+++Börsen-Ticker+++ - Schweizer Börse: EZB-Paket sorgt nur vorübergehend für Schub

Die Zinsbeschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) haben an der Schweizer Börse am Donnerstag nur vorübergehend für Auftrieb gesorgt.
12.09.2019 17:56
Am Hauptsitz der Credit Suisse in Zürich. Die Aktie sinkt am Donnerstag.
Am Hauptsitz der Credit Suisse in Zürich. Die Aktie sinkt am Donnerstag.
Bild: cash

17.35

Der Leitindex SMI schloss am Donnerstag mit minus 0,04 Prozent und 10'094 Punkten leicht unter dem Vortagesniveau, nachdem er vorübergehend bis auf ein Rekordhoch von 10'141 Zähler geklettert war. In Zürich gehören die Banken Credit Suisse und UBS zu den Verlierern. Bei niedrigen Zinsen kommen die Gewinnmargen der Banken unter Druck. Sie verloren 1,2 bwz. 0,9 Prozent.

Für den Luxusgüterhersteller Richemont gab einen Kursabschlag von 1,1 Prozent. Auch für den Lebensversicherer Swiss Life (-0.8 Prozent) wird es bei tiefen Zinsen schwieriger, die erforderlichen Anlageerträge zu erzielen. 

An der SMI-Spitze standen Anteile von Firmen, die tendenziell von Konjunkturspritzen profitieren. Die Aktien der Prüffirma SGS zogen um 1,5 Prozent an. Auch die Aktien von Swisscom (+0,9 Prozent) und Givaudnan (+0,8 Prozent) haben einen Kursgewinn erzielt. 

Am breiten Markt stiegen die Sunrise-Aktien um 0,6 Prozent. Mit dem aktivistischen Investor Active Ownership Capital (AOC) spricht sich ein weiterer grosser Aktionär gegen die von dem Mobilfunkanbieter geplante Milliardenübernahme des Kabelnetzbetreibers UPC aus.

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16.04

Als "Geste des guten Willens" kündigte US-Präsident Donald Trump an, Zölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar sollten erst ab dem 15. Oktober statt dem 1. Oktober angehoben werden. Zuvor hatte China Ausnahmen von Strafzöllen auf US-Waren bekanntgegeben. Anleger begrüssten diese Massnahmen als Zeichen der Entspannung, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. "Sie bedeuten aber keine signifikante Verbesserung der Beziehungen."

Dennoch griffen Anleger bei konjunkturabhängigen Werten zu, vor allem bei Chip-Herstellern wie Micron oder AMD, die stark vom China-Geschäft abhängen. Ihre Aktien gewannen bis zu 1,1 Prozent.

Die Papiere von Tailored Brands brachen dagegen um 28 Prozent ein. Der Betreiber der Modekette "Men's Warehouse" prognostizierte für das laufende Quartal einen Gewinn unter Markterwartungen. Ausserdem streicht das Unternehmen die Dividende, um den Schuldenabbau zu beschleunigen.

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15:31

Der Swiss Market Index legt nach der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank zu, und zwar bis auf 10'140 Punkte. Das ist ein neues Rekordhoch. Der Markt fällt dann aber wieder leicht. Der Franken steigt gegen den Euro bis auf 1,0852 von einem Stand von 1,0925 vor dem Zinsentscheid. 

Die europäischen Währungshüter setzten den Zinssatz auf minus 0,5 von bisher minus 0,4 Prozent. Diesen Satz müssen Finanzinstitute zahlen, wenn sie bei der Zentralbank Geld parken.  Gleichzeitig kündigt die Notebank an ihrem heutigen Zinsentscheid auch die Wiederaufnahme eines Anleihenkaufprogrammes im Umfang von 20 Milliarden Euro pro Monat an. Die EZB-Massnahmen trafen laut ersten Kommentaren insgesamt in etwa die Erwartungen am Markt.

Der Zinsentscheid kommt an den Börsen weltweit gut an: 

Die Aussicht auf eine weitere Flut billigen Notenbank-Geldes treibt Anleger auch in Gold. Das oft zur Inflationsabsicherung genutzte Edelmetall verteuert sich um 1,3 Prozent auf 1517,28 Dollar je Feinunze.

Der Index für die Banken der Euro-Zone dreht allerdings ins Minus und verliert 1,7 Prozent. Die Strafzinsen auf Notenbank-Einlagen seien quasi eine Steuer, sagt Artur Baluszynski, Chef-Analyst des Vermögensverwalters Henderson Rowe. Sie könnten die schwächelnde europäische Konjunktur zusätzlich belasten.

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14:28

Die Strategen der Bank of America Merrill Lynch halten ein Kursplus europäischer Aktien von fünf Prozent in den kommenden sechs Monaten für möglich. Haupttreiber seien zyklische Werte, heisst es in einer Studie. Die Einkaufsmanagerindizes dürften Schwung geben, unterstützt von verbesserten Kreditkonditionen, günstigeren Lagerbeständen und etwas Rückenwind durch staatliche Ausgaben. Seit Mitte August haben sich konjunkturabhängige Werte besser entwickelt als defensive Papiere.

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12:15

Der Swiss Market Index (SMI), der im Frühhandel bei 10'122,48 Punkten noch ein neues Hoch markiert hatte, notiert um 12.15 Uhr um 0,3 Prozent tiefer bei 10'069 Punkten. Der breite Swiss Performance Index (SPI) sinkt ebenfalls um 0,3 Prozent auf 12'212 Zähler.

Eine Kaufempfehlung von SocGen verhilft dem Versicherer Zurich (+0,6 Prozent) zu einem Spitzenplatz.

SGS gewinnen 1,0 Prozent. Der Warenprüf- und Inspektionskonzern wäre wie der Logistikern Kühne+Nagel (-0,3 Prozent), der allerdings im Handelsverlauf seinen Kursgewinn wieder abgibt, einer der Profiteure der Beilegung des Handelsstreits der USA mit China. "Dann dürften Transport und Inspektionskapazität gefragt sein", sagt ein Händler.

Defensive Werte stehen weiter unter Druck. Der Pharmazulieferer Lonza (-1,5 Prozent) führt die Verlierer an. Die Aktie zählt zusammen mit Nestlé  (-0,6 Prozent) zu den am stärksten gestiegenen Papieren im laufenden Jahr.

Trotz guter Produktnachrichten trennen sich die Anleger auch von den Genussscheinen von Roche (-0,6 Prozent). Rivale Novartis (-0,1 Prozent) fällt ebenfalls zurück. Novartis wartete anlässlich eines Fachkongress' in Stockholm ebenfalls mit erfreulichen Ergebnissen auf.

Am breiteren Markt brechen die Aktien von DormaKaba um 4,0 Prozent ein. Die Schliesstechnikfirma hat mit ihrem Geschäftsabschluss die Analystenerwartungen verfehlt.

Medacta (+4,7 Prozent) setzt den Höhenflug fort. Der Medizintechniker befindet sich seit der Vorlage des Geschäftsberichts vor gut einer Woche im Aufwärtstrend.

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10:30

Die zunehmende Risikofreude der Anleger lässt die Renditen der US-Anleihen steigen. Die Verzinsung der zehnjährigen Papiere legt auf 1,773 Prozent zu und ist damit so hoch wie seit fünf Wochen nicht mehr. Die 30-jährigen Titel rentieren mit 2,253 Prozent und damit ebenfalls so hoch wie seit Anfang August nicht. Damit setzt sich der Ausverkauf fort, der am 4. September begonnen hat.

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09:45

Um 09:40 Uhr stieg der SMI auf 10'122.48 Punkte. Das ist ein neues Allzeithoch für den Schweizer Leitindex.

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09:10

Der Swiss Market Index (SMI) legt unmittelbar nach Handelseröffnung um 0,1 Prozent auf 10'104 Punkte zu. Damit ist das Allzeithoch von 10'109 Zählern nicht mehr weit entfernt. Am Vortag hat der Leitindex 0,78 Prozent gewonnen.

Nach einem festeren Start könnten die Aktivitäten aber im Verlauf bis zur Veröffentlichung der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) um 13.45 Uhr und der um 14.30 Uhr folgenden Pressekonferenz mit dem scheidenden EZB-Chef Mario Draghi etwas abnehmen. Es sei zwar so gut wie sicher, dass die EZB den Einlagezins senken werde. Aber über die weitergehenden Massnahmen gingen die Erwartungen auseinander, heisst es am Markt. "Da ist noch Raum für Überraschungen vorhanden", sagt ein Händler.

Zulegen können die Luxusgüterhersteller Richemont (+0,6 Prozent) und Swatch (+1,1 Prozent). Sie profitierten von der Hoffnung im Handelsstreit, heisst es.

Negativ sind die Schwergewichte Nestlé (-0,2 Prozent) und Roche (-0,5 Prozent), während Novartis (+0,2 Prozent) leicht zulegen kann.

Zürich (+0,6 Prozent auf 381,60 Franken) gewinnen nach einer Kaufempfehlung Terrain hinzu. SocGen hat das Rating auf 'Buy' von 'Hold' und das Kursziel auf 425 von 330 Franken erhöht.

Am breiteren Markt werden die Aktien von DormaKaba (-6,9 Prozent) deutlich tiefer indiziert. Die Schliesstechnikfirma hat den Gewinn im Geschäftsjahr 2018/19 um 5,8 Prozent auf 252,5 Millionen Franken gesteigert und damit aber die Analystenerwartungen, die sich im Schnitt auf 266,8 Millionen Franken beliefen, verfehlt.

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08:50

Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss 0,75 Prozent höher mit 21 759,61 Punkten. Auch an Chinas Festlandsbörsen ging es nach oben. So notierte der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien vom chinesischen Festland zuletzt 0,95 Prozent höher bei 3967,37 Zählern.

Der Hongkonger Hang-Seng-Index verlor dagegen kurz vor Handelsschlus 0,24 Prozent auf 27 095,01 Punkte. Hier belasten die Verluste der Aktien von Hong Kong Exchanges & Clearing. Der Börsenbetreiber hat ein Gebot für die London Stock Exchange vorgelegt.

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08:08

Der Swiss Market Index (SMI) legt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,6 Prozent zu. Börsianer rechnen fest damit, dass EZB-Chef "Super Mario" Draghi bei seinem vorletzten grossen Auftritt den Einlagenzins senkt und die Wiederaufnahme der Wertpapierkäufe ankündigt. 

Sämtliche Einzelwerte aus dem Leitindex sind im Plus. Am deutlichsten ist die Zunahme bei Swatch (+1,5 Prozent), Richemont (+1,4 Prozent), Zurich (+1,3 Prozent) und Roche (+1,2 Prozent).

Am breiteren Markt fallen Dormakaba (-2,7 Prozent) nach enttäuschenden Zahlen negativ auf.

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08:05

Die Hoffnung auf Handelsgespräche zwischen den USA und China stützt die chinesische Währung. Der im Inland gehandelte Yuan steigt um bis zu 0,5 Prozent, ein Dollar kostet mit 7,0810 Yuan so wenig wie seit dem 23. August nicht mehr. Die USA haben zuvor Zollerhöhungen auf China-Produkte um zwei Wochen verschoben, was als Signal eines guten Willens gewertet wurde.

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07:55

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag ein Stück weit von den starken Verlusten zur Wochenmitte erholt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 61,32 US-Dollar. Das waren 51 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 55 Cent auf 56,30 Dollar.

Marktbeobachter erklärten den Anstieg mit weiteren Signalen der Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Nachdem zunächst die Regierung in Peking Ausnahmen von Strafzöllen auf Waren aus den USA verkündet hatte, legte die US-Regierung in der Nacht zum Donnertag nach. US-Präsident Donald Trump verschob die für Anfang Oktober angekündigte Anhebung der Strafzölle auf chinesische Importe im Umfang von 250 Milliarden Dollar um zwei Wochen auf Mitte Oktober und bezeichnete dies als "Geste des guten Willens".

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06:35

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte am Donnerstagmittag 0,9 Prozent fester bei 21.789 Punkten. Der breiter gefasste Topix stieg um 0,7 Prozent auf 1595 Zähler und erreicht damit seinen höchsten Stand seit Anfang Mai diesen Jahres. Vor allem die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, die geplante Erhöhung von Zöllen auf chinesische Importe um zwei Wochen zu verschieben, trieben die Kurse.

Nachdem Yahoo Japan bekanntgab, die Mehrheit am Online-Modehändler Zozo zu übernehmen, schossen die Aktien des Amazon-Konkurrenten zeitweise um bis zu 19 Prozent in die Höhe. Yahoo Japan legte um 2,4 Prozent zu.

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06:30

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,2 Prozent auf 108,03 Yen und gab 0,3 Prozent auf 7,0922 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent höher bei 0,9931 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1012 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0939 Franken an. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,2328 Dollar.

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06:15

Am Vorabend hat an der Wall Street der Dow Jones zugelegt. Der US-Leitindex gewann 0,9 Prozent auf 27.137,04 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 1,1 Prozent auf 8.169,68 Punkte vor und der breit gefasste S&P 500 legte 0,7 Prozent auf 3.000,91 Punkte zu. 

(cash/AWP/Reuters)

 

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