+++Börsen-Ticker+++ - Trübe Stimmung an der Wall Street

Ein pessimistischer Ausblick der Chipfirma Broadcom und enttäuschende chinesische Konjunkturdaten haben US-Anlegern den Wochenausklang verdorben.
14.06.2019 22:35
Zum Wochenschluss kam die Wall Street nicht mehr in die Gänge.
Zum Wochenschluss kam die Wall Street nicht mehr in die Gänge.
Bild: Bloomberg

22:35

Der Dow-Jones-Index fällt um 0,1 Prozent auf 26'090 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gibt um 0,2 Prozent auf 2887 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verliert 0,5 Prozent auf 7797 Zähler.

Broadcom streicht wegen des Zollstreits zwischen den USA und China seine Gesamtjahresziele zusammen. Das sei kein gutes Omen für den Welthandel, sagt Christophe Barraud, Chef-Anlagestratege beim Brokerhaus Market Securities. Die Aktien von Broadcom brechen an der Wall Street um 5,6 Prozent ein. Auch Chipfirmen wie AMD, Intel und Micron verlieren bis zu 3,2 Prozent. In China wuchs die Produktion so wenig wie zuletzt vor 17 Jahren. Auch das dämpfte die Laune in New York.

Im späten Handel rückten die Aktien von T-Mobile USA und Sprint in den Fokus. Einem Zeitungsbericht zufolge wird eine Zustimmung auch des US-Justizministeriums zu der geplanten Milliarden-Fusion wahrscheinlicher. T-Mobile-Titel schliessen um 0,6 Prozent höher, Sprint-Aktien um 2,9 Prozent.

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17:40

Die Furcht vor einer Eintrübung der Weltkonjunktur hat die Schweizer Börse zum Wochenausklang gebremst. Auslöser waren ein pessimistischer Ausblick der Chipfirma Broadcom und enttäuschende chinesische Konjunkturdaten. Der SMI sinkt um 0,1 Prozent auf 9848 Punkte. Die Verlierer waren dabei in der Überzahl, doch verhinderten Kursgewinne der im Bluechips-Index schwer gewichteten Titel Nestlé und Novartis grössere Abgaben. Im Wochenvergleich legte die Börse 1 Prozent zu.

Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB sinken nach einer Broker-Rückstufung um 2,1 Prozent und sind damit Tagesverlierer im SMI. Beim Uhrenhersteller Swatch sorgt eine Kurszielsenkung durch die Bank RBC für ein Minus von 1,2 Prozent. Die UBS-Aktien verzeichnen ähnlich hohe Einbussen. Ein flapsiger Vergleich eines Ökonomen wirkt sich nun auch auf das Geschäft der Grossbank in China aus, ein Broker kündigte seine Geschäftsbeziehungen mit der UBS.

Bei den Nebenwerten sacken die Titel des Handelsdienstleisters DKSH 10 Prozent ab. Angesichts von schwierigen Bedingungen im Schlüsselmarkt Thailand stufte Credit Suisse die Titel auf "Underperform" zurück.

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16:00

Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verlieren zur Eröffnung am Freitag um jeweils etwa ein halbes Prozent.

Broadcom strich wegen des Zollstreits zwischen den USA und China seine Gesamtjahresziele zusammen. Die Aktien eines der weltgrössten Chip-Herstellers stürzen daraufhin um knapp 9 Prozent ab - so stark wie zuletzt vor einem halben Jahr. In ihrem Sog verlieren die Titel von Konkurrenten wie AMD, Intel oder Micron bis zu 3,2 Prozent.

Parallel dazu wuchs die chinesische Produktion im Mai so wenig wie zuletzt vor 17 Jahren. Diese Entwicklung sei zu erwarten gewesen, sagt Kim Forrest, Chefanleger des Vermögensverwalters Bokeh. "Die US-Strafzölle beeinträchtigen die chinesische Wirtschaft und das beginnt sich nun zu zeigen."

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11:55

Mit einigen wenigen Ausnahmen werden bei den Schweizer Bluechips Gewinne ins Trockene gebracht. Der SMI notiert um 11 Uhr 0,1 Prozent tiefer bei 9852 Punkten. Damit legt er auf dem Weg in Richtung der 10'000 Punkte eine Pause ein. Am gestrigen Donnerstag wurde das Allzeithoch bis auf 9907 Punkte hochgeschraubt.

Der 30 Aktien umfassende SLI gibt aktuell 0,4 Prozent auf 1503 Punkte nach und der breite SPI 0,2 Prozent auf 11'894 Punkte.

Unter die Räder kommen die Aktien des Sensorenherstellers AMS. Sie verlieren 7,7 Prozent. Der Grund ist eine Umsatzwarnung des US-Chipkonzerns Broadcom. Auch Logitech (-1,5%) oder Titel wie jene des Navigations-Chipherstellers U-Blox (-6,1%), des Vakuumventil-Spezialisten VAT (-4,4%) oder der ebenfalls im Halbleitergeschäft tätigen Comet (-1,0%) verlieren im breiter gefassten Geschäft deutlich an Wert.

Bei den Bluechips werden auch bei Zyklikern wie Swatch (-1,3%) oder ABB (-1,2%), Pharmawerten wie Alcon (-1,5%) oder Vifor (-1,2%) sowie den Grossbanken UBS (-1,4%) und Credit Suisse (-0,8%) Gewinne mitgenommen.

Zu den wenigen Gewinnern zählen auch die Aktien von Adecco (+2,2%). Morgan Stanley hat die Empfehlung für den Zeitarbeitskonzern auf "Overweight" von "Equal-weight" hochgestuft.

Am breiten Markt verlieren nebst den Tech-Aktien auch DKSH deutliche 6,5 Prozent. Credit Suisse hat die Papiere des Konzerns auf "Underperform" von "Neutral" herabgestuft. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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11:20

Grosse politische Risiken und die anhaltende globale Wachstumsschwäche treiben die Anleger zunehmend in als sicher empfundene Anlagen. Davon profitiert auch der Goldpreis: Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) steigt bis auf 1358 Dollar. Das ist der höchste Stand seit April 2018. In Euro gerechnet wird mit 1203 Euro sogar der höchste Stand seit April 2017 erreicht.

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10:10

Den Aktien des Sensorenherstellers AMS und anderen Technologiewerten macht am Freitag eine Umsatzwarnung des US-Konzerns Broadcom zu schaffen. Der Halbleiterkonzern rechnet mit einer sinkenden Nachfrage nach Smartphones, Speicherchips und Halbleitern für Breitbandanwendungen. Titel wie AMS oder von Branchennachbarn wie VAT und U-Blox stehen unter erhöhtem Abgabedruck.

Während der Gesamtmarkt (SPI) bis um 10:10 Uhr um 0,3 Prozent auf 11'879 Punkte nachgibt, zählen Tech-Aktien zu Wochenschluss zu den grössten Verlierern am Schweizer Aktienmarkt. Die AMS-Papiere brechen dabei mit 6,3 Prozent auf 32,54 Franken am stärksten ein. Die Österreicher sind von Nachfragerückgängen am Smartphone-Markt direkt betroffen, denn der wichtigste Kunde ist Apple.

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09:10

Der Swiss Market Index (SMI) gibt nach Börseneröffnung 0,4 Prozent auf 9820 Punkte nach. Das Allzeithoch des SMI liegt seit Donnerstag bei 9907 Zählern.

Pratkisch alle SMI-Titel starten mit einem leichten Minus. Etwas aus der Reihe fällt Adecco. Der Titel des Personaldienstleisters startet nach einer Heraufstufung mit einem Plus von 2 Prozent. Der breite Markt startet ebenfalls mit Verlusten. 

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08:20

Zum Wochenschluss haben die asiatischen Börsen keine gemeinsame Richtung gefunden. Festere Energiewerte stützten die Kurse in Japan, während Anleger in China vor der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten den Rückzug antraten. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index legte 0,3 Prozent auf 21.094 Punkte zu.

Kurse von Öl-Firmen zogen in Tokio an, nachdem sich Rohöl am Donnerstag nach den mutmaßlichen Anschlägen auf zwei Tankschiffe im Golf von Oman deutlich verteuert hatte.

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08:10

Julius Bär berechnet den SMI um 0,1 Prozent höher bei 9872 Prozent. Die Mehrheit der 20 SMI-Titel sind leicht höher gestellt (zu den vorbörslichen Kursen bei cash.ch). 

Insgesamt gibt es kaum Bewegungen auf den Schweizer Aktienmärkten. DKSH Holding verliert vorbörslich knapp 2 Prozent. Grund dürfte die Herabstufung durch die Credit Suisse sein. 

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07:50

Die Ölpreise haben am Freitag zugelegt und haben damit an den starken Anstieg vom Vortag angeknüpft. Allerdings ging es am Morgen nur noch leicht nach oben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 61,68 Dollar. Das waren 37 Cent mehr als am Vortag. Die Meldungen über einen mutmasslichen Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman und damit nahe der ölreichen Region am Persischen Golf haben einen Preissprung am Ölmarkt ausgelöst.

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06:40

Der Aktienmarkt in Tokio legte zum Wochenschluss leicht zu. Kurse von Öl-Firmen zogen an, nachdem sich Rohöl am Donnerstag nach den mutmaßlichen Anschlägen auf zwei Tankschiffe im Golf  von Oman verteuert hatte. 

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Vormittagshandel 0,2 Prozent höher bei 21'066 Punkten. 

Unter den Einzelwerten standen Sony im Mittelpunkt, die um rund 4 Prozent zulegten. Der Investor Daniel Loeb hat den Konzern aufgefordert, sein Chip-Geschäft abzuspalten. Zudem sollte sich Sony von seiner Finanzsparte und anderen Bereichen trennen und sich als globaler Unterhaltungskonzern aufstellen. Die Sony-Aktie sei aufgrund der der komplexen Struktur des Konzerns unterbewertet.

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06:35

Der Euro notierte kaum verändert bei 1.1205 Franken. Ein Dollar kostet 0,9939 FrankenUS-Öl verbilligte sich nach dem teils kräftigen Anstieg vom Donnerstag um 0,1 Prozent auf 52,21 Dollar pro Fass. 

(cash/AWP/Reuters)