+++Börsen-Ticker+++ - Tech-Werte belasten die US-Börsen

Die US-Börsen haben am Montag belastet von Kursverlusten bei den Hochtechnologiewerten nachgegeben. Viele Anleger sorgten sich zudem um das Verhältnis der USA zu Saudi-Arabien.
15.10.2018 22:35
Tech-Werte standen am Montag an der Wall Street unter Druck. Apple-Aktien gaben über 2 Prozent nach.
Tech-Werte standen am Montag an der Wall Street unter Druck. Apple-Aktien gaben über 2 Prozent nach.
Bild: Bloomberg

22:35

US-Präsident Donald Trump schickte seinen Aussenminister Mike Pompeo ins Königreich, um mit König Salman über den Fall des verschwundenen Journalisten Dschamal Chaschoggi zu sprechen. Der Regimekritiker ist seit einem Besuch im Konsulat seines Heimatlandes in Istanbul verschwunden.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,3 Prozent tiefer auf 25'250 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 lässt 0,6 Prozent auf 2750 Zähler Federn. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringert sich um 0,9 Prozent auf 7430 Punkte.

Im Fokus steht in New York in dieser Woche die Berichtssaison. Bank of America konnte vom Gewinnanstieg im dritten Quartal aber nicht profitieren. Die Aktien schliessen 1,9 Prozent im Minus.

Apple-Papiere fallen 2,1 Prozent. Die Analysten von Goldman Sachs sehen Signale für eine geringere Nachfrage in China nach Produkten des iPhone-Herstellers. Sears-Aktien brechen um mehr als 23 Prozent ein. Die traditionsreiche US-Kaufhauskette ist pleite. Unter dem wachsenden Druck der Online-Konkurrenz meldete das Unternehmen Insolvenz an.

Auf den Einkaufszetteln der Börsianer standen die Anteilsscheine von Harris und L3 Technologies. Die beiden US-Rüstungskonzerne wollen eine milliardenschwere Fusion eingehen. Der rein auf Aktienbasis geplante Zusammenschluss würde das sechstgrösste Rüstungsunternehmen in den USA hervorbringen. Harris-Scheine springen rund 12 Prozent in die Höhe, L3-Papiere 13 Prozent.

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17:45

Die Schweizer Börse hat am Montag an den Abwärtstrend der Vorwoche angeknüpft und nachgegeben. Schwache Vorgaben aus Asien und die schwelenden wirtschaftlichen und politischen Probleme vermiesten den Anlegern die Laune, sagen Händler. Der SMI verliert 0,1 Prozent auf 8653 Punkte. In der Vorwoche hatte der Leitindex mehr als 4 Prozent eingebüsst - das zweitschlechteste Wochenresultat in diesem Jahr. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus auf rund 8 Prozent und nur 4 der 20 SMI-Werte weisen eine positive Kursentwicklung auf.

Die Aktien von Lonza fallen um 0,6 Prozent. Der Pharmazulieferer führt mit einem Kursplus von 18 Prozent die Gewinnerliste bei den Bluechips im laufenden Jahr an.

Bei den Banken fallen die Titel der Credit Suisse vorübergehend auf ein Jahrestief, die UBS-Aktien sogar auf ein Zweijahrestief. Die  Versicherungstitel machen anfängliche Verluste meist wieder wett.

Bei den zyklischen Firmen ermässigen sich die ABB-Anteile um 0,8 Prozent. Bei 20,66 Franken erreichte der Elektrotechnikwert den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren. Die Aktien von LafargeHolcim rutschen 0,7 Prozent ab auf den tiefsten Stand seit August 2016. SGS-Titel geben 2,0 Prozent auf ein Jahrestief nach.

Am breiten Markt schiessen die Santhera-Aktien 6,7 Prozent hoch. Ein Expertenausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für den Orphan-Drug-Status des Wirkstoffs POL6014 zur Behandlung der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose gegeben. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Montag.)

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15:50

Nach den Turbulenzen in der vergangenen Woche lassen es die US-Börsen am Montag ruhiger angehen. Der Dow Jones kommt im frühen Handel kaum vom Fleck und liegt bei 25'335 Zählern. S&P 500 und der Nasdaq Composite beginnen ebenfalls wenig verändert. In der vergangenen Woche hatten der Dow und der S&P jeweils gut 4 Prozent verloren. Im Fokus stehe jetzt die Bilanzsaison, sagen Händler.

Anleger richteten bange Blick gen Saudi-Arabien. Nach einem verbalen Schlagabtausch zwischen den Regierungen in Riad und Washington fürchteten einige einen neuen Krisenherd, so Händler. Die Ölpreise legten aus Sorge vor möglichen Folgen für die Öllieferungen zeitweise etwa 1 Prozent zu. Analysten halten es aber generell für wenig wahrscheinlich, dass Saudi-Arabien die Ölversorgung als Antwort auf mögliche Sanktionen drosseln könnte.

Bei den Einzelwerten an der Wall Street stehen nach der Vorlage von Quartalszahlen Bank of America im Fokus. Die Bank hat von der US-Steuerreform, steigenden Zinsen und der boomenden Konjunktur profitiert und den Gewinn im dritten Quartal gesteigert. Die Aktien verlieren im Anfangsgeschäft dennoch 1,4 Prozent.

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12:10

An der Schweizer Börse bleibt die Lage angespannt. Nach den Turbulenzen und dem Ausverkauf der Vorwoche fiel der Leitindex SMI von Zyklikern und Finanzwerten belastet zeitweise unter die Marke von 8600 Punkten. Damit lag der Leitindex nur noch rund 220 Punkte über dem Ende Juni gesetzten Jahrestief. Auch andere europäische Indizes wie der britische FTSE 100 oder der französische CAC 40 liegen nur leicht über ihren Jahrestiefstwerten, während der DAX in Frankfurt dieses bereits letzte Woche unterschritten hatte und weiter zurückfällt.

Zur Mittagszeit hat sich der SMI wieder leicht erholt und liegt noch 0,4 Prozent tiefer bei 8627 Punkten. Das bisherige Tagestief liegt bei 8587 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt um 0,7 Prozent auf 1376 Zähler und der breite SPI um 0,4 Prozent auf 10'189 Punkte nach.

Bei den Bluechips verlieren die Papiere des Bankensoftwarespezialisten Temenos (-2,6%), die in der Vorwoche zweistellig nachgegeben hatten, weiter kräftig an Wert. Die Grossbanken Credit Suisse und UBS drücken mit Abgaben von je 0,6 Prozent auf den Markt. Am frühen Nachmittag könnten die Quartalszahlen des US-Riesen Bank of America den Sektor bewegen.

Der Halbleiterhersteller AMS büsst mit 2,8 Prozent im SLI am meisten ein. Am Freitag waren die Titel mit einem Plus von 4 Prozent noch die grossen Gewinner, was Händler auf gute Geschäftsaussichten mit dem Grosskunden Apple zurückgeführt hatten.

Am breiter gefassten Markt geht es mit Santhera um fast 12 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat von einem vorberatenden Gremium der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eine positive Stellungnahme zu einem Prüfmedikament erhalten. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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10:45

Die Schweizer Börse gibt zu Wochenbeginn nach. Schwache Vorgaben aus Asien und die zahlreichen schwelenden wirtschaftlichen und politischen Probleme hielten die Anleger von Käufen ab, sagen Händler. Der SMI fällt um 0,7 Prozent auf 8598 Punkte. In der Vorwoche hatte der Leitindex mehr als 4 Prozent eingebüsst und die zweitschlechteste Woche in diesem Jahr hingelegt.

Aus charttechnischer Sicht dürfte der Abwärtstrend noch etwas weitergehen. Die kurzfristigen Momentumindikatoren indizieren zwar eine fast überverkaufte Situation, erklären die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Durch die Entwicklung der letzten Tage sei der zuvor geltende Aufwärtstrend aber beendet worden und es sei mit weiteren Abgaben zu rechnen. Eine starke Unterstützung sehen die ZKB-Experten beim SMI-Jahrestief um 8470 Punkte. Bei 8930 Punkten stosse das Bluechip-Barometer auf Widerstand.

Diese Woche stehen die Zwischenbilanzen der Pharmakonzerne Novartis und Roche und des Lebensmittelkonzerns Nestlé auf dem Programm. Die Anteile von Novartis und Roche schwächen sich um je 0,3 Prozent ab. Die Nestlé-Aktien sinken um 0,5 Prozent.

Bei den Banken fallen die Titel der Credit Suisse um 1,4 Prozent und die der UBS um 1,2 Prozent auf neue 52-Wochen-Tiefstwerte. Versicherungstitel neigen ebenfalls zur Schwäche, die Abschläge sind aber geringer als bei den Banken.

Bei den zyklischen Firmen verliert ABB 1,9 Prozent an Wert. Bei 20,66 Franken erreichte der Elektrotechnikwert den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Die Aktien von LafargeHolcim und SGS rutschen 1,0 beziehungsweise 1,9 Prozent ab. Die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch werden um 1,6 beziehungsweise 1,3 Prozent tiefer bewertet.

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10:25

Die Aktien des Spezialitätenpharma-Unternehmens Santhera sind stark in die neue Woche gestartet. Die Papiere profitieren von einer positiven Stellungnahme eines vorberatenden Gremiums der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zum Prüfmedikament POL6014 in der Behandlung von Mukoviszidose. Dabei handelt es sich um eine seltene, lebensbedrohliche und chronisch verlaufende Erkrankung, von der in den USA und Europa etwa 70'000 Patienten betroffen sind.

Santhera rücken an der Börse um 8,7 Prozent auf 16,30 Franken vor, während der Gesamtmarkt (-0,7%) nachgibt. Bislang wechselten gut 28'000 Santhera-Papiere den Besitzer, was bereits zu diesem frühen Zeitpunkt klar über dem zuletzt durchschnittlich gehandelten Tagesvolumen liegt.

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09:10

Der SMI startet mit einem Abschlag von 0,2 bei 8643 Punkten. Die Marktlage bleibe angespannt und es bleibe die Frage, ob der Ausverkauf der letzten Woche bloss als Korrektur gewertet werden könne, oder ob es sich um eine Trendwende hin zu fallenden Märkten handle, hiess es am Markt. Nebst den noch ungelösten Fragen im Handelsstreit zwischen den USA und China beschäftigen weitere politische Themen: So ringen die EU und Grossbritannien um einen Brexit-Deal, in Italien geht es ums Budget und in Bayern sind die deutschen Koalitionsparteien geschwächt aus den Wahlen hervorgegangen.

Unter den SMI-Titeln tendiert Roche (+0,2 Prozent) im Plus, was dem Gesamtmarkt etwas Halt gibt. Die Basler haben positive Studiendaten zum Mittel Kadcyla zur Behandlung von Patienten mit frühem HER2-positivem Brustkrebs vorgelegt. Ausserdem hat auch die japanische Tochter Chugai mit dem MS-Produktkandidaten Satralizumab in den klinischen Tests Fortschritte erzielt. Die beiden weiteren Schwergewichte Nestlé (-0,2 Prozent) und Novartis (-0,4 Prozent) können sich im Gegensatz zu Roche dem anhaltenden Abwärtstrend an der Börse nicht entziehen.

Deutlicher geht es im frühen Geschäft für Zykliker wie ABB (-0,9 Prozent) oder LafargeHolcim (-0,6 Prozent) nach unten. Auch die Banken Credit Suisse (-0,6 Prozent) und UBS (-0,5 Prozent) stehen zu Wochenbeginn unter Druck. Die Versicherungsaktie Swiss Re (+0,3 Prozent) hält sich vergleichsweise gut. Am etwas breiter gefassten Markt sind keine Ausreisser zu sehen.

Positiv eröffnen die Titel des Pharmaspezialisten Santhera (+6,7 Prozent) eröffnen. Das Unternehmen hat von einem vorberatenden Gremium der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eine positive Stellungnahme zu einem Prüfmedikament erhalten.

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08:35

Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen einer erneuten Verschärfung des Handelsstreits mit den USA ziehen sich weitere Anleger aus den asiatischen Märkten zurück. Der japanische Nikkei-Index verlor am Montag 1,8 Prozent auf 22'286 Punkte, die Börse Shanghai büsste 0,7 Prozent auf 2588 Zähler ein. Nervös mache Investoren vor allem die Möglichkeit, dass die USA ihren Druck auf China und Japan verstärkt, damit diese eine weitere Abwertung ihrer jeweiligen Währungen verhindern.

Daher sei ein Ende der aktuellen Talfahrt vorerst nicht in Sicht. Je niedriger der Wechselkurs, desto grösser sind die Wettbewerbschancen von Unternehmen auf dem Weltmarkt. Bei den Unternehmen rückte Softbank ins Rampenlicht. Grund sind die wirtschaftlichen Verbindungen des Telekom-Konzerns und Technologie-Investors zu Saudi-Arabien. Das Königreich, das rund die Hälfte am Technologiefonds von Softbank hält, steht wegen des verschwundenen regimekritischen saudi-arabischen Journalisten Dschamal Chaschoggi unter Druck. Softbank-Aktien fielen um 7,5 Prozent. 

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08:23

Die Ölpreise haben am Montag zugelegt. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern hat ein Streit zwischen den USA und dem führenden Opec-Land Saudi-Arabien den Notierungen am Morgen Auftrieb verliehen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete zuletzt 81,18 Dollar. Das waren 75 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur November-Lieferung stieg um 52 Cent auf 71,86 Dollar.

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08:06

Der Swiss Market Index (SMI) wird vorbörslich von der Bank Julius Bär bei 8641 Punkten (-0,23 Prozent) berechnet. Sämtliche SMI-Titel stehen vorbörslich zwischen -0,2 Prozent und -0,4 Prozent im roten Bereich. Einzige Ausnahme ist der Pharmatitel Roche (+0,03 Prozent): Das Brustkrebs-Mittel Kadcyla hat in einer Studie die Ziele erreicht.  

Ihre Aufmerksamkeit richten Anleger unter anderem auf die US-Einzelhandelsumsätze. Von ihnen erhoffen sie sich Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten Zinserhöhungen durch die Notenbank Fed. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrössten Volkswirtschaft. Daneben startet die US-Bilanzsaison in die nächste Runde. Unter anderem legt die Bank of America Geschäftszahlen vor.

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07:46

Der Euro ist am Montag mit wenig Bewegung in die neue Handelswoche gestartet. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1552 Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Freitagabend.

Der Schweizer Franken hat indessen sowohl zum Euro als auch zum Dollar über das Wochenende ein wenig an Terrain gewonnen. Der Euro kostet derzeit 1,1441 Franken nachdem er am Freitagabend noch über der Marke von 1,1450 Franken kursierte. Und der Dollar-Franken-Kurs fällt leicht auf die Schwelle von 0,9900 Franken zurück. Am Freitag hatte sich der "Greenback" über diese Marke vorgearbeitet. Marktbeobachter sprachen von einem impulsarmen Wochenauftakt an der Währungsfront. 

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06:45

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte zum Ende des Vormittagshandels 1,39 Prozent tiefer bei 22.379 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,04 Prozent auf 1684 Zähler nach. Händler begründeten dies mit Sorgen über eine Abschwächung der chinesischen Wirtschaft, den chinesisch-amerikanischen Handelsstreit und höhere Renditen bei US-Anleihen.

Belastend wirkten auch Äusserungen von US-Finanzminister Steven Mnuchin, die USA wollten Währungsfragen in künftige Handelsabkommen einbeziehen, um Manipulationen zu verhindern. Es wurde befürchtet, die USA könnten darunter auch Marktinterventionen Japans fassen, um einen zu starken Anstieg des Yen zu verhindern.

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06:36

Der Euro wurde kaum verändert mit 1,1544 Dollar gehandelt. Zum Yen notierte die US-Währung bei 112,10 Yen. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9906 Franken je Dollar und 1,1441 Franken je Euro gehandelt.

(cash/Reuters/AWP)