Börsen-Ticker - Schweizer Börse legt zu: SPI knackt 10'000er Marke

Unterstützt von besser als erwarteten Firmenbilanzen und der Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik in Europa hat die Schweizer Börse am Donnerstag angezogen.
27.04.2017 17:40
Feuerwerk für den SPI: Am 27. April hat er erstmals die 10'000er Marke überschritten.
Feuerwerk für den SPI: Am 27. April hat er erstmals die 10'000er Marke überschritten.
Bild: iNg

17:40

Der Markt hat Händlern zufolge aber etwas an Schwung verloren. "Wir sind auf Jahreshoch, eine Atempause wäre nicht unerwünscht", sagt ein Börsianer. Der Leitindex SMI notiert mit 8845 Punkten um 0,2 Prozent höher. Der breite SPI steigt um 0,3 Prozent auf 10'003 Punkte und steht damit erstmals über die psychologisch wichtige Marke von 10'000 Zählern.

Frischen Wind könnten die Märkte erhalten, wenn die geplante Steuerreform von US-Präsident Donald Trump durch den Kongress komme und wenn klarwerde, wie diese finanziert werden soll, heisst es am Markt. Auch die etwas positivere Konjunktureinschätzung von EZB-Chef Mario Draghi trug zur Stimmungsverbesserung bei.

Im Fokus standen zahlreiche Unternehmensergebnisse. "Die meisten Bilanzen sind gut, zum Teil besser als erwartet", sagt ein Händler. Bei den Standardwerten waren die Pharmawerte gefragt. Die stärkste Stütze ist Roche: Die Genussscheine ziehen 1 Prozent an. Die Titel von Rivalin Novartis rücken ebenfalls 1 Prozent vor.

Die Aktien von Clariant steigen um 4,3 Prozent. Der Chemiekonzern habe die Markterwartungen deutlich geschlagen, heisst es. Ebenfalls mit höheren Kursen honorierten die Anleger die besser als erwartet ausgefallenen Quartalsberichte des Land- und Spezialfahrzeugbauers Bucher und des Zahnimplantate-Herstellers Straumann. Die Aktien rücken 4,3 und 5,4 Prozent vor.

Die Bankaktien gaben einen Teil der jüngsten Kursgewinne wieder preis. Credit Suisse sinken am Tag vor der mit Spannung erwarteten Generalversammlung um 2,9 Prozent. UBS, die am Freitag den Quartalsbericht veröffentlicht, sinken um 0,2 Prozent. Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Donnerstag.)

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16:45

Der Swiss Performance Index (SPI) hat unterstützt von positiven Konjunkturaussichten und der Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik in Europa erstmals die Marke von 10'000 Punkten übersprungen. Der Aktienindex SPI kletterte am Donnerstag um 16.45 Uhr auf 10'004,73 Zähler und markierte damit ein Rekordhoch.

Seit Jahresanfang hat der SPI rund 12 Prozent gewonnen. Er hat damit den prominenteren Swiss Market Index (SMI) hinter sich gelassen, der um knapp 8 Prozent zugelegt hat.

Der SPI umfasst derzeit mehr als 200 Unternehmen. Er startete im Juni 1987 mit 1000 Punkten.

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15:40

Überzeugende Quartalsbilanzen haben die Wall Street am Donnerstag zum Handelsstart gestützt. Mehrere Unternehmen legten Zwischenberichte vor, die am Markt gut ankamen. Gesprächsthema war ferner die geplante Steuerreform von US-Präsident Donald Trump. Sie sieht zwar deutliche Entlastungen für viele Firmen vor. Völlig unklar ist aber, wie Trump dies gegenfinanzieren will.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte in den ersten Minuten 0,1 Prozent im Plus bei 20'985 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 lag kaum verändert bei 2388 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,1 Prozent zu auf 6033 Stellen.

Gefragt waren Under Armour, die 6,4 Prozent anzogen. Der Gewinnrückgang des Sportartikelherstellers fiel geringer aus als erwartet. Der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb gewann 2,7 Prozent an Börsenwert. Das Unternehmen präsentierte einen deutlichen Umsatzanstieg.

Nach Börsenschluss werden die Quartalsberichte von Microsoft, Amazon und Google erwartet.

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12:40

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstagmittag weiterhin im Minus. Ein Teil stärkerer Verluste aus dem frühen Geschäft wurde mittlerweile aber abgebaut. Getrübt wird die Stimmung von den Ankündigungen der US-Regierung zu den Steuerplänen, die den hohen Erwartungen der Finanzmärkte nicht entsprochen haben. Dies sei einerseits nicht überraschend gekommen, habe aber gleichwohl eine gewisse Enttäuschung hervorgerufen, heisst es dazu. Zudem sei es fraglich, ob die Steuerpläne überhaupt vom US-Kongress verabschiedet werden.

Der SMI steht kurz vor Mittag 0,2% tiefer bei 8815 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,4% auf 1408 Punkte nach und der breite SPI 0,1% auf 9967 Punkte. Von den 30 Bluechips geben rund zwei Drittel nach.

Roche (+1,0%) bauen die frühen Gewinne nach Umsatzzahlen bis am Mittag aus. Insbesondere der Bereich Pharma und dort einige Blockbuster wie Rituxan, Herceptin oder Avastin haben Umsätze am oberen Ende der Erwartungen erreicht. Mit Abstand an der Spitze bei den Bluechips stehen aber weiterhin Clariant (+2,3%). Nicht nur beim Umsatz, auch beim bereinigten EBITDA hat der Spezialitätenchemiekonzern aus Basel die Analystenerwartungen in den ersten drei Monaten ziemlich deutlich übertroffen.

Zu den Top 6 gehören noch Galenica (+1,2%), Givaudan (+0,5%), SGS (+0,4%) und Geberit (+0,3%), letztere im Vorfeld des Quartalsergebnisses vom kommenden Dienstag.

Unter Abgabedruck stehen die allesamt an den Vortagen gut gelaufenen Dufry, CS (je -2,2%) und UBS (-1,1%). Dufry profitierte dabei zuletzt vom Einstieg der chinesischen HNA-Gruppe, CS von den Quartalszahlen, bzw. von der definitiven Absage eines IPO für das Schweizer Geschäft. Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Mittag.)

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10:15

Die Schweizer Börse legt am Donnerstagmorgen leicht zu.  Händler sagten, nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage und angesichts des hohen Preisniveaus sei eine Konsolidierung nicht unerwünscht. Zudem seien die Vorgaben aus den USA und aus Japan wenig richtungsweisend. "Wir sind auf Jahreshoch, eine Atempause ist sicher nicht negativ", sagte ein Händler. Um 10:15 Uhr steht der SMI 0,3 Prozent im Minus bei 8805 Punkten.

Vor der am Nachmittag erwarteten Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) wollten sich die Anleger nicht unnötig Risiken aussetzen. Im Fokus vieler Anleger standen darüber hinaus die zahlreichen Unternehmensergebnisse. "Die meisten Bilanzen sind gut, zum Teil besser als erwartet. Aber nach der Rally kann es nicht schaden, auch einmal einen Gewinn einzufahren", sagte ein Händler.

Gegen den Trend legen die Genussscheine von Roche 0,7 Prozent zu. Der Pharmakonzern sieht sich nach dem ersten Quartal auf Kurs zu seinen Jahreszielen. 2017 werde währungsbereinigt ein Umsatzanstieg um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbetrag anvisiert. Die Verkaufserlöse stiegen um vier Prozent auf 12,9 Milliarden Franken und damit stärker als von Analysten erwartet, die im Schnitt 12,7 Milliarden Franken prognostiziert hatten. Auch am Gewinnziel hält das Unternehmen fest. Die Aktionäre dürfen erneut mit mehr Dividende rechnen.

Die Titel von Rivale Novartis, der am Dienstag ebenfalls mit einem guten Ergebnis geglänzt hatte, sinken um 0,1 Prozent. Um fast drei Prozent höher stehen die Aktien des Chemiekonzerns Clariant, der die Markterwartungen deutlich geschlagen hatte.

Ebenfalls mit höheren Kursen honorieren die Anleger die Quartalsberichte des Land- und Spezialfahrzeugbauers Bucher und der Medizintechnikfirma Straumann, deren Aktien um über 6 respektive knapp drei Prozent zulegen.

Etwas enttäuschend verläuft laut Händlern die Kursentwicklung bei Swatch und Richemont mit einem Minus von 0,5 und einem Prozent. Erstmals seit 20 Monaten stiegen die Uhrenexporte aus der Schweiz wieder an. "Das ist zwar sehr erfreulich. Nach dem starken Kursanstieg von Swatch und Richemont im laufenden Jahr um ein Viertel dürfte die Trendwende der Exporte in den Aktienkursen bereits eingepreist gewesen sein", sagte ein Händler. Im März wurden um 7,5 Prozent mehr Uhren ausgeführt.

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09:15

Der Swiss Market Index (SMI) geht mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 8800 Punkten in den Handel. Nach dem Zwischenspurt im Anschluss an den ersten Wahlgang in Frankreich, der den SMI an den ersten drei Handelstagen der Woche auf ein neues Jahreshoch katapultiert hatte, scheint damit die Luft aber vorerst etwas draussen.

Dazu habe sich die Stimmung nach den mit Spannung erwarteten Aussagen von US-Finanzminister Steven Mnuchin zur geplanten Steuerreform etwas eingetrübt. Die Ankündigungen der US-Regierung hätten den hohen Erwartungen der Finanzmärkte nicht entsprochen, was zwar einerseits nicht überraschend gekommen sei, gleichwohl aber eine gewisse Enttäuschung hervorgerufen habe.

Roche stehen nach den Umsatzzahlen zum ersten Quartal klar im Fokus und gehören mit einem aktuellen Plus von 0,3 Prozent zu den wenigen Gewinnern. Konkurrentin Novartis verliert hingen 0,2 Prozent und das dritte Schwergewicht Nestlé steht 0,5 Prozent im Minus.

Die Aktien von CS (-1,1 Prozent) und UBS (-0,8 Prozent) verzeichnen ebenfalls deutlich Abgaben.

Clariant (+2 Prozent) verzeichnen nach Angaben zum ersten Quartal gar ein markantes Plus. Nicht nur beim Umsatz, auch beim bereinigten EBITDA hat der Spezialitätenchemiekonzern aus Basel die Analystenerwartungen in den ersten drei Monaten ziemlich deutlich übertroffen.

Ebenfalls jeweils nach Angaben zum Geschäftsverlauf stehen am breiten Markt Straumann 2,8 Prozent und Sulzer 0,2 Prozent höher.

Auffallend sind auch Lonza (-1 Prozent), welche nach einem starken Vortag mit einem Plus von gegen 4 Prozent und überhaupt einer starken Entwicklung bereits in den Vortagen im Zusammenhang mit dem quartalsmässigen Business Update, nun unter Gewinnmitnahmen leiden.

Klares Schlusslicht sind Swiss Life (-3,2 Prozent), dies allerdings wegen des Abzugs der Dividende.

Im breiten Markt stehen etwa noch Bucher Industries (+3,3 Prozent) nach Zahlen im Fokus oder nach jeweils kleineren Akquisitionen Gurit (-0,9 Prozent) und BKW (-0,2 Prozent).

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09:05

Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rally haben die asiatischen Börsen am Donnerstag belastet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,2 Prozent tiefer bei 19.252 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Plus, der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor dagegen 0,1 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans bewegte sich kaum.

 

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08:11

Der Swiss Market Index (SMI) wird laut vorbörslichen Indikatoren der Bank Julius Bär um 0,1 Prozent tiefer bei 8823 Punkten gehandelt. 

Nach verhaltenen Vorgaben aus den USA und aus Japan rechneten Händler mit Gewinnmitnahmen. "Wir sind auf Jahreshoch, eine Atempause ist sicher nicht negativ", sagte ein Händler. Zudem hätten die von US-Präsident Donald Trump vorgelegten Steuerpläne die Anleger nicht zu weiteren Käufen ermuntern können. Auch veranlasse die am Nachmittag anstehende Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) die Marktteilnehmer zu Vorsicht.

Unter den SMI-Einzeltiteln fallen Roche (+0,4 Prozent) auf. Der Pharmakonzern ist gut ins Jahr gestartet. Die restlichen SMI-Titel stehen alle leicht im Minus. Zudem werden Swiss Life (-3,4 Prozent) mit Dividendenabschlag gehandelt.

Am breiten Markt fallen Clariant (+1,8 Prozent) nach Zahlen auf. Auch Straumann (+2,4 Prozent) und Sulzer (+1,9 Prozent) haben Zahlen vorgelegt.

 

Die Regierung in Washington will vor allem die Unternehmen massiv entlasten, die Firmensteuer wird auf 15 Prozent gesenkt. Auch sollen Abgaben auf im Ausland erwirtschaftete Erträge gesenkt werden. Die Steuerversprechen Trumps hatten die jüngste Rally an den Börsen angeheizt. Entscheidend ist nach Einschätzung von Experten nun, ob es gelingt, das Vorhaben durch den Kongress zu bekommen.

Der Dow-Jones-Index schloss am Mittwoch 0,1 Prozent im Minus bei 20.975 Punkten. Der S&P-500 notierte unverändert bei 2387 Zählern. Der Nasdaq-Index verharrte bei 6025 Stellen. In Tokio gab der Leitindex Nikkei am Donnerstag 0,1 Prozent auf 19.261 Punkte nach.

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08:10

Der Eurokurs ist am Donnerstag im frühen Handel gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,0901 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als noch in der Nacht. Zum Schweizer Franken zeigte sich der Euro am frühen Donnerstag gegenüber dem Vorabend unverändert. Er kostet 1,0834 CHF. Der US-Dollar sank über Nacht zum Franken etwas ab und geht am frühen Donnerstag-Morgen bei 0,9936 CHF um.

(cash/Reuters)