+++Börsen-Ticker+++ - Schweizer Börse setzt Talfahrt fort

Die Schweizer Börse hat ihre Talfahrt am Freitag fortgesetzt. Viele Anleger hätten nach dem Rekordlauf der Vorwochen Gewinne mitgenommen, sagte ein Händler.
10.11.2017 17:33
Schweizer Börse setzt Talfahrt fort
Bild: cash

17:30

Sinkende Kurse an der Schweizer Börse, aber keine Trendwende: Es handele sich aber nur um kleinere Korrekturen und nicht um das Ende der Börsen-Rally, sagte ein Händler.

Der Schweizer Leitindex gab 0,5 Prozent auf 9134 Punkte nach. Auf den Verkaufszetteln waren insbesondere zyklische Werte zu finden, während Bankaktien gefragt waren.

Im Mittelpunkt des Interesses stand Richemont. Der Luxusgüter-Konzern hat einen neuen Chef für sein Uhrengeschäft gefunden. Den Posten übernimmt der bisher für das operative Geschäft zuständige Jerome Lambert. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 profitierte das Unternehmen von der wieder erwachten Kauflust reicher Konsumenten und steigerte seinen Gewinn um 80 Prozent auf 974 Millionen Euro. Im Gesamtjahr werde die Wachstumsrate jedoch geringer ausfallen, warnte der Konzern.

Die Richemont-Aktie verlor daraufhin 3,8 Prozent und zog auch den Rivalen Swatch ins Minus. "Richemont wurde mit eigentlich nicht so schlechten Zahlen ungnädig aufgenommen vom Markt", sagte ein Börsianer.

Die Indexschwergewichte aus dem Pharmasektor - Roche notierte 0,5 Prozent im Minus, Novartis und Nestle gaben 0,2 Prozent nach.

Bei den Nebenwerten kletterten die Aktien des Nahrungsmittelzusatz-Firma Evolva nach Abschluss der Kapitalerhöhung um 3,2 Prozent. Die Papiere der Pharmafirma Santhera setzten ihren Anstieg fort und rückten 4,6 Prozent vor.

2,2 Prozent gaben dagegen die Aktien des Backwarenherstellers Aryzta nach. Der ehemalige Chef des Schokokonzerns Barry-Callebaut, Jürgen Steinemann, verzichtet auf eine Wahl in den Verwaltungsrat. "Über die Beweggründe kann nur spekuliert werden", erklärte ZKB-Analyst Patrik Schwendimann. "Es ist aber sicher nicht positiv zu werten, da er ein klarer Gewinn für Aryzta gewesen wäre."

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17:05

Der Eurokurs hat am Freitag nach schwachen US-Daten zugelegt. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1672 US-Dollar. Er notierte damit etwas höher als noch am Vormittag.

Auch gegenüber dem Schweizer Franken legte der Euro nach dem Mittag zu, nachdem er sich am Morgen noch leicht abgeschwächt hatte. Am späten Freitag-Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1599 CHF und steht damit wieder knapp unter der Marke von 1,16 CHF. Der US-Dollar gab am Freitag zum Franken hingegen leicht nach; er kostet am Nachmittag 0,9938 CHF.

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16:10

Der Dollar gibt nach einem schwächer als erwartet ausgefallenen Index zum US-Verbrauchervertrauen weiter nach. Der Dollar-Index fällt um 0,2 Prozent auf 94,29 Punkte. Der Euro liegt im Gegenzug 0,3 Prozent im Plus bei 1,1671 Dollar. Zweifel an einer schnellen Umsetzung der geplanten US-Steuersenkungen setzen der US-Devise ebenfalls zu. Sie steuert auf den grössten Wochenverlust seit einem Monat zu.

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15:45

Gewinnmitnahmen und Sorgen vor Verzögerungen bei der Steuerreform in den USA haben die Stimmung an der Wall Street zum Wochenschluss belastet.  Der Dow-Jones-Index mit den Standardwerten eröffnete 0,07 Prozent im Minus bei 23'444 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,15 Prozent auf 2580 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,2 Prozent auf 6736 Stellen nach.

Bei den Einzelwerten ragte Hertz heraus. Der Autovermieter wies einen überraschend hohen Gewinn aus, woraufhin die Aktien um knapp elf Prozent in die Höhe stiegen.

Ansonsten war die Stimmung eher gedämpft. Marktteilnehmer sagten, es werde befürchtet, dass Präsident Donald Trump Entlastungen für Unternehmen nicht vor 2019 durchsetzen könne. Angesichts der auslaufenden Bilanzsaison für das dritte Quartal, würden viele Investoren zudem Gewinne einstreichen. Die großen US-Indizes dürften auf Wochensicht jeweils nachgeben, nachdem S&P und Dow Jones zuvor acht Wochen in Folge zugelegt hatten - und nahe ihrer Rekordstände liegen.

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14:15

Die Verluste an den europäischen Kapitalmärkten haben sich bis zum Freitagmittag fortgesetzt. Sowohl Aktien, als auch Staats- und Unternehmensanleihen verloren, lediglich Peripherieanleihen konnten sich behaupten.  Die Aktienindizes von Amsterdam bis Zürich gaben einheitlich nach und dürften die Woche wohl mit einem deutlichen Kursverlust beschließen. Für den Dax wäre es der grösste Wochenverlust seit dem 11. August und Analysten fragen sich, wie weit die Korrektur gehen kann.

Im Stoxx 600 Europa waren es die Automobil- und Einzelhandelswerte, die am deutlichsten verloren. Peugeot SA lag den vierten Tag in Folge im Minus, während das Unternehmen weiter die Kostenstruktur bei Opel zu optimieren versucht. Die schwedische Lebensmittelkette ICA verfehlte die Ergebniserwartungen.

Damit setzte sich die Tendenz einer durchwachsenen Berichtssaison weiter fort. Rund 52,4 Prozent der Unternehmen enttäuschten beim Umsatz im dritten Quartal, zeigen Daten von Bloomberg. Besonders in den Bereichen Industrie, Gesundheit und Telekommunikation lagen die Zahlen unter den Erwartungen.

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13:00

Der SMI büsst gegen 12 Uhr 0,34% auf 9'146,18 Punkte ein und hat sich damit von bisherigen Tagestief etwas abgesetzt. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,31% auf 1'486,49 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,33% auf 10'488,87 Zähler.

Richemont (-3,4%) sind nach der Zahlenvorlage am Morgen mittlerweile klar zurückgefallen. Der Luxusgüterkonzern hat im per Ende September abgeschlossenen Erstsemester 2017/18 den Umsatz und die Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert.

Einen klaren Kursrücksetzer verzeichnen auch Aryzta mit -3,5%. Die oft sehr volatile Aktie des schweizerisch-irischen Backwarenherstellers wird von dem Umstand belastet, dass Jürgen Steinemann nicht als Verwaltungsrat zur Verfügung steht.

Grösste Gewinner sind wie bereits am Morgen UBS mit +1,1%. Die Aktien der Grossbank profitieren von einer Kaufempfehlung aus dem Hause Merrill Lynch.

Den ausführlichen SMI-Mittagsbericht lesen Sie hier.

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11:24

Zum Abschluss der mit Bilanzzahlen vollgepackten Woche überwiegt bei Anlegern in Europa am Freitag die Vorsicht. Dax und EuroStoxx50 konnten ihre anfänglichen Gewinne nicht halten und notierten knapp ein halbes Prozent tiefer bei 13'140 und 3596 Punkten. "Die Berichtssaison hat die Laune der Anleger deutlich getrübt", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Viele Unternehmen hätten mit ihren Quartalszahlen enttäuscht oder gerade so die Erwartungen erfüllt, weshalb Anleger nun lieber Gewinne einsteckten, fügte ein Händler hinzu. Bereits am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex 1,5 Prozent eingebüsst.

Der SMI steht ebenfalls 0,5 Prozent im Minus bei 9132 Punkten.

Stimmungsbremser war auch die anhaltende Sorge von Anlegern über Verzögerungen bei den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Steuererleichterungen. Seine Republikaner im US-Kongress liegen bei den Plänen für die umfangreichste Steuerreform seit den 1980er Jahren noch weit auseinander. Vor allem über die Senkung der Unternehmenssteuern gibt es Streit. "Wenn sich die Pläne tatsächlich um ein Jahr verschieben, wird das Investoren enttäuschen", sagte Investmentstratege Hirokazu Kabeya vom Broker Daiwa Securities.

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10:53

In Grossbritannien ist die Produktion in den Unternehmen des Landes im September überraschend stark gestiegen. Die breit gefasste Industrieproduktion habe im Monatsvergleich um 0,7 Prozent zugelegt, teilte das nationale Statistikamt ONS am Freitag mit. Das ist der stärkste Anstieg in diesem Jahr. Analysten hatten nur mit einem Zuwachs um 0,3 Prozent gerechnet.Das britische Pfund legte nach Veröffentlichung der Zahlen zu und stieg im Verhältnis zum US-Dollar auf den höchsten Stand seit Mittwoch. Ein Pfund war zwischenzeitlich bis zu 1,3168 Dollar wert.

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09:15

Die Schweizer Börse geht am Freitag kaum verändert in den Handel. Ein Lichtblick ist die UBS-Aktie. Der Swiss Market Index notiert im frühen Handel am Freitag kaum verändert bei 9178 Punkten. Nach den deutlichen Verlusten vom Vortag scheint sich die Lage damit etwas zu beruhigen. Die Vorgaben von den wichtigsten Überseebörsen waren schwach. An der Wall Street belasteten vor allem Sorgen über eine Verschiebung der Steuerreform, deren Ziel es ist, die Unternehmen zu entlasten. Sollte es nicht bald Fortschritte geben, drohe die Stimmung auf dem Börsenparkett zu kippen, hiess es. Die verhaltene Anlegerstimmung setzte sich teilweise auch an den asiatischen Märkten fort.

Hierzulande stehen Richemont nach der Zahlenvorlage unter genauer Beobachtung. Die Aktien reagierten vorbörslich positiv auf den Erstsemestergewinn, notieren nach Handelseröffnung aber 0,4 Prozent negativ. Auch die Titel der Rivalin Swatch (minus 0,1 Prozent) sinken. Nestle, Roche und Novartis fallen ebenfalls je 0,1 Prozent.

Die grössten Avancen verzeichnen unter den SMI-Werten UBS mit 0,7 Prozent. Die Aktien der Grossbank profitieren von einer Kaufempfehlung aus dem Hause Merrill Lynch. Stärkere Märkte in den USA sowie dem Asia-Pazifik-Raum zusammen mit einem schwächeren Franken dürften dafür sorgen, dass die verwalteten Vermögen auch im vierten Quartal weiter ansteigen, betonen die Experten. Es könne über höhere Dividenden nachgedacht werden, heisst es ausserdem in der Studie.

Aryzta wird um 0,8 Prozent tiefer taxiert. Bei dem Backwarenkonzern steht Jürgen Steinemann doch nicht als Verwaltungsrat zur Verfügung.

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08:20

Die Börsen in Fernost haben den Handel beendet. Nach einem unerwartet starken Kurseinbruch am Donnerstag verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index in Tokio am Freitag weitere 0,8 Prozent auf 22'681 Punkte. Auf Wochensicht steht damit aber immer noch ein Zuwachs von gut einem halben Prozent zu Buche. Der MSCI-Index für Aktien außerhalb Japans rutschte um 0,2 Prozent ab. Analysten führten die Verluste vor allem auf die Sorge von Börsianern vor Verzögerungen bei der US-Steuerreform zurück. "Wenn sich die geplanten Steuererleichterungen tatsächlich um ein Jahr verschieben, wird das Investoren enttäuschen", sagte Investmentstratege Hirokazu Kabeya vom Broker Daiwa Securities. 

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08:10

Der Swiss Market Index wird vorbörslich 0,17 Prozent höher indiziert. Deutlich steigt die Aktie von Richemont mit 0,37 Prozent. Das Luxusgüterunternehmen hat am Freitagmorgen einen Gewinn für die ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 bekannt gegeben, der über den Erwartungen liegt. Auch die Aktie von Swatch steigt, nämlich 0,35 Prozent. 

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07:45

Die Ölpreise haben am Freitagmorgen in einem ruhigen Umfeld leicht nachgegeben. Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostete im frühen Handel 63,83 US-Dollar.

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06:35

In Tokio fiel der Nikkei-Index um 0,9 Prozent vor Handelsschluss auf 22'690 Punkte. Der MSCI-Index für die Region Asien/Pazifik unter Ausschluss Japans ging um 0,1 Prozent zurück. Die Republikaner im Kongress wollen zwar grundsätzlich eine Steuerreform mit Entlastungen. In Detailfragen gibt es aber große Unterschiede zwischen den Vorstellungen von Senat und Repräsentantenhaus. Der Konflikt hatte auch die Wall Street belastet.

Bei den Einzelwerten standen Papiere von Toshiba im Mittelpunkt. Der Industriekonzern erwägt eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. Die Aktien gaben um 4,8 Prozent nach. Anteilsscheine von Bridgestone gerieten unter die Räder, weil der Reifenhersteller seine Gewinnprognose kappte. Das Minus betrug 7,5 Prozent.

Der US-Steuerstreit wirkte sich auch auf den Devisenmarkt aus. Im Vergleich zur japanischen Währung gab der Greenback nach und wurde mit 113,37 Yen bewertet. Ein Euro kostete 1,1646 Dollar. Der Schweizer Franken wurde mit 1,1583 zum Euro und 0,9945 zum Dollar bewertet. 

(cash/AWP/Reuters)