+++Börsen-Ticker+++ - Tech-Werte beflügeln die Wall Street

Kursgewinne bei Technologiewerten und zunehmender Konjunkturoptimismus haben den US-Börsen am Dienstag Auftrieb gegeben.
07.08.2018 22:45
Spannung bei den Händlern an der Wall Street am Dienstag: Der S&P 500 erreichte beinahe ein Allzeithoch.
Spannung bei den Händlern an der Wall Street am Dienstag: Der S&P 500 erreichte beinahe ein Allzeithoch.
Bild: Bloomberg

22:45

Die Papiere von Alphabet, Amazon und Microsoft legten zu und trieben damit den S&P 500 in Reichweite seines Rekordhochs. Dazu kamen die zuletzt starken Geschäftsergebnisse vieler Firmen. Das weckte die Hoffnung, dass die weltweit grösste Volkswirtschaft in einem guten Zustand ist.

Der Dow Jones schliesst 0,5 Prozent fester bei 25'628 Punkten. Der S&P 500 gewinnt 0,3 Prozent auf 2858 Zähler und ist damit nur noch ein gutes halbes Prozent von seinem Rekordhoch vom 26. Januar entfernt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewinnt ebenfalls 0,3 Prozent.

Vor allem Technologiewerte gehören zu den Gewinnern. Die Papiere der Google-Mutter Alphabet, von Microsoft oder Intel wurden zwischen 0,7 und 1,5 Prozent höher gehandelt.

Für Aufsehen sorgte Tesla: Firmenchef Elon Musk erklärte auf Twitter, er überlege, das Unternehmen vom Markt zu nehmen. Dabei nannte er einen Preis von 420 Dollar je Aktie. Die Finanzierung sei gesichert. Zudem kaufte der saudische Staatsfonds, der vom Kronprinz Mohammed bin Salman geleitet wird, in diesem Jahr einen Anteil von 3 bis 5 Prozent an dem Elektroauto-Pionier, wie die "Financial Times" unter Berufung auf Insider kurz vor dem Tweet von Musk berichtete. Die Aktien schliessen 11 Prozent fester.

Ebenfalls zu den Kursgewinnern zählen angesichts der wieder steigenden Ölpreise die im Dow gelisteten Aktien grosser Ölkonzerne wie Exxon mit einem Aufschlag von 1,4 und Chevron mit einem Plus von 0,7 Prozent. Die US-Regierung hatte die Strafmassnahmen gegen den Iran wieder in Kraft gesetzt. Berechnungen der Bank Société Générale zufolge könnten dem Weltmarkt eine Million Barrel pro Tag entzogen werden, wenn der Iran kein Erdöl mehr exportieren kann.

+++

17:40

Gute Auslandvorgaben und erfreuliche Firmenabschlüsse haben am Dienstag der Schweizer Börse Auftrieb gegeben. Angeführt wurde der Markt von den Bankaktien und konjunktursensitiven Werten. Der SMI steigt um 0,6 Prozent auf 9201 Zähler - der höchste Stand seit einem halben Jahr. Die Umsätze waren aber unterdurchschnittlich. Händler sagen, die Anleger seien dank guter Firmenergebnisse grundsätzlich positiv gestimmt. Der Volatilitätsindex des SMI, das Angstbarometer der Börse, sinkt um fast 5 Prozent.

Oerlikon erfreute die Anleger mit einem besser als erwarteten Ergebnis. Der Anlagenbauer erhöhte zudem die Jahresprognose. Die Anteile klettern 3,1 Prozent in die Höhe. Die Aktien von Galenica sind unverändert. Der Apothekenbetreiber und -belieferer hat im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang verbucht. 

Die Standardwerte tendierten mehrheitlich fester. Bankaktien zogen europaweit an. Die Anteile der Grossbanken Credit Suisse und UBS steigen um 1,7 beziehungsweise 0,8 Prozent und gleichen die Vortagesverluste wieder aus. Auch die Versicherer Zurich und Swiss Life legen zu.

benso wurden Anteile konjunkturzyklischer Firmen mehrheitlich zu höheren Kursen gehandelt. Die Adecco-Aktien legen 1,2 Prozent zu. Der Personaldienstleister veröffentlicht am Donnerstag den Bericht zum zweiten Quartal.

Am breiten Markt wurden die Aktien der GAM Holding um 5,5 Prozent höher gehandelt. Die Titel des Assetmanagers waren nach dem Abgang eines Fondsmanagers unter die Räder gekommen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Dienstag.) 

+++

15:45

Die Wall Street ist mit leichten Gewinnen in den Handel gestartet. Die Anleger schöben den Handelskonflikt beiseite und fokussierten sich auf die Firmenbilanzen, sagt Peter Cardillo, Marktanalyst beim Handelshaus First Standard Financial in New York. Von den 413 im S&P 500 gelisteten Unternehmen, die bislang ihre Zwischenberichte veröffentlicht haben, übertrafen 79,2 Prozent die Erwartungen. Sollte der Trend anhalten, wäre es Reuters-Daten zufolge die beste Berichtssaison seit Beginn der Aufzeichnungen im ersten Quartal 1994.

Der Dow Jones steigt zu Handelsbeginn um 0,4 Prozent auf 25'606 Punkte, der S&P 500 und der Nasdaq-Composite legen je etwa 0,3 Prozent zu.

Zu den Kursgewinnern zählten angesichts der wieder steigenden Ölpreise die im Dow gelisteten Aktien grosser Ölkonzerne wie Exxon und Chevron mit Aufschlägen von je etwa 1 Prozent.

Die Aktien von Office Depot legen 6,6 Prozent zu. Der Büroartikelanbieter bekräftigte ein Aktienrückkaufprogramm und wies unerwartet gute Quartalszahlen aus.

Marriott International fallen um 2,4 Prozent. Die weltweit grösste Hotelkette hatte am Montagabend Zahlen vorgelegt und dabei mit ihrem Ausblick auf die Entwicklung in Nordamerika für das laufende Vierteljahr enttäuscht.

+++

12:10

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag seine moderaten Gewinne aus der Startphase bis am Mittag leicht ausgebaut. Der SMI bewegt sich damit im Einklang mit der Mehrheit der wichtigen Aktienindizes in Europa. Die politischen Scharmützel zwischen den USA auf der einen sowie Iran und Europa auf der anderen Seite vermögen den Investoren die Kauflaune nicht zu verderben. Negative Nachrichten würden derzeit tendenziell eher ausgeblendet, heisst es dazu in Marktkreisen.

Der SMI verzeichnet am Mittag ein Plus von 0,4 Prozent und steht bei 9182 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI zieht um 0,4 Prozent auf 1502 Punkte an und der breite SPI um 0,4 Prozent auf 10'931 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln legen 22 zu.

Gesucht sind im Vorfeld der Halbjahreszahlen vom Donnerstag Adecco (+1,7%) und Zurich (+0,8%). Vifor Pharma, die das Halbjahresergebnis bereits am morgigen Mittwoch vorlegen werden, legen um 1,0 Prozent zu.

Die grössten Verluste verzeichnen SGS (-0,4%), sie werden von enttäuschenden Zahlen des Konkurrenten Intertek etwas zurückgebunden.

Im breiten Markt fallen Oerlikon (+10,6%) nach der Publikation von Quartalszahlen auf. Dagegen fallen die Aktien des Apothekenkonzerns Galenica (-1,3%) nach Halbjahreszahlen zurück. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

+++

10:35

Die Schweizer Börse zieht am Dienstag dank guter Vorgaben aus den USA und aus Fernost kontinuierlich an. Die Anleger halten sich laut Händlern aber zurück. Nach wie vor bereiten ihnen mögliche Folgen des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits und der frisch verhängten US-Sanktionen gegenüber dem Iran Kopfzerbrechen. Der SMI rückt 0,4 Prozent auf 9188 Zähler vor. Am Montag hatte sich der Leitindex um 0,1 Prozent abgeschwächt.

Im Fokus der Anleger stehen Oerlikon. Nach einem besser als erwarteten Ergebnis und der Erhöhung der Jahresprognose greifen sie zu: Die Anteile des Anlagenbauers schnellt 9,1 Prozent hoch. Oerlikon hat den Betriebsgewinn (Ebit) im zweiten Quartal auf 72 Millionen Franken mehr als verdoppelt und den Umsatz um 36,6 Prozent auf 665 Millionen Franken gesteigert und die Prognose für 2018 angehoben.

Analystenstimmen zu Halbjahresergebnis und Ausblick von Oerlikon

Dagegen fallen die Aktien von Galenica um 1,2 Prozent. Der Apothekenbetreiber und -belieferer hat im ersten Halbjahr wegen Sonderposten im entsprechenden Vorjahreszeitraum und geänderten Rechnungslegungsvorschriften einen Gewinnrückgang um 2,4 Prozent auf 56,5 Millionen Franken verbucht.

Die Standardwerte tendieren mehrheitlich fester. Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS, die am Vortag nachgegeben hatten, ziehen 1,0 beziehungsweise 0,7 Prozent an. Auch die Versicherer Zurich, Swiss Life und Swiss Re gewinnen an Wert.

Wenig verändert sind die Indexschwergewichte: Die Aktien von Nestlé und Novartis ziehen an, während sich die Roche-Scheine um leicht abschwächen.

+++

09:10

Der SMI geht mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 9163 Punkten in den Handel. Die Vorgaben aus den USA sind knapp positiv, klare Gewinne verzeichnen am Berichtstag die Börsen in Asien. Insgesamt fehlt dem hiesigen Aktienmarkt aber weiterhin eine klare Richtung, was sich nun in einer seit über einer Woche andauernden Seitwärtsphase äussert.   Einerseits verläuft die Berichtssaison bisher mehrheitlich zufriedenstellend, andererseits hemmen die politischen Ereignisse die Risikofreude der Investoren.

Bei den Bluechips fehlen fundamentale Nachrichten. Mit den Halbjahreszahlen von Vifor Pharma (+0,3 Prozent), Zurich (+0,7 Prozent) und Adecco (-0,1 Prozent) sind solche erst im weiteren Verlauf der Woche zu erwarten. Die Schwergewichte Nestlé (unverändert), Novartis (+0,1 Prozent) und Roche (-0,3 Prozent) stützen den Gesamtmarkt nur bedingt. Die Grossbanken CS (+0,7 Prozent) und UBS (+0,6 Prozent) starten über dem Gesamtmarkt. 

Im Fokus stehen nach Zahlen Galenica, welche um 2,4 Prozent abgeben. Deutlich gesucht sind dagegen Oerlikon (+9,2 Prozent), ebenfalls nach Zahlen. Daneben reagieren Genfer Kantonalbank (+1,4 Prozent) positiv auf gesteigerte Gewinnzahlen. 

08:30

Gestützt auf einen Kurssprung des Index-Schwergewichts Softbank legt der Nikkei-Index zu. Der japanische Leitindex stieg am Dienstag um 0,7 Prozent auf 22'622,74 Punkte. Rund die Hälfte dieses Anstiegs ging auf das Konto des Technologiekonzerns. Dessen Aktien stiegen zeitweise um 7,1 Prozent auf ein Neun-Monats-Hoch von 10'105 Yen. Dank des Verkaufs von Anteilen am indischen Onlinehändler Flipkart steigerte das Unternehmen seinen operativen Quartalsgewinn um knapp die Hälfte auf umgerechnet 5,6 Milliarden Euro.  

In China nutzten Anleger die Kursverluste der vergangenen beiden Wochen zum Wiedereinstieg. Die Börse Shanghai legte 1,8 Prozent zu. Der anhaltende Handelsstreit mit den USA bremse die Erholung allerdings, betonte Anlagestratege Michael McCarthy vom Brokerhaus CMC. 

+++

08:22

Die Ölpreise haben sich am Dienstag wenig bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Oktober 73,93 Dollar. Das waren 18 Cent mehr als am Montag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Lieferung im September stieg um zwei Cent auf 69,03 Dollar.

Das erneute Inkrafttreten von US-Sanktionen gegen das Opec-Land Iran konnte die Ölpreise am Morgen nicht nennenswert bewegen. Trotz des Widerstands der Europäischen Union hat US-Präsident Donald Trump umstrittene Sanktionen am frühen Morgen wieder eingeführt. Die Massnahme war aber seit längerem angekündigt. Nach wie vor werden die Ölpreise nach Einschätzung von Marktbeobachtern durch die Sorge vor einem Handelskrieg zwischen China und den USA gebremst. 

+++

08:06

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der Bank Julius Bär vorbörslich 0,1 Prozent im Plus bei 9158 Punkten. Grosse Verschiebungen ergeben sich keine, die meisten SMI-Titel steigen um 0,1 Prozent. Am breiten Markt haben Galenica (+0,1 Prozent) und Oerlikon (+4,1 Prozent) Zahlen vorgelegt. 

Ihr Augenmerk richten Anleger unter anderem auf die anstehenden Zahlen zur deutschen Industrieproduktion. 

+++

07:32

Der Kurs des Euro hat die Talfahrt der vergangenen Handelstage am Dienstag vorerst gestoppt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1557 Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Zum Wochenauftakt war der Euro noch zeitweise bis auf 1,1530 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit Ende Juni. Kaum Bewegung gibt es auch im Schweizer Franken. So hat sich der Dollar am Morgen auf 0,9964 Franken minim verbilligt, während der Euro gegenüber dem Vorabend unverändert bei 1,1515 Franken steht.

Das Inkrafttreten erneuter Sanktionen der USA gegen den Iran hatte am Morgen keine grösseren Kursreaktionen am Devisenmarkt zur Folge. Im weiteren Handelsverlauf könnten Konjunkturdaten aus Deutschland für neue Impulse sorgen. Weiter auf rasanter Talfahrt war hingegen die türkische Lira. In der Nacht auf Dienstag mussten erstmals mehr als sechs Lira für einen Euro gezahlt werden.

+++

06:45

Die Furcht vor Belastungen für die weltweite Konjunktur dämpfe den Enthusiasmus von Investoren über gute Firmenbilanzen, schrieb Chef-Marktstratege Michael McCarthy von CMC Markets in einem Kommentar. Insofern hätten sich die guten Vorgaben von der Wall Street nicht vollständig durchgesetzt.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans legte 0,2 Prozent zu. Insbesondere in China zeigten sich Anleger unsicher. Die Börse in Shanghai stieg zunächst um 0,6 Prozent, lag zuletzt aber 0,15 Prozent im Minus. In Japan notierte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,2 Prozent im Plus bei 22'563 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,1 Prozent auf 1735 Zähler. 

+++

06:36

Von dem Handelsstreit profitiert die US-Währung. Einige Analysten gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft besser mit Protektionismus umgehen kann als Schwellenländer und zudem die eingeführten Zöllen das Handelsdefizit schmälern könnte. Den Euro belasteten Aussagen des stellvertretenden italienischen Ministerpräsidenten Luigi Di Maio, demzufolge Sparen in Italien keine Priorität habe. Die europäische Gemeinschaftswährung war für 1,1561 Dollar zu haben. Zur japanischen Währung kostete ein Dollar 111,30 Yen. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9959 Franken je Dollar und 1,1517 Franken je Euro gehandelt.

(cash/Reuters/AWP)