+++Börsen-Ticker+++ - Schweizer Börse verliert weiter an Boden

Die Schweizer Börse hat am Dienstag die Vortagesverluste ausgebaut. Den grössten Kursabschlag unter den Bluechips musste die Grossbank UBS hinnehmen.
10.12.2019 17:38
Ein Gebäude der UBS an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Ein Gebäude der UBS an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Bild: cash

17:40

Der Leitindex SMI gab 0,4 Prozent auf 10'419 Punkte nach. Wenige Tage vor einer möglichen Verschärfung der US-Strafzölle auf chinesische Waren scheuten die Anleger das Risiko. Auch die in den kommenden Tagen anstehenden Zinsentscheidungen der Notenbanken Fed, EZB und SNB machten sie vorsichtig.

Die Standardwerte rutschen mit wenigen Ausnahme ins Minus. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB (+0,5 Prozent) und der Prüffirma SGS (+0,3 Prozent) stiegen nach Kaufempfehlung von UBS und Barclays beziehungsweise einer Kurszielerhöhung von JP Morgan. Grösster Verlierer unter den Bluechips war die Grossbank UBS mit einem Kursabschlag von 1,1 Prozent. Am stärksten auf dem Markt lastete der Lebensmittelkonzern Nestle. Die Anteile des Schwergewichts ermässigten sich um ein Prozent.

Am breiten Markt kamen einzelne Pharma- und Biotech-Werte unter die Räder: Die Anteile von Newron sackten 11 Prozent ab. Die AMS-Titel fielen um weitere 5,1 Prozent. Der Chip- und Sensorhersteller übernimmt im zweiten Anlauf für 4,6 Milliarden Euro den mit Umsatzrückgängen und Verlusten kämpfenden Lichttechnik-Konzern Osram.

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15.50

Der der Dow Jones Industrial eröffnet am Dienstag auf 27'856 Punkten - 0,2 Prozent im Minus. Damit entfernt sich der Leitindex weiter von seinem Rekordhoch von Ende November, als er bei 28'175 Zählern notierte. Der Zuwachs seit Jahresbeginn beläuft sich aber immer noch auf gut einen Fünftel.

Bei den Unternehmen könnte es im Verlauf des Handelstages um McDonald's spannend werden. Das Analysehaus RBC hatte die Papiere mit "Outperform" und einem Kursziel von 218 US-Dollar wieder in die Bewertung aufgenommen. Nach der jüngsten Kursschwäche biete sich potenziellen Anlegern nun eine attraktive Kaufgelegenheit, hiess es. Die umfangreichen Investitionen dürften sich in der Zukunft beim Umsatz auszahlen. Auch die Ergebnisse und der freie Mittelzufluss der Fastfood-Kette sollten 2020 und darüber hinaus von den Investitionen profitieren. Nach Börseneröffnung fielen die Kurse von McDonald's erst, steigerten sich aber in den ersten Handelsminuten um 0,15 Prozent. 

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählte Autozone mit einem Kursplus von 5,8 Prozent. Mit 1236,77 Dollar waren die Papiere so teuer wie noch nie. Quartalsumsatz und -gewinn des Autoteile-Händlers hätten seine Prognosen und die Markterwartungen übertroffen, schrieb Analyst Bret Jordan von der Investmentbank Jefferies. Das Unternehmen erlöste 2,8 Milliarden Dollar und verdiente 14,30 Dollar je Aktie. Im Windschatten von Autozone gewannen die Aktien der Konkurrenten Advance Auto Parts und O'Reilly rund ein Prozent.

Ansonsten sorgte die anstehende Sitzung der US-Notenbank Fed für Zurückhaltung. Da eine weitere Zinssenkung als ausgeschlossen gilt, richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf den geldpolitischen Ausblick, den Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch vorlegen wird.

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12:00

Am Schweizer Aktienmarkt weitet der Leitindex SMI im Verlauf des Vormittags seine Abgaben aus und bewegt sich seither nahe der bisherigen Tagestiefs. Der SMI verliert 1,06 Prozent auf 10'324,72 Punkte. Auch der Volatilitätsindex VSMI, auch bekannt als "Nervositätsindex", spiegelt mit einem Plus von über 10 Prozent die erhöhte Unruhe unter den Anlegern. 

Laut Händlern werden Investoren vor der nächsten Frist in dem seit mehr als einem Jahr andauernden Handelsstreit zunehmend nervös. So läuft am Sonntag eine Frist ab, die zu weiteren US-Strafzöllen auf chinesische Importe wie etwa Smartphones führen könnte.

Derzeit halten es Marktteilnehmer zwar für unwahrscheinlich, dass sich die beiden Seiten grundsätzlich einigen, allerdings halten sie es für gut möglich, dass die neuen Zölle abgewendet werden können. Hinzu kommen an den nächsten zwei Tagen die Treffen der führenden Notenbanken Fed, SNB und EZB. Auch hier könnten die begleitenden Kommentare die Investorengemüter bewegen. Zudem wählen die Briten am Donnerstag eine neue Regierung, womit sie auch über den weiteren Brexit-Kurs abstimmen.

Unter den grössten Verlieren sind erneut Technologiewerte wie Temenos (-3,7%), AMS (-2,8%) und Logitech (-1,5%) zu finden. Der Sensorenhersteller AMS hatte bereits am Vortag zu den grössten Verlieren gezählt. Zwar ist AMS bei der geplanten Übernahme des ungleich grösseren Münchner Lichtkonzerns Osram einen grossen Schritt weiter. An der Börse kommt es nach wie vor nicht gut an. Investoren sorgen sich, dass AMS sich damit finanziell übernehmen könnte.

Bei den Werten Richemont (-1,7%) und Schindler (-1,5%) dürften sich die jüngsten chinesischen Konjunkturdaten bemerkbar machen, die teilweise enttäuschend ausgefallen sind. Beide Unternehmen sind stark in Asien engagiert. Nicht ganz so deutlich fallen Swatch (-1,3%).

Nach der leicht festeren Tendenz der Vortage werden Finanzwerte wie Julius Bär, Partners Group, CS und UBS mit Kursverlusten zwischen 1,8 und 1,2 Prozent ebenfalls eher gemieden.

Dagegen halten sich eher defensive Branchen wie die Pharma- Gesundheits- und Versicherungsbranche etwas besser als der Gesamtmarkt. Die beiden Pharma-Schwergewichte Roche (-0,8%) und Novartis (-0,9%) fallen etwas weniger deutlich als der Leitindex. Auch Alcon (-0,3%) und Sonova (-0,9%) gehören dazu.

Den ausführlichen Bericht gibt es hier.

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11:30

An Europas Börsen sind die Kurse am Dienstag mangels frischer Impulse weiter gefallen. Der Leitindex Eurostoxx 50 weitet sein Vortagesverluste aus und gab gegen Mittag um 0,84 Prozent auf 3641,37 Punkte nach. In Frankreich belief sich das Minus im Leitindex Cac 40 auf 0,59 Prozent, der britische FTSE 100 ("Footsie") verlor 0,87 Prozent.

"Die Aktienmärkte scheinen sich in einer Warteschleife zu befinden", schrieb Experte Michael Hewson vom Broker CMCMarkets. Den Investoren stehen in der Woche noch einige Schlüsselereignisse bevor. Dabei richtet sich der Fokus vor allem auf die politischen und geldpolitischen Grosskampftage am Mittwoch und Donnerstag mit Notenbankentscheidungen in den USA und der Eurozone sowie den Wahlen in Grossbritannien.

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11:00

Der Swiss Market Index weitet seine Verluste aus. Mittlerweile steht der Index 1 Prozent im Minus und alle Aktien, auch der Titel von ABB, sind negativ. Grösster Verlierer ist die Aktie von Lonza, sie verliert 1,8 Prozent.

Am breiten Markt verliert Newron 11 Prozent. Auffällig sind auch die Kursverluste von Temenos (rund 4 Prozent). 

Mehr zum Thema: Newron-Aktien sacken nach FDA-Update ab

In Deutschland verliert der Leitindex Dax 1,4 Prozent und fällt auf den tiefsten Stand seit Anfang November. 

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09:15

Der Swiss Market Index fällt am Dienstag im frühen Handel 0,3 Prozent auf 10'405 Punkte. Die Aktie von ABB steigt dabei 1,3 Prozent, mit ihr steht auch der Novartis-Titel leicht im Plus (0,2 Prozent). Alle anderen SMI-Titel tendieren negativ. Richemont erleidet mit 1 Prozent minus die deutlichsten Einbussen.

An den Märkten wird in dieser Woche mit Spannung auf neue Nachrichten zum US-chinesischen Handelskrieg gewartet. Weitere Zölle auf chinesische Importe sollen nach jetzigem Stand an diesem Sonntag in Kraft treten. Allerdings deutete der US-Agrarminister Sonny Perdue laut dem Commerzbank-Experten Hao Zhou zuletzt an, dass es unwahrscheinlich sei, dass die Vereinigten Staaten an diesem Wochenende tatsächlich neue Zölle erheben. Damit steige die Hoffnung auf einen Waffenstillstand vor Weihnachten, sagte Zhou. Die Unsicherheit hält aber weiter an.

Zum ausführlichen Börsenkommentar geht es hier.

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09:00

Zwischendurch mal ein lesenswerter Kommentar von Thomas Mayer zu Aktien. Mayer ist Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute und frührer Chefökonom der Deutschen Bank.

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08:10

Der SMI steht vorbörslich 0,04 Prozent im Minus. Alle Aktien werden tiefer geschätzt, ausser der Titel von ABB. Er steigt 1,9 Prozent. Grund sind Hochstufungen von Banken. Die Aktie von ABB steht bereits auf dem höchsten Stand seit Anfang Oktober 2018 und wird heute weiter zulegen. Am breiten Markt fällt die Aktie von Schweiter 0,4 Prozent.

"Die Mehrheit der Anleger wartet vor den Grossereignissen in dieser Handelswoche weiter ab", sagte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Vereinzelt seien Gewinnmitnahmen zu beobachten.

Am Mittwoch und Donnerstag entscheiden die Notenbanken der USA und der Eurozone über ihre Zinspolitik. Auf beiden Seiten ist keine konkrete geldpolitische Massnahme zu erwarten. Im Mittelpunkt stehen Signale für die künftige Ausrichtung. In Europa ist es der erste Entscheid unter der neuen EZB-Chefin Christine Lagarde.

Am Donnerstag wählen die Briten vorzeitig ein neues Parlament, was als wichtiger Richtungszeiger für den Brexit gilt. Beim Dauerthema Handelsstreit ist es weiter ruhig. Als Stichtag gilt hier dieser Sonntag. Ohne weitere Annäherung zwischen den USA und China werden die Amerikaner dann wohl höhere Zölle für chinesische Importe verhängen.

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07:45

Die Ölpreise haben sich am Dienstagmorgen kaum von der Stelle bewegt. Händler sprachen von fehlenden Impulsen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 64,21 US-Dollar. Das waren vier Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls geringfügig auf 58,97 Dollar.

Am Rohölmarkt rückt der Handelsstreit zwischen den USA und China wieder in den Vordergrund, obwohl es zurzeit wenig Neues gibt. Allerdings nähert sich ein wichtiges Datum: Am 15. Dezember drohen neue Strafzölle auf chinesische Importe in die USA. Die Vereinigten Staaten nutzen sie als Drohkulisse, um Verhandlungsdruck gegenüber China aufzubauen. Seither haben sich die Verhandlungsdelegationen angenähert, eine Einigung wurde aber noch nicht erzielt.

Der ökonomische Konflikt zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften und Erdölverbrauchern der Welt gilt als erhebliches wirtschaftliches Risiko. Am Rohölmarkt wird mit einer zusätzlichen Eskalation vor allem ein rückläufiger Welthandel, eine damit einhergehende Konjunkturabschwächung und letztlich eine schwächere Erdölnachfrage verbunden. Stress zwischen den beiden beiden Wirtschaftsriesen geht deshalb meist mit fallenden Ölpreisen einher.

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06:15

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf faktisch unverändert bei 23'431 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index blieb unverändert und lag bei 1722 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,1 Prozent.

Am Sonntag läuft eine Frist aus, dann könnten die nächste Runde von US-Strafzöllen auf chinesische Güter im Wert von 156 Milliarden Dollar in Kraft treten. Betroffen wären davon unter anderem Smartphones und Spielsachen. China hofft allerdings auf den baldigen Abschluss eines Handelsabkommens. Man setze darauf, "so schnell wie möglich eine Einigung erzielen zu können, die alle Seiten zufriedenstellt", sagte Handelsstaatssekretär Ren Hongbin am Montag in Peking.

Zu der Unsicherheit am Markt trugen Äußerungen von US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue bei, wonach Präsident Donald Trump zwar keine Zölle einführen, er aber "Bewegung" aus China sehen wolle.

Mehr zum Thema:

US-Zölle am 15. Dezember: «Dann drohen Kursverluste von vier bis sechs Prozent»

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06:00

Im asiatischen Devisenhandel notierte der Dollar zur Schweizer Währung kaum verändert bei 0,9878 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,0935 Franken an.

(cash/AWP/Reuters)

 

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