+++Börsen-Ticker+++ -  Steigende Zinsen vermiesen an der Wall Street die Stimmung

Das Fed-Protokoll hat die Anleger an der Wall Street am Mittwoch einige Nerven gekostet. Die Aussicht auf steigende Leitzinsen in den USA bremste die Aktienkurse im späten Handel komplett aus.
21.02.2018 22:35
Ein Trader an der Börse in New York blickt sorgenvoll auf die Bildschirme.
Ein Trader an der Börse in New York blickt sorgenvoll auf die Bildschirme.
Bild: Bloomberg

22:30

Dow Jones Industrial büsste am Ende 0,67 Prozent auf 24 797,78 Punkte ein - nachdem er zuvor noch um bis zu 1 Prozent zugelegt hatte.

"Laut einer Mehrheit der Teilnehmer erhöht der stärkere wirtschaftliche Ausblick die Wahrscheinlichkeit für weitere graduelle Leitzinsanhebungen", hiess es im Protokoll der Sitzung der Notenbanker von Ende Januar. Die meisten Fed-Mitglieder verwiesen auf die wirtschaftliche Dynamik.

Nach der Veröffentlichung des Protokolls waren die Börsenindizes zunächst noch auf Tageshöchstkurse gestiegen. Als dann jedoch am US-Anleihemarkt die Renditen kräftig stiegen, büssten die Aktienkurse ihre Aufschläge wieder ein. Die Rendite zehnjähriger US-Papiere erreichte den höchsten Stand seit Anfang 2014. Damit verlieren Aktien im Verhältnis zu Anleihen an Attraktivität. Zudem können steigende Kapitalmarktzinsen die Profitabilität der Unternehmen schmälern.

Der S&P 500 Index verlor 0,55 Prozent auf 2701,33 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gab um 0,30 Prozent auf 6759,26 Zähler nach. Hier waren Internet-Schwergewichte wie Alphabet , Facebook , Netflix und Amazon besonders gut unterwegs. Letztere überwanden im Tagesverlauf erstmals in ihrer Börsengeschichte die Marke von 1500 Dollar.

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21:21

Die Aktie von Amazon ist am Mittwoch an der US-Börse erstmals über die Marke von 1500 Dollar geklettert. Im späten Geschäft kosteten die Anteilsscheine des weltgrößten Online-Händlers vorübergehend 1503,49 Dollar. Damit erhöhte sich die Marktbewertung des US-Konzerns auf rund 726 Milliarden Dollar. Erst am 26. Januar hatte die Amazon-Aktie erstmals die Marke von 1400 Dollar geknackt.

Der boomende Onlinehandel und ein stark wachsendes Cloud-Geschäft hatten Amazon im Weihnachtsquartal zu einem Rekordumsatz verholfen. Die Erlöse stiegen um 38 Prozent auf 60,5 Milliarden Dollar. Etliche Banken setzten daraufhin ihre Kursziele für Amazon nach oben.

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17:30

Die Schweizer Börse hat sich am Mittwoch wenig verändert gezeigt. Im Fahrwasser der fester startenden Wall Street machte der Markt anfängliche Verluste wieder wett.  Der Leitindex SMI notierte zum Schluss mit 8989 Punkten ganz knapp über dem Vortagsniveau. Wenige Stunden vor der Veröffentlichung des Protokolles der jüngsten Offenmarktsitzung der US-Notenbank verlief hielten sich die Anleger aber meist bedeckt, sagten Händler. Viele Kurse muteten daher etwas zufällig an.

Bei den Standardwerten hielten sich Gewinner und Verlierer die Waage. Die stärksten Einbussen verzeichneten die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB mit einem Minus von 0,6 Prozent. Die Pharmaschwergewichte Novartis und Roche sowie der Pharmazulieferer Lonza verloren 0,2 bis 0,4 Prozent an Wert.

Die Anteile von Nestle, einem weiteren SMI-Riesen, ermässigte sich um 0,2 Prozent.

Am breiten Markt sanken die Temenos-Aktien um 1,2 Prozent. Der Bankensoftware-Anbieter kommt bei der 1,4 Milliarden Pfund schweren Übernahme des britischen Mitbewerbers Fidessa voran.

Den ausführlichen SMI-Schlussbericht lesen Sie hier.

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16:20

Nach dem zehnprozentigen Kurssturz vom Dienstag geht es mit Walmart weiter in den Keller: Die Aktien verlieren 1,7 Prozent auf 92,52 Dollar, womit sie im Dow Jones die rote Laterne halten. Zahlreiche Analysten hatten nach der Bilanzvorlage ihre Kursziele gesenkt.

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15:45

Vor der Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der US-Notenbank Fed am Abend (MEZ) haben sich die Anleger an der Wall Street zurückgehalten. Der Dow Jones kam zur Eröffnung kaum vom Fleck und notierte bei 25.024 Punkten 0,2 Prozent höher. Damit machte er nur einen kleinen Teil der Verluste vom Dienstag gut. Der S&P500 stieg um 0,3 Prozent auf 2725 Stellen, der Nasdaq-Composite legte 0,5 Prozent auf 7272 Zähler zu.

"Viele hoffen, aus der Mitschrift (des Fed-Protokolls) herauslesen zu können, wie oft und wie stark die Fed noch an der Zinsschraube drehen wird", sagte ein Börsianer. Die Fed hatte bei ihrer Sitzung Ende Januar die Zinsen unverändert gelassen, aber weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Anfang Februar hatten Spekulationen auf eine stärkeren Preisantrieb damit höheren Zinsen zu einem Ausverkauf an der Wall Street und an anderen Börsen geführt.

"Die Investoren neigen derzeit dazu, eher drei bis vier Zinserhöhungen in diesem Jahr zu erwarten als nur zwei oder drei", sagte Craig Erlam, Marktanalyst beim Online-Broker Oanda. Der Chef der Fed von Philadelphia, Patrick Harker, sagte, er halte noch zwei Zinserhöhungen im laufenden Jahr für angemessen.

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12:50

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch bis zum Mittag die Verluste des frühen Handelsgeschäfts ausgebaut. Damit entfaltet sich das Geschehen an der hiesigen Börse im Einklang mit anderen europäischen Märkten. Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 11.55 Uhr 0,63% auf 8'924,71 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), der die grossen Werte weniger stark gewichtet, büsst 0,53% auf 1'471,06 ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,6% auf 10'270,89 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 26 im Minus.

Das Quartett der Kursgewinner besteht aus Dufry (+0,4%), Clariant (+0,4%), Partners Group (+0,3%) und Adecco (+0,1%).

Die geringsten Kursverluste weisen Richemont (-0,1%) vor Swatch und LafargeHolcim mit je -0,2% aus. Richemont sollen gemäss Händlerangaben vor einer Wiederentdeckung stehen.

Die Schlusslichter sind Molecular Partners (-2,9%), CPH (-2,9%) und IVF Hartmann (-2,8%). CPH hatte gestern das Geschäftsergebnis 2017 veröffentlicht.

Den ausführlichen SMI-Mittagsbericht lesen Sie hier.

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12:35

Die Ölpreise sind am Mittwoch unter Verkaufsdruck geraten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete gegen Mittag 64,92 US-Dollar. Das waren 33 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 53 Cent auf 61,26 Dollar.

Rohstoffexperten der Commerzbank sehen eine Ursache für die fallenden Ölpreise in der Kursentwicklung am Devisenmarkt. "Die Ölpreise können sich dem festen US-Dollar nicht entziehen und geben in der Folge merklich nach", hiess es in einer Einschätzung zum Marktgeschehen. Zuletzt war der Kurs der amerikanischen Währung gestiegen. Dies macht das in Dollar gehandelte Rohöl in Ländern ausserhalb des Dollarraums teurer und bremst die Nachfrage.

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10:42

Das Pfund fällt nach britischen Arbeitsmarktdaten auf ein Tagestief von 1,3937 Dollar. Zuvor hatte es bei 1,3972 Dollar gelegen. Die Arbeitslosenquote war im Zeitraum Oktober bis Dezember zum ersten Mal seit knapp zwei Jahren angestiegen.

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10:20

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 10:20 Uhr 0,6% auf 8924 Punkte. Als einziger SMI-Titel stehtn LafargeHolcim im Plus (+0,7%).

Keine Stütze sind die Indexschwergewichte Novartis (-1%) und Roche (-1%), die hinter ABB (-1,1%) die Schlusslichter im Index bilden. Auch das dritte Indexschwergewicht Nestlé gibt 0,5% nach.

Am breiten Markt stehen weiter Temenos (-0,2%) im Fokus. Mit der britischen Fidessa wurde eine Einigung für eine Übernahme erzielt und zur Finanzierung wird eine Kapitalerhöhung geprüft. Das fusionierte Unternehmen wäre 2017 auf einen Jahresumsatz von 1,2 Mrd USD gekommen.

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09:25

Der SMI fällt nach Handelsbeginn um 0,36 Prozent auf 8950 Punkte. Schon die Vorgaben aus den USA liessen für den heutigen Börsentag hierzulande nicht viel Gutes erwarten. Nach dem feiertagsbedingt handelsfreien Montag büsste der Dow Jones Industrial am Dienstag nämlich gut 1 Prozent ein. Zudem wird heute das Protokoll der letzten Fed-Sitzung veröffentlicht, das zwar keine Überraschungen bergen sollte, dennoch aber das Thema Zinsen erneut aufs Tapet bringen dürfte. Hierzulande fehlt es seitens der Unternehmen an impulsgebenden Nachrichten.

An der Wall Street habe sich nach den starken Gewinnen in der vergangenen Woche ein wenig der Verdacht verbreitet, dass nun erst einmal wieder die Zeit für Gewinnmitnahmen gekommen sein könnte, meinte ein Händler. Da es den Börsen in Europa an Eigenständigkeit fehle, dürften sich diese dem Trend in den USA anschliessen.

Lichtblick am Schweizer Markt sind Zurich Insurance, die um 0,23 Prozent zulegen. Für die Zurich-Aktien hat JPMorgan die Bewertung auf Overweight von Neutral angehoben und das Kursziel auf 375 von 317 Franken erhöht. Der zuständige Analyst rechnet mit steigenden Gewinnen und Verbesserungen in der Farmers-Sparte. Auch für die Credit Suisse gab es eine Kurszielanhebung und zwar durch Goldman Sachs (auf 21,50 von 20,60 Franken). Dennoch geben die Titel um 0,57 Prozent nach. UBS und Julius Bär büssen um 0,17 Prozent respektive 0,42 Prozent ein.

 

 

LafargeHolcim (+0,07 Prozent) baut über die Tochter Ambuja Cement im Norden von Indien für rund 200 Mio CHF ein neues Zementwerk im Bundesstaat Rajasthan. Mit einer Kapazität von rund 3,1 Mio Tonnen Klinker wird ab 2020 unter anderem auch die Region Delhi versorgt.

Ebenfalls im Plus mit 0,02 Prozent resp. 0,14 Prozent büssen Swatch und Richemont ein. Für Swatch hat die Royal Bank of Canada ein höheres Kursziel von 440 Franken (zuvor 425) gesetzt. Der Uhrenhersteller gehöre zu den Werten, die seit Jahresbeginn das beste Momentum mit Blick auf die Konsenserwartungen für Umsatz und EBIT gezeigt hätten, heisst es.

Keine Stütze sind die drei Indexschwergewichte Nestlé (.0,40 Prozent), Novartis (-0,72 Prozent) und Roche (-0,51 Prozent), die ebenfalls nachgeben. Nestlé USA erhält mit Steve Presley einen neuen CEO und 'Market Head'.

Temenos-Deal: Das Übernahmeangebot steht

Am breiten Markt stehen weiter Temenos (-0,52 Prozent) im Fokus. Mit der britischen Fidessa wurde eine Einigung für eine Übernahme erzielt und zur Finanzierung wird eine Kapitalerhöhung geprüft. Das fusionierte Unternehmen wäre 2017 auf einen Jahresumsatz von 1,2 Mrd Dollar gekommen. Der Zusammenschluss soll bereits im laufenden Jahr zu einer Gewinnverdichtung führen. Bereits am Vortag hatten die Temenos-Aktien 2,2 Prozent eingebüsst, nachdem der Bankensoftware-Entwickler bekannt gegeben hatte, er prüfe den Erwerb von Fidessa.

Bei Basilea (1,02 Prozent) könnte der Wechsel an der Unternehmensspitze für Bewegung sorgen. CEO Ronald Scott tritt in den Ruhestand und das Amt wird vom bisherigen CCO David Veitch übernommen. Zudem hat die Bank Linth (noch kein Kurs) einen höheren Gewinn ausgewiesen und rechnet auch im laufenden Jahr mit einer stabilen Entwicklung.

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08:20

Börsenschluss in Asien: In der Hoffnung auf bessere Auslandsgeschäfte sind Anleger am Mittwoch bei asiatischen Exportwerten eingestiegen. Dies verhalf dem Nikkei-Index zu einem Kursanstieg um 0,2 Prozent auf 21.970,81 Punkten. Zu den gefragtesten Unternehmen gehörten der Elektronik-Konzern Sony, der Autobauer Honda und die Chipindustrie-Zulieferer Advantest und Tokyo Electron mit Kursgewinnen von bis zu 2,8 Prozent.

Sie profitierten dabei von der Abwertung der japanischen Währung, die Waren der dortigen Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht. Ein Dollar verteuerte sich um bis zu 0,5 Prozent auf 107,90 Yen. Die chinesischen Börsen blieben wegen eines Feiertages geschlossen.

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08:15

Der Schweizer Markt fällt vorbörslich auf breiter Front. Der SMI geht um 0,2 Prozent auf 8963 Punkte zurück.

Die einzige Aktie, die im Plus steht, ist Zurich (+0,6 Prozent). Der Versicherungskonzern profitiert von der Heraufstufung durch die US-Grossbank J.P. Morgan. Bei den übrigen Aktien zeigen sich Kursrückgänge um teilweise über 0,3 Prozent. Am stärksten getroffen sind die Grossbanken und Zykliker (zur Vorbörse bei cash.ch).

 

 

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06:45

Der japanische Aktienmarkt verzeichnet Kursgewinne. In Tokio klettert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 0,4 Prozent auf 21'933 Punkte. Händler führten das auf den weitgehend stabilen Yen-Kurs zurück, der Chiphersteller und andere exportstarke Unternehmen für Anleger attraktiver mache. Kursverluste gab es hingegen für Banken und Versicherer.

Auch in anderen asiatischen Ländern waren Aktien gefragt. Der MSCI-Index für Aktien aus der Region Asien/Pazifik mit Ausnahme Japans kletterte um 0,31 Prozent.

An den Devisenmärkten blieb der Euro mit 1,2340 Dollar nahezu unverändert. Zum Yen legte die US-Währung Dollar leicht um 0,28 Prozent auf 107,60 Yen zu. Der Schweizer Franken blieb mit 0,9362 je Dollar nahezu unverändert, während er zum Euro stabil bei 1,1556 gehandelt wurde.

(cash/AWP/Reuters)