+++Börsen-Ticker+++ - SMI sinkt wieder unter 8800 Punkte

Nach einer vorübergehenden Erholung am Vortag hat die Schweizer Börse am Donnertag wieder einen Abwärtskurs eingeschlagen.
22.11.2018 17:35
Ampel steht auf rot bei der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Ampel steht auf rot bei der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Bild: cash

17:35

Ein weiterer Tag im Minus. Der Leitindex SMI verlor 0,7 Prozent auf 8781 Punkte, nachdem er am Mittwoch um 0,8 Prozent gestiegen war. "Es gibt nicht viele positive Neuigkeiten, die das Bild ändern könnten", sagte ein Händler.

Die Standardwerte rutschten mehrheitlich ins Minus. Die grössten Kursverluste verzeichneten Banken: Die Aktien der Credit Suisse sanken um 1,6 Prozent, die der UBS um 1,2 Prozent und die von Julius Bär um 0,4 Prozent. Auch Versicherungstitel standen auf den Verkaufszetteln.

Auch von konjunktursensiblen Titeln liessen die Anleger die Finger. Die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim sanken um 1,4 Prozent und die des Elektrotechnikkonzern ABB ebenfalls 1,2 Prozent. Swatch dagegen drehten nach anfänglichen Verlusten ins Plus (+0,2%), Richemont gab 0,3 Prozent nach.

Merklich gebremst wurde der Markt von den Schwergewichten Novartis (-1%) und Roche (-0,7%).

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13:46

Der Euro hat am Donnerstag leicht zugelegt. Am frühen Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1413 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Gegenüber dem Schweizer Franken notiert der Euro 1,1351 und damit ebenfalls etwas höher. Der Dollar notiert zum Franken kaum verändert auf 0,9946. In den USA sind die Märkte wegen des Feiertags "Thanksgiving" geschlossen. Deutlich zugelegt hat derweil das britische Pfund.

Nachrichten über eine Einigung zur Brexit-Erklärung beflügelten das Pfund. Zu allen wichtigen Währungen konnte es zulegen. EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte auf Twitter bestätigt, dass Unterhändler der britischen Regierung und der EU-Kommission sich auf den Entwurf einer politischen Erklärung zu den künftigen Beziehungen nach dem Brexit geeinigt hatten. Premierministerin Theresa May will noch am Donnerstagnachmittag zur Brexit-Erklärung im Londoner Parlament Stellung nehmen.

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13:29

Die Ölpreise haben am Donnerstag die Verluste aus dem frühen Handel ausgebaut. Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 62,99 US-Dollar. Das waren 49 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 66 Cent auf 53,97 Dollar.

Der Rückgang der Ölpreise erfolgte nach einem unerwartet starken Anstieg der Ölreserven in den USA. Am Vortag hatte die US-Regierung gemeldet, dass die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche um 4,9 Millionen auf 446,9 Millionen Barrel gestiegen waren. Analysten hatten nur einen Zuwachs von 3,4 Millionen Barrel erwartet. Es war der neunte wöchentliche Anstieg in Folge.

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12:37

Hinweis: An den US-Aktienbörsen findet hetue Donnerstag wegen des Feiertags "Thanksgiving" kein Handel statt.

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11:22

Die Einigung der Unterhändler von EU-Kommission und Grossbritannien treibt das Pfund an. Die britische Währung verteuert sich von 1,2790 auf 1,2873 Dollar. Unterhändler der EU-Kommission und Großbritanniens haben sich nach Aussagen eines EU-Vertreters auf eine Erklärung zu den künftigen Beziehungen nach dem Brexit geeinigt.

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11:13

Vor allem Banken büssten deutlich an Boden ein. Händler verwiesen auf die jüngste Eskalation des Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU-Kommission. Der SMI verlor 0,7 Prozent auf 8785 Punkte. Am Mittwoch hatte der Leitindex SMI um 0,8 Prozent auf 8842 Punkte zugelegt.

Händler erklärten, sowohl kursrelevante Unternehmensnachrichten als auch Konjunkturdaten seien dünn gesät. Angesichts des US-Feiertags Thanksgiving dürften die meisten US-Anleger dem Handel zudem fernbleiben und damit für geringere Volumen sorgen. "Es ist tote Hose", sagte ein Marktteilnehmer. Bewegungen bei den kleineren Titeln würden oftmals nur von einzelnen Aufträgen ausgelöst.

Von den 20 Schweizer Standardwerten legten lediglich die Aktien des Nahrungsmittelriesen Nestle leicht zu. Die grössten Kursverluste verzeichneten Credit Suisse mit einem Minus von 3,3 Prozent. UBS und Julius Bär wurden um rund zwei Prozent tiefer bewertet. Händler erklärten, der von der politischen Krise ausgelöste Rendite-Anstieg der italienischen Staatsanleihen sorge bei den Anlegern für Verunsicherung. Sein Land werde dem Druck der EU nicht nachgeben, sagte der italienische Vize-Regierungschef Matteo Salvini am Donnerstag. Insbesondere werde er in künftigen Diskussionen keine Forderungen nach einem Verzicht auf die Rentenreform akzeptieren. Die EU-Kommission lehnt auch den nachgebesserten Budgetentwurf aus Rom für 2019 wegen ernster Verstösse gegen EU-Regeln ab. Für Italien steht damit eine Strafe von bis zu 3,4 Milliarden Euro im Raum.

Auch von konjunktur-empfindlichen Titeln liessen die Anleger die Finger. Die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim sackten 1,8 Prozent ab und der Elektrotechnikkonzern ABB verlor 1,5 Prozent an Wert. Swatch gaben 1,2 Prozent auf 296 Franken nach. RBC nahm das Rating für den Uhrenkonzern auf Sector Perform von Outperform zurück und senkte das Kursziel auf 370 von 450 Franken.

Bei den Nebenwerten büssten AMS weitere 4,7 Prozent auf 26,11 Franken ein, nachdem die UBS das Kursziel auf 30 von 65 Franken mehr als halbiert hatte. Dagegen sorgte die Kaufempfehlung der Bank Vontobel beim Verpackungsmaschinenhersteller Bobst für ein Plus von 2,4 Prozent. Nach einem Gewinnanstieg von zwölf Prozent im ersten Halbjahr rückten die Aktien des Komponentenherstellers Carlo Gavazzi um 2,5 Prozent vor. Die Titel des Stromunternehmens Energiedienst Holding litten dagegen unter einer Gewinnwarnung und sanken um rund 1,5 Prozent.

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09:10

Die Schweizer Börse startet leicht negativ in den Donnerstags-Handel. Die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS geben deutlich nach. Der Swiss Market Index (SMI) gibt unmittelbar nach Börseneröffnung 0,3 Prozent auf 8814 Punkte nach. Wegen des Feiertages "Thanksgiving" bleibt die Wall Street an diesem Donnerstag geschlossen und wird am morgigen Freitag nur für eine verkürzte Handelsspanne geöffnet. Damit fehlten dem Markt wichtige Impulse, heisst es im Handel. Auch die gemischten Vorgaben erschweren eine Orientierung.

Zu den grössten Verlierern im Leitindex gehören ABB (-1,1 Prozent), LafargeHolcim (-1,0 Prozent) sowie die beiden Grossbanken Credit Suisse (-2,3 Prozent) und UBS (-1,4 Prozent). UBS-Aktien hatten zur Wochemitte noch zu den Favoriten gehört. Ausserdem verweisen Händler auf den japanischen Markt, wo vor allem Bankaktien an diesem Vormittag schwach tendierten.

Roche (+0,3 Prozent) hatte am Vorabend von der US-Gesundheitsbehörde FDA noch ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für das Krebsmittel Venclexta erhalten. Die anderen beiden SMI-Schwergewichte Novartis (-0,2 Prozent) und Nestlé (-0,3 Prozent) notieren leicht im Minus.

Dufry-Aktien gewinnen 0,4 Prozent hinzu. Der Reisedetailhändler errichtet am Flughafen Zürich fünf weitere Hudson-Geschäfte. Ein entsprechender Vertrag zwischen Dufry und der Flughafen Zürich AG sei unterzeichnet worden.

Abgestossen werden nach Zahlen die Titel von Carlo Gavazzi (-2,9 Prozent). Der Automationstechniker konnte die Gewinnerwartungen der Analysten nicht erfüllen.

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08:55

An den asiatischen Börsen haben sich die Anleger am US-Feiertag Thanksgiving nicht allzu weit aus dem Fenster gelehnt. In Japan waren am Donnerstag vor allem defensive Werte aus den Sektoren Verkehr und Immobilien gefragt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gewann 0,7 Prozent auf 21.646 Punkt.

Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,8 Prozent zu. In Japan bleibt die Börse am Freitag feiertagsbedingt geschlossen. Investoren warten darauf, wie der US-Einzelhandel am "Black Friday" abschneidet, der einen Tag nach Thanksgiving mit Rabatten lockt. "Investoren werden darüber am Montag reden, denn es wird eine gute Indikation für das US-Konsumverhalten sein und wird die Richtung für die Aktienmärkte vorgeben", sagte Stratege Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. In China notierten die grossen Indizes am Donnerstag schwächer. Händlern zufolge bremste der anhaltende Handelskonflikt mit den USA die Börsen aus.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) gibt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,1 Prozent nach. Im gestrigen Handel legte der Leitindex 0,8 Prozent auf 8841 Punkte zu.

Wegen des "Thanksgiving"-Feiertages in den USA sind die Impulse rar. Denn in New York bleibt die Börse geschlossen und wird am Freitag nur vormittags geöffnet sein. Doch auch in Europa stehen auf der Unternehmens- und auch der Konjunkturseite kaum grosse marktbewegenden Daten an. Die EZB legt das Protokoll der letzten Notenbank-Sitzung vor. Möglicherweise gibt es weitere Hinweise zur Einschätzung der Währungshüter in Sachen Haushaltsstreit Italien gegen die EU-Kommission, denn im Oktober hatte EZB-Chef Mario Draghi sich besorgt über die Entwicklung gezeigt. Zudem dürften Anleger kurz vor dem EU-Gipfel am Wochenende verstärkt auf die Brexit-Verhandlungen schauen. Weiterhin scheint ein Misstrauensvotum gegen Premierministerin Theresa May möglich zu sein.

Sämtliche SMI-Werte sind vorbörslich leicht im Minus, in der engen Spanne von minus 0,07 bis minus 0,15 Prozent.

Etwas Bewegung gibt es im Mid-Caps-Bereich: Ceva legen 0,5 Prozent zu, nachdem der Deutschland-Chef ausgetauscht wurde. Noch klarer das Plus bei Dufry (+1,4 Prozent). Der Reisedetailhändler hat den Zuschlag für fünf weitere Hudson-Geschäfte am Flughafen Zürich erhalten.

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07:50

Die Ölpreise sind am Donnerstag im frühen Handel leicht gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 63,35 US-Dollar. Das waren 13 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls geringfügig um sechs Cent auf 54,57 Dollar.

Die Hauptfrage, die am Ölmarkt momentan bewegt, ist die künftige Förderpolitik des Ölkartells Opec. Fachleute sehen den Rohölmarkt derzeit als überversorgt an, weil wichtige Produzenten ihre Förderung in Erwartung harter US-Sanktionen gegen den Iran hochgefahren haben. Weil die Sanktionen der USA aber weitaus schwächer ausgefallen sind als erwartet, sind die Erdölpreise in den vergangenen Wochen stark gesunken. Das ruft die Förderländer auf den Plan.

So hat sich der Ölriese Saudi-Arabien bereits für eine Förderkürzung ausgesprochen, der ebenfalls grosse Produzent Russland hingegen nicht. Zusätzlich erschwert wird die Lage durch US-Präsident Donald Trump, der die Saudis am Mittwoch für ihre preisdämpfende Förderpolitik gelobt hat. Sollte die Opec ihre Produktion Anfang Dezember aber kürzen, dürfte das den Unmut Trumps hervorrufen.

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06:35

In Tokio notierte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,5 Prozent höher bei 21'615 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index bewegte sich mit 1,1615 Punkten nicht von der Stelle. Händler erklärten die fehlende Bewegung mit einer abwartenden Haltung vieler Investoren vor dem "Black Friday"-Verkaufstag in den USA. In Japan sind ist die Börse am Freitag wegen eines Feiertags geschlossen.

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06:30

Am Devisenmarkt in Fernost legte der Euro zum Dollar leicht zu und notierte bei 1,1397 Dollar. Zum Yen zeigte sich die US-Devise leicht erholt und notierte bei 113 Yen.

(cash/AWP/Reuters)