+++Börsen-Ticker+++ - Trump hält Wall Street in Schach

US-Präsident Donald Trump hat die Wall Street am Dienstag mit Äusserungen zu den Handelskonflikten der USA und zur Zinspolitik der Notenbank Federal Reserve in Atem gehalten.
11.06.2019 22:45
US-Präsident Trump hat am Dienstag einmal mehr die US-Börsen dirigiert.
US-Präsident Trump hat am Dienstag einmal mehr die US-Börsen dirigiert.

22:45

Alle drei grossen Indizes geben frühe Gewinne wieder ab. Bei den Streitigkeiten mit Mexiko und China liess die Washingtoner Regierung die Investoren zwischen Hoffen und Bangen zurück. Schwache Arbeitsmarktdaten vom Freitag schürten die Hoffnung der Aktienanleger auf eine baldige Zinssenkung. Doch durch neue Forderungen Trumps nach eben diesem Schritt kamen Bedenken auf, eine Zinssenkung könnte als Einknicken der per Gesetz unabhängigen Fed vor Trump gewertet werden.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,1 Prozent schwächer auf 26'048 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 tritt bei 2885 Zählern praktisch auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verharrt bei 7822 Stellen.

Nach dem Aufschub von US-Strafzöllen auf mexikanische Waren atmeten Anleger zwar erst einmal auf, sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. "Doch wie lange diese Atempause anhalten wird, bleibt abzuwarten. Drohgebärden bleiben auch nach abgeschlossenen Deals nicht aus." Ausserdem drohte Trump China mit einer Verschärfung der Strafzölle, sollte Präsident Xi Jinping nicht zu einem Treffen mit ihm bereit sein.

Bei den Einzelwerten standen die Telekom-Tochter T-Mobile und der Wunschfusionspartner Sprint im Blickpunkt. Mehrere US-Bundesstaaten klagen gegen den geplanten milliardenschweren Zusammenschluss. T-Mobile-US-Aktien notieren 1,6 Prozent schwächer, Sprint-Papiere geben 5,9 Prozent nach.

Für Beyond Meat gehts mehr als 25 Prozent nach unten. Nach der jüngsten Kursrally spiegelten sich die Wachstumsaussichten des Spezialisten für vegane Burger angemessen im Aktienkurs wider, halten Analysten mehrerer Banken fest. In den vorangegangenen beiden Handelstagen haben die Titel insgesamt fast 70 Prozent zugelegt.

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17:40

Die Schweizer Börse hat am ersten Handelstag nach Pfingsten kräftig angezogen und der Leitindex ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Zum Handelsschluss notiert der SMI noch um 0,9 Prozent höher bei 9836 Punkten, nachdem er im Verlauf des Nachmittagshandels bei 9871,4 Punkten ein Allzeithoch markierte. Die Anleger reagieren mit Erleichterung auf den Aufschub von US-Strafzöllen auf mexikanische Waren. Zudem sorgt die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung in den USA für Kauflaune.

Gefragt waren vor diesem Hintergrund in erster Linie konjunktursensitive und Finanzwerte. Ganz oben zu finden sind die Credit Suisse und UBS mit 2,7 beziehungsweise 1,9 Prozent Kursplus. Die Anteile des Zementkonzerns LafargeHolcim rücken 1,6 Prozent vor und die der Bauchemiefirma Sika 1,7 Prozent. Die Titel der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch wurden um 1,6 beziehungsweise 0,9 Prozent höher gehandelt.

Einzige Verlierer unter den Bluechips sind Nestlé und Swiss Re mit Kursabschlägen von 0,2 beziehungsweise 0,1 Prozent.

Am breiten Markt waren Aktien des Chip-Herstellers AMS, der Computerzubehörfirma Logitech und des Bankensoftware-Unternehmens Temenos stark gefragt, nachdem die Anleger in den USA zu Technologiewerten gegriffen hatten. Für Schub sorgte zudem eine Studie von Liberum zum Halbleitermarkt.

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15:55

In der Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung der Notenbank Fed steigen Anleger in die US-Aktienmärkte ein. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 steigen zur Eröffnung um bis zu 1,1 Prozent.

Genährt würden die Spekulationen von den enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag, sagt Analystin Silvia Dall'Angelo vom Vermögensverwalter Hermes. "Wir befinden uns in einer Situation, in der schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind." Äusserungen von US-Präsident Donald Trump könnten die Stimmung aber jederzeit kippen lassen.

Ein in den USA börsennotierter iShares-Fonds auf chinesische Standardwerte gewinnt trotz Trumps Drohung für neue Abgaben 1,6 Prozent. Er profitierte Börsianern zufolge von geplanten Massnahmen der Regierung in Peking zur Ankurbelung der Konjunktur.

Für Beyond Meat gehts dagegen mehr als 13 Prozent nach unten. Nach der jüngsten Kursrally spiegelten sich die Wachstumsaussichten des Spezialisten für vegane Burger angemessen im Aktienkurs wider, stellen Analysten mehrerer Banken fest. In den vorangegangenen beiden Handelstagen hatten die Titel insgesamt fast 70 Prozent zugelegt.

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12:00

Die Schweizer Börse baut am Dienstag nach dem langen Pfingstwochenende nach einem freundlichen Start die Gewinne im Verlauf aus. Dabei steigt der Leitindex SMI erstmals über 9800 Zähler und markiert bei 9829 Zählern ein neues Hoch. Händler begründeten die anziehenden Kurse einerseits mit der Aussicht auf eine Zinssenkung in den USA.

Der SMI notiert um 11 Uhr um 0,8 Prozent höher auf 9828 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI gewinnt 1,1 Prozent auf 1508 und der breite SPI 0,8 Prozent auf 11'874 Zähler. 26 SLI-Titel werden zu höheren Kursen gehandelt und 4 Titel schwächen sich leicht ab.

An der Spitze der Gewinner stehen die Technologiewerte AMS (+4,5%), Logitech (+3,3%) und Temenos (+3,3%). Eine starke Performance der US-Technologiewerte und eine positive Studie von Liberum über den Sektor würden helfen, heisst es.

Gefragt sind auch Bankaktien. Julius Bär (+3,1%), Credit Suisse (+2,5%) und UBS (+1,9%) ziehen deutlich an. Volatilere und bessere Märkte sorgten für mehr Börsenumsatz.

Zu den wenigen Verlierern gehören die als defensiv geltenden Nestlé (-0,4%), Givaudan (-0,1%) und Swisscom (-0,1%). Bei Swiss Re (-0,2%) dämpften Gewinnmitnahmen den Kurs.

Am breiten Markt gewinnen Cosmo-Aktien 2,0 Prozent. Die Pharmafirma ist mit dem US-Zulassungsantrag für das Narkose-Mittel Remimazolam einen Schritt weiter. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:55

Die Schweizer Börse startet nach dem langen Pfingstwochenende mit höheren Kursen in die neue Woche. Kurz vor 10 Uhr erreicht der SMI einen neuen Höchststand, er erreicht intraday bei 9816,55 ein Allzeithoch.

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09:10

Der SMI legt nach Börsenstart um 0,2 Przent auf 9770 Punkte zu. Am Freitag legte der Leitindex 0,7 Prozent und über die gesamte Woche gar 2,4 Prozent zu. Damit rückt ein weiterer Kursrekord in Griffnähe. Am 3. Mai hatte der Leitindex mit 9786,51 Zählern den bisher höchsten Stand markiert.

Die Schweiz habe noch etwas nachzuholen, sagen Händler. Am Montag ruhte in der Schweiz, in Deutschland und Österreich der Handel. An den übrigen europäischen Aktienmärkten, in Asien und in den USA haben die Kurse leicht zugelegt. Wie stark dieser Nachholeffekt sein werde, müsse sich aber erst noch weisen.

Die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung in den USA und eine Einigung im Zollstreit der USA mit Mexiko verliehen den Märkten zuletzt zwar Rückenwind. Die Gewinne halten sich aber dennoch in Grenzen. Die Anleger blieben vorsichtig, weil nicht sicher sei, wie lange der Deal zwischen den USA und Mexiko in Sachen Migration halten werde, hiesst es am Markt. Ausserdem drohten noch immer höhere US-Zölle auf Importe aus China.

Gegen den Trend werden SGS (-1 Prozent) schwächer indiziert. Barclays hat den Titel der Inspektionsfirma auf "Equal weight" von "Overweight" herabgestuft.

ABB (+0,7 Prozent) legen stärker als der Markt zu. Händler erwähnen einen Bericht des Onlineportals "The Market", in dem Aufspaltungsphantasien geweckt würden. David Samra, der Investmentchef des Artisan International Value Fund, hat sich in einem Interview unter anderem zum Elektrotechnikkonzern geäussert. So rechnet er bei ABB nach dem Verkauf der Stromnetzsparte mit einer weitergehenden fundamentalen Neuausrichtung. 

Bei ABB könnte sich allerdings auch die CEO-Suche verzögern, wie cash-Autor Lorenz Burkhalter hier schreibt.

Gefragt sind auch Roche (+0,7 Prozent). Der Pharmakonzern wartet mit mehreren guten Nachrichten aus seiner Produktepalette auf. So hat die Tochter Genentech für die Phase-II-Studie zu Gazyva (Obinutuzumab) bei der Behandlung der Nierenkrankheit Lupus-Nephritis positive Ergebnisse gemeldet. Die Studie habe sowohl den primären als auch den sekundären Endpunkt erreicht.

Am stärksten legen im SMI allerdings LafargeHolcim (+1,3 Prozent), Lonza (2,5 Prozent) und Swatch (+1,1 Prozent) zu.

Am breiten Markt stechen die Cosmo-Aktien mit einem Kursplus von 3,4 Prozent hervor. Die Pharmafirma ist mit dem US-Zulassungsantrag für das Narkose-Mittel Remimazolam einen Schritt weiter. Die Zulassungsbehörde FDA habe die Einreichung der sogenannten "New Drug Application" (NDA) akzeptiert. Damit kann nun der eigentliche Überprüfungsprozess beginnen.

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08:35

Massnahmen der chinesischen Regierung zur Ankurbelung der Konjunktur ermuntern Anleger zum Einstieg in den asiatischen Aktienmarkt. Die Börse Shanghai legte am Dienstag 2,2 Prozent auf 2914 Punkte zu und der japanische Nikkei-Index gewann 0,4 Prozent auf 21.210 Zähler.

Die Regierung in Peking hatte am Montag angekündigt, lokale Verwaltungen könnten Gelder aus speziellen Anleihen zur Finanzierung von Infrastruktur-Projekten nutzen. In Tokio gab dies konjunkturabhängigen Werten Auftrieb. So gewannen die Aktien des Chipindustrie-Zulieferers Tokyo Electron oder der Reederei Mitsui OSK bis zu 2,2 Prozent.

Die Stimmung könne aber schnell wieder kippen, warnte Anlagestratege Masahiro Ichikawa vom Vermögensverwalter Sumitomo Mitsui. Schliesslich bleibe der Zollstreit zwischen den USA und China ungelöst. "Bis zum G20-Treffen wird uns die Nervosität erhalten bleiben. Es gibt auch keine Garantie, dass sich die Präsidenten der USA und Chinas bei diesem Gipfel treffen werden." 

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08:05

Der Swiss Market Index wird vorbörslichen Schätzungen zufolge 0,35 Prozent höher starten. Die Aktien von ABB und UBS steigen dabei am deutlichsten. Bei Roche tritt Peter Voser als Verwaltungsrat ab, es kommt zudem ein neuer Leiter der Sparte Diagnostics. Am breiten Markt sind die Aktien von Aryzta mit einem Plus von 0,6 Prozent auffällig.

Zinsfantasien hatten die Börsen am Freitag und Montag beflügelt. Kopfzerbrechen bereitet Anlegern allerdings weiterhin die Machtprobe zwischen Italien und der EU-Kommission. Wegen der hohen Staatsverschuldung droht die Brüsseler Behörde der Regierung in Rom offiziell mit einem Defizit-Verfahren, an dessen Ende milliardenschwere Strafzahlungen stehen könnten. Zudem haben Börsianer noch die Massenpreoteste in Hongkong gegen das geplante Auslieferungsgesetz im Blick, daneben Grossbritannien, wo Boris Johnson Premierministerin Theresa May beerben könnte, sowie den US-Grenzstreit mit Mexiko. Auch der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt für Unruhe. 

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07:55

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gestiegen. Eine allgemein freundliche Stimmung an den Finanzmärkten habe den Notierungen am Ölmarkt etwas Auftrieb verliehen, hiess es von Marktbeobachtern. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 62,46 Dollar. Das waren 17 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 33 Cent auf 53,59 Dollar.

Eine Einigung im Handelskonflikt zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten sorgte zuletzt für etwas Auftrieb. Ausserdem war am Freitag bekannt geworden, dass die Zahl der aktiv betriebenen Bohrlöcher in den USA in der letzten Woche deutlich gesunken war. Generell sorgt ausserdem die Spekulation auf sinkende Zinsen in den USA weiterhin für eine freundliche Stimmung an den Finanzmärkten.

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06:20

Der Nikkei der 225 führenden Werte stieg bis zum späten Vormittag um 0,3 Prozent auf 21'208 Punkte. Der breiter gefasste Topix gewann 0,5 Prozent auf 1560 Zähler. Unterstützung erhielt der Aktienmarkt von der schwächeren Landeswährung Yen, die Exporte japanischer Firmen verbilligt. Auch Finanzwerte standen wegen höherer US-Renditen auf den Einkaufslisten der Börsianer.

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06:15

Die Schweizer Währung bewegt sich kaum im fernöstlichen Handel. Der Dollar notiert zuletzt bei rund 0,9898 Franken und bei etwa 1,1201 Franken je Euro

(AWP/Reuters/cash)