus dem Abkommen wegen entsprechender Klauseln im Vertrag langwierig ist und erst im November 2020 in Kraft treten würde - dem Zeitpunkt der nächsten US-Präsidentschaftswahlen.

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit gab bekannt, mit dem bereits angekündigten Aktienrückkaufprogramm am 6. Juni zu starten. Die Geberit-Aktie wird 0,4 Prozent höher taxiert.

Weitere Zykliker wie ABB (+0,7 Prozent), Adecco (+0,6 Prozent), Lafarge-Holcim (+0,4 Prozent) und Swatch (+0,6 Prozent) stehen ebenfalls ganz oben im Kurstableau. Die UBS (+1,1 Prozent) ist top, während die CS (-0,7 Prozent) negativ notiert. Am höchsten im SMI notiert die Aktie von Lonza mit 1,6 Prozent Plus.

Grösseres Interesse ziehen die Pharmaaktien Roche (+0,6 Prozent) und Novartis (+0,9 Prozent) mit dem am Berichtstag beginnenden Onkologiekongress Asco in den USA auf sich. Die beiden hiesigen Unternehmen werden dabei vor allem mit Daten in den Indikationen Lungen- und Brustkrebs im Fokus stehen.

Am breiten Markt steigen die Gurit-Aktien 2,5 Prozent. Der Ostschweizer Spezialkunststoff-Hersteller hat einen Windturbinen-Auftrag über 11 Millionen Franken erhalten. 

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08:30

In Fernost sind die Börsen mittlerweile geschlossen. Der japanische Leitindex Nikkei knackte erstmals seit Dezember 2015 wieder die psychologisch wichtige Marke von 20'000 Punkten. Bis zum Handelsschluss legte er 1,6 Prozent auf 20'177 Zähler zu. Der MSCI-Index für Aktien im Asien-Pazifik-Raum ohne Japan kletterte um 0,6 Prozent. Auch der MSCI-ACWI-Index, der 46 Handelsplätze weltweit vereint, stieg um 0,2 Prozent und erreichte einen Rekordwert.

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08:10

Der Swiss Market Index wird nach Einschätzung von Banken und Brokern 0,45 Prozent höher in den Handel am Freitag starten. Alle SMI-Titel liegen vorbörslich im Plus. Am deutlichsten steigt die Aktie von ABB. Sie legt 0,66 Prozent zu. 

Vorbörslich etwas höhere Kurse verbuchten auch die Aktien von Geberit. Die Sanitärtechnikfirma startet ihr Aktienrückkauf-Programm am 6. Juni. Über einen Zeitraum von maximal drei Jahren sollen auf einer separaten Handelslinie Aktien von bis zu 450 Millionen Franken zurückgekauft werden.

Wichtigster Termin des Tages für Anleger ist die Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten der US-Regierung am Nachmittag. Experten rechnen damit, dass im Mai 180'000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen wurden. Die bereits am Donnerstag veröffentlichten Daten des privaten Personaldienstleisters ADP übertrafen die Erwartungen der Ökonomen. Für Börsianer sind die Zahlen interessant, weil sie sich davon Hinweise auf die Geldpolitik der amerikanischen Währungshüter versprechen.

An der Wall Street hatten die US-Indizes nach Börsenschluss in Europa ihre Gewinne ausgebaut. Der Dow Jones beendete die Sitzung 0,6 Prozent höher. Der Nasdaq und der S&P500 stiegen um je 0,8 Prozent und schlossen so hoch wie nie zuvor.

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07:30

Der angekündigte Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen hat am Ölmarkt keine deutlichen Spuren hinterlassen. Die Ölpreise haben am Freitag etwas nachgegeben. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 50,31 US-Dollar. Das waren 0,18 Prozent weniger als am Donnerstag. 

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06:40

Gute Vorgaben aus den USA und ein stärkerer Dollar regten die Risikofreude der Anleger in Japan an. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index knackte die psychologisch wichtige Marke von 20'000 Punkten. Am Mittag notierte das Börsenbarometer 1,8 Prozent im Plus bei 20'220 Stellen. 

In den USA hatten starke Jobdaten für neue Rekordstände an der Wall Street gesorgt und dem Dollar Auftrieb gegeben. Davon profitierten Exportwerte wie Subaru, die 3,3 Prozent an Wert gewannen. Zu den größten Gewinnern gehörten auch Finanzwerte. Die Aktien von Nomura kletterten fünf Prozent in die Höhe.

Der Dollar legte auf 111,60 Yen zu. Der Euro war für 1,1215 Dollar zu haben. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9714 Franken je Dollar und 1,0895 Franken je Euro gehandelt. 

(cash/AWP/Reuters)