+++Börsen-Ticker+++ - Schweizer Börse kommt zu Wochenbeginn nicht in die Gänge

An der Schweizer Börse haben am Montag die Skeptiker die Oberhand gewonnen. Händler verwiesen auf erneut aufkeimende Zweifel an einer raschen Entschärfung des Zollstreits zwischen den USA und China.
11.11.2019 17:40
An der Schweizer Börse ging es zum Wochenstart nicht wirklich voran. Lediglich die Pharmawerte schnitten positiv ab.
An der Schweizer Börse ging es zum Wochenstart nicht wirklich voran. Lediglich die Pharmawerte schnitten positiv ab.
Bild: pixabay.com

17:40

An der Schweizer Börse haben am Montag die Skeptiker die Oberhand gewonnen. Der SMI sank um knapp 0,1 Prozent auf 10'305 Punkte. Händler verwiesen auf erneut aufkeimende Zweifel an einer raschen Entschärfung des Zollstreits zwischen den USA und China. Auslöser waren Aussagen von US-Präsidenten Donald Trump, er werde das geplante Handelsabkommen nur unterschreiben, wenn es der "richtige Deal" für Amerika sei.

Die stärksten Verluste unter den Schweizer Bluechips verzeichneten die Luxusgüterwerte, für die China ein Schlüsselmarkt ist. Die Aktien von Swatch gaben 1,3 Prozent nach. Richemont, wo die Kursverluste nach dem enttäuschenden Zwischenbericht vom Freitag anhielten, verlor sogar 2,3 Prozent an Wert. Auch die Bauzulieferer Sika und Geberit gehörten zu den Verlierern.

Guten Firmennachrichten stützten dagegen die Pharmawerte. Die Roche-Scheine stiegen um 0,2 Prozent. Das Medikament Risdiplam hat Patienten mit einer bestimmten Art der Erbkrankheit Spinale Muskelatrophie (SMA) geholfen, ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern. Am breiten Markt rückten die Idorsia-Anteile 1,4 Prozent vor, nachdem das Mittel Cenerimod in einer Phase-II-Studie bei Patienten mit der Autoimmunkrankheit SLE gute Resultate gezeigt hatte. Novartis verzeichnete am Meisten Plus und stieg um 0,7 Prozent.

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16:05

Wieder aufkeimende Zweifel an einer raschen Entschärfung des Zollstreits mit China belasten die US-Börsen. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 fielen zur Eröffnung am Montag um bis zu 0,5 Prozent.

Genährt wurde die Skepsis von Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump, er werde das geplante Handelsabkommen nur unterschreiben, wenn es der "richtige Deal" für Amerika sei. Zuvor hatte er bereits Spekulationen auf einen Abbau der gegenseitigen Strafzölle gedämpft. Damit schwänden auch die Hoffnungen auf einen Schub für die Weltwirtschaft, sagte Analyst Lee Hardman von der Bank Mitsubishi UFJ. "Nichtsdestotrotz werden Anleger wohl weiter darauf setzen, dass die USA und China vorankommen und das Teilabkommen vor Jahresende unterzeichnen."

US-Werte, deren Geschäft stark vom Handel mit China abhängt, gerieten unter Druck. Die Aktien des Baumaschinen-Herstellers Caterpillar, sowie der Chipfirmen AMD und Micron büßten bis zu 1,3 Prozent ein. 

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14:35

Entsprechend wird der US-Leitindex zu Wochenbeginn vom Broker IG eine Stunde vor Handelsstart 0,5 Prozent tiefer taxiert auf 27'544 Punkte. In der Vorwoche hatte der Dow mit 27'774 Punkten einen neuen Höchststand erreicht.

Auch der marktbreite S&P 500 und der Auswahlindex der Technologiebörse Nasdaq, der Nasdaq 100, notierten zuvor nie höher als am vergangenen Donnerstag. Alleine seit seinem Zwischentief Anfang Oktober ging es für den Dow über 2000 Punkte oder fast 8 Prozent aufwärts.

Die Anleger legen nun eine Pause ein, während sich der US-Präsident Donald Trump über die zähe Verhandlungen mit den Chinesen äusserte. Die Gespräche gingen voran, aber langsam, "viel zu langsam für mich", sagte Trump am Wochenende. Er betonte erneut, dass vor allem China Interesse an einem Abkommen habe. "Wenn es kein grossartiger Deal ist, werde ich ihn nicht machen", sagte Trump. Am Donnerstag hatten Äusserungen der chinesischen Seite noch für Optimismus gesorgt, der am Freitag von Trump wieder gedämpft worden war.

Wie bereits im europäischen Handel könnten defensive Branchen profitieren. Im Auge behalten sollten die Anleger zudem Tech-Grössen nach Analystenkommentaren: So strich Piper Jaffray vor dem Geschäftsbericht zur Wochenmitte seine Empfehlung für Cisco Systems und Morgan Stanley stufte Qualcomm ab.

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14:00

Der Verzicht der Brexit-Partei von Nigel Farage auf die Aufstellung von Kandidaten in allen britischen Wahlkreisen gibt dem Pfund Sterling Auftrieb. Die Währung verteuerte sich am Montag um jeweils ein knappes Prozent auf 1,2874 Dollar und 1,1667 Euro. Zum Franken wertete das Pfund auf 1,2799 auf. 

Farage kündigte an, in den 317 Wahlkreisen, die 2017 an die regierenden Konservativen von Premierminister Boris Johnson gegangen waren, für die Neuwahl am 12. Dezember keinen Gegenkandidaten aufzustellen. Stattdessen wolle man sich auf die von der oppositionellen Labour-Partei gewonnenen Wahlkreise konzentrieren.

 

 

Er wolle verhindern, dass Brexit-Gegner die Wahl gewinnen, sagte Farage. "Das erhöht nach Einschätzung des Marktes die Siegchancen der Tories und damit die Wahrscheinlichkeit eines geregelten Brexit", sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. 

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13:30

Aus Furcht vor einem Angebotsengpass decken sich Anleger mit Palmöl ein. Der Terminkontrakt auf dieses zur Lebensmittel-Produktion und als Bio-Kraftstoff eingesetzte Pflanzenfett steigt an der Börse Kuala Lumpur um bis zu 1,1 Prozent auf 2657 Ringgit (581 Euro) je Tonne. Das ist ein Zwei-Jahres-Hoch. Genährt werden die Spekulationen von einem überraschenden Rückgang der malaysischen Palmöl-Produktion bei einer gleichzeitig anziehenden Nachfrage.

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11:40

Die Anleger seien wieder einmal verunsichert über das Hin und Her im US-chinesischen Handelsstreit und wegen der Unberechenbarkeit von US-Präsident Donald Trump. Daher würden Aktien von konjunkturresistenten Firmen tendenziell gesucht und Finanzwerte und zyklische Titel dagegen eher gemieden. "Dass sich der SMI im Plus hält, ist vor allem dem Schwergewicht Novartis geschuldet", sagt ein Händler. 

Der SMI steht um 11:40 Uhr minimal um 0,05 Prozent tiefer bei 10'303 Punkten. Der die 30 wichtigsten Werte umfassende SLI sinkt um 0,25 Prozent auf 1583 Punkte, während der breite SPI praktisch unverändert bei 12'451 Punkten notiert. Bei den 30 grössten Werten verlieren 23 an Wert und 7 sind fester.

Die stärksten Einbussen verbuchen einmal mehr Richemont und Swatch (je -1,7 Prozent), die im Zusammenhang mit den Hongkong-Turbulenzen und dem Handelsstreit tiefer gehandelt werden. "Die beiden Titel sind eine Wette auf China und reagieren stets sehr empfindlich auf jegliche News aus der Region", sagt ein Händler. Bei Richemont wirke wohl auch noch das enttäuschende Halbjahresergebnis vom vergangenen Freitag etwas nach.

 

Wenig gefragt sind Finanzwerte. Der Versicherer Zurich (-0,9 Prozent) und die Bankaktien Credit Suisse (-1,3 Prozent) und UBS (-0,9 Prozent) stünden nach ihrer jüngsten Erholung wegen Gewinnmitnahmen ein wenig unter Druck. Julius Bär machen anfängliche Einbussen zum Grossteil wieder wett.

Verluste von weniger als einem halben Prozent verbuchen Zykliker wie Geberit, Kühne + Nagel, LafargeHoclim, Sika, Schindler und SGS. Gefragt sind dagegen die Anteile von Partners Group (+1,4 Prozent) sowie der defensiven Schwergewichte Novartis (+1,2 Prozent) und Nestlé (+0,3 Prozent).

Zum ausführlichen Börsen-Bericht zum Mittag geht's hier. 

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09:10

Die Schweizer Börse startet verhalten in die neue Handelsweoche. Neue Verunsicherung über den US-chinesischen Handelsstreit und die anhaltenden Proteste in Hongkong dürften die Beteiligungspapiere belasten, heisst es am Markt. 

Der SMI notiert gegen09:10 Uhr um 0,1 Prozent höher bei 10'3193 Punkten. Der SMI hat in der vergangenen Woche um 0,56 Prozent zugelegt.

Die stärksten Einbussen verbuchen einmal mehr Swatch (-1,25 Prozent) und Richemont (-01,4 Prozent), die im Zusammenhang mit den Hongkong-Turbulenzen und dem Handelsstreit tiefer gestellt werden.

Roche (+ 0,1 Prozent) hat gleich mit zwei guten Nachrichten aufgewartet. Die Tochter Genentech will für das Mittel Gazyva zur Behandlung der Nierenkrankheit Lupus-Nephritis im kommenden Jahr mit der Phase-III-Studie beginnen. Zudem hat Roche mit Risdiplam gegen SMA (erblich bedingter Muskelschwund) bei einer Studie ebenfalls wichtige Ziele erreicht.

Auch Novartis (+ 0,9 Prozent) meldet positive Nachrichten: Demnach hat der Pharmariese Fortschritte mit dem Produktekandidaten Tropifexor (LJN452) zur Behandlung von NASH-Patienten mit einer mittleren bis schweren Fibrose einen Studienerfolg erzielt.

Unter Druck geraten könnten GAM (-0,8 prozent). Das Investmentvehikel SFM UK des Milliardärs George Soros hat den Anteil auf unter 3% reduziert. Damit könnte dem Titel die "kursunterstützende Übernahmefantasie" abhandenkommen, heisst es.

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08:10

Der SMI wird vorbörslich um 0,23 Prozent bei 10'285 Punkten tiefer berechnet. Sämtliche SMI-Titel stehen dabei im Minus. Die Luxus-Titel Richemont und Swatch stehen jeweils 1,1 Prozent tiefer. Die Proteste in Hongkong, einem wichtigen Markt für beide Konzerne, lasten auf den Valoren. 

 

 

Der breite Markt steht vorbörslich ebenfalls negativ bei einem Minus von 0,19 Prozent. 

 

06:35

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,2 Prozent tiefer bei 23.354 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index blieb unverändert und lag bei 1703 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,9 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,6 Prozent.

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06:30

Die bestehende Unsicherheit auf eine Einigung im Handelsstreit der USA mit China und die neuen Gewaltausbrüche in Hongkong lassen asiatische Anleger weiter zögern. "Der Handelsstreit zwischen China und den USA und der Protest in Hongkong führen dazu, dass die asiatischen Märkte heute ins Minus gehen", prognostiziert James McGlew, Analyst bei der Börsenmaklerfirma Argonaut und fügte hinzu: "Die Proteste in Hongkong ziehen sich schon eine Weile hin und die Ansicht aus der Finanzwelt ist, dass wir das jetzt zu spüren bekommen. Je länger sich das hinzieht, desto negativer werden die Auswirkungen sein."

 

 

Nach seinen eher pessimistischen Worten am Freitag hatte sich US-Präsident Donald Trump am Wochenende wieder optimistischer zur Entwicklung des Handelsstreits mit China geäußert. Die Gespräche würden sich "sehr schön" entwickeln, sagte Trump vor Journalisten. Auch sei China sehr stark daran interessiert, zu einer Einigung zu kommen. Es gebe allerdings eine falsche Berichterstattung über den Willen der USA, bereits bestehende Sonderzölle auf chinesische Produkte zurückzunehmen. Im Detail äußerte er sich dazu aber nicht weiter.

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06:25

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,2 Prozent auf 109,07 Yen und legte 0,1 Prozent auf 6,9989 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9972 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1018 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0988 Franken. Das Pfund Sterling gewann 0,1 Prozent auf 1,2786 Dollar.

(cash/AWP/Reuters)

 

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