+++Börsen-Ticker+++ - Schweizer Börse: Bruchlandung nach der Achterbahn

Die Schweizer Börse ist mit kräftigen Kursverlusten in die neue Handelswoche gestartet. Der SMI stieg zwar auf ein neues Allzeithoch, schloss dann aber mit dem grössten Tagesverlust seit 2 Monaten.
02.12.2019 17:39
Sämtliche Titel im SMI verloren heute an Wert.
Sämtliche Titel im SMI verloren heute an Wert.
Bild: pixabay.com

17:40

Der Leitindex SMI fiel um 1,4 Prozent auf 10'348 Punkte. Nachdem unerwartet gute Konjunkturdaten aus China anfangs noch für Optimismus gesorgt und das Bluechip-Barometer auf ein neues Allzeithoch von 10'552 Zähler gehievt hatten, verschreckten US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus zwei südamerikanischen Ländern die Anleger.

Zuoberst auf den Verkaufszetteln standen konjunktursensitive Werte wie der Uhrenkonzern Swatch, der 2,9 Prozent an Wert verlor. Aber auch Indexschwergewichte, die eher als defenisve Anlage gelten, gaben deutlich nach: Die Anteile des Lebensmittelkonzerns Nestle (-1,3 Prozent) sowie der Pharmariesen Novartis (-1,8 Prozent) und Roche (-1,6 Prozent) gaben deutlich Wert ab. Marktbeobachter werteten das als Zeichen, dass Anleger dem Markt insgesamt den Rücken kehrten.

Vergleichsweise gut hielten sich die Grossbanken Credit Suisse und UBS, die beide einen Kursabschlag von einem Prozent hinnehmen mussten.

Am breiten Markt stürzten die Aktien von Obseva um 12 Prozent ab, nachdem Wainwright das Kursziel gesenkt hatte. Die Biotech-Firma hatte im vergangenen Monat die Entwicklung ihres Hauptmedikaments Nolasiban zur Behandlung von Frauen nach einer künstlichen Befruchtung eingestellt, nachdem der Wirkungsnachweis nicht gelungen war. 

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16:00

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete am Montag 0,1 Prozent schwächer bei 28'034 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 lag unverändert bei 3141 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,1 Prozent auf 8657 Punkte.

Trump warf per Twitter den beiden lateinamerikanischen Staaten vor, ihre Währung zu manipulieren, und erhöhte die Abgaben auf Stahl und Aluminium.

"Die Eskalation der Zollkriege kommt genau zu der Zeit, in der versucht wird, einen zu lösen", sagte Mark Luschini, Chefstratege bei der Vermögensverwaltung Janney Montgomery Scott. Die Verhandlungen in dem Konflikt zwischen den USA und China sind einem Medienbericht zufolge ins Stocken geraten. Zu den Gewinnern gehörten die Papiere der US-Stahlkonzerne US Steel und AK Steel mit einem Plus von bis zu 2,4 Prozent.

Ihren Blick richteten die Börsianer auf die Papiere der Handelsunternehmen: Am sogenannten "Cyber Monday" wird mit Rekordumsätzen im Internet gerechnet. Die Aktien von Walmart, Amazon und Target notierten bis zu 0,4 Prozent fester. 

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15:00

Der Swiss Market Index, der deutsche Dax und der EuroStoxx50 gaben am Montag ihre anfänglichen Gewinne wieder ab. Der SMI liegt zuletzt 0,45 Prozent tiefer bei 10'455 Punkten. "Brasilien und Argentinien haben eine massive Abwertung ihrer Währungen vorgenommen, was für unsere Landwirte nicht gut ist", twitterte Trump. Die Anleger seien beunruhigt über die Bereitschaft Trumps, Zölle einzuführen, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Sie fragen sich jetzt, ob er tatsächlich bereit ist, die bereits bestehenden Strafzölle gegen China zurückzunehmen."

Allerdings sind die Verhandlungen zwischen den USA und China einem Medienbericht zufolge derzeit ohnehin ins Stocken geraten. "Ein baldiges Teilabkommen zwischen beiden Staaten noch in diesem Jahr scheint erst einmal vom Tisch zu sein", sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG.

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13:00

Der SMI notiert 0,22 Prozent tiefer bei 10'470 Punkten, dies nach einem neuen Rekordhoch bei 10'552 Punkten kurz nach Handelsbeginn. Alle drei schwergewichtigen Indexmitglieder (Nestlé, Roche, Novartis) sind mittlerweile negativ. Die grössten Verluste haben die Aktien on Swisscom (minus 0,8 Prozent) und Swatch (minus 0,7 Prozent).

Die Verlust im SMI werden wahrscheinlich nicht allzu gross ausfallen, denn Indikatoren deuten darauf hin, dass die US-Börsen höher eröffnen werden. Die Futures auf dem Dow Jones steigen 0,2 Prozent.

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12:45

Beim kriselnden Stahlhersteller Schmolz + Bickenbach steht ab 14 Uhr in Emmenbrücke der Showdown der Großaktionäre an. Kurz noch einmal die Ausgangslage: Die Nummer 2 der Aktionäre, Martin Haefner, hat eine Kapitalerhöhung über 325 Mio. Franken empfohlen. Der russische Milliardär Viktor Vekselberg, der über seine Liwet-Holding das größte Aktienpaket besitzt, sieht die Interessen der anderen Eigner dadurch allerdings bedroht. Er kündigte inzwischen an, zur Konzernrettung ‘so viel Geld wie notwendig’ einzuschießen. Weitere Akteure im Drama: die Finanzaufsicht Finma, die Erbenfamilie und die mehr als 10.000 Mitarbeiter. Die Aktien von Schmolz + Bickenbach sind am Montagb vom Handel an der SIX ausgesetzt.

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11:35

Der SMI notiert 0,29 Prozent höher auf 10'523,91 Punkten, dies nach einem neuen Rekordhoch bei 10'552 Punkten kurz nach Handelsbeginn. Getragen wird der Aufwärtstrend von unerwartet guten Daten aus der chinesischen Industrie, die trotz Handelsstreit mit den USA ein starkes Lebenszeichen von sich gegeben hat. Das Geschäft verläuft laut Händlern aber relativ ruhig.

Trotz allen Optimismus verhalten sich die Anleger vorsichtig. Sie warteten auf die Eröffnung der US-Börsen am Nachmittag. Da am Freitag, dem Tag nach dem Thanksgiving-Feiertag, die US-Börsen vorzeitig wieder geschlossen wurden, fehlten klare Vorgaben von der Wall Street. 

Den stärksten Anstieg verbuchen einmal mehr die stets recht volatilen Ams-Aktien (+2,2%). Nach wie vor ist unklar, ob Ams eine Mehrheit der Osram-Aktionäre von der geplanten Übernahme überzeugen kann. Derzeit überwiegen die Pessimisten. "Wer daran glaubt, dass der Sensorenhersteller mit seinem Übernahmeangebot für Osram scheitert, kauft Ams-Aktien", sagt ein Händler. Am kommenden Donnerstag nach Börsenschluss wird das Ergebnis des Übernahmeversuchs erwartet. Sollte es Ams gelingen, 55 Prozent der Aktien des Lichtkonzerns unter seine Kontrolle zu bringen, gilt die Übernahme als geglückt.

Dahinter folgen die Grossbanken Credit Suisse und UBS mit einem Kurszuwachs von 1,1 respektive 1,2 Prozent. Julius Bär rücken um 1,0 Prozent vor. Der Bankensoftwarehersteller Temenos gewinnt 0,9 Prozent.

Nach einem verhaltenen Start gewinnen die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim zunehmend Boden und stehen mit 0,9 Prozent im Plus. Die Scheine anderer zyklischer Firmen wie ABB, Adecco, Kühne+Nagel und SGS legen zwischen 0,3 und 0,6 Prozent zu.

Wenig verändert zeigen sich die defensiven Schwergewichte Novartis (+0,1%), Nestlé (+0,2%) und Roche (+0,3% auf 309,20 Fr.) sind ebenfalls gefragt. Bei Roche dürften positive Studiendaten und eine Kaufempfehlung helfen. Die japanische Tochter Chugai Pharmaceutical hat weitere Studiendaten zum Produktkandidaten Satralizumab publiziert. Zudem hat Barclays das Kursziel für den "Bon" auf 350 von 325 Franken angehoben.

Am Ende der Tabelle stehen die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova (-1,5%). Die Titel von Swisscom (-0,4%), Swiss Re (-0,1%) und Vifor (-0,6%) reihen sich am unteren Ende der Tabelle ein. Die Papiere der Uhrenproduzenten Swatch (-0,1%) sind eine Spur leichter und Richemont tendieren unverändert.

Zum ausführlichen Bericht geht es hier.

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09:45

Ein möglicher Fehler in der Bilanz drückt die Aktien von Ted Baker auf den niedrigsten stand seit fast elf Jahren. Die Papiere des britischen Modehändlers brachen am Montag um bis zu 15 Prozent auf 338,8 Pence ein.

Dem Unternehmen zufolge könnte der Warenbestand für das vergangene Jahr um umgerechnet 29 Millionen Euro zu hoch angesetzt worden sein. Das sei "alles andere als ideal", schrieb Analyst Adam Tomlinson vom Investmentbank Liberum. Die Bekanntmachung sei ein Hinweis auf erste Aufräumarbeiten der neuen Finanzchefin Rachel Osborne. Ted Baker hatte 2019 auch Lindsay Page als neuen Vorstandsvorsitzenden geholt, nachdem sein Vorgänger wegen angeblichen Fehlverhaltens gehen musste.

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09:30

Unerwartet starke Daten der chinesischen Industrie und die Hoffnung auf eine Einigung im US-chinesischen Handelsstreit stimmten die Anleger zuversichtlich, heisst es am Markt. Trotz des Handelskonflikts stieg der gewerbliche Einkaufsmanagerindex im November von 49,3 Punkten im Vormonat auf 50,2 Zähler, wie das nationale Statistikbüro in Peking mitteilte. Volkswirte hatten nur mit 49,5 Punkten gerechnet.

Der SMI steigt gegen 09:30 Uhr um 0,54 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 10'550 Punkten. Alle Blue Chips ausser Swatch (minus 0,3 Prozent) legen zu. getragen wird die Hausse von den drei Index-Schwergewichten Roche, Nestlé (beide plus 0,5 Prozent) und Novartis (plus 0,4 Prozent). In der vergangenen Woche hatte der Leitindex um 1,2 Prozent zugelegt. 

Am meisten kann aber Lonza zulegen mit einem Plus von 0,9 Prozent. 

Roche (+0,5 Prozent auf 309,86 Fr.) profitieren von positiven Studiendaten. Die japanische Tochter Chugai Pharmaceutical hat weitere Studiendaten zum Produktkandidaten Satralizumab publiziert. Zudem hat Barclays das Kursziel für den "Bon" auf 350 von 325 Franken angehoben. Das Rating lautet "Overweight". 

Mehr zum Thema: 

Roche: Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht

Zurich (plus 0,3%) erhalten Rückenwind von den Analysten der Credit Suisse, die das Kursziel auf 440 von 385 Franken hochsetzen. Das Rating "Outperform" wird bestätigt.

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09:00

Ermutigende Konjunkturdaten des weltgrößten Abnehmers China und Hoffnungen auf eine Verschärfung der Förderbremse verteuern Rohöl. Die Sorte Brent kostet mit 61,16 Dollar je Aktie 1,1 Prozent mehr als am Freitag. Dem irakischen Ölminister zufolge will die Opec mit ihren Verbündeten bei ihrem Treffen Ende der Woche über weitere Kürzungen der Ölfördermengen beraten.

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08:10

Der Swiss Market Index wird vorbörslich 0,33 Prozent höher bei 10'528 Punkten geschätzt. Der SMI-Rekord von 10'544 Punkten datiert von letzter Woche und könnte heute geknackt werden.

Am deutlichsten steigt der Genussschein von Roche. Analysten von Barclays haben das Kursziel für den "Bon" auf 350 Franken gesetzt (derzeit: 308 Franken). Auch Zykliker wie ABB (0,4 Prozent) und Banken (UBS plus 0,4 Prozent) legen zu. Am breiten Markt fallen Cosmo mit einem Plus von 2,3 Prozent auf.

Gesprächsthema Nummer eins bleibt der Zollstreit zwischen den USA und China. Börsianer rechnen zwar nicht mit einer raschen Unterzeichung des geplanten Handelsabkommens. Allerdings könnten die USA die für Mitte Dezember geplante Verschärfung der Strafzölle aufschieben, um mehr Zeit für Verhandlungen zu gewinnen.

Unterstützung erhalten die Aktienmärkte Analysten zufolge von der positiven Stimmung der chinesischen Einkaufsmanager aus der Industrie. Das Barometer stieg überraschend auf 51,8 Punkte von 51,7 Zählern. Ähnliche Indikatoren werden im Tagesverlauf auch aus Deutschland und der Euro-Zone erwartet. Zudem steht die neue EZB-Chefin Christine Lagarde erstmals Abgeordneten des Europäischen Parlaments Rede und Antwort. Experten gehen davon aus, dass sie den künftigen geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) umreißen wird. 

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06:15

Die Börse in Tokio hat sich am Montag zunächst stärker gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,1 Prozent höher bei 23'548 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1 Prozent und lag bei 1717 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 0,4 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,5 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 1,2 Prozent.

Der Markt verzeichnete einen Aufschwung, nachdem der Caixin/Markit Index (PMI) im November auf 51,8 von 51,7 im Vormonat gestiegen war und damit den schnellsten Wachstumsanstieg seit Dezember 2016 verzeichnete. "Die Umfrage scheint darauf hinzudeuten, dass die Binnennachfrage ziemlich stark ist, auch wenn man keinen hemmungslosen Optimismus hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten hegen kann", sagte Naoki Tashiro, Präsident von T.S. China Research.

Die Gespräche über ein Handelsabkommen zwischen China und den USA sind einem Medienbericht zufolge jedoch aufgrund der jüngst erlassenen "Hongkong-Gesetze" in den USA ins Stocken geraten. "Es sieht etwas schwierig aus für die Staats- und Regierungschefs zweier Länder, in diesem Monat ein Abkommen zu unterzeichnen. Was wahrscheinlicher ist, ist dass China mehr US-Agrarprodukte kaufen wird und die USA dafür die nächsten Zölle verschiebt", vermutet Hiroyuki Ueno, Senior Stratege bei Sumitomo Mitsui Trust Asset Management. 

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06:00

Im asiatischen Devisenhandel notierte der Euro kaum verändert bei 1,1017 Franken. Der Euro stieg zitweise bis auf 1,1028 zum Franken, das ist der höchste Stand seit mehr als vier Wochen. Zuletzt notiert das Währungspass bei 1,1018.

(cash/AWP/Reuters)

 

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