+++Börsen-Ticker+++ - Schweizer Börse kommt nicht vom Fleck

Die Schweizer Börse schliesst am Donnerstag unverändert zum Vortag.
09.01.2020 18:21
Schriftzug am Eingang der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Schriftzug am Eingang der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Bild: cash / pz

18:10

Händler erklärten, die Entspannung im Konflikt USA/Iran und die Ankündigung des chinesischen Handelsministeriums, dass Vize-Ministerpräsident Liu He kommende Woche den ersten Teil eines Handelsabkommens mit den USA unterzeichnen werde, sorgten im Handelsverlauf für neue Zuversicht. Der SMI ging unverändert mit 10'651 Punkten aus dem Handel.

Die Kursgewinner und -verlierer hielten die Waage. Mit einem Plus von 0,8 Prozent war der Sanitärtechnikkonzern Geberit Tagessieger. Ähnliche Kursgewinne verbuchten auch die Aktien des Augenheilkonzerns Alcon (+0,7 Prozent). Dagegen sackten Sika mehr als drei Prozent ab. Analysten bemängelten, dass sich das Wachstumstempo des Bauchemiekonzerns im vierten Quartal verlangsamte und Sika die Erwartungen damit knapp verfehlte. Die Aktien des Warenprüfkonzerns SGS verloren 0,7 Prozent, nachdem gleich zwei Broker ihre Kursziele zurückgenommen hatten.

Bei den Nebenwerten sackten Schmolz+Bickenbach fast zehn Prozent ab. Der Stahlhersteller hat die Kapitalerhöhung vollzogen, sodass deutlich mehr Aktien verfügbar sind. Newron startet eine neue klinischen Studie mit Evenamide zur Behandlung von Schizophrenie-Patienten. Die Aktie der Biotechfirma gewann über zwei Prozent.

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16:00

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete 0,4 Prozent fester bei 28'863 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,5 Prozent auf ein Rekordhoch bei 3268 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,9 Prozent zu auf 8991 Punkte.

Die Strategen bei der Vermögensverwaltung Eastspring Investments verwiesen auf bessere Geschäfte der Firmen: "Auch wenn geopolitische Risiken kurzfristig Schwankungen auslösen können, sollten Investoren die jüngsten Verbesserungen bei einigen Konjunkturindikatoren und Geschäftsergebnissen nicht ignorieren." Zuletzt war ein Indikator für den US-Arbeitsmarkt besser ausgefallen als erwartet. Viele Börsianer warten nun auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Kommende Woche läuten zudem die grossen US-Banken die Berichtssaison ein. Von Refinitiv befragte Experten erwarten im Schnitt einen Rückgang der Gewinne bei den 500 grössten Firmen um 0,6 Prozent.

Apple-Aktien legten 1,6 Prozent auf rund 308 Dollar zu und waren stärkster Wert im Dow. Sie profitierten von einem höheren iPhone-Absatz in China: Regierungsdaten zufolge wurden im Dezember rund 18 Prozent mehr der Smartphones verkauft als im Vorjahr. Zudem erhöhten die Experten des Finanzdienstleisters Jefferies ihr Apple-Kursziel von 285 auf 350 Dollar.

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14:00

Die Futures des Dow Jones, des S&P 500 und des Nasdaq steigen 0,37, 0,36 und 0,54 Prozent. Der Stand der Terminkontrakte deutet auf eine höhere Eröffnung der Märkte hin. Bei den Einzeltiteln steht AMD mit einem Plus von 2,5 Prozent an der Spitze. 

Enttäuschende Aussagen zum Weihnachtsgeschäft schicken derweil Kohl's auf Talfahrt. Die Aktien der Kaufhauskette fallen im vorbörslichen Geschäft um knapp 7 Prozent. Die Umsätze gingen den Angaben zufolge im November und Dezember um 0,2 Prozent zurück. Vor diesem Hintergrund werde der Gesamtjahresgewinn 2019 wohl am unteren Ende der angepeilten Spanne von 5,15 bis 5,45 Dollar je Aktie bleiben.

Der Swiss Market Index, der im frühen Handel fast 1 Prozent gestiegen war, hat fast alle Gewinne verloren. Der Index steht derzeit noch bei 0,05 Prozent im Plus. Der Verlust von 0,5 Prozent der Nestlé-Aktie lastet auf dem Index.

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13:50

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag wenig bewegt und damit die starken Verluste vom Vortag vorerst gestoppt. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 65,43 US-Dollar. Das ist ein Cent weniger als am Vorabend. Der Preis für US-Rohöl der Sorte WTI stieg um zehn Cent auf 59,71 Dollar.

Zur Wochenmitte hatte eine Entspannung der Iran-Krise einen starken Preiseinbruch am Ölmarkt ausgelöst. Die Ölpreise waren jeweils um mehrere Dollar gefallen, nachdem US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit dem Iran moderatere Töne angeschlagen hatte.

Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank sprach von einem "bemerkenswerten Stimmungsumschwung". Am Markt habe sich die Meinung durchgesetzt, dass es im Iran-Konflikt vorerst keine militärische Antwort der USA auf den jüngsten iranischen Raketenangriff geben werde. Mittlerweile liegen der US-Ölpreis und der Preis für Nordsee-Öl wieder jeweils auf dem Niveau, das sie vor der gezielten Tötung eines ranghohen iranischen Generals durch das US-Militär in der vergangenen Woche hatten.

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12:00

Der SMI notiert nach einem Tageshoch bei 10'745 Zählern noch um 0,30 Prozent fester auf 10'684,41 Punkten. Im Verlauf sind die frühen Gewinne, die den Leitindex bis fast auf sein Allzeithoch geführt haben, zu einem Teil wieder abgeschmolzen. Die Marktteilnehmer beurteilten den Konflikt zwischen den USA und Iran nicht mehr als ganz so gefährlich. "Es gibt Anzeichen, die auf eine Entspannung hoffen lassen. Gelöst ist der Konflikt deswegen aber noch lange nicht", sagt ein Händler. 

Die grössten Ängste vor einem Flächenbrand am Golf seien damit zerstreut worden, hiess es am Markt. Die Entwicklung in der Iran-Krise bleibe aber ein bestimmendes Thema, das immer wieder für Kurausschläge sorgen könne. Dies dürfte die Anleger vorsichtig agieren lassen. Daher könnten auch die anfänglichen Gewinne nicht ganz gehalten werden.

Die Aktien von Sika, der Firma, die den Ergebnisreigen für das Jahr 2019 eingeläutet hat, büssen 2,1 Prozent ein. Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller hat trotz eines rekordhohen Umsatzes die Analystenerwartungen leicht verfehlt. Die Aktie sei auf Rekordhoch, da erwiesen sich die Verlangsamung des organischen Wachstums und das Fehlen einer Prognose für 2020 als negativ für den Aktienkurs, heisst es bei der UBS. Kepler Cheuvreux sprach von der "grössten Enttäuschung seit Jahren". "Das ist eine übertriebene Reaktion", sagt hingegen ein Händler zum Kursrückgang und sprach von Gewinnmitnahmen, die aber auch eine Kaufgelegenheit darstellten.

Auf der anderen Seite setzen die Aktien von Chipwerten wie AMS (+3,0%) den Aufwärtstrend fort. Händler verweisen auf die Fachmesse CES in Las Vegas und auf die verbreitete Einführung der 5G-Technologie, die viele Chancen für die Branche biete dürfte. In ihrem Sog rücken auch Temenos (+1,0%), Logitech (+0,9%), Sensirion (+1,5%) und U-blox (+1,1%) vor.

Die beiden Pharmariesen Novartis (+1,0%) und Roche (+0,7%) reihen sich ebenfalls bei den Gewinnern ein. Novartis hat zudem einen Studien-Erfolg mit Ligelizumab bei Nesselsucht erzielt. Händler verweisen auch darauf, dass die beiden Firmen demnächst ihr Jahresergebnis veröffentlichen werden.

Wenig verändert sind die Banken: UBS sind stabil und Credit Suisse gewinnen 0,2 Prozent.

Zum ausführlichen Bericht geht es hier.

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10:50

Die Entspannung beim Ölpreis ermuntert Anleger zum Wiedereinstieg bei Fluggesellschaften. Für sie ist Treibstoff der Haupt-Kostenfaktor. Die Aktien der Lufthansa und der British Airways-Mutter IAG steigen um jeweils mehr als ein Prozent. Die Titel von Air France-KLM gewinnen sogar 3,7 Prozent.

 

 

Der Ölpreis hat am Mittwoch etwa vier Prozent nachgegeben. Die Air France-Titel profitierten zusätzlich von steigenden Passagierzahlen, vor allem im ertragsstarken Nordamerika-Geschäft, sagt ING-Analyst Quirijn Mulder.

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10:20

Halbleiterwerte sind am Donnerstag besonders stark gefragt. Die Anleger hoffen auf gewinnbringende und damit auch den Aktienkurs treibende Impulse von der Elektronik-Fachmesse CES in Las Vegas und einer grösseren Verbreitung der 5G-Technologie.

Die Aktien von AMS steigen um 10.10 Uhr um 3,6 Prozent und Sensirion gewinnen 2,0 Prozent. U-blox sind 1,5 Prozent höher und Logitech rücken knapp ein Prozent vor.

cash-Berichte von der CES in Las Vegas: 

Lufttaxis und Elektro-Träume: Was Autobauer an der Elektronikmesse bieten

«Autobauer und deren Zulieferer werden immer präsenter an der CES»

"Der Halbleitermarkt wird angetrieben vom neuen Mobilfunkstandard 5G in der Frühphase und von einer längerfristigen Erholung der Automobilindustrie", sagte Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan. 5G dürfte im neuen Jahr der wesentliche Treiber sein, wenn die Telekomanbieter in den USA, China, Südkorea und Japan die neue Technik umsetzen. Denn rund ein Viertel des gesamten Halbleitermarktes entfalle auf Smartphones.

Zudem ziehe die Fachmesse CES in Las Vegas jeweils das Interesse der Anleger auf sich, heisst es weiter. Dort würden viele Neuerungen vorgestellt, die das Anlegerinteresse wecken würden.

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09:45

Die Schweizer Börse präsentiert sich am Donnerstag fester. Da der Konflikt zwischen den USA und Iran nicht eskaliert sei und US-Präsident Donald Trump kein weiteres Öl ins Feuer gegossen habe, seien die Hoffnungen auf eine Entspannung durchaus berechtigt, heisst es am Markt.

Die Angst vor einem Krieg am Persischen Golf sei erst einmal vom Tisch, schlussfolgert IG Market. Beide Parteien hätten kein Interesse an einer weiteren Eskalation. "Die Anleger schalten wieder in den Risk-on-Modus", sagt auch ein Händler. Nun dürften sich die Anleger wieder stärker ökonomischen Faktoren wie den Makrodaten oder Firmenergebnissen zuwenden, heisst es weiter.

Der SMI steigt bis um 09.20 Uhr um 0,78 Prozent auf 10'735,43 Punkte und rückt damit in die Nähe des bisherigen Rekordhochs vor. Der SLI, der die 30 wichtigsten Werte beinhaltet, gewinnt 0,71 Prozent auf 1'655,09 Punkte und der breite SPI 0,68 Prozent auf 12'967,42 Zähler. 29 der 30 SLI Titel ziehen an. Einzig Sika verlieren.

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09:15

Die Hoffnung auf eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran lässst am Schweizer Aktienmarkt die Erholung weitergehen, die sich am Vortag im Handelsverlauf bereits abgezeichnet hat. In Asien legen die Börsen zum Teil kräftig zu. Der japanische Nikkei Index steigt um 2,3 Prozent und die Börse in Schanghai rückt um 0,9 Prozent vor. Die US-Börsen verbuchten am Mittwoch gar neue Höchstwerte.

Die Angst vor einem Krieg am Persischen Golf sei erst einmal vom Tisch, kommentiert IG Market. Beide Parteien hätten kein Interesse an einer weiteren Eskalation. "Die Anleger schalten wieder in den Risk-on-Modus", sagt auch ein Händler. Nachdem der Iran als Reaktion auf den von den USA getöteten General Ghassem Soleimani zwei vom US-Militär genutzte Stützpunkte im Irak mit Raketen beschossen hatte, goss US-Präsident Trump kein neues Öl ins Feuer. Er forderte den Iran vielmehr zur Zusammenarbeit bei gemeinsamen Interessen auf.

Der SMI geht mit einem starken Plus von 0,8 Prozent in den Handel und steigt so auf 10'737 Punkte. Novartis (+1,3 Prozent) und Roche (+0,8 Prozent) ziehen den Index massgeblich nach oben. Allerdings stehen 19  von 20 Titeln im Plus.

Schwächer tendieren einzig die Aktien von Sika (-2,1 Prozent). Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller ist 2019 dank Akquisitionen zwar stark gewachsen, hat aber dennoch die Analystenerwartungen leicht verfehlt. Die Aktie sei auf Rekordhoch, da erwiesen sich die Verlangsamung des organischen Wachstums und das Fehlen einer Prognose für 2020 als negativ für den Aktienkurs, heisst es bei der UBS.

Sika enttäuscht zum Auftakt der SMI-Berichtssaison

Die Papiere von Nestlé (+0,3 Prozent) und Schindler (+0,7 Prozent), den beiden grössten Verlierern im SLI am Mittwoch, holen nur einen kleinen Teil der Vortagesabschläge von 1,6 und 1,5 Prozent auf.

Die Aktien von Julius Bär legen um 0,7 Prozent zu. Der Vermögensverwalter sieht sich mit einer Klage einer litauischen Gesellschaft in der Höhe von mehr als 335 Millionen Euro konfrontiert. Die Bank weist die Forderung "nach wie vor entschieden zurück", teilte sie am Donnerstag mit.

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08:10

Der Swiss Market Index steht vorbörslichen Schätzungen zufolge 0,35 Prozent höher. Die Aktie von Lonza zieht dabei am deutlichsten an (0,7 Prozent). Enttäuscht zeigen sich Investoren vom Jahresumsatz von Sika, die Aktie sinkt über 1 Prozent. Am breiten Markt fallen die Aktien von Aryzta auf (plus 0,57 Prozent).

US-Präsident Donald Trump hat in seiner mit Spannung erwarteten Reaktion auf die iranischen Angriffe im Irak auf die Ankündigung militärischer Vergeltung verzichtet. Die USA hätten zwar ein grossartiges Militär, das bedeute aber nicht, dass sie es auch einsetzen wollten, sagte Trump, der sich offenkundig um eine Entschärfung der Krise bemühte. Da sgab den Börsen bereits in Asien Auftrieb.

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06:15

An der Börse in Tokio legte der Nikkei-Index im Verlauf 2,2 Prozent auf 23'716 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,5 Prozent auf 1727 Zähler. Auch in China ging es bergauf: Die Börse in Shanghai lag 0,5 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,8 Prozent. Die Börsen in Australien und Südkorea lagen ebenfalls im Plus.

Anleger zeigten sich ermutigt, dass US-Präsident Donald Trump nach den iranischen Raketenangriffen im Irak auf die Ankündigung militärischer Vergeltung verzichtete und auch aus dem Iran keine weiteren Eskalationssignale kamen. "Ich denke, es ist eine Art Erleichterungsrallye", sagte Shane Oliver, Chefökonom beim Finanzhaus AMP Capital in Sydney. Am Mittwoch hätten die Investoren noch das Schlimmste befürchtet. Die jüngste Entwicklung werde aber als substanzielle Reduzierung des Kriegsrisikos wahrgenommen. 

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06:10

Zur Schweizer Währung notiert der Dollar kaum verändert bei 0,9740 Franken. Zugleich stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1113 Dollar und zog um ebenfalls 0,1 Prozent auf 1,0826 Franken an.

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06:00

Der Dow Jones der Standardwerte schloss am Mittwoch 0,6 Prozent höher auf 28'745 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,7 Prozent auf 9129 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,5 Prozent auf 3253 Punkte zu.

(cash/AWP/Reuters)