Börsen-Ticker - Schwergewicht Nestlé bremst Erholung der Schweizer Börse

Wenige Tage vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich sind die Anleger an der Schweizer Börse vorsichtig.
19.04.2017 17:40
Schwergewicht Nestlé bremst am Mittwoch den SMI aus.
Schwergewicht Nestlé bremst am Mittwoch den SMI aus.
Bild: Bloomberg

17:40

"Die Wahl in Frankreich ist das zentrale Thema, das alles dominiert", sagt ein Händler. "Bis das hinter uns liegt, dürfte eine gewisse Nervosität der Anleger spürbar sein", sagt ein anderer Börsianer. Mit den für Anfang Juni angesetzten Parlamentswahlen in England sei ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor aufgetaucht. Zudem habe auch das bisher Zugpferd Wall Street etwas an Schwung verloren.

Der SMI notiert mit 8532 Punkten praktisch unverändert gegenüber dem Vortag. Am Dienstag war der Leitindex um 1,2 Prozent gefallen.

Der Schweizer Markt habe im späteren Geschäft zwar die Verluste eingegrenzt, doch Abgaben im Marktschwergewicht Nestlé bremsten die Erholung aus. Anleger befürchteten wohl, dass der Lebensmittelkonzern am Donnerstag mit dem Quartalsbericht enttäuschen könnte, sagt ein Händler. Die Nestlé-Aktien sind um 0,9 Prozent tiefer, was den SMI mit 20 Punkten belastet.

Die Aktien von Credit Suisse und UBS holen mit Kursgewinnen von 1,5 Prozent die Vortageseinbussen auf. Die Papiere der Vermögensverwalter Julius Bär, GAM und EFG International ziehen ebenfalls kräftig an. Die Aktien der Kreditbank Cembra Money Bank steigen um 2,2 Prozent auf ein Rekordhoch. Die meisten Assekuranzwerte pendelten sich um die Vortageskurse ein.

Aktien zyklischer Firmen setzten zu einer Erholung an. Vor allem Werte, die am Dienstag unter die Räder geraten seien, machten Boden gut. Der Zementkonzern Lafarge-Holcim, der Personalvermittler Adecco, der Sanitärtechniker Geberit und Anlagenbauer wie Oerlikon und Sulzer rücken vor. Bei den Luxusgütertiteln sind Richemont schwächer und Swatch fester. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht vom Mittwoch.)

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15:40

Überraschend starke Zahlen der Grossbank Morgan Stanley haben den US-Börsen zum Handelsstart am Mittwoch zu Kursgewinnen verholfen. Nach einigen schwachen Quartalsergebnissen richteten die Anleger ihr Augenmerk wieder auf die insgesamt gute Konjunktur, sagte Anlagestratege James Athey vom Vermögensverwalter Aberdeen Asset Management. "Es hat zwar Enttäuschungen gegeben, aber am Gesamtbild hat sich nichts Wesentliches geändert. Wir reden immer noch über eine Weltwirtschaft im Aufschwung."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte in den ersten Minuten 0,1 Prozent fester bei 20'540 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg 0,3 Prozent auf 2350 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,5 Prozent auf 5880 Stellen.

Morgan Stanley erfreute die Investoren mit einem unerwartet deutlichen Gewinnsprung. Die US-Bank profitierte wie die meisten Konkurrenten vom florierenden Handelsgeschäft. Die Aktie  legte 3,6 Prozent zu. Auch andere Finanzwerte wie Bank of America und J.P. Morgan zogen an.

Beifall an der Börse gab es auch für den Zwischenbericht des Pharmakonzerns Abbott Laboratories, der die Erwartungen übertraf. Sein Kurs stieg um 0,6 Prozent.

Auf der Verliererseite standen hingegen die IBM-Aktien, die mehr als 5 Prozent einbüssten. Beim weltgrössten IT-Dienstleister setzte sich der Umsatzschwund das 20. Quartal in Folge fort.

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12:45

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Mittwoch zur Mittagszeit auf dem Niveau des Vorabends. So hat sich der Leitindex SMI wieder über die Marke von 8500 Punkten gehievt, unter die er am Vormittag zeitweise gefallen war. Anders als andere europäische Indizes kann er aber nicht nach oben ausbrechen. Vor allem die schwache Entwicklung der Nestlé-Papiere und der Dividendenabgang bei ABB verhindern dies.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,2% tiefer bei 8516 Punkten und damit gut 24 Punkte über dem Tagestief von 8492 Stellen. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt hingegen um 0,1% auf 1359 Stellen und der breite SPI steht bei 9607 Punkten praktisch auf Vortagesniveau. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren inzwischen 16 im Plus, 10 im Minus und 4 unverändert.

Der Gesamtindex wird vor allem von zwei Titeln gebremst: ABB und Nestlé ziehen den SMI um gut 20 Punkte nach unten. ABB verzeichnen konkret ein Minus von 2,4% (0,55 Franken), wobei die Titel am Berichtstag ex Dividende (0,76 Franken) gehandelt werden. Bei Nestlé (-0,7%) nehmen offenbar viele Investoren einen Tag vor der Publikation der Q1-Zahlen Gewinne mit. Händler verweisen auf die gute Performance des Titels seit dem vergangenen Dezember.

Mit Novartis (-0,1%) und Roche (unv.) kommen auch die beiden Pharma-Schwergewichte nicht auf Touren.

Bei den Gewinnern sind nach wie vor auch die Grossbankenpapiere von CS und UBS (je +1,0%) anzutreffen, nachdem diese am Vortag zu den grössten Verlierern gezählt hatten. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Mittag.)

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10:30

"Und bis das nicht hinter uns liegt, herrscht eine gewisse Nervosität vor und die Marktteilnehmer verhalten sich vorsichtig", sagt ein Börsianer. Mit den für Anfang Juni angesetzten Parlamentswahlen in England sei ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor aufgetaucht.

Der SMI notiert mit 8506 Zählern um 0,3 Prozent niedriger. Am Dienstag war der Leitindex um 1,2 Prozent gefallen.

Frischen Wind am Markt erwarteten die Händler am Donnerstag, wenn die Schwergewichte ABB und Nestlé ihre Quartalsberichte veröffentlichen. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns werden mit einem Dividendenabschlag von 0,76 Franken je Titel gehandelt. Nestlé stehen 0,7 Prozent tiefer. Von Reuters befragte Analysten rechnen, dass der Nahrungsmittelkonzern im ersten Quartal leicht an Schwung verloren haben könnte.

Die Aktien der Banken, die am Dienstag kräftige Abschläge verbucht hatten, ziehen etwas an. Credit Suisse steigen um 1,0 Prozent und UBS rücken um 0,9 Prozent vor. Wegen des anhaltenden Abwärtstrends der Renditen der US-Staatsanleihen sei keine nachhaltige Erholung der Kurse zu erwarten, hiess es. Die Assekuranzwerte pendelten sich um die Vortageskurse ein.

Etwas schwächer präsentieren sich die als krisenresistent geltenden Pharmatitel Novartis und Roche. Aktien zyklischer Firmen tendieren uneinheitlich. Werte, die am Dienstag unter die Räder geraten seien, machten meist etwas Boden gut. Lafarge-Holcim gewinnen 1,1 Prozent und die Luxusgütertitel Richemont und Swatch geben nach.

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9:15

Der Schweizer Leitindex fällt um 0,1 Prozent auf 8518 Punkte. Laut Analysten drücken die diversen politischen Unwägbarkeiten den Finanzmärkten den Stempel auf. Es würden Gewinne mitgenommen. Am Vorabend war dies auch an der Wall Street spürbar, wo die Indizes ebenfalls nachgegeben hatten.

Zu den politischen Risiken zählen in erster Linie die Präsidentschaftswahlen in Frankreich vom Wochenende, aber auch die überraschend angekündigten Neuwahlen in Grossbritannien, der Streit zwischen den USA und Russland zu Syrien sowie der Atomstreit mit Nordkorea. All dies lies zuletzt auch den Schweizer Volatilitätsindex (VSMI) ansteigen, der als "Angstbarometer" gilt. Er ist am Vortag auf den höchsten Stand seit dem vergangenen November geklettert, als die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten für massive Verunsicherung gesorgt hatte.

ABB (-2,4 Prozent) werden Ex-Dividende (0,76 Franken) gehandelt. Im Fokus bleiben die Grossbanken CS (+0,1 Prozent)und UBS (+0,2 Prozent), nachdem diese am Vortag zu den grössten Verlierern gezählt hatten.  Sie litten dabei unter anderem unter den überraschend schwachen Quartalszahlen von Goldman Sachs. Die CS bleibt zudem wegen der anstehenden Generalversammlung im Gespräch. Am Vorabend hatte der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS seine Empfehlungen dazu leicht angepasst: So lehnt er den Vergütungsbericht als Ganzes nach wie vor ab, stimmt aber einzelnen Vergütungstraktanden nun zu. Zum Börsenstart ziehen die beiden Grossbanken-Aktien aber überaschend an.

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Unter verstärkter Beobachtung sind ausserdem Swisscom (-0,3 Prozent). Der Telekomkonzern sieht sich einmal mehr mit einer negativen Analysteneinschätzung konfrontiert. So hat Barclays das Kursziel deutlich gesenkt und die Einstufung 'Underweight' bestätigt. Der Analyst ist bei den anstehenden Quartalszahlen vor allem auf den Ausblick gespannt, der gemäss seiner Einschätzung den diversen Produktaktionen der Konkurrenz Rechnung tragen müsste.

Ins Blickfeld rücken zudem die Blue Chips, zu denen es am Donnerstag Zahlen gibt: Es sind dies nebst ABB die schwergewichtigen Nestlé (-0,1 Prozent) sowie Kühne+Nagel (unv.). Zu letzteren gab es am Vorabend die Meldung, dass in Schottland für das Öl- und Gasgeschäft ein neuer Ableger eröffnet wurde.

Die Pharmaschwergewichte Novartis (-0,1 Prozent) und Roche (+0,2 Prozent) entwickeln sich unterschiedlich. Roche wird am Fachkongress der American Academy of Neurology neue Daten zu seinem kürzlich zugelassenen Mittel Ocrevus vorstellen. Diese würden die Wirksamkeit und Sicherheit des Mittels in der Behandlung von multipler Sklerose nochmals untermauern, teilte die Gesellschaft mit.

Am breiten Markt hat die Jungfraubahn den Jahresabschluss 2016 vorgelegt und die Immobiliengesellschaft Hiag einen Vermietungserfolg vermeldet. Zudem rückt der Abschied der Gategroup von der Börse näher: Die Papiere werden laut den neusten Angaben per 27. April dekotiert, nachdem die Gesellschaft im letzten Dezember von der chinesischen HNA-Gruppe übernommen worden war.

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8:10

Der SMI sinkt vorbörslich um 0,3 Prozent auf 8504 Punkte. Besonders unter Druck sind die Banken Credit Suisse (-0,2 Prozent) und UBS (-0,3 Prozent). Auch die Zykliker sind tendenziell von etwas stärkeren Abgaben betroffen. Die ABB-Aktie verliert 3,6 Prozent, was sich allerdings auch durch den Ex-Dividendenhandel erklärt (zu den vorbörslichen Kursen).

Am gestrigen Dienstag war der SMI Um 1,5 Prozent gefallen. Weltweit haben sich die Anleger unsicher gezeigt: Neben der ersten Runde der französischen Präsidentenwahlen am Sonntag kommt nun dazu, dass auch Grossbritannien voraussichtlich schon am 8. Juni eine ausserplanmässige Parlamentswahl durchführt. Premierministerin Theresa May will die Position ihrer Conservative Party stärken, bevor sie den Austritt des Landes aus der EU verhandelt. Prognosen zufolge wird ihre Partei deutlich zulegen können.

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Neben der Politik richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die US-Bilanzsaison. Unter anderem öffnet die Bank Morgan Stanley ihre Bücher. Die Konkurrenten JPMorgan, Citigroup und Bank of America hatten positive Zahlen vorgelegt, während Wells Fargo und Goldman Sachs enttäuschten.

Die US-Börsen hatten am Dienstag ihre Verluste nach Börsenschluss in Europa noch etwas ausgebaut. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,5 Prozent auf 20.523 Punkte nach, der S&P-500 sank 0,3 Prozent auf 2342 Zähler. Der Nasdaq-Index verringerte sich um 0,1 Prozent auf 5849 Punkte.

In Japan hielten sich die Anleger am Mittwoch zurück. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag unverändert bei 18.417 Punkten.

(cash/AWP/Reuters)