+++Börsen-Ticker+++ - Starke Firmenbilanzen geben US-Börsen Auftrieb

Positive Firmenbilanzen haben die Anleger am Donnerstag zum Einstieg in den US-Aktienmarkt ermutigt. Besonders gefragt waren der Netzwerkausrüster Cisco und der Supermarktriese Walmart.
16.05.2019 22:45
Am Donnerstag mit Speed unterwegs an der Wall Street: die Cisco-Aktie.
Am Donnerstag mit Speed unterwegs an der Wall Street: die Cisco-Aktie.
Bild: Bloomberg

22:45

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verabschiedet sich 0,8 Prozent fester auf 25'862 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückt 0,9 Prozent auf 2876 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöht sich um 1 Prozent auf 7898 Punkte.

Zu den Favoriten an der Wall Street gehörte Cisco mit einem Kursplus von 6,7 Prozent. Trotz eines schwierigen Branchenumfelds habe der Netzwerkausrüster ein Quartalsergebnis über den Markterwartungen vorgelegt, lobt Analyst Paul Silverstein vom Vermögensverwalter Cowen. Auch der Ausblick sei optimistischer als erwartet.

Bei den Papieren von Walmart griffen Investoren ebenfalls zu. Die Aktien verteuern sich um 1,4 Prozent. Der US-Detailhandelsriese profitierte von einem starken Oster-Geschäfts.

Unbehagen bereitete Investoren laut Börsianern die Entscheidung von US-Präsident Trump, amerikanischen Telekomfirmen den Kauf von Ausrüstungsteilen zu verbieten, von denen ein Risiko für die nationale Sicherheit ausgehen könnte. Dieser Schritt zielt auf den chinesischen Zulieferer Huawei.

Der Huawei-Bann setzte US-Zulieferern des chinesischen Unternehmens zu: Die Papiere von Qualcomm geben 3,5, die von Broadcom 2,3 Prozent nach. Der Philadelphia-Halbleiter-Index sinkt um 1,7 Prozent.

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17:40

Die Schweizer Börse legt am Donnerstag kräftig zu. Grund dafür sind vor allem ermutigende Signale im Handelsstreit zwischen den USA und China. Der Leitindex SMI steigt bis Handelsschluss um 1,9 Prozent auf 9661 Zähler. US-Präsident Donald Trump will die Entscheidung über Strafzölle auf europäische Autos Insidern zufolge um bis zu sechs Monate verschieben. Zudem stellten die USA die Fortsetzung der Handelsgespräche mit China in der kommenden Woche in Aussicht.

Die Pharmatitel profitieren von guten Nachrichten: Roche hat in den USA grünes Licht für den Einsatz einer Medikamentenkombination gegen Leukämie erhalten und einen Erfolg bei der Tumorbekämpfung bei Kindern und Jugendlichen erzielt. Die Genussscheine legen 2,6 Prozent zu. Die Aktien der Konkurrentin Novartis klettern um 1,9 Prozent.

Die Titel des dritten Indexschwergewichts Nestlé legen 1,8 Prozent zu und steigen auf ein Rekordhoch von 100,42 Franken. Der Lebensmittelkonzern will seine Hautpflegesparte für gut zehn Milliarden Franken an Finanzinvestoren verkaufen.

Die Alcon-Anteile legen 1,6 Prozent zu, obwohl Kosten in Zusammenhang mit der Abspaltung der Augenheilfirma von Novartis im ersten Quartal zu einem Betriebsverlust geführt hatten.

Die Titel von Sunrise ziehen 3,7 Prozent an. Der Telekomanbieter hat seine Gewinnprognose leicht angehoben und hält an der geplanten milliardenschweren Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC Schweiz fest.

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16:00

Positive Firmenbilanzen ermutigen Anleger zum Einstieg in den US-Aktienmarkt. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 steigen zur Eröffnung um bis zu 0,7 Prozent. Einen leichten Zusatzschub erhalten die Kurse von positiven US-Wirtschaftsdaten. Das Konjunkturbarometer der Federal Reserve von Philadelphia verdoppelte sich auf 16,6 Punkte. Analysten hatten lediglich mit einem geringen Plus gerechnet.

Der anhaltende Zollstreit zwischen den USA und China bremse den Kursanstieg an den Börsen allerdings, sagt Anlagestratege Mike Bell von der Vermögensverwaltung der US-Bank J.P. Morgan. "So lange wir hier keine klare Lösung bekommen, wird den Märkten wegen der unklaren Aussichten der Wind weiter ins Gesicht wehen."

Zu den Favoriten an der Wall Street gehört Cisco mit einem Kursplus von gut 4 Prozent. Trotz eines schwierigen Branchenumfelds habe Netzwerkausrüster ein Quartalsergebnis über den Markterwartungen vorgelegt, schreibt Analyst Paul Silverstein vom Vermögensverwalter Cowen. Auch der Ausblick sei optimistischer als erwartet.

Auch bei den Papieren von Walmart greifen Investoren zu. Sie verteuern sich um 2 Prozent. Der US-Detailhandelsriese übertraf unter anderem wegen eines starken Oster-Geschäfts bei Umsatz und Gewinn im vorigen Quartal die Markterwartungen.

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14:10

Der Schweizer Aktienmarkt baut seine Gewinne sukzessiv aus. Am frühen Nachmittag bewegt sich der Leitindex SMI auf Tageshoch. Händler sehen verschiedene Gründe für die Erholung. So sei nach den jüngsten Kursverlusten die Zeit für eine Gegenbewegung gekommen, heisst es etwa.

Gegen 14.10 Uhr gewinnt der SMI 1,0 Prozent auf 9575 Punkte hinzu. Das Tageshoch steht bei 9585 Punkten. Auch für den SLI und den SPI geht es aktuell um jeweils rund 1 Prozent aufwärts.

Auch in Europa sind die wichtigsten Indizes wie DAX und FTSE mittlerweile klar im Plus. Sie hatten bis zum Mittag noch moderate Verluste verbucht. Händler verweisen zudem auf die Wall Street. Dort deuten die Futures aktuell ein Plus von mehr als 100 Punkten für den Leitindex Dow Jones zum Auftakt an.

Neben der Gegenreaktion auf die Verluste der vergangenen Woche meint ein Händler auch, dass die Aussicht auf eine Verschiebung der geplanten US-Zölle auf Autos für eine gewisse Erleichterung sorge. Sie scheint damit gegenüber dem sonst wieder verschärften Ton der USA China gegenüber die Oberhand zu gewinnen.

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11:40

Der Schweizer Aktienmarkt knüpft bis Donnerstagmittag mit gedrosseltem Tempo an seine Vortagesgewinne an. Händler sprechen allerdings von einem impulsarmen Handel: Unter anderem werfe der kleine Eurex-Verfall am morgigen Freitag schon seine Schatten voraus. Auch die Nachrichtenlage sei eher durchwachsen, heisst es von Händlern.

Der SMI steht gegen 11 Uhr 0,4 Prozent höher bei 9514 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI notiert bei 1477 Zählern um 0,3 Prozent im Plus, und der breite SPI gewinnt 0,4 Prozent auf 11'513 Punkte hinzu.

Zu den grössten Gewinnern zählen am Vormittag die Aktien von SchindlerPartners Group und Logitech, die zwischen 0,8 und 1,5 Prozent steigen. Beim Lift- und Rolltreppenspezialisten Schindler verweisen Händler auf Berichte über ein Interesse des Rivalen Kone am Aufzugsgeschäft von Thyssenkrupp.

Nach einem etwas leichteren Start vollzog mittlerweile auch das dritte Schwergewicht, Nestlé, mit +0,3 Prozent eine Kehrtwende in die Gewinnzone.

Im breiten Markt fallen derweil die Titel von Sunrise (+3,2%) nach Zahlen positiv auf. Der Telekomkonzern hat im ersten Quartal zwar weniger umgesetzt, aber mehr verdient. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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10:15

Spekulationen auf einen baldigen Sturz von Premierministerin Theresa May setzen im Pfund Sterling zu. Die britische Währung verliert am Donnerstag 0,2 Prozent und ist mit 1,2822 Dollar so billig wie zuletzt vor drei Monaten.

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09:10

Der SMI steigt zum Handelsstart um 0,1 Prozent auf 9493 Punkte. Die Vorgaben aus Übersee geben wenig Orientierungshilfe: Während die Wall Street im Plus geschlossen hatte, tendieren die asiatischen Börsen uneinheitlich.

Zwar sind Investoren einerseits erleichtert, dass US-Präsident Donald Trump die Entscheidung über Autozölle um bis zu sechs Monate verschieben will, gleichzeitig hat er aber die Spannungen zu China weiter angeheizt. Er hat den nationalen Notstand in der Telekommunikation erlassen, womit er der US-Regierung per Dekret umfassende Möglichkeiten einräumt, gegen ausländische Telekom-Unternehmen vorzugehen. Wie Händler erklären, wird dies als Schritt gegen China und das dort angesiedelte Unternehmen Huawei interpretiert.

Nestlé steht praktisch unverändert da. Der Konsumgüterkonzern verhindert mit seinem vorbörslichen Plus von 0,4 Prozent denn auch, dass der Leitindex vorbörslich noch tiefer steht. Auslöser für die Gewinne ist die Nachricht, dass Nestlé seine Hautpflegesparte für rund 10 Milliarden Franken an ein Konsortium verkaufen könnte.

Roche (+0,4 Prozent) und Novartis (+0,1 Prozent) ziehen etwas an. 

Dagegen geben die Aktien von Börsenneuling Alcon - nach ihrer erstmaligen Zahlenpräsentation nach der Abspaltung von Novartis - um 0,2 Prozent nach. In der Nacht auf Donnerstag hatte die ehemalige Augenheilsparte des Pharmakonzerns über die Umsatz- und Gewinnentwicklung im ersten Quartal berichtet. Analysten zeigen sich in ihren ersten Reaktionen vor allem von der Entwicklung des Bereichs für augenchirurgische Produkte angetan.

Neben Alcon geben auch die Grossbanken UBS und CS vorbörslich um je etwa 0,5 Prozent, Swatch verlieren 0,6 Prozent. Die letzteren beiden Unternehmen reagieren wegen ihrer höheren Abhängigkeit vom asiatischen Markt in der Regel stärker auf Nachrichten zum Handelsstreit zwischen den USA und China.

Auffällig sind zudem noch die Titel von Sunrise im breiten Markt (+2,4 Prozent) nach Zahlen. Der Telekomkonzern hat im ersten Quartal zwar weniger umgesetzt, aber mehr verdient. Als solide bezeichnen etwa die Experten von J.P. Morgan den Zahlenausweis.

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08:10

Der Swiss Market Index wird vorbörslich 0,04 Prozent tiefer geschätzt. Nur die Aktie von Nestlé tendiert dabei im Plus. Der Nahrungsmittelkonzern steht offenbar kurz vor dem Verkauf seiner Hautpflege-Sparte für rund 10 Milliarden Franken. Am breiteren Markt steigt die Aktie von Sunrise 0,8 Prozent.

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07:50

Die Ölpreise sind am Donnerstag gestiegen und haben damit an die Gewinne vom Vortag angeknüpft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 72,07 Dollar. Das waren 30 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 31 Cent auf 62,33 Dollar.

Marktbeobachter erklärten den jüngste Preisanstieg mit der Entwicklung der US-Lagerbestände. Am Vortag war bekannt geworden, dass die Benzinreserven in den USA in der vergangenen Woche um 1,2 Millionen Barrel gesunken waren. Das ist etwa drei Mal so viel wie am Markt erwartet worden war. Dagegen waren die amerikanischen Ölreserven überraschend gestiegen.

Seit mittlerweile drei Tagen geht es mit den Ölpreisen aufwärts. Als Ursache gelten Spannungen in der ölreichen Region am Persischen Golf. Zuletzt gab es Berichte über Sabotageakte auf saudi-arabische Öltanker nahe der Strasse von Hormus. Ausserdem waren am Dienstag in Saudi-Arabien nach offiziellen Angaben zwei Ölpumpstationen von bewaffneten Drohnen angegriffen worden.

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06:20

Der japanische Leitindex Nikkei fällt um 1,1 Prozent auf 20'970 Punkte. Der breiter gefasst Topix gibt 0,8 Prozent auf 1532 Zähler nach. Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China belaste den Markt, sagten Händler. Zudem drückten schwache US-Konjunkturdaten wie ein Umsatzrückgang bei den Einzelhändlern auf die Stimmung. "Die meisten Investoren haben damit gerechnet, dass die US-Wirtschaft stark ist, da war das ein Schock", sagte Hiroyuki Ueno, Marktstratege bei Sumitomo Mitsui Trust Asset Management.

Bei den Einzelwerten standen Banken im Fokus. Nach einem Gewinnrückgang trennten sich Anleger von Papieren der Mitsubishi UFJ Financial Group, die über 3 Prozent an Wert verloren. Die Aktien von Japan Display brachen bis zu 11 Prozent ein. Der ins Straucheln geratene Apple-Zulieferer kommt aus den roten Zahlen nicht raus und verzeichnete das neunte Quartal in Folge einen Verlust.

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06:15

Am fernöstlichen Devisenmarkt handelt der Euro bei 1,1305 Franken. Zum Dollar steht der Franken bei 1,0080.

(cash/Reuters/AWP)